Improvisation

Bei Langeweile hier drücken

Bei Langeweile: Hier drücken

Theatersport ist eine Disziplin des Improvisationstheaters, bei der zwei Schauspieler-Teams gegeneinander um die Gunst des Publikums antreten. Schiedsrichter achten dabei auf die Einhaltung der Regeln.

Die Schiedsrichter haben noch eine wichtigere Rolle: Sie müssen Langeweile verhindern. Sobald eine Gruppe etwas uninspiriertes oder gar langweiliges darbietet, betätigen die Juroren eine Hupe (oder etwas ähnliches) und der Versuch ist beendet.

Dass Präsentationen so oft so langweilig sind, liegt auch daran, dass wir das als Zuhörer zulassen, dass es in Unternehmen geduldet wird, und dass es für Konferenzveranstalter ok ist.

Wie wäre es mit einem kleinen Gedankenexperiment für Ihr nächstes Meeting oder den nächsten Vortrag? Wenn’s mal wieder langweilig ist, stellen Sie sich vor, jemand sei im Besitz so einer Hupe und würde sie auch benutzen.

Oder trauen Sie sich, tatsächlich eine Hupe mitzubringen?

Das mag harsch klingen, aber wenn sich alle einig sind, ist es das nicht. Im Grunde ist es eine Selbstverständlichkeit, wenn man unterstellt, dass jeder die Zeit der anderen wertschätzt.

Wer mit dem Ziel präsentiert, andere weiterzubringen, der muss sowieso keine Angst vor der Hupe haben. Entweder er ist so gut, dass die Hupe gar nicht hupt, oder – falls sie es doch einmal tut – lernt er daraus etwas.

Angst vor der Hupe hätte, wer fünf Minuten vor dem Meeting noch schnell ein paar Folien zusammenklickt. Oder wer bloß Folien vorliest. Oder wer Daten nur herunterbetet, ohne sie einzuordnen. Oder wer 30 Minuten für das beansprucht, was auch in 10 Minuten gesagt wäre.

Bessere Präsentationen sind von beiden Seiten aus möglich: die Vortragenden können sich entscheiden, mehr zu bieten. Aber die Zuhörer können sich auch entscheiden, mehr zu erwarten. Am besten tun Sie beides.

Am Anfang gaben wir das Geld zurück, wenn wir nicht gut waren

Das beste Investment für Vortragende

Als Keith Johnstone in Calgary sein Improvisationstheater gründete, taten er und seine Mitstreiter etwas ungewöhnliches:

Am Anfang gaben wir das Geld zurück, wenn wir nicht gut waren …

Es ist leicht, die Anwesenheit des Publikums als selbstverständlich anzusehen. Doch das ist es nicht. Als Vortragende haben wir – genau wie Schauspieler – unsere Daseinsberechtigung durch das Publikum.

Wir hätten gerne, dass die Zuhörer wegen uns da wären, aber tatsächlich ist es umgekehrt.

Jedoch: Wenn sich die Zeit, die uns die Zuhörer schenken, für sie lohnt, dann kommen sie wieder, bauen Vertrauen auf, kaufen. Die besten Vortragenden sind die, die die Zeit, die ihr Publikum ihnen schenkt, mehr als zurückzahlen, indem sie handfesten Nutzen bieten, emotional berühren, und das Leben ihrer Zuhörer positiv verändern.

Das beste Investment, das man als Vortragender machen kann, ist in das Publikum zu investieren. Genau hinzuschauen, wer da sitzt, was sie braucht und warum er gekommen ist.

Übrigens hat Keith Johnstones Publikum so reagiert:

… und als das Publikum dann aus dem Theater ging, versuchten sie etwas positives zu sagen […] und sie kamen wieder, weil sie neugierig waren, wie denn eine gute Performance aussähe.

Und hier ist Ihre Aufgabe: Wenn Sie die Zeit, die Ihr Publikum investiert, kompensieren würden, wenn Sie nicht gut waren, was würden Sie an Ihrer Vorbereitung ändern?

Die besten Zuhörer

Wie wird man ein großartiger Musiker? Indem man ein großartiger Zuhörer wird, sagt Ausnahme-Gitarrist Pat Metheny.

Metheny hat bis heute unglaubliche 20 Grammys gewonnen und zählt zu den angesehensten und einflussreichsten Jazz-Gitarristen der Welt. Er hat sich immer wieder neu erfunden und neue Grenzen ausgelotet: von Bebop bis Pop („This is not America“ mit David Bowie), von Free Jazz bis New Age. Ohne handwerkliche Brillanz wäre das nicht möglich gewesen. Doch fragt man Pat Metheny, ist es nicht die Fähigkeit, zu spielen, die einen Musiker besonders macht. Die besten Musiker sind die, die am besten zuhören können. Nur wer zuhört, kann beurteilen, ob das, was er da gerade spielt, gut ist. Nur wer anderes hört, kann Neues aufnehmen.

The best musicians are not the best players, they’re the best listeners. – Pat Metheny

Es lohnt sich, zuhören zu lernen

Wer herausragend präsentiert, ist in einer ganz ähnlichen Situation. Es scheint, als wäre das, was jemand sagt und wie sie es sagt, wie sie sich bewegt und spricht, die entscheidende Fähigkeit. Doch dabei übersieht man leicht, dass Zuhören für gute Vortragende mindestens ebenso wichtig ist.

Vor dem Vortrag: Warum investieren die Kunden Ihre Zeit, um mir zuzuhören? Was verspricht sich das Publikum von meinem Vortrag? Was erwarten meine Mitarbeiter von mir?

Während der Vorbereitung (insbesondere sich selbst): Funktioniert der rote Faden so, wie ich mir das gedacht habe? Passt der Übergang?

Während des Vortrags: Welche Atmosphäre ist im Raum? Wie reagieren die Zuhörer? Soll ich die Stimme ganz dezent modulieren, weil ich spüre, dass hier gerade etwas ganz besonderes passiert?

Während der Diskussion: Was genau meint sie? Gibt es Zwischentöne?

Nach dem Vortrag: Was sagen die Zuhörer über den Vortrag? Was kann ich besser machen? Kann ich von der Video-Aufzeichnung noch etwas lernen?

Unabhängig vom konkreten Vortrag: Wie präsentieren andere? Was gefällt mir? Was nicht?

Nur wer aufmerksam in sich und auf andere lauscht, findet angemessene Antworten auf diese Fragen.

Es lohnt sich, zuhören zu lernen.

Hörtipp: Als ich das Album Imaginary Day, für dessen berühmtes Cover der Designer Stefan Sagmeister eine eigene Zeichensprache entwickelte, zum ersten Mal hörte, saß ich vollkommen gebannt vor dem CD-Player. Für den Song „The Roots Of Coincidence“ aus dem Album erhielt Metheny 1998 den Grammy für die beste Rock-Instrumental-Performance. Es war das erste Mal, dass Pat Metheny mit seiner Band in den Bereich harter Rockmusik vorgestoßen war.

Die Kultur des Zuhörens

Die meisten Menschen sind während eines Gesprächs damit beschäftigt, sich Gedanken darüber zu machen, was sie als nächstes sagen möchten.

Statt zuzuhören. Erst einmal zuzuhören.

In solchen Gesprächen fühlt man sich wie in einer Band, bei der alle Musiker Solisten sind und jeder bloß auf sein Solo wartet. Es ist ein Nebeneinander mehr oder weniger unabhängiger Erzählstränge, lose zusammengehalten durch ein Gesprächsthema, das aber von einer auf die andere Sekunde wechseln kann, weil irgendjemand sich an irgendeine Situation erinnert fühlt.

Diese Menschen wollen vor allem reden. Über sich, über ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Einschätzungen. Sie wollen ihre Geschichte erzählen. Wissen zeigen. Meinungen äußern.

Statt Erkenntnisse zu erzielen, Fragen zu stellen, eine gemeinsame Geschichte zu erzählen. Gewissermaßen als Band gemeinsam Musik zu machen.

Dazu müsste man, statt sich auf seinen nächsten Text zu konzentrieren, zuhören. Auf den anderen hören. Was sagt der da eigentlich? Wie meint sie das? Das will ich genauer wissen! Wohin führt uns das? Diesen Weg kenne ich noch nicht, dort entlang möchte ich einmal gehen …

Ein Gespräch wächst durch Neugier. Es wird ertränkt in Redeschwall.

Gute Gespräche erfordern die Bereitschaft, sich auf neue Gedanken einzulassen. Nicht nur die Stichworte zu hören, die mir Sprungbrett für die nächste eigene Geschichte sind. Nicht nur Bestätigung zu hören für das, was ich gesagt habe, sondern gerade die Zweifel und Fragezeichen anzunehmen. Die Ideen und neuen Verknüpfungen wahrzunehmen. Die Chance zu nutzen, etwas zu lernen. Vielleicht sogar zu wachsen, motiviert zu werden, zu neuen Ufern aufzubrechen. Oder einfach nur am Leben des anderen teilzuhaben. Und anderen zu ermöglichen, dasselbe zu erreichen. Weil wir einander verstärken statt uns zu übertönen, gemeinsam beschleunigen statt uns gegenseitig zu überholen.

All das beginnt beim Zuhören. Und der Möglichkeit zum Zuhören.

Damit Gespräche gelingen, braucht es Pausen, die es meinem Gesprächspartner ermöglichen nachzudenken, zu assoziieren, zu vergleichen. Ich selbst muss Stille aushalten, um selbst reflektieren zu können. Und um nicht jeden Gedanken meiner Gesprächspartner zu ersticken in meinem eigenen Redefluss. Gedanken brauchen Zeit, um zu reifen, um weiterzuführen.

Zuhören bedeutet deswegen nicht bloß Hören, sondern Verstehen. Nachdenken. Ausreden lassen. Erklären lassen.

Wer redet, kann all das nicht.

Die Kunst des Gesprächs ist zuerst eine Kunst des Zuhörens.

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Loslassen

Welche Geschichte haben die beiden im Kopf? Oft reden wir aneinander vorbei, weil wir uns diese Frage nicht stellen.

Eine bekannte Übung aus dem Improvisationstheater lautet wie folgt: Zwei Personen sollen eine Geschichte erzählen. Jeder darf stets nur einen Satz sagen. Dann erzählt der jeweils andere weiter.

Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie bei dieser Übung auf dem falschen Fuß erwischt werden, weil Sie Ihre Geschichte im Kopf weiter erzählen und dann feststellen müssen, dass Ihr Partner eine ganz andere Geschichte im Kopf hat.

Nehmen Sie z.B. die Aufgabe: „Erzählt eine Geschichte mit zwei Personen.“ Sie denken vielleicht: „Ah, ok, zum Beispiel ein Heiratsantrag.“ Aber Ihr Partner hat schon den ersten Satz gesagt: „John wollte Rache.“ Ihre Version der Geschichte ist sofort hinüber, denn Sie müssen den ersten Satz aufgreifen.

Na schön, Sie lassen sich darauf ein und erzählen: „Peter hatte ihm vor Jahren die Freundin ausgespannt.“ Aber Ihr Partner lässt sich nicht beirren: „Doch das war nicht der Grund für seine Rachegefühle.“ Geschichten entstehen schnell in unseren Köpfen und es ist schwer, sie loszulassen.

Und die Geschichte, die Ihr Publikum im Kopf hat, ist höchtwahrscheinlich nicht dieselbe, die Sie im Kopf haben. Deswegen ist es so wichtig, dass Sie auf Ihr Publikum eingehen; dass Sie wissen, welche Helden Ihr Publikum hat, an welche Motive und Ziele es glaubt; dass Sie Ihre eigene Geschichte loslassen und eine gemeinsame Geschichte finden.

[Foto: Sharon Mollerus]

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Bobby McFerrin und die perfekte Visualisierung

Sie haben eine Idee, die ist jedoch nicht ganz einfach zu erklären. Also basteln Sie dazu eine PowerPoint-Folie mit einem Diagramm, das ihre Idee erläutern soll. Wenn Sie das gut machen, dann versteht Ihr Publikum auf Anhieb, worauf Sie hinauswollen. Und wenn Sie es richtig gut machen, dann ist Ihre Visualisierung so klar, dass das Publikum sofort Ihre Schlussfolgerungen nachvollziehen und Ihren weiteren Gedanken mühelos folgen kann.

Ein fantastisches Beispiel für solch eine gelungene Visualisierung können Sie in diesem Auftritt des Sängers Bobby McFerrin bestaunen. Das besondere: er benutzt (natürlich) nicht PowerPoint, sondern seinen Körper zur Visualisierung:

Bobby McFerrin ist ein unglaublicher Sänger. Bekannt dürfte er vielen durch seinen Hit Don’t Worry, Be Happy sein. Wer ihn einmal live erlebt hat, der kommt nicht mehr aus seinem Bann. Ganz alleine steht er auf der Bühne und füllt nur mit seiner Stimme den ganzen Saal. Weitgehend improvisiert bindet er immer wieder das Publikum in seine Songs sein. Ein virtuoser Sänger und Improvisator.

In dem Video vom diesjährigen World Science Festival demonstriert McFerrin, wie das Publikum intuitiv die pentatonische Tonleiter singen kann und leitet es zu einer Melodie an, über die McFerrin anschließend improvisiert. All das tut er ohne ein einziges Wort der Erklärung, ohne auch nur einmal von Noten oder Tönen zu sprechen.

Stattdessen singt er mit dem Publikum den ersten Ton und springt dabei ein paar Mal auf und ab. Anschließend springt er nach rechts und singt an dieser Stelle den zweiten, tieferen Ton mit dem Publikum. Nachdem er ein paar Mal hin- und hergesprungen ist, hat das Publikum dieses Positionsmuster verinnerlicht und folgt ihm weiter, spontan zu neuen Tönen und ganzen Melodien. Einzig seine Position auf der Bühne leitet das Publikum an, die richtigen Töne zu singen.

Dieses Ziel sollten Sie auch mit Ihren Visualisierungen anstreben: sie so klar zu machen, dass Ihr Publikum Ihren Gedanken spontan folgen kann. Ihre Diagramme sollten Ihre Ideen einfacher zu verstehen machen, nicht komplizierter.

BobbyMcFerrin bringt dem Publikum die pentatonische Tonleiter bei
Bobby McFerrin benutzt das Publikum als Instrument und improvisiert dazu

Links zu dem Artikel
Homepage von Bobby McFerrin
Die gesamte Gesprächsrunde Notes & Neurons vom World Science Festival, aus dem Bobby McFerrins Auftritt stammt
Ein weiteres Improvisationsvideo mit Bobby McFerrin, in dem er zusätzlich die Lautstärke variiert, genau so einleuchtend
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Miles Davis über das Improvisieren

Präsentationen sind immer “live” und damit fehleranfällig. Es gibt normalerweise kein Playback, dass vor gelegentlichen Patzern schützt. Selbst wenn man seine Präsentation super-sorgfältig vorbereitet hat, selbst wenn man die Präsentation bis zum St. Nimmerleinstag geübt hat, wird es immer wieder Situationen geben, in denen Unvorhergesehenes passiert oder in denen man die falschen Worte zur falschen Zeit sagt. Das ist umso wahrscheinlicher, je freier man vorträgt und je weniger man sich an vorformuliertem Text orientiert.

Natürlich gilt das nicht nur für Präsentationen; eine Menge anderer Vortragender kennt dasselbe Problem. So sind z.B. selbst die besten Musiker nicht davor gefeit, falsche Töne zu spielen, erst recht wenn sie improvisierte Musik spielen. Miles Davis, einer der großen Jazz-Improvisatoren, hatte dazu jedoch folgendes zu sagen:

„When you hit a wrong note, it’s the next one that makes it good or bad.“

Was einen guten von einem großartigen Vortragenden unterscheidet ist demnach die Fähigkeit, die Kontrolle zu behalten, selbst wenn Unvorhergesehenes passiert. Miles Davis war mit Sicherheit einer der großartigsten Musiker der Jazzgeschichte. Vielleicht waren andere Trompeter technisch noch versierter, aber Miles Davis wusste, wie man den richtigen Ton zur richtigen Zeit spielt… und wie man die Situation kontrolliert, wenn man doch einmal die falsche Note gespielt hat. Sein Verständnis für seine Materie, die Jazzmusik, war so tief, dass er unvorhergesehene Situationen auch live auf der Bühne meist souverän auflösen konnte – und damit bisweilen gerade aus einer “eigentlich” falschen Note eine großartige neue Melodie erschuf.

Was können wir von Miles Davis’ Zitat für unvorhergesene Situationen während einer Präsentation lernen?

1. Keine Panik.
Wie Miles sagt: es ist noch nichts verloren. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Zuhörer noch gar nicht bemerkt haben, dass etwas schief gelaufen ist. Es gibt also noch keinen Grund zur Panik.

2. Nichts anmerken lassen.
Nicht selten ist es für den Vortrag völlig egal, was da gerade schief gegangen ist. Niemand außer dem Vortragenden selbst weiß ja, was eigentlich geplant war. Solange also nicht ganz offensichtlich etwas schief gelaufen ist, interessiert es das Publikum wahrscheinlich überhaupt nicht, dass überhaupt etwas schief gelaufen ist. Am besten ist es dann, sich erst gar nichts anmerken zu lassen und einfach mit dem nächsten Punkt fortzufahren. Das schlimmste was man stattdessen tun könnte, wäre eine – eigentlich überflüssig – Entschuldigung hastig aufzusagen. Das wirkt alles andere als souverän.

Sollte allerdings doch einmal etwas größeres schief gelaufen sein, dann hilft nur …

3. Kreativ sein und Improvisieren.
Die Reaktion hängt hier sicher von der Situation ab. Fehler kann man auch ruhig zugeben und mit einem kurzen “Sorry” korrigieren. Punkte, die man vergessen hat, kann man einfach nachschieben indem man Wendungen wie “Lassen Sie mich noch einen wichtigen Punkt ergänzen” verwendet (Vermeiden sollte man natürlich auch dann die “Ich-hab-da-was-vergessen”-Floskeln).

Wenn die Technik verrückt spielt, muss man in der Lage sein, den Vortrag trotzdem weiter zu halten. Im einfachsten Fall versagt lediglich die Fernbedienung für den Beamer und man muss häufiger zum Laptop gehen, um die nächste Folie einzublenden. Für den schlimmsten Fall, der Beamer oder der Laptop fällt aus, hilft bei aller Improvisation nur eine erstklassige Vorbereitung.

4. Üben.
Improvisation ist eine eigenständige Kunst, jedoch kein Geheimnis. Wie alle Künste kann man auch Improvisieren üben (ein Genie muss man ja nicht werden). Dazu sollte man beim Üben und Vorbereiten der Präsentation gelegentlich gezielt das Improvisieren üben. D.h. man sollte sich nicht jedes Mal unterbrechen und von vorne beginnen, wenn beim Üben etwas schief läuft, sondern hin und wieder auch testen, wie man reagiert hätte, wenn dieser Fehler in einer “live”-Situation passiert wäre. Schon nach wenigen Malen wird man so sehr viel sicherer im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen. Natürlich hilft es auch, nicht immer nur im stillen Kämmerlein zu üben, sondern einen Probelauf vor ein paar Freunde oder Kollegen zu halten.

Es gibt also keinen Grund, Angst vor unvorhergesehenen Situationen zu haben! Wer seine Vorträge vorher sinnvoll übt, kann auch weiterhin auf ein Playback verzichten.

P.S. Wer Jazzmusik und Improvisation mag, wird vielleicht den folgenden Konzertmitschnitt des atemberaubenden Sängers Bobby McFerrin mögen. Bobby McFerrin, vielen bekannt durch seinen Hit “Don’t worry, be happy”, ist ein wahres Genie des improvisierten Gesangs. Während seiner Auftritte bindet er oft das Publikum ein – und provoziert dadurch geradezu unvorhergesehene Situationen. Viel Spaß: