Körpersprache

Körpersprache

Nehmen Sie eine beliebige deutsche Vorabendserie. Die Schauspieler, die darin spielen, haben Schauspiel wahrscheinlich studiert … und sind trotzdem so schlecht, dass Sie ihnen die Rolle nicht abnehmen. Sie sollten nicht erwarten, dass Sie Ihr Publikum nach ein paar Tagen Körpersprache-Seminar narren könnten.

Nur weil Sie Ihre Arme während der Begrüßung ausbreiten oder akribisch darauf achten, die Hände nicht in die Tasche zu stecken, werden Sie niemanden von Ihrem Thema überzeugen. Denn dass Sie zugleich Ihre Beine verschränkt hatten oder gleich nach dem Begrüßungssatz Ihren Hals gestreichelt haben, hatten Sie sich nicht abtrainiert.

Tatsächlich sind Menschen ziemlich gut darin zu erkennen, wenn etwas „nicht stimmt“, wenn etwas „aufgesetzt“ wirkt oder wenn die da vorne sich so verhält, als sei sie gerade von einem Körpersprache-Seminar zurückgekommen. Auch wenn wir es meist nicht benennen können … dass etwas nicht stimmt, das spüren wir.

Körpersprache lässt sich nur schwer manipulieren

Unseren Körper so zu manipulieren, dass er authentisch einen anderen Eindruck vermittelt, als den, der unsere Gefühlslage im Augenblick widerspiegelt, ist ziemlich schwer. Schon alleine weil die schiere Zahl von Signalen, die wir gleichzeitig aussenden, immens groß ist. Wir sind ziemlich schlecht darin, diese große Zahl von Signalen bewusst zu steuern – während wir uns gleichzeitig noch auf unseren Vortrag konzentrieren sollen. Wahrscheinlich kann es niemand wirklich gut, denn selbst die besten Schauspieler arbeiten auf ganz andere Weisen, z.B. indem sie sich in eine zu ihrer Rolle passende emotionale Haltung bringen.

Umgekehrt gilt nämlich, dass unser Körper normalerweise automatisch das tun will, was unsere Gefühlslage widerspiegelt. Wenn wir uns unsicher fühlen, dann gehen wir lieber in Deckung, also z.B. hinter ein Pult. Sobald wir uns sicher fühlen, treten wir hervor. Wenn wir daran glauben, jemandem wirklich helfen zu können, dann blicken wir ihm in die Augen. Wenn wir glauben, dass genau dieser Vorschlag der Weg nach vorne ist, dann zeigt unsere Hand ganz automatisch nach vorne.

Wenn wir sie lassen.

Das ist das Entscheidende: Das Richtige zu sagen und dabei den Körper das Richtige tun zu lassen. Sobald eines davon fehlt, passt es nicht mehr:

  • Wenn wir etwas sagen, woran wir nicht glauben, dann ist es verdammt schwer, das mit antrainierter Körpersprache zu überspielen.
  • Wenn wir sagen, woran wir glauben, aber unserem Körper nicht vertrauen, z.B. weil wir dem Körpersprache-YouTuber oder den „Das-macht-man-so-nicht“-Sagern mehr glauben als uns selbst, dann stimmt auch etwas nicht.

Das Richtige sagen und dabei den Körper das Richtige tun lassen

Wenn aber beides zusammen kommt – wenn wir eine Botschaft haben, an die wir selbst glauben und hinter der wir stehen; wenn wir sie so sagen, dass es zu uns passt und wir voll dahinterstehen; und wenn wir dann unseren Körper darin unterstützen, das Richtige zu tun – dann wird es ein richtig guter Auftritt.

Deswegen glaube ich, dass es immer sinnvoll ist, zuerst an der Haltung zum eigenen Thema und an der Story zu arbeiten, bevor Sie Ihre Körpersprache optimieren.

Habe ich wirklich ein Produkt, hinter dem ich voll und ganz stehe?

Hilft dieser Vorschlag meinen Zuhörern weiter? Weiß ich genau, wer da sitzt und was sie brauchen, damit ich ganz sicher bin, dass meine Idee genau die richtige für dieses Publikum ist?

Glaube ich an die Story? Oder lasse ich mir von meinen Folien, die ich selbst nicht ’mal mag, Fesseln anlegen und mich von ihnen in ein Bulletpoint-Korsett zwängen?

Was will ich eigentlich sagen? Wie passt es zu meinem Publikum? Wie steige ich in meinen Vortrag ein? Welche Anekdoten, Beispiele oder Vergleiche helfen meinem Publikum? Habe ich einen zwingenden roten Faden?

Helfen Sie Ihrem Körper, das Richtige zu tun

Wenn all das passt, wenn ich also selbst davon überzeugt bin, dass ich das Richtige sage, dann kann mein Körper auch das Richtige tun.

Und genau jetzt lohnt es sich ihn darin zu unterstützen. Zu beobachten, was er tun möchte. Schlechte Angewohnheiten, die ich mir bei anderen abgeschaut habe, abzulegen. Positives zu stärken. Meine Persönlichkeit durchscheinen zu lassen.

Zwingen Sie Ihren Körper gerade nicht, das Falsche zu tun, indem Sie Gesten verwenden, die Sie irgendwo gesehen haben, die Ihnen selbst aber unnatürlich vorkommen. Zwingen Sie ihn nicht, das zu tun, was er gar nicht tun möchte. Sorgen Sie lieber zuerst dafür, dass Sie eine Story haben, an die Sie glauben, gewinnen Sie Vertrauen in die Art, wie Sie sie erzählen, und helfen Sie Ihrem Körper dann, dieses Selbstbewusstsein auch zu zeigen! In dieser Reihenfolge.

Schwerpunkt-Thema „Souverän Auftreten“.

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