Die Schere im Kopf

25.08.2014, Autor: Anne Pustina

Der innere Bedenkenträger ist das Kryptonit unserer Kreativität. „Ach nee, das ist ja doch nicht so gut…“ oder „Dafür belächeln mich die Kollegen bestimmt“ oder „Das hat doch noch nie jemand so gemacht…“  

Sicherlich, Selbstkritik ist gesund. Sie sorgt dafür, dass wir über unsere Ideen reflektieren und sie von allen Seiten beleuchten. Aber achten Sie darauf, dass der innere Kritiker nicht zur Schere im Kopf wird. Denn: Ohne Risiko keine Belohnung. Oder glauben Sie ein Steve Jobs hat sich von der Schere im Kopf einschränken lassen? Ein Michael Jackson? Ein Mark Zuckerberg?

„Never change a running system“ ist Unsinn. Denn wenn wir uns nie trauen etwas zu verändern, können wir uns auch nie verbessern. Wir bleiben auf ewig auf demselben Stand. Festgefahren. Eingefroren.

Beim Präsentieren geht es darum, Aufmerksamkeit zu schaffen und im Gedächtnis zu bleiben. Ihre Präsentation wird sich niemals abheben, wenn Sie einfach nur alle Punkte auf dem „Das macht man eben so“-Vordruck abhaken.

Vielleicht brauchen Sie für Ihren nächsten Vortrag gar keine Folien, sondern ein Modell. Vielleicht verbildlichen Piktogramme Ihre Idee viel besser als ein Powerpoint-Schaubild. Vielleicht ziehen Sie Ihr Publikum viel schneller in Ihren Bann, wenn Sie, im Gegensatz zu allen anderen, mit einer Heldengeschichte einsteigen.

Trauen Sie sich?

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Tags:Heldenreise Kreativität Kritik Mut Vorbereitung


Das macht man so

18.08.2014, Autor: Michael Gerharz

„Das macht man so“ ist ein anderer Ausdruck für „Ich habe keine Lust, nach der besten Lösung zu suchen.“

„Das macht man so“ mag oft nützlich sein. Zum Beispiel um Fehler zu vermeiden, die andere vor mir schon gemacht haben. Oder um meine Aufmerksamkeit fern von unwichtigen Details zu halten und auf die wichtigen Dinge zu lenken. Oder um Routineaufgaben effizient zu erledigen.

Doch eines ist „Das macht man so“ nicht: Die Garantie für eine gute Lösung, geschweige denn die beste Lösung. Denn dafür muss ich den Autopilot ausschalten.

Nein, diesmal kein PowerPoint, wir bringen ein Modell mit. Nein, diesmal kein gedrucktes Handout vorab. Ja, ich bin fest überzeugt, dass wir die Präsentation statt mit der Firmenhistorie mit der Geschichte über unser Dubai-Projekt beginnen sollten.

Und ja, der Gegenwind ist Ihnen sicher. Fehler werden passieren. Die Vorbereitung wird länger dauern. Die Umsetzung wird anstrengender sein.

Aber das ist halt so.

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Tags:Mut Regeln Veränderung


Sie dürfen

11.08.2014, Autor: Michael Gerharz

Fragen Sie nicht um Erlaubnis. Nicht Ihren Chef und nicht Ihre Kollegen. Die haben viel zu viel Angst. Und zu wenig Ahnung. Tun Sie’s. Werfen Sie das PowerPoint-Template weg. Streichen Sie die stupiden Aufzählungen. Berühren Sie uns. Machen Sie Ihre Präsentation zu einer bewegenden Geschichte. Drücken Sie den Finger tief in die Wunde. Holen Sie ein dickes Pflaster. Schicken Sie uns durch die Hölle. Trösten Sie uns. Machen Sie eine großartige Präsentation. Aber fragen Sie nicht um Erlaubnis.

Niemand würde die Ihnen geben. Stattdessen nichts als Ausreden: Das haben wir schon immer so gemacht. Die Leistungsdaten der Versuchsreihe in Schweden müssen auf jeden Fall mit auf die Folie. Nein, die Abteilung Schleifstoffe können wir nicht weglassen, die fühlen sich sonst auf die Füße getreten. Der Chef mag keine Bilder auf den Folien. Doch, doch, ich finde schon, dass wir die dreißig Daten der letzten Quartale auflisten sollten. Die wollen immer die Folien als Handout. Marketing hat aber gesagt, …

Bullshit. Wir brauchen mehr großartige Präsentationen und weniger Angsthasen. Und da ist es allemal besser, sich nachher für die großartige Präsentation zu entschuldigen, als es gar nicht erst zu versuchen, weil der Chef vorher schon „Nein“ gesagt hat.

Tun Sie das Richtige.

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Sei so nett?

04.08.2014, Autor: Anne Pustina

Mal ganz ehrlich: Wann haben Sie zuletzt in einer gähnend langweiligen Präsentation gesessen und am Ende doch höflich geklatscht? Wirklich verdient war der Beifall ja wohl nicht. Warum also? Mitleid? Gruppenzwang? Reine Erleichterung, dass es endlich vorbei ist?

Das mag höflich sein, aber das Problem dabei ist, dass der Vortragende die Konsequenzen seiner schlechten Präsentation nicht spürt. Er hat seinen Vortrag gehalten, alle haben geklatscht, vielleicht kam noch die ein oder andere Nachfrage. Fall erledigt. Feierabend.

Sein eigentliches Ziel aber, seine Botschaft in den Köpfen des Publikums zu verankern, wird er nicht oder nur sehr schwer überprüfen können. Ihm fehlt die direkte Rückkopplung. Hat die Entscheidung eines Kunden für oder gegen seine Firma an seinem Vortrag gelegen? Hat seine Präsentation dazu geführt, dass jetzt mehr Kollegen die neue Datenbank benutzen oder war es etwas anderes?

Ein Kompliment geht eben viel leichter von den Lippen als Kritik. Niemand will ein Buhmann sein. Wir beglückwünschen einen Kollegen gerne für eine tolle Präsentation. Eine schlechte schweigen wir lieber höflich tot. Und ein Kunde würde sich erst recht nicht die Zeit und Mühe machen, aus eigenem Antrieb konstruktives Feedback zu einem Vortrag zu geben, der ihn nicht überzeugt hat. Er meldet sich einfach nie wieder.

Nur Sie selbst als Vortragender sind der Ausweg aus diesem Dilemma. Seien Sie selbst der Antrieb. Warten Sie nicht auf andere. Ruhen Sie sich nicht auf dem Status Quo aus. Hinterfragen Sie. Und finden Sie heraus, wer Ihnen ehrlich die Meinung sagt.

Es liegt nur an Ihnen, eine großartige Präsentation abzuliefern!

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Die Weltenerschaffer-Krankheit

28.07.2014, Autor: Michael Gerharz

Autoren erschaffen in Büchern ganze Welten. Doch manche leiden unter der Weltenerschaffer-Krankheit …

Haben Sie geweint, als Elliott sich von E.T. verabschieden musste?

Offenbar hat Steven Spielberg mit E.T. etwas erreicht, was jeder Autor anstrebt: Das sich völlige Hingeben in eine Story. Die Nähe zu ihren Hauptdarstellern, als wären sie reale Personen, die uns  tatsächlich nahe stünden, ganz so als wären sie mehr als das Hirngespinst eines Autors.

Sci-Fi-Autorin Ansen Dibell beschreibt das in ihrem Autorenratgeber »Plot« so:

Although a story is of course nothing from first to last but an author’s idea anyway, we forget that, while we’re reading. We treat the story as real, the characters as people we care and are concerned about. We imagine our way into it and don’t want to be reminded it’s an elaborate lie, a made thing, a puppet show in which some author is yanking the strings.

Das Hirngespinst eines Autors, das uns emotional so mitnimmt, wie es z.B. E.T. getan hat, ist in Wirklichkeit eine Menge Arbeit. Eine gute Geschichte ist deswegen so gut, weil der Autor eine ganze Welt gedanklich aufgebaut hat, weil er die Charaktere mit ihren Wünschen und Zielen sorgfältig entwickelt hat. Ein guter Autor ist eigentlich ein Weltenbauer; zuerst in seinem Kopf, danach - über die Geschichte - in unserem Kopf. Je stimmiger die Welt gebaut ist, desto überzeugender wirkt sie.

Doch es gibt auch eine Schattenseite dieser sorgfältigen Weltenerschaffung. Dann nämlich, wenn der Autor sich zu sehr in seine Welt verliebt. Wenn er so verliebt ist, dass er alles bis ins kleinste Detail erklären möchte, wird es langweilig.

Oder können Sie sich vorstellen, E.T. überhaupt länger als 10 Minuten geschaut zu haben, wenn Spielberg zuerst in aller Ausführlichkeit die Anatomie des Außerirdischen erklärt hätte, danach die technologische Entwicklung ihrer Raumschiffe und anschließend die parlamentarischen Diskussionen, die zur Erlaubnis der Landung auf der Erde geführt haben? Sicher nicht.

Ansen Dibell nennt das die World Builder’s Disease. Das ist die Krankheit, die Autoren befällt, wenn sie zu verliebt in ihre eigenen Welten sind und ihre Leser mit nicht enden wollenden Beschreibungen ihrer erdachten Welt nerven:

To the degree that we’re conscious of the puppeteer, that awareness keeps us from holding on to our conviction that words on a page can be worth our tears, our laughter, or our love.

Wie verliebt sind sie in die Welt, die Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Idee erschaffen haben?

Berühren Sie uns mit der Faszination Ihrer Welt. Entführen Sie uns in diese Welt. Aber zeigen Sie von dem Gerüst, den langweiligen Details, nur das, was wir für diese Faszination wirklich wissen müssen. Wenn wir fasziniert sind, dann wollen wir ohnehin mehr wissen. Und fragen von selbst nach den Details. Und hören sie dann gerne.


Tags:Autoren überflüssig Fantasie


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Überzeugend Präsentieren ist der Blog von Präsentationscoach Dr. Michael Gerharz. Sie finden hier Anregungen, um Ideen auf den Punkt zu bringen, spannend vorzutragen und einprägsam zu visualisieren.

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