Vorher-Nachher: Mitarbeitermotivation

So recht motivierend wirkt die Folie
jedoch nicht – und dafür gibt es vor allem einen Grund: sie
ist viel zu abstrakt. Was bedeuten denn 6,3% Nachlaufkosten? Die
eigentliche Motivation der Mitarbeiter geschieht höchstens
indirekt, und zwar durch eine Ermahnung: „Damit sind wir aber noch
nicht am Ziel“. Auch die Begründung mit dem Anspruch der
Qualitätsführerschaft wirkt wie ein Selbstzweck.
Wir haben uns letztlich entschieden, die Ansprache der Mitarbeiter
völlig umzukrempeln und gar nicht mit Geschäftszielen zu
argumentieren. Anstatt zu ermahnen, sollte die neue Gestaltung
motivieren und anspornen, und zwar mit den Leistungen, die bereits
erzielt wurden. Das klare Ziel der Folien sollte sein, die
Mitarbeiter zum Handeln und Mitdenken anzuregen. Beispielhaft zeige
ich das für die Veranstaltung der Azubis.
Nachdem zum Einstieg deutlich gemacht wird, welchen (negativen)
Einfluss Qualitätsmängel auf das Unternehmen haben, wird sofort
gelobt, dass in den vergangenen zwei Jahren die Qualität drastisch
verbessert und die Hälfte der Reklamationskosten eingespart werden
konnte. Das gelang nur deshalb, weil die engagierten Mitarbeiter
ihre Ideen und Beobachtungen nicht für sich behalten haben, sondern
in 20 Projekten echte Verbesserungen entwickelt haben.


Der Clou bei der Präsentation besteht
nun darin, echte Stories mit echten Gesichtern zu
erzählen. Auf den folgenden Folien werden nämlich beispielhaft
einige der Verbesserungsvorschläge erzählt und Fotos von den
Ideengebern gezeigt – in diesem Fall von Azubis:




Auf diese Weise können sich die
Mitarbeiter viel leichter mit der Qualitätsoffensive
identifizieren. Sie kennen die Personen, die die Ideen entwickelt
haben und können anschließend mit ihnen reden („Wie hast du das
gemacht?“). Gleichzeitig werden die Ideengeber gelobt und damit
gute Leistung belohnt. Es wird sichtbar, dass Engagement im
Unternehmen nicht einfach verpufft, sondern echte Wirkung und
Anerkennung erzielt.
Das Wichtigste jedoch ist, dass das abstrakte Projekt
Qualitätsoffensive in viel anschaulichere einzelne Geschichten
verpackt wird, die einen unmittelbaren Bezug zum Arbeitsalltag der
Mitarbeiter haben. Die beispielhaften Geschichten wirken dabei
gleichzeitig als Ideenanstoß und zeigen, wie einfach es sein kann,
selbst etwas zu tun. Die letzte Folie mit der Frage „Und Du?“ ist
schließlich die explizite Aufforderung, dies auch zu tun. Natürlich
darf auch das keine Ermahnung sein, sondern sollte Aufmunterung
sein: „Wenn Du eine Idee hast, dann erzähl’ Sie uns! Wir hören
zu!“.
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