Die Lehren einer Krimiautorin

Einige ihrer Lehren* lassen sich leicht auf andere kreative Tätigkeiten, etwa das Erstellen von Präsentationen, anwenden.
Ein Notizbuch ist u.a. dafür da, um solche Dinge [wie Ideen, Geschichten, emotionale Erlebnisse] festzuhalten, selbst wenn man zum Zeitpunkt, an dem man sie aufschreibt noch keine passende Geschichte im Kopf hat.

Aufpassen sollte man dabei jedoch, dass man sein Werk nicht mit unnützen Informationen, sog. Gimmicks, also beiläufigem Wissen oder Effekten überlädt, die jedoch nichts zur Substanz beitragen. Highsmith:
Eine weitere Gefahr sieht Highsmith in zu ausschweifenden Erläuterungen, die letztlich die Spannung ruinieren:Ich glaube, Gimmicks sind schwache Unterhaltung und man sollte nicht erwarten, dass intelligente Leser darüber begeistert sind.
Es gibt Autoren, die zu kurz schreiben. Aber auf einen davon kommen 100, die zu viel schreiben. Es gibt die Tendenz, es zu übertreiben mit Beschreibungen oder Erklärungen.

Um solche Fehler zu finden, hat Highsmith allerdings auch einen Rat zur Hand:Beim Erstellen sollte das Buch als Ganzes im Auge behalten werden, insbesondere die Proportionen. … Ich selbst habe schon meine Nase so vertieft in einzelne Seiten gesteckt, dass ich das Buch als Ganzes nicht mehr sehen konnte.
Das ist natürlich leichter gesagt als getan, nicht selten macht einem hier der Fluch des Wissens einen Strich durch die Rechnung. Jedoch kommt es darauf an, alle Bestandteile eines Werks kritisch zu hinterfragen, vielleicht auch Dritte zu Rate zu ziehen.Vor der endgültigen Fassung sollte man zuallererst die erste Fassung vollständig durchlesen mit den Augen eines Lesers, der das Buch nie zuvor gesehen hat.

*aus Patricia Highsmiths Essay Plotting and Writing Suspense Fiction.Jeder Fehler lehrt etwas. Man sollte, wie jeder erfahrene Autor, das Gefühl entwickeln, dass es noch mehr Ideen gibt, wo die erste herkam … und dass man unerschöpflich ist, solange man lebt.
Schwerpunkt Vorher-Nachher: In Erinnerung bleiben

Warum sind Sie eigentlich selbst von Ihrer Idee begeistert?
Immerhin beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihrem Vortragsthema. Das würden Sie nicht tun, wenn Ihnen das keinen Spaß bereiten würden und wenn Sie keinen Sinn darin sehen würden.
Hatten Sie vielleicht ein Schlüsselerlebnis?
Vielleicht der Moment, an dem Sie erkannt haben, dass alle anderen Lösungen aus einen einfachen Grund nicht funktionieren. Oder ein Erlebnis im Bus, das Ihnen einen ganz neuen Anwendungsfall für Ihr Produkt gezeigt hat. Oder ein Zitat, das Ihnen die Augen geöffnet hat.
Warum scheuen Sie sich dann, auch Ihrem Publikum davon zu berichten?
Ich weiß, Ihre Präsentation soll seriös wirken und Ihr Publikum verlangt handfeste Argumente. Und in der Tat sind Fakten wichtig, um Ihre Glaubwürdigkeit zu stützen. Aber merken kann sich diese Fakten ohnehin keiner. Sehr gut merken kann man sich aber überzeugende Geschichten, denn sie erleichtern es Ihren Zuhörern, Ihre Ideen zu verbildlichen und sie in Ihre Gedankenwelt einzuordnen.
Warum bringen Sie also die Fakten nicht durch Geschichten in einen Kontext, der für Ihre Zuhörer relevant ist?
Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ihre handfesten Argumente sind ein wichtiger Bestandteil Ihrer Präsentation, aber verstehen Ihre Zuhörer wirklich bei allen Ihren Argumenten unmittelbar, welche Bedeutung sie für Ihr Problem haben. Vielleicht hilft dabei aber das ein oder andere Bild, die ein oder andere Geschichte oder ein Beispiel aus der Praxis. Wenn Sie jetzt einwenden, dass Sie doch schon Beispiele nennen, frage ich zum Abschluss:
Nehmen Sie sich denn auch die Zeit, Ihre Beispiele zu erläutern?
Machen Sie eine Geschichte daraus. Sagen Sie nicht "Zum Beispiel A, B, C", sondern nehmen Sie sich eines dieser Beispiel heraus und erläutern es ausführlicher, zeigen wie Ihre Argumente sich dort auswirken; welche überraschenden Ergebnisse sich vielleicht gerade in diesem Beispiel zeigen. Das kann man sich merken, die einfache Aneinanderreihung vieler nur aufgezählter Beispiele dagegen nicht.
Und wie kommen Sie nun von Ihrer bestehenden Präsentation dahin? Im Grunde reichen diese drei Schritten:
- Sammeln Sie Beispiele, Geschichten oder Bilder, die Ihre Argumente veranschaulichen.
- Wählen Sie die besten aus, das sind vielleicht am Ende zwei oder drei.
- Nehmen Sie sich in Ihrer Präsentation die Zeit, diese Beispiele auch zu erläutern (natürlich spannend mit den Empfehlungen der letzten Woche).
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Um solch kleine Strukturen sichtbar zu machen, helfen Mikroskope. Durch die immer weitere Perfektionierung dieser Technik ist uns heutzutage die Gestalt vieler mikroskopisch kleiner Strukturen vertraut. Die meisten von uns haben selbst einmal im Biologieunterricht Pantoffeltierchen und andere Einzeller untersucht. Aus den Medien sind uns Strukturen bis hin zu Atomgröße vertraut. Wie klein aber sind solche kleine Sturkturen?

Eine sehr schöne Antwort auf diese Frage hat das Genetic Science Learning Center der Universität von Utah gefunden. Mit dieser interaktiven Animation kann man sich in die Welt der Mikroorganismen hineinzoomen. Beginnend bei einer Kaffeebohne taucht man durch einfaches Bewegen eines Schieberegler immer tiefer ein in die Welt der Mikroorganismen, über eine Salzkorn, Amöben, Hautzellen, Viren bis hin zu einzelnen DNA-Bestandteilen.
Die Animation ist nicht nur
anschaulich, sie macht auch Spaß. Klicken Sie sich unbedingt selber
durch. Und warum funktioniert das so gut? Warum sind wir fasziniert
von Darstellungen wie diesen? Weil es eben keine dröge Aufzählung
von Fakten ist, sondern eine kleine Abenteuerreise. Jeder, der den
Schieberegler bedient, taucht auf seine eigene Weise in die Welt
der Mikroorganismen ein, erkennt Dinge wieder, vergleicht, schiebt
vor und zurück, wundert sich und findet Erklärungen. So stecken in
dieser Animationen viele kleine Geschichten. Und genau darum ist
eine Visualisierung besonders gut gelungen: wenn sie nicht nur die
Fakten präsentiert, sondern wenn sie die Fakten zu einer spannenden
Geschichte verknüpft, an die man sich auch erinnert.
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Stattdessen haben sie sich für eine Geschichte entschieden, eine rührende Geschichte über einen ganz normalen Kindergartentag. Von der ersten Sekunde an hörten alle Eltern gebannt zu. Jeder kannte das: Tränen, weil das Kuscheltier verschwunden ist, Schuhe, die falsch herum angezogen sind, Klebertuben, die über dem Fußboden ausgekippt werden, aber auch große Kinderaugen, die die Bestätigung dafür liefern, warum man das eigentlich tut. Nach der Geschichte brach spontan Beifall aus, sie traf genau ins Schwarze.

Und warum funktioniert das so viel besser als Aufzählungen auf einer Folie? Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jeremy Hsu schreibt dazu in einem Artikel des Scientific American:
Und die Brüder Heath erläutern ergänzend in ihrem hervorragenden Buch Was bleibt, dass Geschichten den Kontext liefern, der in abstrakten Vorschriften fehlt. Sie erlauben uns, die Bedeutung einer Aussage in den Kontext unserer eigenen Erfahrungen zu übersetzen. So können wir die Konsequenzen unseres Handelns besser abschätzen, weil wir sie uns im Rahmen der Geschichte besser vorstellen können.Geschichten haben eine einmalige Überzeugungs- und Motivationskraft, weil sie unsere Gefühle und unser Einfühlungsvermögen ansprechen.
Die Kindergärtnerinnen haben also alles das richtig gemacht, was in vielen PowerPoint-Präsentationen falsch gemacht wird. Anstatt mit lose zusammenhängenden, abstrakten Fakten haben sie die Eltern mit einer Geschichte überzeugt, die auf emotionale Weise ihr Einfühlungsvermögen angesprochen hat.
Zwei kleine Videos auf YouTube helfen Ihnen vielleicht, bei Ihrem nächsten Vortrag, selbst spannende Geschichten zu finden, mit denen Sie Ihre Zuhörer auf ähnliche Weise überzeugen können. Das erste stammt von dem amerikanischen Journalisten Scott Simon, der aus seiner Erfahrung als Radio-Reporter die wichtigsten Elemente einer guten Geschichte zusammenfasst:
Auch das zweite Video stammt von einem
Radio-Reporter, Ira
Glass, und bildet den Auftakt einer vierteiligen Serie, in der
er wichtige Tipps zum Geschichtenerzählen gibt. Eine ausführliche
Zusammenfassung der Videos gibt es im Presentation-Zen-Blog.
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Dan Pink über Motivation
Dan Pink legt allergrößten Wert darauf,
seine These anschaulich zu machen. Er bereitet sie sehr sorgfältig
vor, indem er ausführlich das Kerzenproblem beschreibt. Dabei
handelt es sich um ein altes wissenschaftliches Experiment zum
Nachweis seiner These. Fast die Hälfte seiner Vortragszeit
verwendet er auf diese Geschichte. Dabei achtet er sehr genau
darauf, Überraschungsmomente zu setzen und mit der
Erwartungshaltung des Publikums zu spielen.
Überraschungen steigern die Aufmerksamkeit und erhöhen die
Einprägsamkeit.

Erst als das Publikum die These völlig
verinnerlicht hat, schickt Pink weitere wissenschaftliche Studien
als Nachweis hinterher und erläutert anhand dreier konkreter
Beispiele, wie Autonomie und Eigenverantwortung die Leistung von
Mitarbeitern deutlich erhöhen können.
Eingerahmt wird das alles von seinem Geständnis einer erfolglosen
Ausbildung zum Anwalt, die Dan Pink an vielen Stellen geschickt
einbringt, um mit einem Augenzwinkern seine Glaubwürdigkeit zu
untermauern. Überhaupt beweist er immer wieder Sinn für Humor, was
er insbesondere durch auffällige Mimik und Gestik
unterstreicht.

Von Filmen lernen

Bei den meisten Präsentationen schauen Sie bereits nach fünf Minuten gelangweilt auf die Uhr und sehnen sich das Ende herbei. Da werden aus einer halben Stunde Vortrag leicht gefühlte drei Stunden.
Was machen Filmemacher anders als Präsentatoren?
1. Regie

Der Regisseur muss also dafür sorgen, dass die Wirkung des Films passt. Er wählt Szenenbilder, Requisiten, Masken, Musik und vieles mehr so aus, dass die Wirkung optimal erreicht wird.
Der typische PowerPoint-Vortragende wählt dagegen die Folien so aus, dass er möglichst wenig Arbeit damit hat. Er schreibt möglichst viel Text darauf, damit er sie gleich als Handout ausgeben kann und nichts vergisst (sprich: nicht üben muss) und er verwendet komplizierte Diagramme, die er in irgendwelchen Folien seiner Kollegen gefunden hat, die er aber nicht publikumsgerecht neu aufbereiten möchte. Er reiht Folien und Fakten aneinander, damit alles gesagt ist, und macht sich wenig Gedanken über sinnvolle Übergänge von einer Szene zur nächsten („auf der nächsten Folie sehen sie“).
2. Drehbuch

Und das gilt eben auch für Präsentationen, wer keine gute Story hat, der liefert höchstwahrscheinlich eine langweilige Präsentation ab. Natürlich sprechen Sie nicht über den Herrn der Ringe (könnten Sie das auf spannende Weise?), aber ist ihr Thema deswegen gleich trocken? Ich glaube das nicht. Immerhin arbeiten Sie fünf Tage die Woche (oder mehr) an diesem Thema, sind fasziniert davon und tüfteln mit Ihren Kollegen an Lösungen und neuen Ideen. Und gleichzeitig behaupten Sie, das Thema sei nicht spannend? Klingt für mich schwer vorstellbar.
Der springende Punkt ist, dass kein spannender Film auf die Idee käme, Informationen einfach irgendwie aneinanderzureihen. Ein Film braucht einen Spannungsbogen. Und Informationen werden eben so verteilt, dass sie den bestmöglichen Spannungsbogen erzeugen. Entscheidend dabei ist, dass in den Zuschauern das Verlangen nach Informationen (Auflösung) erzeugt wird und nichts bloß aufgezählt wird. Charaktere werden entwickelt, Indizien schrittweise offenbart, Geheimnisse gelüftet, Fallstricke erst spät erkannt usw.
Langweilige Präsentationen dagegen schicken Ihre Zuschauer schlafen, indem Sie alles vorwegnehmen, 20 Vorteile eines Produktes aufzählen, bevor überhaupt das Problem geschildert wurde, in einer sinnlos langen Einleitung zuerst einmal in aller Ausführlichkeit die Firmengeschichte erzählen und etliches mehr. Was davon wollen Ihre Zuhörer wirklich wissen? Und wie können Sie das Verlangen Ihres Publikums danach erhöhen?
3. Schauspieler

Gute Schauspieler sind vor allem eines: authentisch. Und da haben Sie es als Vortragender sogar leichter als ein Schauspieler: Sie sind ja schon Sie selbst. Verstecken Sie sich nicht, sondern zeigen Sie Ihre Begeisterung.
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Vorher-Nachher: Mitarbeitermotivation

So recht motivierend wirkt die Folie
jedoch nicht – und dafür gibt es vor allem einen Grund: sie
ist viel zu abstrakt. Was bedeuten denn 6,3% Nachlaufkosten? Die
eigentliche Motivation der Mitarbeiter geschieht höchstens
indirekt, und zwar durch eine Ermahnung: „Damit sind wir aber noch
nicht am Ziel“. Auch die Begründung mit dem Anspruch der
Qualitätsführerschaft wirkt wie ein Selbstzweck.
Wir haben uns letztlich entschieden, die Ansprache der Mitarbeiter
völlig umzukrempeln und gar nicht mit Geschäftszielen zu
argumentieren. Anstatt zu ermahnen, sollte die neue Gestaltung
motivieren und anspornen, und zwar mit den Leistungen, die bereits
erzielt wurden. Das klare Ziel der Folien sollte sein, die
Mitarbeiter zum Handeln und Mitdenken anzuregen. Beispielhaft zeige
ich das für die Veranstaltung der Azubis.
Nachdem zum Einstieg deutlich gemacht wird, welchen (negativen)
Einfluss Qualitätsmängel auf das Unternehmen haben, wird sofort
gelobt, dass in den vergangenen zwei Jahren die Qualität drastisch
verbessert und die Hälfte der Reklamationskosten eingespart werden
konnte. Das gelang nur deshalb, weil die engagierten Mitarbeiter
ihre Ideen und Beobachtungen nicht für sich behalten haben, sondern
in 20 Projekten echte Verbesserungen entwickelt haben.


Der Clou bei der Präsentation besteht
nun darin, echte Stories mit echten Gesichtern zu
erzählen. Auf den folgenden Folien werden nämlich beispielhaft
einige der Verbesserungsvorschläge erzählt und Fotos von den
Ideengebern gezeigt – in diesem Fall von Azubis:




Auf diese Weise können sich die
Mitarbeiter viel leichter mit der Qualitätsoffensive
identifizieren. Sie kennen die Personen, die die Ideen entwickelt
haben und können anschließend mit ihnen reden („Wie hast du das
gemacht?“). Gleichzeitig werden die Ideengeber gelobt und damit
gute Leistung belohnt. Es wird sichtbar, dass Engagement im
Unternehmen nicht einfach verpufft, sondern echte Wirkung und
Anerkennung erzielt.
Das Wichtigste jedoch ist, dass das abstrakte Projekt
Qualitätsoffensive in viel anschaulichere einzelne Geschichten
verpackt wird, die einen unmittelbaren Bezug zum Arbeitsalltag der
Mitarbeiter haben. Die beispielhaften Geschichten wirken dabei
gleichzeitig als Ideenanstoß und zeigen, wie einfach es sein kann,
selbst etwas zu tun. Die letzte Folie mit der Frage „Und Du?“ ist
schließlich die explizite Aufforderung, dies auch zu tun. Natürlich
darf auch das keine Ermahnung sein, sondern sollte Aufmunterung
sein: „Wenn Du eine Idee hast, dann erzähl’ Sie uns! Wir hören
zu!“.
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Vorher-Nachher:
Emotionen
Vorher-Nachher:
Klasse statt Masse
Alle
Vorher-Nachher-Vergleiche
Buchempfehlung: Advanced Presentations by Design (Andrew Abela)

Die Antwort auf eine Frage aber bleiben beide schuldig: Ist diese moderne Art der Präsentation eigentlich effektiv? Steigert es wirklich die Überzeugungskraft meiner Präsentationen? Genau in diese Lücke stößt der amerikanische Professor Andrew Abela mit seinem empfehlenswerten Buch Advanced Presentations by Design vor. Er hinterfragt viele der gängigen Präsentations-„Regeln“ kritisch und untermauert fast alle seiner Aussagen mit Belegen aus wissenschaftlichen Studien.
Wenn Abela von Design spricht, meint er übrigens nicht etwa das visuelle Layout der Folien, sondern den gesamten Entwurf einer Präsentation, von der Zielgruppenanalyse über die Strukturierung der Inhalte bis hin zur gestalterischen Umsetzung. Umgekehrt bedeutet das, dass es in seinem Buch ausschließlich um den Inhalt einer Präsentation und dessen Strukturierung und Darstellung geht, nicht aber um den Vortrag selbst.
Die größte Stärke des Buches ist gleichzeitig die größte Schwäche: es liefert ein (recht einfaches) Kochrezept zur Erstellung überzeugender Präsentationen. Warum ist das gut? Weil es ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem Sie mit ziemlicher Sicherheit Präsentationen erstellen, die zumindest recht ordentlich sind. Das Buch liefert dafür haufenweise Tipps zur Lösung alltäglicher Präsentationsfragen. Da bleibt fast nichts unbeantwortet.
Andererseits: Diese pragmatische Herangehensweise führt auch dazu, dass gelegentlich vereinfacht wird. Das Buch ist z.B. sehr auf Businesssituationen und den „rational denkenden Menschen“ zugeschnitten. Dass es Zuhörer geben mag, die nicht immer nur an materiellem, direkt messbarem Nutzen interessiert sind, sondern eine Präsentation auch einfach mal „nur“ spannend finden können, zieht Abela nicht so recht in Erwägung. Gleichwohl hat er natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass eine Präsentation umso besser wird, je mehr man sich über das Ziel der Präsentation im Klaren ist. Nur muss dieses Ziel nicht immer knallhart businessorientiert sein.
Abgesehen davon aber finden Sie Unmengen an sehr hilfreichen Tipps für fast jede Präsentationssituation. Besonders hilfreich scheinen mir die beiden Kapitel zum Storytelling. Sie bieten eine, zwar knappe und recht einfache, dafür aber gut nachvollziehbare Anleitung, wie aus einer faktenbasierten, langweiligen Bullet-Point-Präsentation ein Vortrag mit Spannungsbögen wird, dem man gerne zuhört. Im Zentrum steht hier die SCoRE-Methode; das steht für (Situation)-Complication-Resolution-Example (auf Deutsch: Situation-Komplikation-Auflösung-Beispiel).
Anstatt Ihre Präsentationsinhalte einfach (langweilig) aneinanderzureihen, sollen Sie mit Hilfe von SCoRE Ihre Inhalte so strukturieren, dass Sie einen Spannungsbogen erzeugen, indem Sie sie in die richtige Reihenfolge bringen. Zunächst schildern Sie die Ausgangssituation, danach formulieren Sie die drängendste Frage Ihres Publikums und lösen diese direkt im Anschluss auf und untermauern das durch ein Beispiel. Natürlich wird Ihr Publikum Gegenfragen haben. Diese formulieren Sie als nächsten Konflikt, zu dem Sie dann wiederum Lösung und Beispiel liefern usw. Das ist ein ganz ähnliches Vorgehen, wie ich es in meinem letzten Vortrag geschildert habe. Abela sagt über seine Methode:
Ich halte das Buch für sehr empfehlenswert und eine gelungene Ergänzung zu den Büchern Presentation Zen und slide:ology. Während diese beiden eher motivierenden Charakter haben und viele, viele Inspirationen für visuelle Präsentationen liefern, bekommen Sie in Advanced Presentations by Design die Begründungen mitsamt vieler praktischer Ergänzungen geliefert. Das Buch ist sicher nicht ganz so spritzig geschrieben wie die beiden anderen, aber wen das nicht schreckt, der wird bestimmt von dem Buch profitieren. Einen Vorgeschmack liefert übrigens die Webseite von Andrew Abela.Das funktioniert so gut, weil Sie Informationen erst dann nennen, wenn Sie in Ihrem Publikum das Verlangen danach erzeugt haben – genau das ist die Rolle der Komplikation: Sie stellen eine Frage, die das Verlangen nach einer Antwort erzeugt, die Sie dann auch liefern – die Auflösung.
Link zu dem Buch
Advanced Presentations by Design bei Amazon.de
Rezension von Andrew Dlugan vom Six-Minutes-Blog
Rezension von Nancy Duarte, Autorin von slide:ology
Extreme Presentation Method, die Homepage von Andrew Abela, mit den wesentlichen Tipps aus dem Buch
Extreme-Presentation-Blog, der Blog von Andrew Abela
Präsentieren wie auf dem Bauernhof

Ja gut, werden Sie jetzt sagen, ist ja auch logisch, war schließlich ein Bauernhof, wieso sollten die PowerPoint verwenden, wo die doch alles zeigen können.
Ja vielleicht. Aber ich frage trotzdem zurück: Ist ein Foto Ihres Unternehmenssitzes und die Umsatzentwicklung der letzten Jahre wirklich das beste, woran Sie denken können, um Ihr Unternehmen zu präsentieren? Ist Ihr Unternehmen wirklich so eintönig, dass Sie es einzig und allein in ein paar Stichpunkten auf PowerPoint-Folien beschreiben können? Gibt es da nichts zu erzählen? Keine Produkte, die Sie mitbringen können, gar nichts zum Anfassen oder Anschauen?
Ich bin mir da nicht so sicher.
PS: Das Handout meines letzten öffentlichen Vortrags „Von Helden und Abenteuern“ steht jetzt zum Download bereit.
Vorher-Nachher: Emotionen

Die Folie ist emotional, keine Frage,
und die Zahlen klingen dramatisch. Aber es gibt ein gravierendes
Problem: sie haben nämlich nichts mit Megastädten zu tun. Wie wir
später in der Präsentation erfahren, leben derzeit überhaupt „nur“
knapp 600 Mio. Menschen in Megastädten, also insgesamt deutlich
weniger als die auf der Folie genannten Zahlen von 1 Mrd. und 2,6
Mrd Menschen, die sich demnach auf die weltweite Gesamtbevölkerung
beziehen.
Gerade in einem wissenschaftlichen Umfeld ist Glaubwürdigkeit
extrem wichtig. Die Folie könnte daher sogar kontraproduktiv
wirken. Denn wenn der Verdacht aufkeimt, dass durch „Verbiegen“ von
Statistiken Emotionen provoziert werden, dann ist die
Glaubwürdigkeit schnell verspielt. Es ist also ein wenig Vorsicht
geboten: Emotionen ja, (Über-)Dramatisierung nein.

Dieses Bild ist damit ein guter Aufhänger für eine kleine Geschichte, die anhand des konkreten Beispiels „Bangkok“ in die Wasserproblematik der Megastädte einführt. Das Beispiel erfüllt gleich mehrere Zwecke. Neben einem emotionalen Zugang zu dem Thema können nämlich schon einmal die wesentlichen Probleme, die im Verlauf der Präsentation erläutert werden sollen, vorab konkret veranschaulicht werden. So haben die Zuhörer später eher ein Bild vor Augen, wenn sie die abstrakten Zahlen und Fakten hören.
Eine Bildsuche auf flickr liefert noch eine Reihe von Fotos, die für diese Einführung geeignet sind. Die folgenden drei Folien zeigen eine mögliche Umsetzung in PowerPoint, die erst Bangkok als Megastadt vorstellt und anschließend die Wasserprobleme der Stadt anhand der Abwassereinspeisung benennt.



Als Anregung für den Einsatz von
Geschichten zum Einstieg in Themen wie diese mögen auch die beiden
folgenden TED-Präsentationen dienen. In der ersten Präsentation
spricht Willie
Smits über die Probleme bei der Wiederaufforstung in Indonesien
und erzählt zu Beginn von einer einschneidenden Begegnung mit einem
Orang-Utan-Baby.
In der zweiten Präsentation berichtet
Majora Carter über ihre Mission, die Ghettos in der New Yorker
Bronx (einer anderen Megastadt) zu einem lebenswerteren Ort zu
machen und erzählt, wie ihr Hund ihr dafür die Augen geöffnet hat.
Die Folien können sicher in beiden Vorträgen noch verbessert
werden, aber beide Redner zeigen spürbare Leidenschaft für ihr
Thema und erzielen gerade durch den Einsatz vieler Bilder (ganz
ohne Text) einen sehr emotionalen Zugang zu ihrem Thema.
Links zu dem
Artikel
Wikipedia-Artikel über Bangkok
Die durstige
Megastadt – Berliner Zeitung über Wasserprobleme in
Mexiko-City
Mehr TED-Präsentationen zum Schwerpunkt The Power of
Cities
Mehr TED-Präsentationen zum Thema A
Greener Future?
Zahlen oder
Bilder? – Zahlen emotional visualisieren
Weitere Vorher-Nachher-Vergleiche
[Fotos: Woman with Child Collecting Water
von hdptcar@flickr.com unter CC-BY lizenziert,
Hot Raw Sewage von
Stuck
In Customs@flickr.com unter CC-BY-NC-SA lizenziert,
Assumption University Bangkok von 3dom@flickr.com unter CC-BY-NC lizenziert,
Baiyoke Bangkok von GAry.Photography@flickr.com unter CC-BY-NC-ND lizenziert]
Der rote Faden
Natürlich hat er recht mit seinem Verdacht... wenn diese Mittel nur als Trick eingesetzt werden, dann schaden sie sogar mehr als sie nützen. Fotos, die einfach nur nett aussehen sollen, Geschichten, die einfach nur übergestülpt sind, aber nicht wirklich Ihre Geschichten sind, nützen Ihnen gar nichts. Wer täglich viele, viele Vorträge hört, lässt sich nicht einfach blenden von Folien wie diesen:



Aber was soll man denn dann tun? Heißt
es nicht immer, man soll Folien visuell gestalten und den Vortrag
durch Geschichten einprägsamer machen. Na klar, aber authentisch
muss es sein und es muss erstens zu Ihnen und zweitens zu den
Zuhörern passen. Erzählen Sie also erstens nicht irgendeine Story,
sondern Ihre Story, und zwar mit der gleichen
Begeisterung, mit der Sie auch Ihren Freunden davon erzählen. Und
vergessen Sie zweitens nicht, wem Sie die Story erzählen.
Investoren wollen die Fakten hören; Fakten sind für sie
Teil der Story.
Wie passt das jetzt zusammen? Ihre Story sollte einen stimmigen
roten Faden spinnen, der Ihre Idee mit den Zahlen verbindet; denken
Sie weder in einzelnen Fakten (typisch PowerPoint) noch in
einzelnen Anekdötchen (typisch Werbung), sondern überlegen Sie, wie
sich all die Einzelheiten zu einem Gesamtbild fügen. Und daraus
machen Sie Ihre Story.
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Ob man diese Schlussfolgerung nun teilt oder nicht, die Rede ist sehr gut aufgebaut und ein schönes Beispiel für die Anwendung der SUCCESs-Regeln der Heath-Brüder aus ihrem Buch Was bleibt: simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories.

Beachten sollten Sie auch, wie sparsam Schwartz mit seinen Folien umgeht, die er wirklich nur dann einsetzt, wenn er den Eindruck hat, sie unterstützen seine gesprochenen Worte. Und dann steht wirklich nur das allernötigste auf den Folien. Hilfreich sind auch die Pausen, die er dem Publikum gönnt, um die drei Comics zu lesen, die er während seines Vortrags zeigt.
Am Ende gerät die Rede vielleicht etwas lang, aber dennoch sehenswert.
Links zu diesem
Artikel
Duarte Design beschreibt, wie die Folien zu
dieser Präsentation entstanden sind:
Lessons from TED: 5 Simple Tweaks
Evan Williams auf der TED09-Konferenz: Was tust du
gerade?
J.J. Abrams auf der TED07-Konferenz: Das
Geheimnis einer kleinen Box
Schwerpunkt Kreativität: Strukturiert Ideen entwickeln

Für den heutigen Beitrag habe ich Florian gebeten, die Rolle des Sicherheitsbeauftragten einer Firma zu übernehmen, der seine Kollegen in einem Vortrag für das Thema Datensicherheit sensibilisieren soll. Auf Basis einer imaginären „Vorher-Folie“, wie sie in einer typischen PowerPoint-Präsentation verwendet werden könnte, sollte Florian systematisch Ideen entwickeln, wie man dieses Thema spannender und einprägsamer präsentieren könnte. Das Ergebnis finden Sie in seinem Beitrag. Florian und ich sind gespannt, welche Ideen Sie noch entwickeln oder wie Sie Florians Ideen in einer Nachher-Folie umsetzen würden. Schreiben Sie Ihre Ideen doch einfach in die Kommentare.
Strukturiert Ideen entwickeln mit dem Einsatz von Kreativitätstechniken
von Florian RustlerStellen wir uns vor, wir müssen zum Thema Datensicherheit einen Vortrag halten, in dem wir die Zuhörer für die wichtigsten Stolpersteine sensibilisieren sollen und dies so, dass die Kernpunkte wirklich hängen bleiben. Gegeben sind folgende Fakten aus Michaels „Vorher-Folie“:

Meine Aufgabe als Vortragender ist es
nun, mir Ideen für mögliche Stories zu überlegen, wie man dieses
wichtige, aber oft trockene und unbeliebte Thema auf spannende Art
und Weise präsentieren und in den Köpfen der Zuhörer verankern
könnte.
Strukturiert an das Problem herangehen
Auf neue Ideen zu kommen, ist einerseits mit Spontanität, Zufall und viel Spinnerei verbunden, andererseits, ist die Ideenentwicklung ein hoch strukturierter Prozess, den jeder Mensch erlernen und einsetzen kann. Dazu braucht es auch nicht immer ein Team von Ideengebern (das wäre zwar ideal), man kann dies auch alleine tun.Wie häufig in solchen Fällen, bin ich auch für diese Aufgabe mit dem Verfahren Creative Problem Solving vorgegangen, mit dem man einen Problemlöseprozess strukturieren kann. Nachdem ich von Michael die „Vorher-Folie“ mit Daten erhalten habe, war mein erster Schritt, die Herausforderung genauer einzugrenzen:
Anhand von Michaels Daten habe ich versucht, erst einmal so viele Problemformulierungen wie möglich zu finden, um das Problem in Unteraspekte aufzuteilen bzw. es genauer einzugrenzen (Zwei Techniken, mit welchen man dies tun kann, lauten Aussagenstarter, eine Art Brainstorming nach Problemfragen, und Hervorheben, eine Technik zum Auswählen und Sortieren von Ideen). Folgende drei Problemformulierungen sind dabei übrig geblieben (d.h. ich habe viel wieder verworfen):
- Wie lauten alle Themenideen, um Datensicherheit und Industriespionage in eine spannende Geschichte zu verpacken?
- Wie lauten alle Möglichkeiten, Analogien zu mangelnder Datensicherheit herzustellen?
- Wie lauten alle Möglichkeiten, um auf den Punkt „80% aller Diebstähle erfolgen auf dem klassischen Weg durch Mitarbeiter“ hinzuweisen?
Die Ideenentwicklung – Brainstorming als Rahmen
Um auf mögliche Ideen zu kommen, habe ich für jedes Teilproblem eine individuelle Ideensession gestartet, die den gleichen Regeln folgt, wie die Gruppentechnik Brainstorming, eine Technik zum Anhäufen von Ideen auf eine bestimmte Frage. Für Problemformulierung 1. lauteten danach meine Ideen wie folgt:- Zeitschriftenüberschrift "Firma pleite", daraus eine Story bauen, die erzählt wie es dazu kam
- aktuelles Thema "Datenklau bei Berliner Landesbank", dabei über die Hintergründe aufklären
- Daten-GAU im Unternehmen, eine Story entwickeln, bei der eine interne Aufklärungseinheit begleitet wird
- Auftragsverlust durch Datendiebstahl, eine Story entwickeln, die zeigt, wie durch Unwissenheit, Unachtsamkeit und menschliche Fehler wichtige Daten verschwunden sind.
Kopfstandmethode
Hier versucht man, die Frage ins Gegenteil zu verkehren, um so wiederum im Umkehrschluss auf interessante Ideen zur Lösung des Ausgangsproblems zu bekommen. Folgende Ideen sind mir dabei noch eingefallen:- Eine Geschichte aus Sicht der Datendiebe erzählen. Diese überlegen sich, wie sie wohl an Daten kommen und welche Schwachstellen sie ausnutzen könnten.
- Eine fiktive Vorstandssitzung, in der überlegt wird, was das Unternehmen tun müsste, um sich möglichst schnell Daten stehlen zu lassen. Dabei stellen die Anwesenden erschreckenderweise fest, dass das Unternehmen auf gutem Weg ist, selbst Opfer dieses Schreckensszenarios zu werden.
- Wie müssten Richtlinien aussehen, um Datensicherheit nicht zu gewährleisten?
Zufallsbildmethode
Eine weitere Methode, die extrem hilfreich ist, ist die Technik forced connections. Hier versucht man, mit Hilfe eines zufälligen Bildes, Wortes oder Objektes, das mit der Frage nichts zu tun hat, einen Rückbezug zum Thema herzustellen und Lösungen zu generieren.Dabei sind mir bei diesen drei Bildern noch folgende Ideen gekommen:



- Datensicherheit in der Hotellobby, Stichwort Taschendiebe (Bild 1)
- Story über das Ausspähen von Computerdaten in der Zugfahrt durch Wireless-Verbindungen (Titelthema einer Ausgabe der Wirtschaftswoche) (Bild 2)
- Story über eine Person, die auf eine Party geht und mitbekommt, wie Dritte über vertrauliche Informationen dieser Person sprechen, die sie eigentlich geheim halten wollte. (Bild 3)
Ein paar Tipps, damit es richtig funktioniert:
Trennen Sie zwischen Ideenentwicklung und Ideenbewertung. Diese beiden Aspekte des kreativen Denkens gehören immer voneinander getrennt. In der Phase der Ideenentwicklung geht es vor allem darum:- die Beurteilung zurück zu stellen, schreiben Sie was Ihnen einfällt.
- auf Masse zu gehen, nicht auf Qualität.
- sich eine Mindestzeit zu setzen, z.B. 15 Minuten, oder eine Ideenquote von mindestens 25 Ideen.
- wilde Ideen zu suchen.
- auf bestehenden Ideen aufzubauen und diese weiterzuentwickeln.
Playmobil oder Lego?


Ist also Playmobil das bessere Spielzeug? Keineswegs, aber es ist eben auch nicht per se das schlechtere; es kommt – wie so oft – darauf an. Unterschiedliche Kinder haben unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten; und die kann man als Eltern fördern, indem man verstärkt auf das Spielzeug setzt, das dem eigenen Kind entgegenkommt. Und warum sollte man dabei im übrigen nur auf ein Pferd setzen? Ich selbst habe früher mit beidem gerne gespielt und heute tun das meine Kinder auch (und ich spiele immer noch gerne mit).
Links zu dem Thema:
Lego-Homepage
Playmobil-Homepage
Robert McKee - Story (das nächste Buch auf meiner Leseliste)
[Fotos: Lego Color Bricks von 713 Avenue@flickr.com und PLAY TIME with PLAYMOBIL!! von elisfanclub@flickr.com, beide Fotos unter CC-BY-SA lizenziert]
Geschichten, Emotionen, Einfühlungsvermögen – ein Lehrstück

Na klar, dass Geschichten berühren, dass konkrete Bespiele greifbarer sind als Allgemeinplätze, dass Zitate glaubwürdiger sind als Selbstbekundungen, all das war auch vorher schon bekannt. Aber so konsequent umgesetzt habe ich es selten gesehen. Wie weit entfernt ist das von den typischen Sprüchen („wir dürfen uns jetzt nicht verzetteln“, „wir liefern Ideen statt leerer Versprechen“), die uns in den meisten Wahlkämpfen so langweilen.

Wie fundiert und glaubwürdig Obamas Aussagen letztlich sind, vermag ich nicht zu beurteilen (und muss es ja auch gar nicht). Aus Präsentationssicht ist es jedoch ein glänzendes Beispiel für die Wirkung einer emotionalen Ansprache, für das Einfühlungsvermögen, das man mit Geschichten auslöst und für die Prägnanz konkreter Aussagen. Inspirierend!
Links zu dem
Thema
Offizielle Webseite von Obama
– selbst ein gutes Beispiel klarer Kommunikation
Kommentare auf
der YouTube-Seite des Videos
Was bleibt – Obamas Video ist eine perfekte Umsetzung der
sechs Prinzipien aus dem Buch
Augen auf


Links zu dem Thema
Das Geheimnis einer kleinen Box
Ich mache es nicht
Die ganze (wahre) Moleskine-Geschichte im brand-eins-Magazin
Sehenswerte Moleskine-Videos bei YouTube
Moleskine-Shop bei Amazon.de
Ein Tag im Leben von...
Lernen kann man hier nicht nur, wie man Kreisläufe visualisiert und Statistiken anschaulich animiert; interessant ist auch der Gebrauch der isometrischen Darstellung, die eine sehr einfache Arbeit mit 3D-Diagrammelementen ermöglicht, weil die Elemente beliebig angeordnet werden können und dabei immer die richtige Perspektive behalten, solange sie nicht gedreht werden. Bei perspektivischen Projektionen, die eher unserem natürlichen Sehen entsprechen, ist das so nicht möglich.
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Eine Situation, in der ich wirklich nicht stecken möchte. Dichter Freitagabendverkehr, hungrige und müde Kinder, es regnet und ist kalt. Weder möchte ich jetzt eine Stunde auf den ADAC warten, noch klingt es verlockend, den Kofferraum auszuräumen, um an das Ersatzrad zu kommen.
Eigentlich eine prima Geschichte, wenn man über die Vorzüge und Notwendigkeit moderner Alternativen zu Ersatzreifen, wie z.B. selbsttragende Reifen vorträgt. Wie man die Wirkung dieser Geschichte aber gegen die Wand fährt, zeigt diese Folie, die mal wieder das Verständnis der Zuhörer durch Hervoheben der Schlüsselbegriffe „unterstützen“ möchte. Eine erheblich größere Wirkung hätte der Vortragende erzielt, wenn er seine Geschichte einfach erzählt hätte, vielleicht unterstützt durch ein Bild wie das obige.
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Den besonderen Reiz des Videos machen natürlich die Animationen und Übergänge aus, aber auch aus der Bildersprache kann man einiges für die eigene Präsentation lernen.
Lesen Sie mehr...The Phones Start Talking
Ich würd’s nicht unterschreiben, sondern versuche stattdessen, Ihnen einen kurzen Einblick in mein Promotionsthema zu geben, das im Detail zumindest so kompliziert ist, dass es mich einige Jahre beschäftigt hat. Fragt man Wikipedia, was ein Ad-hoc-Netz ist, so lernt man, es sei ein Funknetz, das zwei oder mehr Endgeräte zu einem vermaschten Netz verbindet, um darüber Daten von Netzknoten zu Netzknoten weiter zu reichen. Aha. Nicht klar wozu das gut sein soll?
Ich versuch’s mal anders, nämlich mit einer kleinen Präsentation:
Warum ich Ihnen das erzähle? Weil das
mein Beitrag zum diesjährigen slideshare-Wettbewerb
ist und wenn er Ihnen gefällt, dann geben Sie mir Ihre
Stimme.
Links zu dem Thema:
- Offizieller Link zum slideshare-Wettbewerb
- Mein Beitrag The Phones Start Talking
- Handout zur Vorlesung Mobile Ad-hoc-Networks (das bis auf das Cover und ein paar Kleinigkeiten mit dem pdf auf youpublish übereinstimmt und für Überzeugend-Präsentieren-Leser somit kostenlos ist.)
- Wikipedia-Artikel zu Ad-hoc-Netzen
- Berliner Freifunk-Initiative, die eine frei verfügbare Software für Ad-hoc-Netze entwickelt und betreibt
- Zurück an der Uni
- Was bleibt: Einfaches
Was stimmt mit dieser Folie nicht?
Die Netzbetreiber rühren daher auch schon kräftig die Werbetrommel für die nächste Mobilfunkgeneration, die Next Generation Mobile Networks, so z.B. Vodafone auf der CeBit und beim eco-Verband. Die folgende Folie dient in beiden Vorträgen als Motivation und soll die große Bedeutung der mobilen Breitbandanwendungen für den Mobilfunkmarkt verdeutlichen. Die Folie enthält eine Grafik, die das Wachstum der mobilen Datenraten zeigt und einige Bullet-Points, die arguementieren, wie stark der Bedarf an mobilen Breitbandanwendungen, gerade in Deutschland, in letzter Zeit gestiegen ist. Aber irgendetwas stimmt nicht mit der Folie! Sehen Sie es?

Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath

Worum geht es? Der Erfolg einer Präsentation lässt sich im Grunde an einer einfachen Frage fest machen: "Was ist bei den Zuhörern hängen geblieben?" Dass die meisten Präsentationen an diesem Kriterium scheitern, können Sie selbst testen: Wenn Sie sich an die letzten zehn Präsentationen erinnern, die Sie gehört haben, wie viel haben Sie davon mit nach Hause genommen? Woran aber liegt es, dass manche Ideen so gut hängen bleiben, die allermeisten jedoch nicht?
Dieser Frage gehen Chip und Dan Heath in "Was bleibt" nach. Gefunden haben Sie 6 Prinzipien, die Sie in zahlreichen "hängen gebliebenen" Ideen entdeckt haben. Im Englischen ergeben diese Prinzipien ein schönes Akronym: SUCCESs (simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories). Die deutsche Übersetzung gibt das leider nicht her (einfach, unerwartet, konkret, glaubwürdig, emotional, Geschichten).
Sehr fundiert erläutern die Autoren, der eine ist Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, der andere Gründer des Lehrvideoverlags Thinkwell, diese Prinzipien. Selten habe ich ein Buch gelesen, das seinen Inhalt so anschaulich und dadurch greifbar macht. Das Buch ist gespickt mit Beispielen (Geschichten), die das Gesagte konkret machen. Es ist einfach geschrieben, eine ganze Reihe von Beispielen ruft Emotionen hervor, die das Gesagte noch anschaulicher machen. Und es ist voll mit unerwarteten Erkenntnissen. Erkennen Sie die 6 Prinzipien? Konsequent sind sie in dem Buch umgesetzt. Als einziger Wermutstropfen bleibt, dass ausgerechnet die "Ideenkliniken", eine Art Vorher-Nachher-Analysen, nicht immer so recht überzeugen.
Das Buch ist kein Präsentationsbuch im engeren Sinne, es ist auch kein Marketingbuch, wie es der deutsche Untertitel suggeriert. Es ist einfach ein guter Ratgeber für alle, die Ideen haben und damit nicht im stillen Kämmerlein bleiben wollen. Wenn diese Ideen hängen bleiben sollen, sollten Sie "Was bleibt" von Chip und Dan Heath lesen. [Trotz der passablen deutschen Übersetzung möchte ich auch auf das englische Original, Made to Stick*, hinweisen, das mir persönlich noch besser gefällt.]
*Amazon-Partner-Link



















