Vorher-Nachher: Sparsamkeit

Gedacht war die Färbung sicher zur
besseren Strukturierung der vier Teilaspekte, vermutlich nachdem
der Autor festgestellt hat, dass die Folie ohne die Farben ziemlich
unübersichtlich war, das hätte nämlich so ausgesehen:

Leider hat er damit nicht die Ursachen,
sondern lediglich die Symptome bekämpft. Anstatt durch (im Grunde
genommen) bedeutungslose Farben, die eher willkürlich und
quietschbunt daherkommen (und auch im übrigen Vortrag nicht weiter
verwendet wurden), hätte er mit ein paar grundlegenden Designregeln
viel mehr erreicht. Aber zunächst machen wir uns einmal auf die
Suche nach den Ursachen der Unübersichtlichkeit:
1. Großbuchstaben sind nicht gut lesbar
Vermutlich um die Wichtigkeit jeder einzelnen Empfehlung zu betonen, wurde der komplette Text in Großbuchstaben gesetzt. Problematisch ist dabei vieles: Erstens verliert jede Auszeichnung ihre Bedeutung, wenn alles ausgezeichnet ist. Wenn alles wichtig ist, wird letztlich alles unwichtig. Zweitens sind Texte in Großbuchstaben schwer lesbar, weil ihnen eine visuelle Struktur fehlt. Das erkennt man z.B. hier:
Da alle Großbuchstaben gleich hoch
sind, nimmt sie das Auge aus der Ferne als einen großen Block wahr.
Normale Text wechseln dagegen Groß- mit Kleinbuchstaben ab, die
wiederum Ober und Unterlängen haben. Dadurch erhalten Wörter eine
Struktur, die z.B. auch beim Überfliegen eines Textes hilft, die
Bedeutung der Worte zu erfassen, ohne genau zu lesen.
2. Es fehlt Kontrast
Kontrast hilft dabei, wichtige von weniger wichtigen Informationen zu trennen. Auf dieser Folie besteht der einzige Kontrast jedoch in der Verwendung von Aufzählungspunkten, durch die Überschriften von Inhalten getrennt werden. Wenn jedoch alles mehr oder minder gleich aussieht, hat das Auge keine Stützpunkte, an denen es sich orientieren kann, um die Struktur und Hierarchie der Inhalte zu erkennen. Es bleibt letztlich nichts anderes übrig, als die Folie von oben nach unten zu lesen. (So ziemlich das Schlimmste, was einem Vortragenden passieren kann, denn in der Zeit hört sein Publikum ihm nicht zu.)Mit zwei leichten Modifikationen hätte man hier also erheblich mehr erreicht als durch die Farbflächen, z.B. so:

Die Strukturierung der Inhalte erfolgt
hier letztlich durch das Designprinzip der Nähe, indem
zusammengehörige Dinge auch räumlich nah beieinander stehen. Die
Hierarchie der Inhalte wird durch das Designprinzip des Kontrastes
erreicht, indem die vier Überschriften deutlich hervorstechen. Wer
lieber dem Vortragenden zuhört als zeilenweise Text zu lesen,
behält hierdurch gleichtzeitig eine gute Orientierung. Letztlich
stellt das Prinzip der Wiederholung sicher, das gleiches auch
gleich aussieht. Sämtliche Überschriften sind in der gleichen
Schrift und der gleichen Farbe gehalten, so dass man auch keine
Bedeutung in unterschiedlichen Farben suchen muss, wo keine
ist.
Verwenden würde ich die Folie so übrigens trotzdem nicht,
allenfalls als Handout, denn während des Vortrags kann man sich all
das ohnehin nicht merken. Im Zweifel wird man durch das Lesen der
Texte eher davon abgehalten, den (wichtigeren) Worten des
Vortragenden zuzuhören.
Möglichkeiten, das besser zu machen, gibt es aber nahezu beliebig.
Ich glaube sogar, dass man hier eine Folie gar nicht unbedingt
gebraucht hätte. Viele der Informationen sind völlig naheliegend.
Spannender und einprägsamer könnte es daher sein, anstatt eines
Monologes den Dialog mit dem Publikum zu suchen, z.B. über typische
Vorurteile zu diskutieren oder weitere Möglichkeiten des Einsparens
zu besprechen, die vielleicht gar nicht auf der eigenen Liste
standen. Sicher, dafür sollte man dann schon ziemlich gut
vorbereitet sein. Aber ist das ein Argument?
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Empfehlung: Presentation Zen Design
Sein erstes Buch "Presentation Zen" bildet mittlerweile, im Duett mit Nancy Duartes slide:ology, das Standardwerk für PowerPoint-Präsentationen (im Bereich Rhetorik und Körpersprache sind sicher andere zu nennen, z.B. Nick Morgan). Reynolds bemühte sich damals vor allem darum, das Bewusstsein für seine Art der Präsentation zu wecken, die mit eingefahrenen Strukturen bricht, indem sie auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichtet und stattdessen mit glasklarer Kommunikation und schlichtem Design überzeugt. Viele Leser haben jedoch konkretere Anleitungen vermisst, mit denen Sie selbst solche Präsenationen erstellen können. Das holt Reynolds mit seinem zweiten Buch Presentation Zen Design jetzt nach – und wie!
Hatte ich damals Presenation Zen schon bedingungslos empfohlen, so gilt das nun umso mehr für dieses zweite Buch. Mit unzähligen Vorher-Nachher-Beispielen erklärt Reynolds grundlegendes Designerwissen zum sinnvollen Umgang mit Schriften, Farben, Bildern und Diagrammen. Dabei verliert er sich nicht in theoretischen Tiefen, sondern bleibt immer pragmatisch mit ganz konkreten Tipps für die Foliengestaltung. Im zweiten Teil des Buches wendet er die vier Bausteine des ersten Teils auf drei grundlegende Designprinzipien an und zeigt, wiederum mit vielen Vorher-Nachher-Beispielen, wie Folien dadurch klarer und ansprechender werden. Wie schon im ersten Buch rundet eine umfassende Reihe beispielhafter Präsentationen das Buch ab. Hier findet man noch einmal viele, viele Inspirationen für eigene Folien.
Ich kann mich nur wiederholen: Presentation Zen Design empfehle ich unbedingt. Es ist inhaltlich eine gelungene Darstellung der wichtigsten Designthemen, die Sie zur Erstellung beeindruckender Präsentationsfolien benötigen. Gleichzeitig ist es wunderbar anzuschauen und durch seine starke visuelle Prägung ein schönes Beispiel dafür, wie Reynolds selbst das lebt, was er auch predigt. Wichtig bleibt dabei aber immer: Reynolds gibt Empfehlungen und Begründungen, zwängt aber niemanden in ein festes Regelkorsett.
Wer ein vielleicht noch ein bisschen einfacheres Buch für allgemeine Designfragen sucht, dem empfehle ich nach wie vor Robin Williams' Design & Typografie. Wer jedoch ein fundiertes Designbuch mit zahlreichen ganz konkreten Inspirationen speziell für die eigenen Präsentationen sucht, der findet im Augenblick kein besseres Buch als Presentation Zen Design (noch leider nur auf Englisch, eine deutsche Übersetzung wird aber sicher bald folgen). Update: Bei Peachpit, dem Buchverlag, der das Buch vertreibt, gibt es ein Kapitel zum Probelesen.
Weitere Buchempfehlungen
Chip & Dan Heath: Was bleibt
Nancy Duarte: slide:ology
Dan Roam: Auf der Serviette erklärt
John Medina: Gehirn & Erfolg
Nick Morgan: Give Your Speech – Change the World
Give-Away: Weihnachtsfolien
Wenn Sie noch auf der Suche nach dieser etwas anderen Weihnachtsfolie sind, dann ist dieser Artikel vielleicht genau das richtige für Sie. Am Ende des Artikels können Sie 8 Weihnachtsfolien herunterladen, die Sie beliebig in Ihren Präsentationen verwenden können. Zuvor zeige ich Ihnen ein paar Tricks und Quellen zum Erstellen eigener, individueller Weihnachtsfolien.



Der erste Schritt zur Weihnachtsfolie ist ein schöner Bildhintergrund. Auf iStockphoto gibt es dazu eine eigene Rubrik unter Seasonal Searches. Achten Sie bei der Motivauswahl darauf, dass Sie genügend Platz für Ihren Text haben. In den erweiterten Sucheinstellungen gibt es hierfür eine eigene Suchoption ("Suche mit CopySpace").
Gute Startpunkte für die Bildersuche könnten diese Weihnachtsmänner oder diese Hintergrundbilder mit glitzernden Tannenbäumen sein. Wer es etwas ausgefallen mag, der könnte vielleicht bei diesen oder diesen gezeichneten Motiven fündig werden. Die Lizenzgebühren der Bilder liegen meist zwischen 1€ und 15€. Kostenlose Bilder findet man mit der Bildsuchmaschine everystockphoto, allerdings muss man hier mit einem erheblich größeren "Rauschen" durch weniger professionelle Bilder rechnen.
Empfehlenswerte Schriften finden Sie u.a. in der sehr guten Schriftensammlung von fontsquirrel, z.B. bei den Script-Schriften oder den kalligrafischen Schriften. Wer bereit ist, ein wenig zu investieren, findet in der MyFonts-Bibliothek einige exzellente Weichnachtsschriften, z.B. die mittelalterliche Walhalla, die Breitfederschrift Christmas, die winterliche Flavour oder die Ornamentschrift 2008 Xmas Fantasy. Achten Sie bei der Schriftwahl darauf, dass der Charakter der Buchstaben zu Ihrem Motiv passt, so wie etwa im roten Motiv oben die geschwungenen Buchstaben gut zu den geschwungenen Formen des Tannenbaums passen.
Farblich können Sie sich meist an den Farben des Motivs orientieren (einfarbige Motive wirken oft edler). Mit Weiß oder Gold liegen Sie auch selten falsch. Anregungen können Sie sich ferner in Farbdatenbanken wie kuler holen, wo sie fertige Farbschemata zu vielen weihnachtlichen Schlagwörtern finden.
Wenn Sie möchten, können Sie aber auch einfach eine der acht Weihnachtsfolien verwenden, die ich für Sie vorbereitet habe, indem Sie sie als Bild in Ihre Präsentation einfügen. Sie dürfen die Weihnachtsfolien beliebig verwenden und weitergeben, solange Sie diese Webseite als Quelle nennen (Details zur Lizenz).
Viel Spaß bei Ihrer Weihnachtspräsentation!

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Wie man passende Farben findet
Die Wirkung von Fotos erhöhen
Vorher-Nachher: Zitate
Vorher-Nachher: Zitate

Diese Darstellung verspielt aber viel
von der möglichen Wirkung des Zitats. Das Zitat muss sich visuell
hinten anstellen und buhlt um die Aufmerksamkeit mit den
Aufzählungspunkten, die im Grunde nichts wesentliches hinzufügen.
Im Gegenteil: Anstatt das Zitat als wirksame Zusammenfassung stehen
zu lassen, die den Folieninhalt prägnant auf den Punkt bringt, wird
die Wirkung verwässert, weil zu viele Informationen
gleichberechtigt nebeneinander stehen. Am Ende bleibt so
möglicherweise gar nichts hängen.
Ganz anders sieht es aus, wenn das Zitat selbständig wirken kann
und die restlichen (ohnehin redundanten) Informationen dem
mündlichen Vortrag überlassen werden. So kann man in aller Ruhe die
Bedeutung der These erläutern, während gleichzeitig eine
einprägsame Darstellung des Zitats das Abspeichern der Aussage
fördert, etwa so:

Um zu dieser Darstellung zu gelangen,
sind nur wenige Schritte nötig. Zunächst habe ich ein passendes
Foto des Zitat-Urhebers gesucht. In diesem Fall war das der
Jazz-Musiker
Thomas Siffling während eines Live-Konzerts. Natürlich sollten
Sie dabei um Erlaubnis fragen oder die Foto-Lizenz prüfen.


Zusammenfassend habe ich die Wirkung des Zitats also verbessert, indem ich es einem passenden emotionalen Foto zugeordnet habe und Farbwahl sowie Ausrichtung an die visuelle Sprache des Fotos angepasst habe. Diese Folie ist erheblich einprägsamer als die Ursprungsfolie, die vermutlich im Einheitsbrei der übrigen Folien einer herkömmlichen Präsentation untergegangen wäre. Die neue Folie komplementiert den mündlichen Text erheblich besser, da sie für sich steht und Platz für die Konzentration auf den Vortrag lässt. Versuchen Sie doch auch einmal etwas ähnliches bei dem nächsten Zitat, das Sie auf eine Folie schreiben.
Weitere Vorher-Nachher-Vergleiche
Vorher-Nachher: One Minute Madness
Vorher-Nachher: Mitarbeitermotivation
Vorher-Nachher: Emotionen
Sämtliche Vorher-Nachher-Vergleiche
Von Buchtiteln lernen
- Formalismus steht zu oft über Funktionalität, z.B. „jede Folie braucht eine Überschrift“
- die Vorlage ist voll mit Verzierungselementen, die keinerlei Funktion haben, und vom eigentlichen Inhalt ablenken
- zu viele überflüssige Informationen, z.B. Datum, Ort, Dateiname, Abteilung usw.
- und noch einiges mehr


1. Layout

Die Höhe des Bildbereichs ist variabel und legt die Aufteilung der vier Flächen fest. Dadurch kann das Motiv optimal auf den Buchtitel abgestimmt werden. Sehr plakativ gelingt das etwa bei dem Titel „Oben ist es still“, auf dem die Stille in der Luft förmlich sichtbar wird. Die übrigen festen Regeln geben den Büchern jedoch bei aller Freiheit eine übergreifende Zusammengehörigkeit.
Dominant ist in dem Design übrigens nicht das Logo des Verlags, sondern das Foto. An zweiter Stelle steht der Titel, erst danach das Logo. Erkennbar wird das Design also nicht dadurch, dass das Suhrkamp-Logo an prominenter Stelle prangt, sondern durch eine einheitliche Formensprache und der konsistenten Anordnung von Autor und Titel. Corporate Design ist eben mehr als nur ein Logo.
2. Farbe

Die farbliche Gestaltung nutzt Suhrkamp auch, um zusammenhängende Ausgaben zu gruppieren. So sind z.B. die Werke von Max Frisch (weitgehend) in blau gehalten, die von Thomas Bernhard in grün usw. In einer Präsentationsvorlage könnte man einen ähnlichen Effekt nutzen, um unterschiedliche Kapitel einer Präsentation visuell zu trennen oder unterschiedliche Farben unterschiedlichen Abteilungen zuzuordnen… Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

3. Motiv
Die Bildelemente auf den Suhrkamp-Taschenbüchern sind normalerweise Fotos, (fast) nie Zeichnungen oder Collagen. Die Art der Fotos ist jedoch sehr unterschiedlich und ganz auf den Buchtitel abgestimmt. So finden sich Archivaufnahmen auf biographischen Werken, abstrakte Assoziationen des Titels wie bei „Ehrensache“, Verbildlichungen des Titels wie bei „Muschelstrand“, Fotos aus Verfilmungen („Das Leben der anderen“) oder Fotos der Autoren (z.B. von Thomas Bernhard). Immer haben die Fotos dabei den Sinn einer emotionalen Ansprache.
4. Form
In einem starken Regelwerk kann man eine große Wirkung erzielen, wenn man die Regeln gelegentlich bewußt – aber äußerst sparsam – bricht. Suhrkamp tut dies zum Beispiel, indem gelegentlich einige Bildelemente über den Bildbereich hinausragen (z.B. auf „Der Schatten des Windes“). Dadurch erhalten die Titel eine räumlichere Wirkung. Hierbei hilft eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Designers: Formen zu erkennen und geschickt zu nutzen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Felskante des Titels „Menschenflug“. Diese ersetzt die Trennlinie zwischen Foto- und Titelbereich. Das Cover hebt sich dadurch von den anderen Büchern ab, ist aber dennoch als Teil der Suhrkamp-Reihe deutlich zu erkennen.Für Präsentationen gilt ähnliches: Wer bewusst, dabei aber immer begründet, die Regeln (seiner Vorlage) übertritt, kann auf diese Weise eine große Wirkung erzielen. Wer andererseits unter diesem Argument glaubt, sich an gar keine Regeln halten zu müssen, der riskiert, dass seine Präsentation als ein lose zusammengewürfelter Haufen von Folien daherkommt – anstatt als sorgfältig entwickelte und zusammengehörige Story zu wirken.

5. Andere Verlage
Inspirationen gibt es überall. Und auch wenn Suhrkamp ein Vorreiter in der Gestaltung ganzer Buchreihen war, gehen andere Verlage nicht weniger geschickt vor. Noch prägnanter – weil noch konsequenter – sind sicher die Taschenbücher des Diogenes-Verlags. Nehmen Sie sich doch beim nächsten Besuch einer Buchhandlung einmal ein bisschen Zeit mit und schauen sich um, wie die Verlage Ihre Buchreihen visuell zusammenstellen. Achten Sie dabei auch darauf, wie sich die verschiedenen Genres deutlich in Ihrer visuellen Sprache unterscheiden, etwa Science-Fiction, Fantasy, Liebesromane, historische Romane, Krimis etc.Inspirationen finden Sie natürlich auch in etlichen anderen Bereichen. Achten Sie doch einmal darauf, wie in Zeitschriften mit Formen, Farben, Schriften und Bildmotiven gearbeitet wird, um ein einheitliches und gleichzeitig flexibles Erscheinungsbild herzustellen. Oder gehen Sie einmal mit offenen Augen durch den Supermarkt und lassen den Auftritt großer Marken wie Maggi, Knorr, Kellogg’s etc. auf sich wirken. Nicht alles davon ist auf Ihre nächsten Präsentationen übertragbar, aber vielleicht mehr, als Sie bis jetzt dachten.
Links zu dem Artikel
The Book Design Review, Blog über das Design von Büchern, besonders interessant: Favorite Book Covers of 2008
Begutachtung von Corporate Designs im jüngst mit dem Grimme-Online-Award augezeichneten Design Tagebuch
Älterer Artikel über Corporate Design in meinem Blog
Wie man passende Farben findet


Schwarz-Gelb aus dem obigen Bild ist z.B. eine ungeheue kraftvolle Farbkombination mit einem starken Kontrast. Sie eignet sich hervorragend, um Ihren Ideen „Leuchtkraft“ zu geben, etwa so:



Natürlich eignen sich solch kraftvolle
Farben nicht für jeden Vortrag. Für einen eher melancholisch
angehauchten Naturvortrag wie den folgenden sind diese starken
Kontraste sicher ungeeignet. Aber selbstverständlich würden Sie für
dieses Thema auch keine Glühbirne als Bild auswählen, sondern
vielleicht den nebenstehenden Steg. Hieraus ergeben sich dezente
Farben in Pastelltönen, die viel besser zu dem Thema passen. Das
Bild liefert eine sinnvolle Farbwahl mit weichen Blautönen und
einem schön harmonierenden Braunton. Ergänzt mit einer passenden
Schrift (Fresco Semi Bold), ergibt sich ein harmonisches
Gesamtbild.



Wer viel Wert auf eine seriöse Wirkung
legt, der wird häufig bei einem sog. monochromatischen Farbschema
fündig, also einem Farbschema, das nur aus einem Farbton in
unterschiedlichen Abstufungen besteht, so wie in dem Sepia-Bild
rechts. Die Farben liefern einen sehr dezenten Charakter, der alles
Schrille vermeidet und der symbolisiert, dass der Vortragende ein
möglicherweise sensibles Thema mit dem gebührenden Respekt
behandelt. Die Farben stellen sich hier nicht in den Vordergrund,
sondern treten deutlich hinter dem Inhalt zurück.


Wie die Beispiele zeigen, können
sinnvolle Farbschemata ganz unterschiedlich ausgeprägt sein:
kontrastreich oder kontrastarm, schillernd oder dezent, bunt oder
weniger bunt, umfangreich oder minimalistisch. Was für das eine
Thema funktioniert, würde bei einem anderen Thema völlig falsche
Assoziationen erzeugen. Mit ein wenig Übung lassen sich aus den
richtigen Bildern aber sinnvolle Farbschemata für den eigenen
Vortrag erzeugen.
Die Werkzeuge dafür liefern einige Präsenationsprogramme bereits
mit, etwa Apple Keynote oder OpenOffice Impress. Für PowerPoint
gibt es einige (meist kostenlose) Plugins, die diese Funktionalität
nachliefern, z.B. ColorCop
oder Pixie (die ich aber
beide nicht getestet habe).



Die Wirkung von Fotos erhöhen

Das ist nicht schlecht, aber es geht
besser. Kopf- und Fußzeile sind – wie so oft
– eigentlich überflüssig und stehlen dem Bild wertvollen
Platz. Wirkungsvoller ist es, das Foto so groß wie möglich zu
platzieren. Da es sich um ein hochformatiges Bild handelt, kann die
Folie damit nicht komplett überdeckt werden, es bleibt also ein
Rand. Ein schwarzer Folienhintergrund hat dabei gegenüber einem
weißen Hintergrund den Vorteil, dass schwarz vom Beamer nicht
übertragen wird und somit nur das Foto auf die Wand projiziert
wird.


Eleganter ist es jedoch, auf dem
Folienhintergrund die Farbgebung des Bildes aufzunehmen, um so die
Stimmung des Motivs zu unterstützen. Dazu wählt man zunächst
charakteristische Farbtöne aus dem Motiv aus:

Die beiden dunklen Töne ergeben einen
schönen Farbverlauf, der gut zur Stimmung des Bildes passt. Mit
einem hellen Rahmen versehen, setzt sich das Bild vom Hintergrund
ab. Außerdem habe ich das Foto so verschoben, dass die Person genau
auf der Drittelmarke steht, was die Folie interessanter macht, weil
es im Gegensatz zur zentrierten Platzierung eine gewisse Spannung
erzeugt (mehr zur
Drittelregel).

Eine alternative Methode zur Erhöhung
der Bildwirkung besteht darin, das Foto über den Folienrand zu
vergrößern und auf den „relevanten“ Fotobereich zu zoomen, etwa
so:

Noch spannender wird es, wenn beide
Techniken kombiniert werden, indem etwa der gezoomte Hintergrund
unscharf gestellt wird und darüber das Foto noch einmal scharf
positioniert wird, ggfs. beschnitten auf den interessanten
Teil:

Einige Präsentationsprogramme (etwa
Apples Keynote) bringen
die Werkzeuge zum unscharf stellen und zur Farbauswahl bereits mit,
andernfalls erreicht man diese Effekte mit vielen
Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Adobes Photoshop).
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Kontraste
Dynamischer
Start
Erfahrung
oder Lebensweisheit
Klasse
statt Masse
Vorher-Nachher: Klasse statt Masse
Eine Unternehmensberaterin schickte mir vor Weihnachten eine Präsentation, mit der sie Kleinunternehmern genau diesen Nutzen einer sorgfältigen Planung mit Unternehmenskennzahlen deutlich machen wollte. Ihre wichtigste Aussage war dabei: Schon mit ganz wenigen aussagekräftigen Kennzahlen erreicht man drastische Vorteile, während umgekehrt ein Übermaß an Kennzahlen auch Verwirrung stiften kann. In anderen Worten: Klasse statt Masse.
Diese Aussage verpackte sie in folgende Folie

und bat mich um Rat, da ihr Gefühl ihr
sagte, dass ein Bild hier mehr helfen würde, als diese Textfolie,
ihr jedoch nicht so recht ein passendes Bild einfallen wollte. Also
überlegten wir gemeinsam, wie man die Folie überzeugender gestalten
kann.
Zunächst einmal eine kleine Bestandsaufnahme: Der Balken auf der
rechten Seite stiftet in dieser Darstellung mehr Verwirrung, als
dass er für Übersicht sorgen würde. Er enthält vier(!)
Überschriften zusätzlich zu der eigentlichen Folienüberschrift. Die
Vielzahl hervorgehobener Elemente auf der Folie (fett,
unterstrichen, farbig, farbig hinterlegt) sorgt dafür, dass das
Auge nicht so recht weiß, wo es in welcher Reihenfolge hinblicken
soll. Obwohl der eigentliche Inhalte im weißen Hauptteil der Folie
steht, zieht der gelbe Kasten zu viel Aufmerksamkeit auf sich (und
die beiden unwichtigsten Bestandteile oben und unten sind noch
einmal extra hervorgehoben). Außerdem wirkt die Hervorhebung der
Folienüberschrift durch Unterstreichen wenig professionell und die
Schriftart „Times New Roman“ ist bei Beamerprojektionen in der
Regel schwer lesbar. Zu guter letzt erzeugen die Einrückungen auf
der Folie ein optisches Gefälle, bei dem man eher an „Abwärts“ als
an „Erfolg“ denkt.
Wir entschieden uns am Ende dafür, diese Verwirrungen aufzulösen,
indem wir allein die Aussage „Klasse statt Masse“ stehen ließen
zusammen mit einem Bild, das ein Meer aus Blumen zeigt, aus dem
eine einzige hervorsticht:

Die gelben Blumen sind in ihrer Vielzahl kaum zu unterscheiden. Sicher: auch hier gibt es ganz außergewöhnlich schöne Exemplare. Aber diese zu finden, kostet unglaublich viel Zeit. Viel schneller kommt man ans Ziel, wenn man sich von vorne herein auf einige wenige herausstechende Exemplare konzentriert, hier eben die rote Rose. Gestalterisch haben wir dann die Farben aus dem Bild im Text aufgenommen und die Größenverhälnisse so angepasst, dass das Wort „Klasse“ in etwa die Ausdehnung der roten Rose hat.
Dynamischer Start
Sie sind der Meinung, mit Ihrer Strategie sei Ihr Unternehmen startklar für China; Sie stehen also gewissermaßen in den Startlöchern und warten nur auf den Startschuss. Titel und Bild sind damit eigentlich schon gut vorgegeben. Auf istockphoto finden Sie bei einer Suche nach „Asien“ und „Startblock“ auch sofort ein passendes Bild, das schon an sich dynamisch wirkt:

Die geschickte Anordnung der Elemente
auf der Folie verstärkt den dynamischen Eindruck noch. Wenn man
nämlich genauer hinschaut, so ergeben sich zwei klare Linien im
Design:

Diese Linien verbinden unbewusst die
Figur des in den Startlöchern stehenden Mannes mit der Überschrift
und zeichnen dessen Bewegung nach dem Startschuss nach. Diese
Bewegung verläuft im Übrigen von links unten nach rechts oben und
symbolisiert so auch Erfolg. Die asymmetrische, rechtsbündige
Anordnung der Texte bringt zusätzlich Spannung in das Design und
die Hervorhebung des Wortes „klar“ unterstreicht, wie sicher Sie
sich Ihrer Sache sind.
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Zahlen oder
Bilder?
Kontraste
Kontrast kann aber auch gezielt genutzt werden, um eine Präsentation zu gliedern. Sehr schön umgesetzt ist das in einer Präsentation von Garr Reynolds, die ich hier schon einmal besprochen habe. Als Folienhintergründe werden im Wesentlichen drei Farben verwendet: rot, weiß und schwarz. Rote Folien leiten einen neuen Teil ein, schwarze Folien beenden ihn und weiße Folien enthalten (weitgehend) den eigentlichen Inhalt.




Interessant ist auch der Wechsel
zwischen Farb- und Schwarzweiß-Bildern, mit der die Stimmung
während der Präsentation beeinflusst wird. Immer wenn es um den
Status-Quo geht und um Zweifel und Fragen über die Karriere, kommen
Schwarzweiß-Bilder zum Einsatz. Farbe kommt ins Spiel, wenn
Ratschläge gegeben werden, die ermutigen sollen, seinen eigenen Weg
zu gehen.

Wer genau hinsieht, findet noch etliche
weitere Beispiele für den Einsatz von Kontrast zur Gliederung und
Strukturierung der Präsentation. Wie man hier sehr schön sieht, ist
Kontrast mehr als nur Dekoration, durch die eine Folie visuell
attraktiv wird, denn durch sinnvollen Einsatz von Kontrast wird die
Information, und damit letztlich die Kommunikation als Ganzes,
klarer.
Übrigens: Wer mehr über solche und ähnliche Tipps lernen will, den
möchte ich auf meinen Vortrag Richtig gute
Folien am 22. Oktober in Bonn aufmerksam machen. Details gibt
es hier.
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Designer Folien designen
Noch eine Cola, bitte

Folien sind dazu da, eine Präsentation optimal zu unterstützen und die wesentlichen Aussagen zu unterstreichen. Diese Folie ist jedoch so voll, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll.
Es gibt drei wesentliche Elemente: eine Abbildung, die die Drei-Farben-Stratgie von Coca-Cola veranschaulicht, ein Diagramm, das die Veränderung des Ergebnisses zum Vorjahr zeigt, und eine Tabelle, die für jede der Farben Statistiken zeigt. Alle drei Elemente schreien durch ihre schrille Farbgebung nach Aufmerksamkeit. Was ist eigentlich das Wesentliche und was nur erklärende Zusatzinformation? Betrachten wir die drei Elemente im Einzelnen. Lesen Sie mehr...



















