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Ich freue mich von Ihnen zu hören per E-Mail oder auf Twitter. Oder schicken Sie mir Ihre Präsentation für einen Vorher-Nachher-Vergleich.
Über diesen Blog
Dieser Blog gibt frische Ideen für Präsentationen, die überzeugen und sich aus der Masse der PowerPoint-Vorträge abheben.

Ich bin Dr. Michael Gerharz, Präsentationscoach, und berate Sie in allen Fragen zu Ihrer Präsentation.

Impressum

Schwerpunkt Vorher-Nachher: Mit Bildern Emotionen wecken

Matthias Schwenk ist Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Social Media. Darüber schreibt er auch in seinem Blog bwlzweinull, wo er sich durchaus kritisch mit den neuen Techniken aus dem Internet auseinandersetzt. Zudem erscheinen immer mehr Texte von ihm im Grimme-Preis-prämierten Online-Magazin Carta, wo sie regelmäßig für Diskussionen in den Kommentaren sorgen.

Pasted Graphic 16
In seinen Vorträgen und Präsentationen ist Matthias Schwenk bemüht, die Möglichkeiten und Potenziale von Social Software so anschaulich wie möglich zu vermitteln. Er hat deshalb in neuerer Zeit den Stil seiner Folien auf eine sehr bildbetonte Darstellung umgestellt. Dabei hat er festgestellt, dass mit den richtigen Bildern und Bildmetaphern eine emotionalere Ansprache des Publikums möglich wird, die das Verständnis und die Aufnahme der wesentlichen Botschaften verbessern. In seinem heutigen Gastbeitrag schildert der Berater und Blogautor, welche Erfahrungen er beim Umstieg auf diese bildhafte Präsentationsweise gemacht hat.

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte: Präsentationen mit Fotomotiven gestalten

von Matthias Schwenk

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich traute, den Stil meiner Präsentationen grundlegend umzustellen. Obwohl ich SlideShare schon seit 2007 kenne und dort (bzw. in Blogs eingebettet) immer wieder sehr gut gemachte Präsentationen bewunderte; für mich selbst schien mir immer der Aufwand zu groß.

Das änderte sich erst 2009, als ich wieder mal am Thema "Wikis" saß und mir überlegte, wie ich deren Nutzen einem Publikum aus wenig internet- und computeraffinen Menschen vermitteln könnte. Da kam mir die Idee der bildlichen Analogie: Ein Wiki kann man im Grunde mit einem klassischen Aktenordner vergleichen. Wenn ich dafür gute Fotos finden könnte, ließe sich daraus eine Präsentation im neuen Stil machen.

Auf Flickr fand ich schnell eine Fülle sehr guter Bildmotive, die mit einer Creative Commons Lizenz zur freien Verwendung (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) versehen waren. Die Basis für meine erste, wirklich überzeugende Präsentation war gelegt.

Beispielfolie aus Matthias Schwenks Wiki-Präsentation
Lässt man sich darauf ein, wird das Erstellen einer Präsentation zum kreativen Prozess. Natürlich ist damit mehr Aufwand verbunden, als wenn man nur Text vor den immer gleichen Bildhintergrund einsetzt. Der Aufwand kann sogar ganz erheblich höher sein, je nachdem, was man für Anforderungen an Ästhetik und sprachliche Wirkung stellt. Ungleich höher ist aber auch die Wirkung beim Publikum: Die Teilnehmer sind ganz anders bei der Sache, wenn gute Bildmotive und kurze, prägnante Schlagzeilen einen Vortrag begleiten.

Ein paar Empfehlungen will ich an dieser Stelle geben:
  1. Bei der Auswahl der Bildmotive ist darauf zu achten, dass ein Foto nicht zu viel Kontrast (hell-dunkel) enthält und dass es eine möglichst ruhige Flächenpartie aufweist, vor die man dann den Text stellen kann.
  2. Idealerweise bilden Bildmotiv und Text eine Einheit, in der beide Partien etwas erzählen. Der Text stützt das Bildmotiv und umgekehrt.
  3. Zur Visualiserung einer Botschaft passen sehr gut auch Bildmetaphern. Wo ein erklärender Text unumgänglich und schwer zu visualisieren ist, eignen sich abstrakte Bildmotive, die nur mit einer Farbstimmung eine Botschaft dezent stützen.
  4. Der Unterhaltungswert (und damit die Akzeptanz des eigentlichen Themas) steigt, wenn eine Präsentation bewusst auch ein paar emotionale Bildmotive enthält (Kinder, Natur, …).
Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Wie mit vielen Dingen im Leben macht auch hier die Übung den Meister. Was bei der ersten oder zweiten Präsentation dieser Art noch sehr viel Arbeit macht, geht mit der Zeit dann routinierter. Man gewinnt regelrecht einen Blick etwa für gute Bildmotive oder bedient sich dann aus einem Fundus von Motiven, was die Arbeit wesentlich beschleunigt.

Zudem ist der Erfolg der beste Lohn der Mühe: So wurde meine Wiki-Präsentation auf SlideShare inzwischen über 2800 mal abgerufen. Was will man mehr?

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Empfehlung: Presentation Zen Design

Buchcover
Als Garr Reynolds vor gut vier Jahren seinen Blog Presentation Zen startete, trat er damit eine regelrechte Lawine los. In einer Zeit, in der man PowerPoint-Schlachten mit Textwüsten und gelangweilten Vortragenden einfach langsam satt hatte, schrieb er über einen grundsätzlich anderen Zugang zum Präsentieren, inspiriert durch seine Begegnung mit dem japanischen Zen: Weniger statt Mehr, Natürlichkeit statt Blendwerk. Auch dieser Blog wäre wahrscheinlich ohne die Inspiration durch Reynolds nicht entstanden.

Sein erstes Buch "Presentation Zen" bildet mittlerweile, im Duett mit Nancy Duartes slide:ology, das Standardwerk für PowerPoint-Präsentationen (im Bereich Rhetorik und Körpersprache sind sicher andere zu nennen, z.B. Nick Morgan). Reynolds bemühte sich damals vor allem darum, das Bewusstsein für seine Art der Präsentation zu wecken, die mit eingefahrenen Strukturen bricht, indem sie auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichtet und stattdessen mit glasklarer Kommunikation und schlichtem Design überzeugt. Viele Leser haben jedoch konkretere Anleitungen vermisst, mit denen Sie selbst solche Präsenationen erstellen können. Das holt Reynolds mit seinem zweiten Buch Presentation Zen Design jetzt nach – und wie!

Hatte ich damals Presenation Zen schon bedingungslos empfohlen, so gilt das nun umso mehr für dieses zweite Buch. Mit unzähligen Vorher-Nachher-Beispielen erklärt Reynolds grundlegendes Designerwissen zum sinnvollen Umgang mit Schriften, Farben, Bildern und Diagrammen. Dabei verliert er sich nicht in theoretischen Tiefen, sondern bleibt immer pragmatisch mit ganz konkreten Tipps für die Foliengestaltung. Im zweiten Teil des Buches wendet er die vier Bausteine des ersten Teils auf drei grundlegende Designprinzipien an und zeigt, wiederum mit vielen Vorher-Nachher-Beispielen, wie Folien dadurch klarer und ansprechender werden. Wie schon im ersten Buch rundet eine umfassende Reihe beispielhafter Präsentationen das Buch ab. Hier findet man noch einmal viele, viele Inspirationen für eigene Folien.

Ich kann mich nur wiederholen: Presentation Zen Design empfehle ich unbedingt. Es ist inhaltlich eine gelungene Darstellung der wichtigsten Designthemen, die Sie zur Erstellung beeindruckender Präsentationsfolien benötigen. Gleichzeitig ist es wunderbar anzuschauen und durch seine starke visuelle Prägung ein schönes Beispiel dafür, wie Reynolds selbst das lebt, was er auch predigt. Wichtig bleibt dabei aber immer: Reynolds gibt Empfehlungen und Begründungen, zwängt aber niemanden in ein festes Regelkorsett.

Wer ein vielleicht noch ein bisschen einfacheres Buch für allgemeine Designfragen sucht, dem empfehle ich nach wie vor Robin Williams' Design & Typografie. Wer jedoch ein fundiertes Designbuch mit zahlreichen ganz konkreten Inspirationen speziell für die eigenen Präsentationen sucht, der findet im Augenblick kein besseres Buch als Presentation Zen Design (noch leider nur auf Englisch, eine deutsche Übersetzung wird aber sicher bald folgen). Update: Bei Peachpit, dem Buchverlag, der das Buch vertreibt, gibt es ein Kapitel zum Probelesen.

Weitere Buchempfehlungen
Chip & Dan Heath: Was bleibt
Nancy Duarte: slide:ology
Dan Roam: Auf der Serviette erklärt
John Medina: Gehirn & Erfolg
Nick Morgan: Give Your Speech – Change the World
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Zeichnen lernen

Buchcover von Ann Davidow: Wir zeichnen Tiere
Meine Kinder malen für ihr Leben gern. Sie setzen sich dann an Ihren Kindertisch und malen mit Begeisterung Menschen, Tannenbäume, Häuser, Geschenke – oder zumindest das, was in Ihrer Fantasie so aussieht. Unweigerlich kommt es irgendwann zu meinem Einsatz: "Papa, malst du uns eine Katze?" Damit dabei in Zukunft auch wirklich eine Katze herauskommt, haben die Kinder mir dieses Jahr ein wirklich schönes Buch unter den Tannenbaum gelegt: Wir zeichnen Tiere.

Schon mehrfach habe ich darüber geschrieben, wie Zeichnungen einer Präsentation eine individuelle Note geben können. Zwar werden Sie in der Regel keine Tiere in Ihrer Präsentation verwenden, aber der Ansatz dieses Buches könnte Ihnen einigen Mut zu eigenen Versuchen geben. Die Zeichnerin, Ann Davidow, schreibt dazu:

Wenn ich euch zuschauen könnte, würde ich erst dann zufrieden sein, wenn ich entdeckt hätte, dass meine Vorlagen und Beispiele euch Mut zu eigenen Einfällen und Zeichnungen gemacht haben. Das Einzige, was hierbei zählt, sind Phantasie, Ausdruckskraft und der eigene Strich. […] Und wer bisher geglaubt hat, er könne nicht zeichnen, bekommt bestimmt Lust, einen Bleistift in die Hand zu nehmen und einen Versuch zu wagen.

Ein Buch Lesen – Zeichnen Lernen
Zwei weitere Bücher möchte ich Ihnen für Ihre ersten Schritte noch mit auf den Weg geben. Menschen grafisch visualisieren ist ein kleines, aber feines Buch, das Ihnen eine sehr einfache Methode zum Zeichnen von Menschen vermittelt. Wer ein etwas umfassenderes Werk sucht, der sollte unbedingt einmal einen Blick in Axel Rachows Buch Sichtbar werfen, in dem er viele Tipps und Ideen zur Visualisierung mit Zeichnungen auf Flip-Charts oder Tafeln aufzeigt.

Wenn Sie die ersten passablen Zeichnungen vollbracht haben, hilft Ihnen das hier bereits mehrfach erwähnte Buch Auf der Serviette erklärt, wie Sie Zeichnungen nutzen können, um komplexe Zusammenhänge einfach zu Papier (bzw. auf eine Serviette) zu bringen.
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Tipps für den Wunschzettel

In diesem Jahr kann ich ganz entspannt auf Weihnachten warten, denn alle Weihnachtsgeschenke sind bereits besorgt und verpackt. Aber vielleicht haben Sie ja noch den ein oder anderen Platz auf Ihrem Wunschzettel frei. Dann habe ich hier ein paar Tipps, wie Sie diese Lücken sinnvoll füllen können und dabei etwas für Ihre nächsten Präsentationen tun.

Die literarische Grundausstattung

Die Bücher
Diese drei Bücher geben Ihnen eine solide Grundausstattung, mit der Sie Ihre Ideen in die Köpfe Ihrer Zuhörer bringen: In der Pflichtlektüre Was bleibt lernen Sie 6 Prinzipien, die Ihnen zeigen, wie Sie Ideen einprägsamer auf den Punkt bringen. slide:ology erläutert speziell die Grundprinzipien einer modernen überzeugenden PowerPoint-Präsentation. Die Autorin, Nancy Duarte, ist Inhaberin einer der erfolgreichsten Designagenturen für Präsentationen. In Robin Williams' hervorragendem Buch Design & Typografie lernen Sie in einfacher Sprache die vier grundlegenden Prinzipien überzeugenden Designs. Anhand vieler Vorher-Nachher-Beispiele zeigt Williams, was gutes Design ausmacht und wie man selbst Schwächen in seinen eigenen Entwürfen beheben kann.

Wer diese Bücher schon kennt, und speziell etwas für seine Vortragstechnik lernen möchte, der ist nach wie vor bei Nick Morgans Give Your Speech, Change the World gut aufgehoben. Wer dagegen gezielt die Argumente in seiner Präsentation noch überzeugender gestalten möchte, der sollte einmal einen Blick in Robert Cialdinis Yes! Andere überzeugen werfen.

Zum Festhalten Ihrer Ideen

Moleskine-Notizbuch
Die besten Ideen kommen selten dann, wenn man gerade darauf wartet. Oft genug sitzt man eben nicht vor dem Rechner, wenn man einen Geistesblitz hat. Äußerst hilfreich ist in solchen Situationen ein Notizbuch, damit die Idee nicht mehr weglaufen kann. Am unkompliziertesten ist dabei immer noch das herkömmliche analoge Notizbuch mit Stift und Papier. In Zeiten leistungsfähiger Smartphones lerne ich aber immer mehr Menschen kennen, die ihre Notizen direkt digital aufzeichnen, z.B. mit dem Online-Dienst Evernote.

Für die Vortragsvorbereitung

Beschriebens Whiteboard
Wer eine Präsentation vorbereitet, der lässt am besten zuerst einmal die Finger weg von PowerPoint oder Keynote und beginnt stattdessen damit, Ideen zu sammeln und zu strukturieren. Nirgends geht das besser als an einer großen Tafel, die man direkt beschreiben kann oder auf der man Notizzettel mit Magnethaltern hin- und herschieben kann. Auf Ihren Wunschzettel gehören daher unbedingt eine Tafel, bunte Stifte und Notizzettel, vielleicht auch Post-Its, die Sie überall an Wänden befestigen können, wo Sie gerade keine Tafel haben.

Profi-Material für wirkungsvolle Folien

Logo von iStockphoto
Für die wirkungsvolle Umsetzung Ihrer Präsentation sollten Sie sich nicht auf die langweiligen Standard-Cliparts und die zu oft gesehenen Standardschriften von PowerPoint verlassen. Deshalb gehört auf Ihren Wunschzettel auch ein Startguthaben bei einer Bilddatenbank wie iStockphoto, wo Sie professionelle Fotos mit treffenden Motiven für Ihre nächste Präsentation finden.

Logo von MyFonts
Genau so prägend für die WIrkung einer Präsentation ist ein passende Schrift. Schauen Sie sich daher bei Schriftanbietern wie MyFonts nach einer individuellen Schrift für Ihre Präsentationen um und schreiben Sie diese Schrift auf Ihren Wunschzettel.

Profi-Utensilien für den Vortrag

Präsentations-Fernbedienung
Für den eigentlichen Vortrag vor Publikum wirken Sie überzeugender, wenn Sie auf Ihre Zuhörer zugehen und sich nicht den ganzen Vortrag über hinter Ihrem Laptop verstecken. Damit Sie auch in der Bewegung noch flüssig Ihre Präsentation bedienen können und nicht ständig zum Laptop zurücklaufen müssen, gehört eine Fernbedienung unbedingt auf Ihren Wunschzettel.

Und wenn Ihr Wunschzettel jetzt noch immer nicht voll ist, dann dürfen Sie natürlich auch eine Präsentationsberatung darauf schreiben ;-)
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Give-Away: Weihnachtsfolien

Frohe-Weihnachten-Folie
Der Dezember ist der Monat der Weihnachtsfeiern. Nicht selten werden zu solchen Gelegenheiten auch Präsentationen gehalten, mal lustige, mal besinnliche, gerne unterhaltsam. Natürlich ist man dabei immer auch auf der Suche nach etwas besonderem. Wer mag schon in den alltäglichen Corporate-Design-Folien und mit langweiliger Arial-Schrift von Herzen "Frohe Weihnachten" wünschen?

Wenn Sie noch auf der Suche nach dieser etwas anderen Weihnachtsfolie sind, dann ist dieser Artikel vielleicht genau das richtige für Sie. Am Ende des Artikels können Sie 8 Weihnachtsfolien herunterladen, die Sie beliebig in Ihren Präsentationen verwenden können. Zuvor zeige ich Ihnen ein paar Tricks und Quellen zum Erstellen eigener, individueller Weihnachtsfolien.
Frohe-Weihnachten-FolieFrohe-Weihnachten-FolieFrohe-Weihnachten-Folie
Der erste Schritt zur Weihnachtsfolie ist ein schöner Bildhintergrund. Auf iStockphoto gibt es dazu eine eigene Rubrik unter Seasonal Searches. Achten Sie bei der Motivauswahl darauf, dass Sie genügend Platz für Ihren Text haben. In den erweiterten Sucheinstellungen gibt es hierfür eine eigene Suchoption ("Suche mit CopySpace").

iStockphoto-Weihnachtsmann-Rubrik
Gute Startpunkte für die Bildersuche könnten diese Weihnachtsmänner oder diese Hintergrundbilder mit glitzernden Tannenbäumen sein. Wer es etwas ausgefallen mag, der könnte vielleicht bei diesen oder diesen gezeichneten Motiven fündig werden. Die Lizenzgebühren der Bilder liegen meist zwischen 1€ und 15€. Kostenlose Bilder findet man mit der Bildsuchmaschine everystockphoto, allerdings muss man hier mit einem erheblich größeren "Rauschen" durch weniger professionelle Bilder rechnen.

MyFonts-Logo
Empfehlenswerte Schriften finden Sie u.a. in der sehr guten Schriftensammlung von fontsquirrel, z.B. bei den Script-Schriften oder den kalligrafischen Schriften. Wer bereit ist, ein wenig zu investieren, findet in der MyFonts-Bibliothek einige exzellente Weichnachtsschriften, z.B. die mittelalterliche Walhalla, die Breitfederschrift Christmas, die winterliche Flavour oder die Ornamentschrift 2008 Xmas Fantasy. Achten Sie bei der Schriftwahl darauf, dass der Charakter der Buchstaben zu Ihrem Motiv passt, so wie etwa im roten Motiv oben die geschwungenen Buchstaben gut zu den geschwungenen Formen des Tannenbaums passen.

Kuler-Farbpaletten zu Weihnachten
Farblich können Sie sich meist an den Farben des Motivs orientieren (einfarbige Motive wirken oft edler). Mit Weiß oder Gold liegen Sie auch selten falsch. Anregungen können Sie sich ferner in Farbdatenbanken wie kuler holen, wo sie fertige Farbschemata zu vielen weihnachtlichen Schlagwörtern finden.

Wenn Sie möchten, können Sie aber auch einfach eine der acht Weihnachtsfolien verwenden, die ich für Sie vorbereitet habe, indem Sie sie als Bild in Ihre Präsentation einfügen. Sie dürfen die Weihnachtsfolien beliebig verwenden und weitergeben, solange Sie diese Webseite als Quelle nennen (Details zur Lizenz).

Viel Spaß bei Ihrer Weihnachtspräsentation!

Die acht Folien des Weihnachts-Give-Aways

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Große Zahlen begreifbar machen


Wir leben in einer Welt der großen Zahlen. Diese Woche las ich beispielsweise, dass der amerikanische Staatshaushalt ein Defizit von 1,8 Billionen Dollar aufweist – für mich eine völlig unvorstellbare Summe. Meist nehmen wir solche Zahlen kopfschüttelnd zur Kenntnis, ohne ihnen aber eine wirklich greifbare Bedeutung geben zu können.

Der amerikanische Fotograf Chris Jordan hat sich genau dieser Aufgabe gestellt. Er möchte es nicht hinnehmen, dass unser Gehirn einfach nicht dafür gemacht scheint, große Zahlen zu begreifen. Mit seinen Bildern bringt er die Konsequenzen von Massenkonsum auf den Punkt, indem er die damit verbundenen unglaublich großen Zahlen begreifbar macht. Und das tut er auf wirklich beeindruckende Weise, wie sein Vortrag auf der TED-Konferenz im vergangenen Jahr deutlich macht:


Jordans Arbeiten sind ein Beleg dafür, wie Bilder eine ganz neue Dimension des Begreifens öffnen, die durch reine Fakten nicht erfahrbar ist. Wir haben alle gelernt, dass 1 Million eine verdammt große Zahl ist. Und irgendwie ist uns auch klar, dass es eine riesige Verschwendung ist, wenn auf amerikanischen Flügen alle 6 Stunden 1 Millionen Plastikbecher weggeworfen werden. Und dennoch wird diese Zahl um so vieles anschaulicher, wenn sie von Jordan visualisiert wird.

Mit meiner Arbeit versuche ich, diese Zahlen aus der Sprache der reinen Daten in eine universellere visuelle Sprache zu übersetzen, die man fühlen kann.

Die visuelle Sprache, die Chris Jordan wählt, zeigt auf den ersten Blick irgendwelche Kunstbilder. Bei näherer Betrachtung ist man regelmäßig überrascht, wie sich dieses Motiv aus unvorstellbar vielen Alltagsgegenständen zusammensetzt:

Eine Millionen Plastikbecher werden alle sechs Stunden auf amerikanischen Flügen verbraucht und nicht wiederverwendet.
Dieses Bild besteht aus 200000 Schachteln Zigaretten. So viele Menschen sterben in den USA alle sechs Monate an den Folgen des Rauchens.
Dieses Bild besteht aus 32.000 Barbie-Puppen. So viele Frauen unterzogen sich 2006 einer freiwilligen Brustvergrößerung.

Jordans Methode wirkt auch deswegen so überzeugend und einprägsam, weil sie Alltägliches in einen unerwarteten Zusammenhang bringt. Überraschungen sind, wie in dem empfehlenswerten Buch Was bleibt nachzulesen ist, eine hervorragende Methode, um Informationen im Gedächtnis zu verankern.

Ich empfehle unbedingt, auch einen Blick auf Chris Jordans Webseite zu werfen. Dort finden Sie noch zahlreiche weitere Beispiele seiner beeindruckenden Arbeit. Seine Beispiele konzentrieren sich zwar weitgehend auf die USA, könnten bei uns aber sicher so ähnlich aussehen. Jedes seiner Bilder lässt einen innehalten und über die Auswirkungen unseres täglichen Handelns nachdenken. Chris Jordan sagt dazu:

Ich glaube daran, dass diese Dinge für uns eine viel größere Bedeutung haben werden, wenn wir sie nur besser begreifen.

Ich halte die Arbeiten von Chris Jordan für eine wunderbare Quelle der Inspiration. Sie zeigen eindrucksvoll, wie nützlich es ist, reines Faktenwissen anschaulich zu machen und die Bedeutung von abstrakten Zahlen verständlich zu machen. Im folgenden möchte ich Ihnen noch drei weitere Inspirationsquellen ans Herz legen, die Ihnen Wege zeigen, abstrakte Zahlen mithilfe von interessanten Visualisierungen greifbarer zu machen.

1. So isst der Mensch

Der Fotorgraf Peter Menzel hat zusammen mit seiner Kollegin Faith D’Aluisio die Welt bereist, um zu zeigen, wovon wir uns ernähren. Auf ihrer Reise haben die beiden 30 Familien in 24 Ländern besucht und dabei festgehalten, was bei diesen Familien eine Woche lang auf den Tisch kommt. Neben einer sorgfältigen Analyse dieser Daten machen die beiden ihr Projekt vor allem dadurch sehr anschaulich, dass sie jede Familie mit ihrer Wochenration fotografieren. Die Ergebnisse haben sie in ihrem eindrucksvollen und einprägsamen Buch Hungry Planet festgehalten. Eine Vorschau des Buches gibt es bei Google Books.

Während Chris Jordan in seinen Bildern vor allem mit Überraschungsmomenten arbeitet, funktionieren Menzels Bilder vor allem deswegen, weil sie abstrakte Statistiken sehr konkret machen, ein weiteres der sechs Prinzipien aus dem oben bereits erwähnten Buch Was bleibt.

Beispiele aus dem Hungry-Planet-Projekt
Beispiele aus dem Hungry-Planet-Projekt

2. Wenn die Welt ein Dorf wäre

Eines ganz ähnlichen Tricks bedient sich das Projekt Miniature Earth, das es mittlerweile in zahlreichen Ausprägungen gibt. Es veranschaulicht Statistiken über die Weltbevölkerung auf Basis der Annahme, die Welt sei ein Dorf mit genau 100 Einwohnern. Dadurch können Prozentwerte unmittelbar in Einwohnerzahlen angegeben werden. Das klingt auf den ersten Blick wie ein bisschen Mogelei, weil Prozentzahlen eben eher abstrakt als konkret sind. Dennoch funktioniert es hier sehr gut, weil wir eine Menge von 100 Personen recht gut überschauen können. So werden aus abstrakten Prozentzahlen, die sich auf die gesamte Weltbevölkerung beziehen, plötzlich konkrete Personen; mit 10% assozieren wir hier eben nicht 600 Millionen Menschen, sondern nur 10, die wir uns vielleicht sogar bildlich vor dem inneren Auge vorstellen.

Beispiele aus dem Grafikprojekt

3. Erkenntnisse eines Mobilfunkproviders

Abschließend möchte ich noch auf eine Werbung des amerikanischen Mobilfunkkonzerns Sprint hinweisen, der in seinen Werbespots mit Statistiken über die Nutzung seines Mobilfunknetzes wirbt. Was sich auf den ersten Blick völlig trocken anhört, ist tatsächlich eine spannende Aufzählung amüsanter Erkenntnisse:


Wenn Sie das nächste Mal Statistiken oder abstrakte Zahlen präsentieren müssen, dann überlegen Sie sich doch einmal, wie Sie diesen Zahlen etwas mehr Leben einhauchen können. Denken Sie darüber nach, wie Sie die Zahlen greifbarer und konkreter machen können, um Ihre Präsentation noch verständlicher und einprägsamer zu machen.

Links zu dem Artikel
Interview mit Chris Jordan zu seiner Arbeitsweise
Blog information aesthetics, der immer wieder Beispiele gelungener Visualisierungen vorstellt
Ein Tag im Leben von …
Schwerpunkt Kreativität
Die Kunst der Langsamkeit
Buchempfehlung: Was bleibt

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Von Buchtiteln lernen

Ich kenne kaum PowerPoint-Unternehmensvorlagen, die brauchbar wären; und das liegt vor allem daran, dass sich die meisten Vorlagen selbst zu wichtig nehmen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, mache ich immer wieder diese Beobachtungen:
  • Formalismus steht zu oft über Funktionalität, z.B. „jede Folie braucht eine Überschrift“
  • die Vorlage ist voll mit Verzierungselementen, die keinerlei Funktion haben, und vom eigentlichen Inhalt ablenken
  • zu viele überflüssige Informationen, z.B. Datum, Ort, Dateiname, Abteilung usw.
  • und noch einiges mehr
Auf der anderen Seite haben Unternehmensvorlagen unbestreitbare Vorteile: einen hohen Wiedererkennungswert, eine visuelle Sprache, die (im Idealfall) mit den Werten und den Eigenschaften eines Unternehmens übereinstimmt und nicht zuletzt eine deutliche Erleichterung beim Erstellen von Präsentationen, weil sich nicht jeder Vortragende wieder aufs Neue selbst Gedanken über grundlegende Designentscheidungen wie Schrift oder Farben machen muss. Nur haben die meisten Vorlagen eben erhebliche Mängel (einige gute Beispiele finden Sie aber z.B. in Nancy Duartes hervorragendem Buch slide:ology).

Beispiele von Suhrkamp-Taschenbüchern
Als ich am Wochenende ein neues Buch aus dem Suhrkamp-Verlag aufschlug, fiel mir eine Werbebroschüre für die Taschenbuchreihe des Verlags in die Hände. Das Design dieser Reihe eignet sich ganz hervorragend, um etwas über Corporate Design, auch für Präsentationen, zu lernen. Der Suhrkamp-Verlag ist ein Pionier in der Gestaltung seiner Buchreihen und hat schon vor Jahrzehnten prägnante Profile für seine Buchreihen eingeführt (sehr bekannt sind z.B. die Regenbogenfarben der edition suhrkamp). Vor fünf Jahren hat der Verlag das Design seiner Taschenbuchreihe vollständig renoviert. Einige Bücher in dem Design sind rechts abgebildet.

Prinzipieller Aufbau eines Suhrkamp-Taschenbuch-Covers
Das Corporate-Design ist flexibel und sofort erkennbar zugleich. Es erlaubt eine gesunde Mischung aus Regeln und Freiheit, die dafür sorgt, dass der Inhalt im Vordergrund steht, die Zugehörigkeit zum Ganzen aber stets gewahrt bleibt. Die Regeln lauten in etwa so: viergeteiltes Cover, schmaler Streifen rechts, Logo im unteren Teil des Streifens an der Grenze zum oberen Teil, Schrift oben, Bild unten. Innerhalb dieser Regeln ergibt sich eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, die ich im Folgenden nutzen möchte, um ein paar Anregungen und Tipps für die Gestaltung von Präsentationen zu geben.

1. Layout

Größenvariation der Bildmotive auf den Suhrkamp Taschenbüchern

Die Höhe des Bildbereichs ist variabel und legt die Aufteilung der vier Flächen fest. Dadurch kann das Motiv optimal auf den Buchtitel abgestimmt werden. Sehr plakativ gelingt das etwa bei dem Titel „Oben ist es still“, auf dem die Stille in der Luft förmlich sichtbar wird. Die übrigen festen Regeln geben den Büchern jedoch bei aller Freiheit eine übergreifende Zusammengehörigkeit.

Dominant ist in dem Design übrigens nicht das Logo des Verlags, sondern das Foto. An zweiter Stelle steht der Titel, erst danach das Logo. Erkennbar wird das Design also nicht dadurch, dass das Suhrkamp-Logo an prominenter Stelle prangt, sondern durch eine einheitliche Formensprache und der konsistenten Anordnung von Autor und Titel. Corporate Design ist eben mehr als nur ein Logo.

2. Farbe

Farbvariation auf Suhrkamp-Taschenbüchern
Die Farben der Suhrkamp-Taschenbücher sind weitgehend frei wählbar. Das erlaubt große Freiheiten in der emotionalen Ansprache, ein giftiges rot etwa für „Das böse Mädchen“, Blau- und Grautöne für Kälte usw. Wirkungsvoll ist hier gelegentlich, Farben aus den Fotomotiven im Umschlag aufzugreifen, eine Technik, die ich vor Kurzem an dieser Stelle erläutert habe.

Die farbliche Gestaltung nutzt Suhrkamp auch, um zusammenhängende Ausgaben zu gruppieren. So sind z.B. die Werke von Max Frisch (weitgehend) in blau gehalten, die von Thomas Bernhard in grün usw. In einer Präsentationsvorlage könnte man einen ähnlichen Effekt nutzen, um unterschiedliche Kapitel einer Präsentation visuell zu trennen oder unterschiedliche Farben unterschiedlichen Abteilungen zuzuordnen… Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Zusammengehörigkeit durch ähnliche Farbgebung

3. Motiv

Die Bildelemente auf den Suhrkamp-Taschenbüchern sind normalerweise Fotos, (fast) nie Zeichnungen oder Collagen. Die Art der Fotos ist jedoch sehr unterschiedlich und ganz auf den Buchtitel abgestimmt. So finden sich Archivaufnahmen auf biographischen Werken, abstrakte Assoziationen des Titels wie bei „Ehrensache“, Verbildlichungen des Titels wie bei „Muschelstrand“, Fotos aus Verfilmungen („Das Leben der anderen“) oder Fotos der Autoren (z.B. von Thomas Bernhard). Immer haben die Fotos dabei den Sinn einer emotionalen Ansprache.

Unterschiedliche Bildmotive der Suhrkamp-Taschenbücher

4. Form

In einem starken Regelwerk kann man eine große Wirkung erzielen, wenn man die Regeln gelegentlich bewußt – aber äußerst sparsam – bricht. Suhrkamp tut dies zum Beispiel, indem gelegentlich einige Bildelemente über den Bildbereich hinausragen (z.B. auf „Der Schatten des Windes“). Dadurch erhalten die Titel eine räumlichere Wirkung. Hierbei hilft eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Designers: Formen zu erkennen und geschickt zu nutzen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Felskante des Titels „Menschenflug“. Diese ersetzt die Trennlinie zwischen Foto- und Titelbereich. Das Cover hebt sich dadurch von den anderen Büchern ab, ist aber dennoch als Teil der Suhrkamp-Reihe deutlich zu erkennen.

Für Präsentationen gilt ähnliches: Wer bewusst, dabei aber immer begründet, die Regeln (seiner Vorlage) übertritt, kann auf diese Weise eine große Wirkung erzielen. Wer andererseits unter diesem Argument glaubt, sich an gar keine Regeln halten zu müssen, der riskiert, dass seine Präsentation als ein lose zusammengewürfelter Haufen von Folien daherkommt – anstatt als sorgfältig entwickelte und zusammengehörige Story zu wirken.

Ausnahmen in der Umschlaggestaltung, Ausnutzung der Bildformen

5. Andere Verlage

Inspirationen gibt es überall. Und auch wenn Suhrkamp ein Vorreiter in der Gestaltung ganzer Buchreihen war, gehen andere Verlage nicht weniger geschickt vor. Noch prägnanter – weil noch konsequenter – sind sicher die Taschenbücher des Diogenes-Verlags. Nehmen Sie sich doch beim nächsten Besuch einer Buchhandlung einmal ein bisschen Zeit mit und schauen sich um, wie die Verlage Ihre Buchreihen visuell zusammenstellen. Achten Sie dabei auch darauf, wie sich die verschiedenen Genres deutlich in Ihrer visuellen Sprache unterscheiden, etwa Science-Fiction, Fantasy, Liebesromane, historische Romane, Krimis etc.

Inspirationen finden Sie natürlich auch in etlichen anderen Bereichen. Achten Sie doch einmal darauf, wie in Zeitschriften mit Formen, Farben, Schriften und Bildmotiven gearbeitet wird, um ein einheitliches und gleichzeitig flexibles Erscheinungsbild herzustellen. Oder gehen Sie einmal mit offenen Augen durch den Supermarkt und lassen den Auftritt großer Marken wie Maggi, Knorr, Kellogg’s etc. auf sich wirken. Nicht alles davon ist auf Ihre nächsten Präsentationen übertragbar, aber vielleicht mehr, als Sie bis jetzt dachten.

Links zu dem Artikel
The Book Design Review, Blog über das Design von Büchern, besonders interessant: Favorite Book Covers of 2008
Begutachtung von Corporate Designs im jüngst mit dem Grimme-Online-Award augezeichneten Design Tagebuch
Älterer Artikel über Corporate Design in meinem Blog
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Wie man passende Farben findet

Beispiel für schlechte Farbwahl
Farben können einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung einer Präsentation haben. Gut gewählte Farben unterstützen optimal Ihre Aussage, weil sie die passende Stimmung erzeugen; sinnvolle Kontraste heben wichtige Punkte so hervor, dass sie unmittelbar erkennbar und einsichtig sind. Umgekehrt führt eine unglückliche Farbwahl wie im rechten Beispiel dazu, dass das Publikum am liebsten schreiend den Saal verlassen würde. Das liegt oft daran, dass Folien zu bunt, zu wenig Kontrast oder schlicht mit völlig unpassenden Farben gestaltet sind.

Aus einem Foto einer Glühbirne Farben extrahieren
Eine hervorragende Quelle für aufeinander abgestimmte Farben, die (natürlicherweise) gut zu Ihrem Thema passen, sind die Fotos, die Sie für Ihren Vortrag herausgesucht haben. Wenn Sie die Bilder sorgfältig ausgewählt haben, so dass sie genau das ausdrücken, was Sie mit Ihrem Vortrag herüberbringen möchten, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Farbgebung des Bildes dies auch bereits tut.

Schwarz-Gelb aus dem obigen Bild ist z.B. eine ungeheue kraftvolle Farbkombination mit einem starken Kontrast. Sie eignet sich hervorragend, um Ihren Ideen „Leuchtkraft“ zu geben, etwa so:

Titelfolie Beispielfolie

Aus dem Bild einer Bühnenlandschaft Farben extrahieren

Natürlich eignen sich solch kraftvolle Farben nicht für jeden Vortrag. Für einen eher melancholisch angehauchten Naturvortrag wie den folgenden sind diese starken Kontraste sicher ungeeignet. Aber selbstverständlich würden Sie für dieses Thema auch keine Glühbirne als Bild auswählen, sondern vielleicht den nebenstehenden Steg. Hieraus ergeben sich dezente Farben in Pastelltönen, die viel besser zu dem Thema passen. Das Bild liefert eine sinnvolle Farbwahl mit weichen Blautönen und einem schön harmonierenden Braunton. Ergänzt mit einer passenden Schrift (Fresco Semi Bold), ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild.

Beispielholie Beispielfolie zur Pastellfarbgebung mit Zitat

Farben aus einem Sepia-Bild extrahieren

Wer viel Wert auf eine seriöse Wirkung legt, der wird häufig bei einem sog. monochromatischen Farbschema fündig, also einem Farbschema, das nur aus einem Farbton in unterschiedlichen Abstufungen besteht, so wie in dem Sepia-Bild rechts. Die Farben liefern einen sehr dezenten Charakter, der alles Schrille vermeidet und der symbolisiert, dass der Vortragende ein möglicherweise sensibles Thema mit dem gebührenden Respekt behandelt. Die Farben stellen sich hier nicht in den Vordergrund, sondern treten deutlich hinter dem Inhalt zurück.

Beispielfolie Beispielfolie in Sepia-Tönen mit einer Statistik

Wie die Beispiele zeigen, können sinnvolle Farbschemata ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: kontrastreich oder kontrastarm, schillernd oder dezent, bunt oder weniger bunt, umfangreich oder minimalistisch. Was für das eine Thema funktioniert, würde bei einem anderen Thema völlig falsche Assoziationen erzeugen. Mit ein wenig Übung lassen sich aus den richtigen Bildern aber sinnvolle Farbschemata für den eigenen Vortrag erzeugen.

Die Werkzeuge dafür liefern einige Präsenationsprogramme bereits mit, etwa Apple Keynote oder OpenOffice Impress. Für PowerPoint gibt es einige (meist kostenlose) Plugins, die diese Funktionalität nachliefern, z.B. ColorCop oder Pixie (die ich aber beide nicht getestet habe).

Logo der Online-Farbcommunity
Screenshot des Farbkatalogs von kuler
Wer es noch nicht kennt, der sollte unbedingt auch einmal einen Blick auf den Online-Dienst kuler von Adobe werfen. Hier finden Sie eine schier unerschöpfliche Fundgrube von vorgefertigten Farbschemata zu allen möglichen Themen. Das Verzeichnis ist ausführlich verschlagwortet, so dass man bequem nach Schlagwörtern suchen kann, um eine Liste passender Farbschemata zu erhalten.

Farbgestaltung in kuler
Farbgestaltung in kuler anhand eigener Fotos
Richtig interessant wird kuler aber durch die Möglichkeit, Farbschemata zu verändern und eigene anzulegen. Dies ist möglich anhand vorgefertigter „formaler“ Kriterien (wie z.B. monochromatisch, komplementär etc.) oder auf Basis eigener hochgeladener Fotos. Eine Anleitung für erste Schritte finden Sie hier.
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Vorher-Nachher: Emotionen

Vor einiger Zeit bat mich ein Leser um Rat für seine nächste Präsentation, mit der er auf die gravierenden Wasserprobleme von Megastädten aufmerksam machen wollte. Der Vortrag sollte einen eher wissenschaftlich sachlichen Ton haben, gerade deswegen aber durch einen emotionalen Einstieg die Zuhörer für das Thema sensibilisieren. Dabei sollte folgende Folie helfen:

Vorher-Folie: Frau schöpft dreckiges Wasser

Die Folie ist emotional, keine Frage, und die Zahlen klingen dramatisch. Aber es gibt ein gravierendes Problem: sie haben nämlich nichts mit Megastädten zu tun. Wie wir später in der Präsentation erfahren, leben derzeit überhaupt „nur“ knapp 600 Mio. Menschen in Megastädten, also insgesamt deutlich weniger als die auf der Folie genannten Zahlen von 1 Mrd. und 2,6 Mrd Menschen, die sich demnach auf die weltweite Gesamtbevölkerung beziehen.

Gerade in einem wissenschaftlichen Umfeld ist Glaubwürdigkeit extrem wichtig. Die Folie könnte daher sogar kontraproduktiv wirken. Denn wenn der Verdacht aufkeimt, dass durch „Verbiegen“ von Statistiken Emotionen provoziert werden, dann ist die Glaubwürdigkeit schnell verspielt. Es ist also ein wenig Vorsicht geboten: Emotionen ja, (Über-)Dramatisierung nein.

Unappetitliches Abwasser
Einen interessanten Aufhänger bot jedoch ein Bild, das ursprünglich später in der Präsentation verwendet werden sollte und das eine verdreckte Abwasseranlage in Bangkok zeigt, aus der eine unappetitliche Brühe ins Wasser fließt. Solche Anlagen sind ein Grund für die Ausbreitung von Cholera und anderen Infektionskrankheiten, unter denen Bangkok zu leiden hat.

Dieses Bild ist damit ein guter Aufhänger für eine kleine Geschichte, die anhand des konkreten Beispiels „Bangkok“ in die Wasserproblematik der Megastädte einführt. Das Beispiel erfüllt gleich mehrere Zwecke. Neben einem emotionalen Zugang zu dem Thema können nämlich schon einmal die wesentlichen Probleme, die im Verlauf der Präsentation erläutert werden sollen, vorab konkret veranschaulicht werden. So haben die Zuhörer später eher ein Bild vor Augen, wenn sie die abstrakten Zahlen und Fakten hören.

Eine Bildsuche auf flickr liefert noch eine Reihe von Fotos, die für diese Einführung geeignet sind. Die folgenden drei Folien zeigen eine mögliche Umsetzung in PowerPoint, die erst Bangkok als Megastadt vorstellt und anschließend die Wasserprobleme der Stadt anhand der Abwassereinspeisung benennt.

Nachher-Folie 1: Bangkok – Stadt der Engel
Nachher-Folie 2: Megastadt mit 11 Mio. Einwohnern
Nachher-Folie 3: Megastadt ohne Abwasserreinigung

Als Anregung für den Einsatz von Geschichten zum Einstieg in Themen wie diese mögen auch die beiden folgenden TED-Präsentationen dienen. In der ersten Präsentation spricht Willie Smits über die Probleme bei der Wiederaufforstung in Indonesien und erzählt zu Beginn von einer einschneidenden Begegnung mit einem Orang-Utan-Baby.


In der zweiten Präsentation berichtet Majora Carter über ihre Mission, die Ghettos in der New Yorker Bronx (einer anderen Megastadt) zu einem lebenswerteren Ort zu machen und erzählt, wie ihr Hund ihr dafür die Augen geöffnet hat. Die Folien können sicher in beiden Vorträgen noch verbessert werden, aber beide Redner zeigen spürbare Leidenschaft für ihr Thema und erzielen gerade durch den Einsatz vieler Bilder (ganz ohne Text) einen sehr emotionalen Zugang zu ihrem Thema.


Links zu dem Artikel
Wikipedia-Artikel über Bangkok
Die durstige Megastadt – Berliner Zeitung über Wasserprobleme in Mexiko-City
Mehr TED-Präsentationen zum Schwerpunkt The Power of Cities
Mehr TED-Präsentationen zum Thema A Greener Future?
Zahlen oder Bilder? – Zahlen emotional visualisieren
Weitere Vorher-Nachher-Vergleiche

[Fotos: Woman with Child Collecting Water von hdptcar@flickr.com unter CC-BY lizenziert,
Hot Raw Sewage von Stuck In Customs@flickr.com unter CC-BY-NC-SA lizenziert,
Assumption University Bangkok von 3dom@flickr.com unter CC-BY-NC lizenziert,
Baiyoke Bangkok von GAry.Photography@flickr.com unter CC-BY-NC-ND lizenziert]

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Was tust du gerade?

„Was tust du gerade?“ Das interessiert mehr Menschen, als Sie vielleicht glauben; wie sonst wäre der Erfolg des Internetdienstes Twitter zu erklären. Bei Twitter haben Sie die Möglichkeit  der ganzen Welt mitzuteilen, was Sie gerade tun… und mittlerweile tun dies über 5 Millionen Nutzer weltweit.

Aber wie erklärt man dieses Phänomen? Wieso gilt all der Spott, den man in den Anfängen von Twitter hörte („Wen interessiert schon, ob ich gerade Kaffee trinke?“) plötzlich nicht mehr und die bekanntesten Twitter-Nutzer haben über 50.000 sog. Follower?

Evan Williams, einer der Gründer von Twitter ging dieser Frage in seiner Rede auf der diesjährigen TED-Konferenz nach. Und er tat das auf die einzig logische Weise, nämlich indem er den kurzen Statusmeldungen Leben einhauchte durch diese Folien, ein tolles Beispiel für den Einsatz von Fotos:

Pasted Graphic 7Pasted Graphic 8
Pasted Graphic 9Pasted Graphic 10

Offenbar ist der Erfolg von Twitter wesentlich auch darauf zurückzuführen, dass seine Nutzer eben nicht nur darüber sprechen, was Sie gerade tun, sondern insbesondere darüber, was Ihnen (im Augenblick) wichtig ist. Auf diese Weise habe ich selbst auch schon eine ganze Reihe interessanter Links auf Twitter gefunden. Letztlich ist darüber hinaus laut Williams entscheidend für Twitters Erfolg, dass es offen ist, was auch immer jemand mit 140 Zeichen nützliches anstellen möchte (z.B. ein Feuchtigkeitssensor für Pflanzen, der über Twitter Alarm schlägt, s.o.). Wenn Sie mir auf Twitter zuhören möchten, dann schauen Sie einfach in meinem Tweet vorbei.

Evan Williams TED-Präsentation können Sie sich hier anschauen:

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Die Wirkung von Fotos erhöhen

Zur Motivation am Beginn einer Präsentation werden oft Fotos verwendet, die das Thema veranschaulichen sollen, etwa so:

Motivationsfolie mit einem Foto, das einen Mann auf Schinen zeigt

Das ist nicht schlecht, aber es geht besser. Kopf- und Fußzeile sind – wie so oft – eigentlich überflüssig und stehlen dem Bild wertvollen Platz. Wirkungsvoller ist es, das Foto so groß wie möglich zu platzieren. Da es sich um ein hochformatiges Bild handelt, kann die Folie damit nicht komplett überdeckt werden, es bleibt also ein Rand. Ein schwarzer Folienhintergrund hat dabei gegenüber einem weißen Hintergrund den Vorteil, dass schwarz vom Beamer nicht übertragen wird und somit nur das Foto auf die Wand projiziert wird.

Foto mit weißem HintergrundFoto mit schwarzem Hintergrund

Eleganter ist es jedoch, auf dem Folienhintergrund die Farbgebung des Bildes aufzunehmen, um so die Stimmung des Motivs zu unterstützen. Dazu wählt man zunächst charakteristische Farbtöne aus dem Motiv aus:

Farbauswahl aus dem Motiv

Die beiden dunklen Töne ergeben einen schönen Farbverlauf, der gut zur Stimmung des Bildes passt. Mit einem hellen Rahmen versehen, setzt sich das Bild vom Hintergrund ab. Außerdem habe ich das Foto so verschoben, dass die Person genau auf der Drittelmarke steht, was die Folie interessanter macht, weil es im Gegensatz zur zentrierten Platzierung eine gewisse Spannung erzeugt (mehr zur Drittelregel).

Foto mit Farbverlauf

Eine alternative Methode zur Erhöhung der Bildwirkung besteht darin, das Foto über den Folienrand zu vergrößern und auf den „relevanten“ Fotobereich zu zoomen, etwa so:

Foto folienfüllend

Noch spannender wird es, wenn beide Techniken kombiniert werden, indem etwa der gezoomte Hintergrund unscharf gestellt wird und darüber das Foto noch einmal scharf positioniert wird, ggfs. beschnitten auf den interessanten Teil:

Beide Methoden kombiniert

Einige Präsentationsprogramme (etwa Apples Keynote) bringen die Werkzeuge zum unscharf stellen und zur Farbauswahl bereits mit, andernfalls erreicht man diese Effekte mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Adobes Photoshop).

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Klasse statt Masse

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Interview: Frank Kretschmann über Kreativität

Pasted Graphic 2
Frank Kretschmann ist ein Tausendsassa. Er ist Fotograf, Musiker, Extremsportler, Weltenbummler und mehr. Und mit all dem überschreitet er Grenzen, vor denen andere lange halt gemacht hätten.

In jahrelanger Arbeit fotografierte er mit drei Kollegen und einer alten Kamera die Städte Nürnberg und Fürth aus völlig ungewohnten bis unmöglichen Blickwinkeln, und nannte das Ergebnis Randzonen. Mit seiner Band Ludwag geht er Wege fernab vom Mainstream und erforscht Klangwelten irgendwo zwischen elektronischer und akustischer Musik. Und als Freeclimber reist er um die ganze Welt, um reine Natur zu erleben, wenn er alleine oder mit Kollegen in viel zu steilen Felswänden hängt.

Ich habe Frank Kretschmann gefragt, was für ihn Kreativität bedeutet und wie er neue Ideen findet.

1. Was ist für Sie "Kreativität"?
Freeclimber in Aktion:
Kreativität bedeutet für mich vor allem, in jeder Situation, auch in unerwarteten Situationen, intuitiv reagieren zu können. Kreativität hat demnach, ganz besonders in meinem Job, viel mit Improvisation zu tun. Ich muss jederzeit in der Lage sein, mich Problemen und Herausforderungen ohne großes vorheriges Planen stellen zu können. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass ich mich auf mein Wissen und meine Erfahrung verlassen kann und es in jeder Situation in meiner Arbeit einsetzen kann.

2. Wie finden Sie "neue" Ideen?
Ich bin viel und gern unterwegs, auch viel in der Natur. Dabei treffe ich ständig neue Menschen und neue Orte, von denen jeder einzelne mir neue Anregungen gibt. Ich versuche immer, meine Umgebung mit offenen Augen und Ohren aufzunehmen, mir dabei immer auch einen spielerischen Zugang zu meiner Umwelt zu bewahren.

Wichtig scheint mir auch, neue Ideen nicht krampfhaft zu suchen, nicht ständig darüber nachzudenken, sondern sie entstehen zu lassen, also in meinem Kopf und in meiner Umwelt das richtige Umfeld zu schaffen, in dem Ideen den Weg zu mir finden können.

3. Was tun Sie, wenn Ihnen einmal einfach nichts einfallen möchte?
Feldweg:
Für mich ist das durchaus manchmal befreiend. Ich kann mich darüber freuen und es genießen, einen leeren Kopf zu haben. In der heutigen Zeit ist das ja leider eher selten geworden. Anstatt zu verkrampfen und in Terminstress zu verfallen, benutze ich diese „leeren“ Zeiten gerne, um mich bewusst zu entspannen. So gewinne ich Abstand und Kraft und kann anschließend viel leichter und mit frischem Kopf neu an die Sache herangehen.

Wenn ich auf der Suche nach Ideen bin, für meine Fotografie, meine Musik oder für meinen Sport, ist es in jedem Fall einen gute Idee zu den Anfängen zurückzugehen, sich an seine Basics zu erinnern. Ich versuche also zurück zum Wesentlichen zu kommen und mich auf das Einfache zu konzentrieren und dieses mit höchster Sorgfalt und Präzision auszuführen.

[Fotos: Frank Kretschmann, funst.de]
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Vorher-Nachher: Klasse statt Masse

Wer den Erfolg seines Unternehmens nicht dem Zufall überlassen möchte, der muss vor allem auch Überblick über seine Finanzen haben. Ohne das Wissen über Unternehmenskennzahlen (z.B. zur Rentabilität) tappt man bei vielen Entscheidungen (z.B. in Preisverhandlungen) sehr leicht im Dunkeln und muss sich auf sein Bauchgefühl verlassen.

Eine Unternehmensberaterin schickte mir vor Weihnachten eine Präsentation, mit der sie Kleinunternehmern genau diesen Nutzen einer sorgfältigen Planung mit Unternehmenskennzahlen deutlich machen wollte. Ihre wichtigste Aussage war dabei: Schon mit ganz wenigen aussagekräftigen Kennzahlen erreicht man drastische Vorteile, während umgekehrt ein Übermaß an Kennzahlen auch Verwirrung stiften kann. In anderen Worten: Klasse statt Masse.

Diese Aussage verpackte sie in folgende Folie

Pasted Graphic 4

und bat mich um Rat, da ihr Gefühl ihr sagte, dass ein Bild hier mehr helfen würde, als diese Textfolie, ihr jedoch nicht so recht ein passendes Bild einfallen wollte. Also überlegten wir gemeinsam, wie man die Folie überzeugender gestalten kann.

Zunächst einmal eine kleine Bestandsaufnahme: Der Balken auf der rechten Seite stiftet in dieser Darstellung mehr Verwirrung, als dass er für Übersicht sorgen würde. Er enthält vier(!) Überschriften zusätzlich zu der eigentlichen Folienüberschrift. Die Vielzahl hervorgehobener Elemente auf der Folie (fett, unterstrichen, farbig, farbig hinterlegt) sorgt dafür, dass das Auge nicht so recht weiß, wo es in welcher Reihenfolge hinblicken soll. Obwohl der eigentliche Inhalte im weißen Hauptteil der Folie steht, zieht der gelbe Kasten zu viel Aufmerksamkeit auf sich (und die beiden unwichtigsten Bestandteile oben und unten sind noch einmal extra hervorgehoben). Außerdem wirkt die Hervorhebung der Folienüberschrift durch Unterstreichen wenig professionell und die Schriftart „Times New Roman“ ist bei Beamerprojektionen in der Regel schwer lesbar. Zu guter letzt erzeugen die Einrückungen auf der Folie ein optisches Gefälle, bei dem man eher an „Abwärts“ als an „Erfolg“ denkt.

Wir entschieden uns am Ende dafür, diese Verwirrungen aufzulösen, indem wir allein die Aussage „Klasse statt Masse“ stehen ließen zusammen mit einem Bild, das ein Meer aus Blumen zeigt, aus dem eine einzige hervorsticht:

Pasted Graphic 3

Die gelben Blumen sind in ihrer Vielzahl kaum zu unterscheiden. Sicher: auch hier gibt es ganz außergewöhnlich schöne Exemplare. Aber diese zu finden, kostet unglaublich viel Zeit. Viel schneller kommt man ans Ziel, wenn man sich von vorne herein auf einige wenige herausstechende Exemplare konzentriert, hier eben die rote Rose. Gestalterisch haben wir dann die Farben aus dem Bild im Text aufgenommen und die Größenverhälnisse so angepasst, dass das Wort „Klasse“ in etwa die Ausdehnung der roten Rose hat.

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Dynamischer Start

Ihr Unternehmen plant seit einiger Zeit den Markteintritt in China und Sie als Projektleiter haben eine vielversprechende Markteintrittsstrategie ausgewählt. Mit Ihrer Präsentation möchten Sie die Dynamik ausdrücken, die Sie sich von Ihrer Strategie verprechen. Wie Sie das schon mit der Titelfolie verkörpern können, möchte ich Ihnen an einem Beispiel erläutern.

Sie sind der Meinung, mit Ihrer Strategie sei Ihr Unternehmen startklar für China; Sie stehen also gewissermaßen in den Startlöchern und warten nur auf den Startschuss. Titel und Bild sind damit eigentlich schon gut vorgegeben. Auf istockphoto finden Sie bei einer Suche nach „Asien“ und „Startblock“ auch sofort ein passendes Bild, das schon an sich dynamisch wirkt:

Pasted Graphic

Die geschickte Anordnung der Elemente auf der Folie verstärkt den dynamischen Eindruck noch. Wenn man nämlich genauer hinschaut, so ergeben sich zwei klare Linien im Design:

Pasted Graphic 1

Diese Linien verbinden unbewusst die Figur des in den Startlöchern stehenden Mannes mit der Überschrift und zeichnen dessen Bewegung nach dem Startschuss nach. Diese Bewegung verläuft im Übrigen von links unten nach rechts oben und symbolisiert so auch Erfolg. Die asymmetrische, rechtsbündige Anordnung der Texte bringt zusätzlich Spannung in das Design und die Hervorhebung des Wortes „klar“ unterstreicht, wie sicher Sie sich Ihrer Sache sind.

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Weitere Meldungen

Nach der Tagesschau habe ich mir auch noch einmal die beiden anderen großen Nachrichtensendungen, ZDF heute und RTL aktuell, angesehen. Die visuelle Aufbereitung der Nachrichten ist ganz ähnlich wie bei der Tagesschau: viele Bilder, wenig (geschriebener) Text.

Genau auf die Texte möchte ich hier aber noch einmal die Aufmerksamkeit lenken. Bei beiden Sendungen erkennt man nämlich sehr schön, was damit gemeint sein könnte, nur die wirklich wichtigen Punkte auf die „Folie“ zu schreiben. In den Sendungen vom 20. November 2008 enthält der Aufmacherbeitrag von ZDF heute genau vier Stichpunkte, bei RTL aktuell sind es genau fünf (abgesehen von Orts- und Namensangaben). Alle weiteren Informationen werden mündlich gegeben – und eben nicht nach der langweiligen 1-7-7-Regel auf die Folien geschrieben.

Bei der RTL-Sendung kann man übrigens auch sehr gut sehen, wie man ein Corporate-Design umsetzen kann, ohne dass das Bild in ein viel zu enges Korsett aus Logo, Überschrift, Datum, Name des Vortragenden etc. gepresst wird. Durch konsistente Farb- und Schriftwahl und konsequente Verwendung des gleichen Designs für gleiche Elemente erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um einen Beitrag aus RTL aktuell handelt.

Pasted Graphic 1

Der Stil des ZDF ist ein bisschen effekthaschericher und vielleicht schon etwas zu verspielt, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache.

Pasted Graphic

Links zu dem Thema
ZDF-Mediathek mit Videoarchiv der heute-Sendung
Videoarchiv von RTL aktuell
... und jetzt zu den Nachrichten

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... und jetzt zu den Nachrichten.

Eine der häufigsten Ausreden: „Mein Thema ist so trocken, das sind im Wesentlichen Fakten, Bilder gibt es da kaum, außerdem wirken zu viele Bilder unseriös. Ich muss also textlastige Bullet-Points verwenden.“

Aber wie machen das eigentlich die Nachrichten? Deren Aufgabe ist es doch auch, Informationen (die Ereignisse des Tages) seriös und zugleich verständlich und kompakt zu präsentieren. Der Vergleich von Nachrichtensendungen mit Präsenationen liegt durchaus nahe, gibt es doch in beiden Fällen einen Sprecher, der vor einer Projektionsfläche vorträgt. Nehmen wir als Beispiel die 20-Uhr-Ausgabe von gestern abend.

Pasted Graphic 2
Die Tagesschau verwendet für jedes Thema eine Folie, die aus einem Bild und einer Überschrift besteht. Letztere ist eine äußerst knappe Zusammenfassung des besprochenen Themas und reicht gerade aus, um die Ausführungen der Sprecherin in den richtigen Kontext zu setzen. Das ist übrigens nicht weit weg von Seth Godins Forderung nach maximal sechs Wörtern pro Folie.

Pasted Graphic 3
Ergänzende Informationen werden durch Filmeinspielungen geliefert, die das Thema visuell aufgreifen, hier z.B. durch einen Kuhstall sowie Bilder vom Gipfel der EU-Agrarminister und Einspielungen von Interviews. Abgesehen von der Überschrift und Namens- und Ortsangaben findet sich während der gesamten Sendung fast kein Text auf den Folien.

Pasted Graphic 4
Lediglich eine einzige Bullet-Point-Folie schleicht sich ein, die jedoch wirklich nur ganz ausgewählte Fakten enthält. Wie immer in den Nachrichten werden die Aufzählungspunkte passend zum gesprochenen Text nacheinander eingeblendet, so dass die Aufmerksamkeit auf jeweils einen Punkt gelenkt wird. Das ist ein sinnvoller Einsatz von Bullet-Points: sparsam dosiert und als Zusammenfassung weniger wichtiger Eckpunkte.

Offenbar taugt die Tagesschau nicht so recht als Ausrede, um informationslastige Vorträge als reines Ablesen von Aufzählungspunkten zu gestalten. Im Gegenteil sollte man sich vielleicht noch einmal genauer ansehen wie hier, aber auch in anderen TV-Sendungen, Informationen verpackt und präsentiert werden. Dümmer wird man dadurch ja auch nicht.

Links zu dem Thema
Videoarchiv der Tagesschau
Filmpräsentation
Spannende Geschichte
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Erfahrung oder Lebensweisheit?

Mit Bildern können Sie die Wirkung Ihrer Präsentation unterstützten, weil Sie Ihren Zuhörern eine Erinnerungshilfe geben, die sie mit Ihren Aussagen verbinden können. Das funktioniert aber nur mit den richtigen Bilder, die zu Ihren Ausführungen passen; Bilder um der Bilder willen sind dagegen wenig hilfreich. Ein kleines Beispiel.

Ältere Frau, die den Begriff
Neulich bin ich über eine Präsentation eines Beratungsunternehmens gestolpert, in der die große Erfahrung des Unternehmens veranschaulicht werden sollte. Man entschloss sich, eine ältere Frau zu zeigen, um gewissermaßen die „Weisheit des Alters“ als Symbol für Erfahrung sprechen zu lassen. Eine eher unglückliche Wahl, denn so recht mag dieses Bild die Kompetenz eines seriösen Unternehmens nicht verkörpern. Eher denkt man hier vielleicht an eine Hilfsorganisation, die über ihre Arbeit berichtet.

Älterer Herr, der einen erfahrenen Unternehmer repräsentiert
Schlagkräftiger für das Beratungsunternehmen wäre eher ein gestandener Unternehmer, dessen Erfahrenheit man aus seinem festen Blick und seinem sicheren Auftreten erahnen kann, und das so Vertrauen in die Kompetenz weckt. Außerdem würde ich das Bild nicht als kleines umrahmtes Element auf die Folie setzen, sondern großflächig auf die gesamte Folie ziehen.

Dieses Bild würde natürlich wiederum nicht weiterhelfen, wenn Sie eine Kindertagesstätte sind und Werbung für Ihre erfahrenen Erzieherinnen machen wollen; oder wenn Sie ein Handwerksbetrieb sind und Werbung mit Ihrem erfahrenen Schreinermeister machen.

Links zu dem Thema
Zahlen oder Bilder
stock.xchng – kostenlose Bilddatenbank, viele (aber nicht nur) gute Bilder
iStockphoto – preisgünstige Bilder, sehr gute Qualität, sehr gut sortiert und verschlagwortet
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Unwiderstehliche Verbraucherlösungen mit Geräten und Diensten

Raten Sie einmal, welches große internationale Unternehmen sein Geld durch „unwiderstehliche Verbraucherlösungen mit Geräten und Diensten“ verdient? Sie kommen nicht drauf? Dann sollten Sie sich einmal die Vision & Strategy-Präsentation von Nokia ansehen. Da lernen Sie nämlich das und noch einiges mehr über die Finnen.

Folie aus Nokias Vision & Strategy-Präsentation
Überzeugende Ideen sollen einfach und konkret sein. Nichts von beidem kann ich in dieser Präsentation wirklich erkennen. Die Statements sind dermaßen allgemein formuliert, dass man den Namen Nokia durch viele andere Namen ersetzen könnte: Nokia sei ein „verbrauchergeführtes Unternehmen“. Aha! und verbinde „Menschen auf neue und bessere Weise“. Soso. Untermalt wird das ganze mit einer netten Hintergrundmusik und ein paar schicken Bildern.

Die helfen aber auch nicht wirklich. Zwar sehen sie nett aus, haben aber einen extrem vagen Zusammenhang zur Aussage. Zusammen mit der Musik wecken sie sicher ein paar Emotionen, bleiben aber letztlich wirkungslos, weil sie beliebig (bis abgedroschen) wirken und damit als Bilder um der Bilder willen daher kommen.

Was also macht Nokia? Irgendwie die besten mobilen Geräte für überall auf der Welt. Oder so ähnlich. Vielleicht wäre Nokia besser beraten gewesen, sich von dem Folienformat zu lösen und statt Stichpunkten aufzuzählen eine echte Geschichte zu erzählen. Das Versprechen „Menschen dabei zu helfen, sich dem nah zu fühlen, was für sie wichtig ist“ hätte das eigentlich verdient, finde ich.

Links zu dem Thema:
Nokias Vision & Strategy
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Kontraste

Kontrast ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge, um eine Seite (oder eine Folie) visuell attraktiv zu machen (und daher u.a. eines der vier Design-Prinzipien von Robin Williams). Durch geschickten Einsatz von Kontrast erreicht man aber auch Übersichtlichkeit. Starke Kontraste können helfen, die Informationen auf einer Folie zu strukturieren, so dass das Auge vom wichtigsten (z.B. dem größten) zum unwichtigsten (z.B. dem kleinsten) Element geführt wird.

Kontrast kann aber auch gezielt genutzt werden, um eine Präsentation zu gliedern. Sehr schön umgesetzt ist das in einer Präsentation von Garr Reynolds, die ich hier schon einmal besprochen habe. Als Folienhintergründe werden im Wesentlichen drei Farben verwendet: rot, weiß und schwarz. Rote Folien leiten einen neuen Teil ein, schwarze Folien beenden ihn und weiße Folien enthalten (weitgehend) den eigentlichen Inhalt.

Pasted GraphicPasted Graphic 2Pasted Graphic 5Pasted Graphic 3

Interessant ist auch der Wechsel zwischen Farb- und Schwarzweiß-Bildern, mit der die Stimmung während der Präsentation beeinflusst wird. Immer wenn es um den Status-Quo geht und um Zweifel und Fragen über die Karriere, kommen Schwarzweiß-Bilder zum Einsatz. Farbe kommt ins Spiel, wenn Ratschläge gegeben werden, die ermutigen sollen, seinen eigenen Weg zu gehen.

Pasted Graphic 6 Pasted Graphic 7

Wer genau hinsieht, findet noch etliche weitere Beispiele für den Einsatz von Kontrast zur Gliederung und Strukturierung der Präsentation. Wie man hier sehr schön sieht, ist Kontrast mehr als nur Dekoration, durch die eine Folie visuell attraktiv wird, denn durch sinnvollen Einsatz von Kontrast wird die Information, und damit letztlich die Kommunikation als Ganzes, klarer.

Übrigens: Wer mehr über solche und ähnliche Tipps lernen will, den möchte ich auf meinen Vortrag Richtig gute Folien am 22. Oktober in Bonn aufmerksam machen. Details gibt es hier.

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Auf der Autobahn

Autos in dunklen Regendunst auf einer dicht befahrenen Autobahn
Es ist Freitag, der 3. November, kurz vor acht. Seit Stunden sitzen Sie schon im Auto auf dem Weg nach Bayern zum 60. Geburtstag von Opa. Ein Wunder, dass die Kinder das überhaupt so lange mitmachen. Dennoch kommt gerade wieder das obligatorische: „Papa ich muss mal.“ Die erste richtig kalte Winternacht deutet sich an, Frostnähe. Ausgerechnet jetzt setzt auch noch Regen ein – als plötzlich das Lenkrad wegbricht: Reifen geplatzt!

Eine Situation, in der ich wirklich nicht stecken möchte. Dichter Freitagabendverkehr, hungrige und müde Kinder, es regnet und ist kalt. Weder möchte ich jetzt eine Stunde auf den ADAC warten, noch klingt es verlockend, den Kofferraum auszuräumen, um an das Ersatzrad zu kommen.

Eigentlich eine prima Geschichte, wenn man über die Vorzüge und Notwendigkeit moderner Alternativen zu Ersatzreifen, wie z.B. selbsttragende Reifen vorträgt. Wie man die Wirkung dieser Geschichte aber gegen die Wand fährt, zeigt diese Folie, die mal wieder das Verständnis der Zuhörer durch Hervoheben der Schlüsselbegriffe „unterstützen“ möchte. Eine erheblich größere Wirkung hätte der Vortragende erzielt, wenn er seine Geschichte einfach erzählt hätte, vielleicht unterstützt durch ein Bild wie das obige.

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Tabellen in Präsentationen

Akkulaufzeiten des iPhones
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Diagramm sagt mehr als tausend Zahlen. Eine gängige Empfehlung lautet daher, Tabellen in Präsentationen zu vermeiden und den Inhalt durch Diagramme zu veranschaulichen. Hätte Apple bei der Vorstellung des iPhone 3G für diese Folie, die die Akkulaufzeiten auflistet, also lieber ein Balkendiagramm verwenden sollen, damit die Zuhörer nicht mühsam die ganze Tabelle lesen müssen und einen direkten Vergleich der Werte erhalten? Lesen Sie mehr...
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Sind Gesetze trocken?

Sind Gesetze trocken?
Vorträge, die sich mit rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigen, stehen nicht gerade im Ruf, besonders spritzig zu sein. Die Materie ist nun mal trocken, da kann man nicht viel machen. Oder doch? Lesen Sie mehr...
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Karriereratgeber zweimal anders

Buchcover von Daniel Pinks Buch
Ein Businessbuch als Manga-Comic? Daniel Pink, amerikanischer Bestseller-Autor, hat seinen neuesten Karriereratgeber The Adventures of Johnny Bunko in Form eines Manga-Comics veröffentlicht. Das ist eine willkommene Abwechslung in diesem ansonsten so bedeutungsschwer mit Motivationsrhetorik gepflasterten Gebiet. Sechs sinnvolle Ratschläge zur Karriereplanung werden hier äußerst anschaulich präsentiert. Das Buch macht Spaß zu lesen, man lernt etwas dabei und in einer knappen Stunde ist man durch.

Wem selbst das zu viel ist, der sollte einmal einen Blick auf die Zusammenfassung von Garr Reynolds werfen (alle anderen übrigens auch). Wie immer bei Reynolds treffen die Bilder absolut ins Schwarze. Schon das alleine verführt zum weiterklicken. Sehenswert ist aber darüber hinaus insbesondere:
Karikatur von Garr Reynolds, die er in seinen Präsentationen verwendet

  • Die konsequente Verwendung einer Comic-Zeichnung seiner selbst, die die gesamte Präsentation auflockert und zum Manga-Charakter des Buches passt.
  • Der virtuose Einsatz von Schriftvariationen in Farbe, Größe und Schriftart, die nicht pure Dekoration sind, sondern einen ganz klaren Zweck erfüllen.
  • Die glasklare Strukturierung des Vortrags durch konsistentes, kontrastreiches Layout und den cleveren Einsatz der beiden vorigen Punkte.
Den Foliensatz hat Reynolds auf Slideshare veröffentlicht, einer Webseite zum (öffentlichen) Austausch von PowerPoint-Folien. Viel Spaß mit zwei ungewöhnlichen Karriereratgebern als Buch oder Folien.

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