Richtig gute Folien

Ganz genau: Ich benutzte keine einzige
Folie, der Beamer blieb schwarz. Der Punkt, auf den wir uns auch am
Ende eindeutig verständigten, ist: Wer richtig gute Folien machen
will, der muss zuerst einmal einen ganzen Berg voll Hausaufgaben
machen. Denn nur wer eine klare Botschaft, eine starke
Meinung, genügend Hintergrundwissen, einen roten
Faden, einen Spannungsbogen, passende Geschichten,
Anekdoten oder Beispiele und Ideen für passende Bilder oder
Diagramme hat, der kann richtig gute Folien machen. Und die kommen
dann meist ganz von selbst. Wer gut vorbereitet ist, für den ist
eben die eigentliche Arbeit oft ein Klacks.
Give Away
Übrigens halte ich es mittlerweile mit meinen Vorträgen wie der bekannte Designer Paul Arden, der einmal schrieb:
Das bedeutet für mich auch, dass ich Vorträge normalerweise kostenlos halte. Ich teile mein Wissen gerne und höre gerne die Meinung anderer. Dabei lerne ich wiederum etwas und am Ende profitieren alle durch noch bessere Vorträge und interessante Blog-Artikel.Give away everything you know, and more will come back to you.
Sollten Sie Interesse an einem Vortrag haben, dann zögern Sie nicht nachzufragen; einzig die Reisekosten müssen Sie übernehmen. Und so funktioniert's:
- Sie schreiben mir, für welchen Anlass Sie einen Vortrag benötigen und warum Sie gerade mich dafür ausgewählt haben.
- Wir prüfen, wie wir terminlich zueinanderfinden, freie Termine gibt es im Augenblick ab September.
- Sie reservieren sich ein bisschen extra Zeit, in der ich Sie kennenlernen darf.
- Sie übernehmen die Reisekosten. [Ich fahre i.d.R mit der Bahn. Ab 2 Stunden Fahrtzeit buche ich 1. Klasse. Wenn sich durch Fliegen eine Übernachtung vermeiden lässt, bevorzuge ich das.]
Post-Its für Fortgeschrittene
Ich selbst nutze Post-Its intensiv zur
Strukturierung von Ideen und zur Vortragsvorbereitung und setze es
auch in Beratungen gerne ein. In Kombination mit einer Tafel
ermöglichen sie eine Dynamik im Umgang mit Ideen, die ein starrer
Computerschirm nicht bietet.
Ich kann vor- und zurücktreten, gruppieren oder umstrukturieren,
Kommentare auf die Tafel schreiben und auf neuen Post-Its schnell
neue Ideen skizzieren ohne kompliziert ein Diagramm mit der
Computermaus zu zeichnen.
Es müssen ja nicht gleich, wie bei Duarte, acht volle Tafelwände
werden, aber hilfreich ist diese Herangehensweise fast immer. Und
falls Sie bestehende Folien in diesen Prozess integrieren möchten,
hat Duarte auch einen Tipp für Sie bereit: Drucken Sie die Folien
in Miniaturansicht aus und heften Sie sie einfach zwischen Ihre
sonstigen Post-Its.
Lesenswerte Blogs
Seit vielen Jahren schreibt Florian Rustler in seinem Blog creaffective, wie sich Kreativität gezielt entfalten kann. Mit zahlreichen Beispielen und neuerdings auch vielen Videos werden hier Methoden der Ideenfindung erklärt, die dem Thema Kreativität vieles von dem Mythos rauben, nur Genies oder Künstler seien kreativ. Nach Florian Rustlers fester Überzeugung kann jeder kreativ sein. Einen guten Einstieg in seine Ideen gibt sein Gastbeitrag in diesem Blog.
In vielen Jobs ist heutzutage die Bindung an ein konkretes Büro mit festen Arbeitszeiten kaum notwendig. Kreativität kann man überall produktiv einsetzen. Mein Freund und Kollege aus Uni-Zeiten, Lukas Pustina, schreibt im Überallbüro wie man diese Freiheit eines völlig flexiblen Arbeitsumfeldes nutzt, um seine Arbeit effektiv zu planen und effizient umzusetzen.
Anja Förster und Peter Kreuz sind so etwas wie der gesunde Menschenverstand in der deutschen Wirtschaftsliteratur. Ganz ähnlich zu den Botschaften Seth Godins vertreten Sie die Meinung, dass jeder selbst die Entscheidung in der Hand hält, ob er Hauptdarsteller oder Statist sein möchte. In ihrem Blog geben sie immer wieder Denkanstöße, um aus verkrusteten Strukturen auszubrechen und neue, vielversprechende (und vernünftige) Wege zu gehen. An vielen inspirierenden Beispiele belegen sie, dass das möglich ist.
2004 hat Seth Godin die Webseite Change This ins Leben gerufen, um großen Ideen die Möglichkeit zu geben, sich zu verbreiten. Seitdem wurden dort hunderte sog. Manifeste veröffentlicht. Berühmte wie unbekannte Autoren, die sich nicht mit dem Status Quo zufrieden geben, stellen ihre Ideen hier kostenlos zur Verfügung.
Erfolgreichere Meetings
Warum probieren Sie in Ihren nächsten Meetings nicht einfach ein paar Veränderungen:
Planen Sie so wenig Zeit wie möglich für das Meeting ein und halten Sie sich an die Vorgabe (notfalls mit einer Eieruhr). Was Sie bis dahin nicht geschafft haben, wird vertagt.
Schicken Sie Ihren Teilnehmern Material zur Vorbereitung. Wer das Material nicht gelesen hat (dazu zählt auch "Ich bin leider nur kurz drübergeflogen" oder "Tut mir leid, ich hatte gestern noch unerwartet Termine"), wird höflich gebeten, das Meeting zu verlassen.
Sperren Sie sich nicht in einen Meetingraum ein, wenn das nicht nötig ist. Warum treffen Sie sich eigentlich nicht mal im Freien?
Verzichten Sie auf PowerPoint und führen Sie das Meeting im Stehen vor der Tafel oder dem Flip-Chart durch. (Wichtige Diagramme können Sie vorher ausdrucken.)
Machen Sie den Erfolg Ihres Meetings öffentlich, indem Sie Ihren Teilnehmern die Gelegenheit geben, das Meeting zu bewerten (am schwarzen Brett oder im Intranet).
Machen Sie Ihre Regeln öffentlich.
[Inspiriert durch den Beitrag Getting Serious about your meeting problem von Seth Godin]
Die Lehren einer Krimiautorin

Einige ihrer Lehren* lassen sich leicht auf andere kreative Tätigkeiten, etwa das Erstellen von Präsentationen, anwenden.
Ein Notizbuch ist u.a. dafür da, um solche Dinge [wie Ideen, Geschichten, emotionale Erlebnisse] festzuhalten, selbst wenn man zum Zeitpunkt, an dem man sie aufschreibt noch keine passende Geschichte im Kopf hat.

Aufpassen sollte man dabei jedoch, dass man sein Werk nicht mit unnützen Informationen, sog. Gimmicks, also beiläufigem Wissen oder Effekten überlädt, die jedoch nichts zur Substanz beitragen. Highsmith:
Eine weitere Gefahr sieht Highsmith in zu ausschweifenden Erläuterungen, die letztlich die Spannung ruinieren:Ich glaube, Gimmicks sind schwache Unterhaltung und man sollte nicht erwarten, dass intelligente Leser darüber begeistert sind.
Es gibt Autoren, die zu kurz schreiben. Aber auf einen davon kommen 100, die zu viel schreiben. Es gibt die Tendenz, es zu übertreiben mit Beschreibungen oder Erklärungen.

Um solche Fehler zu finden, hat Highsmith allerdings auch einen Rat zur Hand:Beim Erstellen sollte das Buch als Ganzes im Auge behalten werden, insbesondere die Proportionen. … Ich selbst habe schon meine Nase so vertieft in einzelne Seiten gesteckt, dass ich das Buch als Ganzes nicht mehr sehen konnte.
Das ist natürlich leichter gesagt als getan, nicht selten macht einem hier der Fluch des Wissens einen Strich durch die Rechnung. Jedoch kommt es darauf an, alle Bestandteile eines Werks kritisch zu hinterfragen, vielleicht auch Dritte zu Rate zu ziehen.Vor der endgültigen Fassung sollte man zuallererst die erste Fassung vollständig durchlesen mit den Augen eines Lesers, der das Buch nie zuvor gesehen hat.

*aus Patricia Highsmiths Essay Plotting and Writing Suspense Fiction.Jeder Fehler lehrt etwas. Man sollte, wie jeder erfahrene Autor, das Gefühl entwickeln, dass es noch mehr Ideen gibt, wo die erste herkam … und dass man unerschöpflich ist, solange man lebt.
Drei Buchempfehlungen für den inneren Schweinehund
Mein Gesprächspartner hat gerade seinen Elefanten beruhigt. Der Elefant ist in Chip und Dan Heaths hervorragendem neuen Buch Switch so etwas wie der sprichwörtliche innere Schweinehund. Und der mag keine Veränderungen, denn die bedeuten Ungewissheit, eventuell Rückschläge, vielleicht sogar Fehlschläge. Also vermeidet er sie lieber und sucht nach Ausreden, die ihn auf seinem bisherigen, (vermeintlich) sicheren Weg bestätigen.
In Switch entwickeln die Heath-Brüder drei Prinzipien, die Veränderungen in praktisch allen Lebenslagen unterstützen. Die Prinzipien lauten (frei übersetzt): 1. Verhindern Sie ausgiebiges Grübeln, 2. Beruhigen Sie den Elefanten und 3. Schalten Sie Störfaktoren in der Umwelt aus. Wie auch schon in ihrem ersten Buch Made to Stick leiten die Autoren zu jedem dieser drei Prinzipien aus unzähligen Geschichten und wissenschaftlichen Studien allgemeine Strategien ab, mit denen Menschen in unterschiedlichsten Situationen erfolgreich Veränderungen gegen allerlei Widrigkeiten umgesetzt haben.
Eine etwas andere Perspektive auf den inneren Schweinehund liefert das ebenfalls empfehlenswerte Buch Linchpin von Seth Godin. Auch er begründet, warum der innere Schweinehund Risiken scheut und auf möglichst ungefährlichen Pfaden durch das Leben gehen möchte (Godin bemüht hierfür den Vergleich mit dem Reptiliengehirn). Linchpin argumentiert sehr eindrucksvoll, warum diese "Sicherheits"-Strategie, die auf Anpassung zielt, in traditionellen Karrierevorstellungen zwar ganz gut funktioniert hat, heute jedoch zum Scheitern verurteilt ist. Als einzigen Ausweg sieht Godin, sich unersetzlich zu machen, indem man Risiken auf sich nimmt, wo andere kneifen, und sich selbst als Künstler zu begreifen, der auch in seiner täglichen Arbeit immer wieder Erwartungen übertrifft.
Wer jetzt immer noch Platz im Bücherregal hat, dem empfehle ich auch das Buch Drive von Dan Pink, in dem er die gängigen Motivationsmittel (Zuckerbrot und Peitsche) hinterfragt und stattdessen für eine Stärkung der Eigenmotivation plädiert. Er belegt das anhand zahlreicher psychologischer Experimente, die zeigen, dass klassische Anreizsysteme ("Wenn du das Problem schneller löst, dann bekommst du eine Belohnung") oft sogar kontraproduktiv sind. Einen Vorgeschmack auf das Buch gab Pink in seinem Vortrag auf der letztjährigen TEDGlobal-Konferenz, den ich vor einiger Zeit hier besprochen habe.
Alle drei Bücher sind übrigens auch hervorragende Beispiele dafür, wie Geschichten dabei helfen, abstrakte Ideen anschaulich zu machen, damit man sie als Leser (oder Zuhörer) besser in seinen Alltag übersetzen kann. Die Stile könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein: während die Heath-Brüder einen ganz stringenten roten Faden spinnen, der ganz streng ihren eigenen Empfehlungen aus Made to Stick folgt, schreibt Godin sehr schlaglichtartig. Fast wirkt es, als lese man gerade mehrere Artikel in seinem (ebenfalls lesenswerten) Blog. Erst am Ende fügt sich hier alles zu einem Gesamtbild zusammen.
Vielleicht gibt Ihnen eines dieser Bücher ja auch den letzten Ruck, um bei Ihrer nächsten Präsentation noch mutiger zu sein.
Links zu diesem Artikel
Das erste Kapitel von Switch zum Probelesen
Squidoo-Seite zu Linchpin mit zahlreichen weiteren Links
Schwerpunkt Vorher-Nachher: Mit Konventionen brechen

Einige seiner Erfahrungen, die mit einem Satz Buntstifte begannen, schildert er im folgenden Beitrag.
Powerpoint am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit
von Ralf Klüber
Folien zu dieser Zeit waren dominiert von Text. Als Auflockerung dienten ClipArts und die Darreichungsform von Textinhalten variierte maximal durch die Farbe und Form der Spiegelstriche vor den so genannten Bulletpoints. Doch Bulletpoints können töten. Angela R. Garber nannte das in ihrem im Jahre 2001 erschienen Artikel Death by Powerpoint. Der Artikel erschien zwar am 1. April, war aber durchaus ernst gemeint. Zu viele Informationen und Folien die vom Vortrag eher ablenken als ihn unterstützen.
Mittlerweile sind wir in der Neuzeit angekommen. Die Ritter sind ausgestorben und in der Neuzeit gibt es iStockphoto.de, slide:ology, PresentationZEN und überzeugend-präsentieren.de. Doch damals, was stand damals zur Verfügung?

Meine Aufgabe war es, für eine Software eine Schulung neu aufzubereiten. Insgesamt Stoff für vier Tage. Ich wollte sicherstellen, dass die Kursteilnehmer den zweiten Tag erlebten. Also was tun gegen „Death by Powerpoint“?
Keine ClipArts!
Ich erstellte mir mit den Buntstiften auf einem weißen Blatt Papier ein paar Icons - ein Auto, eine Basisstation, ein Handy - und scannte sie ein. Nachdem die Angst vor dem weißen Blatt verflogen war, gingen weitere Zeichnungen recht locker von der Hand.![]()
Die Zeichnungen verfehlten ihren Zweck
nicht. Handgemalt lockerten sie die Vorträge auf und stachen
zwischen den ClipArts der anderen Referenten deutlich hervor.
Handgemalte Symbole waren damals mein Weg aus der Misere.


Wenn ich mir mit dem Wissen von Garr
Raynolds und Nancy Duarte die hier gezeigten zehn Jahre alten
Slides betrachte, dann erscheinen sie mir wie aus einer anderen
Zeit. Aus dem Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit der Powerpoint
Zeitrechnung. Trotzdem finden sich Teile der Konzepte wieder.
Urteilen Sie selbst.
Powerpoint in der Neuzeit
Seit damals haben mich die Klassiker von slide:ology und presentationzen stark beeinflusst. Mittlerweile bin auch ich in der Neuzeit von Powerpoint angekommen. Als technischer Berater in der Telekommunikation gehört es zu meinen Aufgaben, komplexe Sachverhalte ansprechend auf den Punkt zu bringen.Drei Punkte, die mir persönlich bei Folien wichtig sind, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.
1. Action Title: Sprechen Sie in ganzen Sätzen
Ich empfehle, auf jeder Slide anstatt dem üblichen kurzen Folientitel einen kompletten Satz zu schreiben. Er soll den Inhalt der Folie komplett beschreiben und er besteht aus maximal zwei Zeilen. Das zwingt zu einer Kernaussage pro Folie. Wenn es nicht möglich ist, den kompletten Inhalt in zwei Zeilen zu beschreiben, dann ist das ein untrügliches Zeichen für Handlungsbedarf. Um den Inhalt ansprechend zu vermitteln, wird mehr als eine Folie benötigt.Wie oft hatten Sie schon eine Präsentation für sagen wir 60min vorbereitet. Sie sitzen im Vorzimmer des Kunden und die Sekretärin bietet Ihnen schon den dritten Kaffee an. Der Kunde weilt noch im Meeting davor und kommt 30 Minuten zu spät. Ihr Meeting beginnt mit den Worten: „Ich muss leider schon in 15 Minuten zum nächsten Meeting, legen Sie los!“.
Wenn Sie sich mit Action Title vorbereitet haben, dann können Sie ganz gelassen bleiben. Sie gehen die Action Title für die einleitenden Folien ihrer Story nur kurz durch. Falls Ihr Zuhörer die Kernaussage im Action Title sofort akzeptiert, gehen Sie weiter zur nächsten Folie. Falls nicht, nutzen Sie die weiteren Informationen um Ihn abzuholen.
Speziell für technische Präsentationen mit komplexen Sachverhalten, Tabellen und Diagrammen ist diese Vorgehensweise zu empfehlen.
2. Visual Anchors: Veranschaulichen Sie die Struktur Ihres Vortrags
Kennen Sie auch die Agenda-Folien mit Bulletpoints? Im Extremfall werden sie alle paar Folien mit der nächsten hervorgehobenen Zeile gezeigt. Wirklichen Mehrwert liefern solche Folien für den Zuhörer nicht.Mein Alternativansatz lautet Visual Anchors: versuchen Sie die Struktur eines Themas visuell darzustellen. Denken Sie zum Beispiel an einen Prozess. Der Prozess besteht aus einer Initialisierungsphase, einer Durchführungsphase und einer Konsolidierungsphase. In der Durchführungsphase dominieren zwei Teilprozesse mit verschiedenen Einzelschritten.

Warum diesen Prozess nicht einfach
darstellen und diese Darstellung als Piktogramm auf den darauf
folgenden - die Teilschritte beschreibenden Folien - wieder
verwenden? Sie helfen dem Zuhörer die Struktur ihres Vortrages zu
verstehen und zeigen im zu jeder Zeit, in welchem Teil Ihrer
Präsentation Sie sich befinden.
3. Excel ist oft das erste, jedoch selten das beste Mittel der Wahl
In technischen Präsentationen dominieren Zahlen und andere numerische Inhalte. Diese ansprechend darzustellen ist wichtig, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu behalten und die wesentlichen Botschaften effizient zu vermitteln.Ein Säulendiagramm in Excel ist schnell erstellt. Auch hier gilt der Grundsatz, dass Sie beim Erstellen der Folien schwitzen müssen und nicht ihre Zuhörer während des Vortrags.


Hinweis: Die Zahlen sind fiktiv.
Wie haben Sie den Übergang vom
Mittelalter in die Neuzeit des Powerpoint erlebt?
Die Tipps hier im Blog und die vielen auch hier besprochenen Bücher
helfen Ihnen, in der Neuzeit mit Ihren Präsentationen aus dem
Powerpoint-Einerlei hervorzustechen. Jede gute Präsentation ist ein
Schritt nach vorne und setzt Sie weiter von Ihren Kollegen und
Mitbewerbern ab.
Viel Erfolg dabei.
Ihr Ralf Klüber (ralf@klueber-telconsult.de)
Tipps für den Wunschzettel
Die literarische Grundausstattung

Wer diese Bücher schon kennt, und speziell etwas für seine Vortragstechnik lernen möchte, der ist nach wie vor bei Nick Morgans Give Your Speech, Change the World gut aufgehoben. Wer dagegen gezielt die Argumente in seiner Präsentation noch überzeugender gestalten möchte, der sollte einmal einen Blick in Robert Cialdinis Yes! Andere überzeugen werfen.
Zum Festhalten Ihrer Ideen

Für die Vortragsvorbereitung

Profi-Material für wirkungsvolle Folien
Profi-Utensilien für den Vortrag

Und wenn Ihr Wunschzettel jetzt noch immer nicht voll ist, dann dürfen Sie natürlich auch eine Präsentationsberatung darauf schreiben ;-)
Buchempfehlung: Gehirn & Erfolg von John Medina
1. Auf den Boden der Tatsachen
Das Buch hält sich strikt an die Erkenntnisse der Hirnforschung. Mit Halbwissen der Art "90% unseres Gehirns sind ungenutzt" oder Mythen über die linke und rechte Hirnhälfte hält sich das Buch nicht auf. Stattdessen erklärt es auf solidem wissenschaftlichem Fundament, was wir über das Gehirn einigermaßen fundiert wissen (oder vermuten) und setzt es in Bezug zu unserem Alltagsleben. Dabei verschweigt Medina nicht die Grenzen der Wissenschaft:Patentrezepte liefert er also nicht. Stattdessen leitet er aus dem (wenigen), was wir wissen, Handlungsempfehlungen ab, die dem Potential unseres Gehirns aus heutiger Sicht besser gerecht werden. Das ist gelegentlich nahe am gesunden Menschenverstand, z.B. dass Bewegung gut tut oder dass uns langweilige Dinge (wie z.B. viele PowerPoint-Präsentationen) nicht interessieren, aber solide begründet und von Halbwissen befreit.Man kann mit Fug und Recht skeptisch gegenüber der Behauptung sein, die Hirnforschung könne uns eindeutig Auskunft daüber geben, wie wir bessere Lehrer, Eltern, Geschäftsführer oder Studenten werden.
2. In die Sphären der Wissenschaft

Dennoch fehlen die harten wissenschaftlichen Fakten nicht. Auf der begleitenden Webseite Brain Rules liefert Medina tiefergehende Erklärungen und sehr ausführliche Quellenangaben nach, eine Methode, die ich selbst oft schon zur Trennung von Vortrag und Handout empfohlen habe.
3. Praktische Präsentationstipps
Nicht zuletzt enthält das Buch einige handfeste Tipps zum Thema Präsentation, die natürlich ebenso sorgfältig begründet werden. Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet dabei: Das Sehen übertrifft alle anderen Sinne. Als unmittelbare Schlussfolgerung folgt daraus, dass Textwüsten auf Folien fast immer eine schlechte Idee sind. Weitere Präsentationstipps aus dem Buch fassen diese Folien von Garr Reynolds sehr schön zusammen:Gehirn & Erfolg ist sehr gut übersetzt, Freunde des englischen Originals erhalten aber bei der gebundenen Auflage eine Begleit-DVD (ohne die man das Buch aber genausogut versteht).
Links zu dem Buch
Gehirn & Erfolg oder die Originalausgabe Brain Rules bei Amazon.de bestellen
John Medina@Google stellt sein Buch in einem Vortrag bei Google vor
Die begleitende Webseite Brain Rules mit vielen ergänzenden Informationen
Der Blog zum Buch
John Medinas Homepage
Die 1-7-7-Regel für PowerPoint-Folien (mit Medina-Zitat)
Trennungsschmerz

Manchmal muss man sich auch von guten Ideen trennen. Gute Ideen verfolgen wir am liebsten, auch beim Präsentieren. Wenn uns eine tolle Geschichte einfällt, dann denken wir ständig daran, wie wir diese Geschichte am besten in die Präsentation integrieren. Wenn wir eine tolle Folie gestaltet haben oder ein grandioses Foto gefunden haben oder eine richtig aufwendige Animation zur Erklärung eines komplexen Sachverhalts gebaut haben, dann feilen wir immer weiter daran und schauen uns das Ergebnis wieder und wieder an, weil uns die Idee einfach so gut gefällt.
Und dann kommt das große Aber… irgendwie ist die Sache noch nicht ganz rund. Vielleicht müssen wir doch noch ein bisschen mehr daran feilen; vielleicht müssen wir die Geschichte auch einfach an einer anderen Stelle erzählen; oder noch etwas am Übergang feilen… Aber solange wir auch feilen, das komische Bauchgefühl bleibt.
Vielleicht war ja die Idee doch nicht so großartig?
Manchmal muss man sich von Ideen trennen, die man lieb gewonnen hat. Das tut weh, schließlich haben wir enorm viel Zeit da hinein investiert. Aber wenn die Idee einfach nicht richtig in die Präsentation passt, dann ist die einzig richtige Wahl, sie beiseite zu legen. Vielleicht kommt ihr großer Auftritt ja später noch einmal, aber nicht jetzt und nicht in dieser Präsentation; denn die ist mit einer anderen Idee einfach noch viel besser geworden.
Die Zeit der Kunden
Warum glauben Sie, dass dieser Kunde mehr Zeit hat als Sie? Tun Sie wirklich alles dafür, dass die Zeit, die er für Sie reserviert hat, optimal genutzt wird und geben Ihm genau die Informationen, die er benötigt; in einer Weise, in der er sie auch versteht?
Anders ausgedrückt: Warum sollte dieser Kunde 30 (oder 60 oder wieviel auch immer) Minuten seiner Zeit reservieren, um Ihnen zuzuhören?
Verwandte Artikel
Ein Menü aus Ideen
Verstehen Sie?
Buchempfehlung: The Back of the Napkin

Genau darum geht es in dem Buch
The Back of the
Napkin von Dan Roam: Zusammenhänge, die sich in reinen Fakten
schüchtern verbergen, grafisch sichtbar zu machen, im Englischen
nennt man das Visual
Thinking. Roam geht sogar soweit zu behaupten, man könne jedes
Problem auf dem „berühmten“ Bierdeckel (oder eben auf der Rückseite
einer Serviette) lösen. Etwas bodenständiger formuliert entwickelt
er in seinem Buch eine reich bebilderte Methode, um mit Papier und
Bleistift zu jedem Problem ein paar einfache Skizzen zu generieren,
die das Problem besser verstehen helfen.
Die größte Stärke des Buches ist es, eine wirklich einfache Methode an die Hand zu geben, wie man aus reinen Fakten aussagekräftige Diagramme generiert. Das lässt sich letzlich zurückführen auf zwei grundlegende Empfehlungen: beginne mit einer sorgfältigen Analyse („look and see“) und beantworte die richtigen Fragen. Letztere lassen sich nach Roam in der ein oder anderen Weise immer zurückführen auf die sechs grundlegenden Fragen: „Wer oder Was?“, „Wie viel?“, „Wo?“, „Wann?“, „Wie?“ und „Warum?“.
Das Buch enthält einige pragmatische Tipps und zeigt viele schöne Beispiele, wie man auf diese Weise komplexe Zusammenhänge in einfachen Diagrammen darstellt und sich auf die wesentlichen Informationen konzentriert. Das ist im Übrigen auch eine unverzichtbare Fähigkeit, um überzeugende Präsentationen zu erstellen. Roams Methode ist dabei überhaupt nicht beschränkt auf handgezeichnete Skizzen, sondern nahezu unverändert übertragbar auf computergestützte Diagramme wie PowerPoint-Zeichnungen oder Excel-Diagramme.
Wer sich in einer knappen Stunde einen ersten Überblick über die Ideen des Buches verschaffen möchte, findet in diesem Vortrag von Dan Roam bei Google einen gute Einführung:
Links zu dem
Artikel
The Back of
the Napkin – Homepage zum Buch
Blog zu „The
Back of the Napkin
Deutsche Ausgabe
Auf der Serviette erklärt (erscheint im Mai 2009)
Kermit lernt Visual Thinking: 1, 2
Interview: Juli Gudehus über Kreativität

Bekannt geworden ist Juli Gudehus durch ihre graphische Umsetzung der Genesis, die sie noch während ihres Studiums zum Shootingstar machte. Das Buch erzählt die Schöpfungsgeschichte mit Hilfe von Piktogrammen auf humorvolle und bisweilen tiefgründige Weise. Im März erscheint eine Neuauflage des Werks im Carlsen Verlag.
Ich habe Juli Gudehus gefragt, was für sie Kreativität bedeutet und wie sie neue Ideen findet.
1. Was ist für Sie "Kreativität"?
Eine ganze Reihe von Tätigkeiten werden untrennbar mit Kreativität assoziiert: singen, malen, basteln, stricken, tanzen, Makramee.Stimmt das wirklich? einfach so? Unserem Berufszweig, und auch noch ein paar anderen, wird schon von vorneherein die Kreativität zuerkannt. Wir sind die »Kreativen«. Aber sind wir es wirklich? Wir sind kreativ, ein Biochemiker, Bestattungsunternehmer oder Bäcker dagegen nicht. Dieses Vorurteil ärgert mich, vor allem, weil wir es auch noch selber glauben. Und es stimmt einfach nicht. Es gibt verdammt viele »Kreative«, die völlig unkreativ sind. Unkreativ, meine ich, weil ich es nicht für kreativ halte, Bewährtes nachzubeten, und dabei noch nicht einmal zu erkennen, daß man sich damit nicht einen Hauch aus dem breiten Mainstream entfernt. Das ist nicht besser als Kreativität à la Brigitte-Kreativteil. Ein Taxifahrer dagegen, der auf die Idee kommt, während der Fahrt Snacks oder Musik zu verkaufen, ist meiner Meinung nach kreativ. Er selbst wird das vermutlich gar nicht finden. Kommt nicht im Traum darauf.

2. Wie finden Sie "neue" Ideen?
Sie finden mich.3. Was tun Sie, wenn Ihnen einmal einfach nichts einfallen möchte?
Ich kenne drei Wege, die helfen können, den Knoten zu lösen.Der eine Weg ist, am Ball zu bleiben. Ich finde überaus hilfreich, alles, was mit dem Vorgang zu tun hat, zu studieren und zu sortieren. Durch diese Arbeit wird die Gehirntätigkeit bei mir oft schon ausreichend angeregt. Wenn das nicht der Fall ist: nochmal studieren und auf andere Weise sortieren, das kann schon helfen. Wenn der Ideenfluß schlimm ins Stocken gerät oder ein Problem unlösbar scheint, halte ich mich an den Rat meines Professors, der mir das Atommodell aufmalte und dazu sagte: "immer in Bewegung bleiben! umkreisen Sie Ihr Problem wie ein Elektron den Atomkern, wechseln Sie die Perspektive, schauen Sie von oben, von unten, von hinten und von der Seite. Aber bleiben Sie immer in Bewegung."
Der zweite Weg ist, den Vorgang beiseite zu legen und sich mit etwas ganz anderem zu beschäftigen. Egal, was das ist – das Hintergrundprogramm in meinem Kopf läuft weiter und durch die Befruchtung mit Gedanken über Anderes kommt es in der Regel ebenfalls zu interessanten neuen Überlegungen.
Es hat auch – zum Glück selten – Fälle gegeben, wo ich entnervt das Handtuch geworfen habe. Das liegt dann irgendwo rum und ich werde mich zu einem späteren (oder auch zu einem viel späteren) Zeitpunkt wieder damit befassen. Das ist der dritte Weg: Dingen ihre Zeit und ihr Tempo lassen. Manchmal hilft es nicht, eine Lösung erzwingen zu wollen.
Am schwierigsten ist, zu entscheiden, welchen Weg ich in einer mißlichen Lage einschlage.
Schwerpunkt Kreativität: Kreativ ANDERS

Für den Schwerpunkt Kreativität habe ich Hannes gebeten, uns mit Hilfe einiger markanter Beispiele ein paar Denkanstöße für neue Wege zu liefern. Herausgekommen ist ein schöner Ansporn, selbst auch einmal neue Wege zu gehen – und wir lernen, dass häufig „anders denken“ viel nahe liegender und (insbesondere im Nachhinein) gar nicht so abwegig ist, wie man vielleicht vorher gedacht hat.
Kreativ ANDERS
von Hannes TreichlIch verbrachte früher (viel zu viel) Zeit in Business & Executive Lounges auf Flughäfen in aller Welt. Eines gleicht aber bei allen: die vielen Menschen in den selben dunklen Anzügen, die geschäftig telefonieren, Updates an Angestellte durchgeben und sich kaum um den Erfahrungsaustausch mit anderen kümmern. Mein meist gebuchter Zubringerflug war die Strecke Innsbruck–Frankfurt. Montag morgens saßen in der Tyrolean-Maschine kaum Menschen, sondern vor allem Zeitungen - und auch diese waren die selben.

Meistens hilft schon eine (gut strukturierte) Kreativ-Session weiter.
Das hat sich auch das 2007 mit dem Innovationspreis des Landes Salzburg ausgezeichnete Unternehmen Skidata gedacht. "Warum müssen Menschen an Skiliften immer vor geschlossenen Schranken stehen, obwohl sie gültige Karten haben?" So dürfte die Frage gelautet haben, auf die das Unternehmen mit einer revolutionären Idee antwortete: Dem Freemotion-Open-Gate-System.
Anstatt Snowboarder und Skifahrer mit verschlossenen Drehkreuzen vom Zugang zu Skiliften auszusperren, lädt ein ständig offenes Drehkreuz auf freundliche Art zum Durchfahren ein. Wer keine gültige Karte besitzt bleibt draussen - in dem Fall schließt sich ein Dreharm und verwehrt den Zutritt. Angenehmer “Nebeneffekt”: Da es wesentlich mehr Gäste mit berechtigten Karten gibt als welche mit gar keinen oder ungültigen, ermöglicht das Freemotion-Open-Gate-System ein höheres Tempo bei der Abfertigung von Wintersportlern.
Hilfe beim Nachdenken über mögliche Innovationspotenziale (und denken Sie beim Wort Innovation bitte nicht immer nur an Technologien!) bietet die Osborn Checkliste. Sie eignet sich dank einiger weniger einfacher Fragen, um Denkblockaden zu überwinden, und kann auch für "einsame" Kreativsessions mit sich selbst eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür lesen Sie am besten selbst im Blog des Unternehmensberater Kai-Jürgen Lietz nach.

Auch die Zuschauer liebten den waghalsigen Sprungstil des Schweden. Schon bald war er der unumstrittene Show-Star des gesamten Springerfeldes. Trotz (oder vor allem wegen?) seines Erfolges blies ihm allerdings ein eisiger Wind entgegen. Hochrangige FIS-Funktionäre sahen gar die Ästhetik des Skispringens gefährdet. Und trotzdem: Seine "Erfindung" setzte sich durch und ist heute aus dem Sport nicht mehr wegzudenken.
Auch die österreichische Wirtin Barbara Schreiner stieß auf Widerstand, als sie sich vor einigen Jahren entschied, ihre Gäste selbst den Preis des Essens festsetzen zu lassen. Von Kollegen und Freunden, mit denen sie die Idee teilte, wurde sie belächelt; heute lacht sie, denn ihre Idee des "Überraschungsmenüs" hat ihr nicht nur neue Gäste beschert, sondern vor allem auch viel Aufmerksamkeit von Presse und der Internetwelt. Ihr "
Kreativ war auch Traude Daniel aus Klagenfurt. Weil in wirtschaftlich harten Zeiten niemand jenen Preis zahlen wollte, den sie sich erhoffte, entschloss sie sich kurzerhand, ihr Haus zu verlosen. Die Folge: Ein Aufschrei von Juristen und Immobilienmaklern, die die Spielregeln einer gesamten Branche gefährdet sahen. Gleichzeitig gab es aber auch tausende Menschen, die sich begeistert von der Idee und den Möglichkeiten an der Verlosung beteiligten. Traude Daniel übertraf innerhalb kürzester Zeit ihre geheimsten Erwartungen und erzielte einen weit höheren Erlös, als ihr das ein "gewöhnlicher" Verkauf (oder gar eine Versteigerung) ermöglicht hätten.
Was zeigen uns diese Beispiele? Wer die Bausteine Kreativität, Mut sich über Branchenregeln hinwegzusetzen und Perfektion in der Umsetzung in seine Strategie integriert (oder noch besser: zu seiner Philosophie macht), wird sehr viel mehr Erfolg und Freude im Leben haben - und darf in wirtschaftlich schweren Zeiten mit einem Lächeln durch die Welt gehen.
Interview: Frank Kretschmann über Kreativität

In jahrelanger Arbeit fotografierte er mit drei Kollegen und einer alten Kamera die Städte Nürnberg und Fürth aus völlig ungewohnten bis unmöglichen Blickwinkeln, und nannte das Ergebnis Randzonen. Mit seiner Band Ludwag geht er Wege fernab vom Mainstream und erforscht Klangwelten irgendwo zwischen elektronischer und akustischer Musik. Und als Freeclimber reist er um die ganze Welt, um reine Natur zu erleben, wenn er alleine oder mit Kollegen in viel zu steilen Felswänden hängt.
Ich habe Frank Kretschmann gefragt, was für ihn Kreativität bedeutet und wie er neue Ideen findet.
1. Was ist für Sie "Kreativität"?

2. Wie finden Sie "neue" Ideen?
Ich bin viel und gern unterwegs, auch viel in der Natur. Dabei treffe ich ständig neue Menschen und neue Orte, von denen jeder einzelne mir neue Anregungen gibt. Ich versuche immer, meine Umgebung mit offenen Augen und Ohren aufzunehmen, mir dabei immer auch einen spielerischen Zugang zu meiner Umwelt zu bewahren.Wichtig scheint mir auch, neue Ideen nicht krampfhaft zu suchen, nicht ständig darüber nachzudenken, sondern sie entstehen zu lassen, also in meinem Kopf und in meiner Umwelt das richtige Umfeld zu schaffen, in dem Ideen den Weg zu mir finden können.
3. Was tun Sie, wenn Ihnen einmal einfach nichts einfallen möchte?

Wenn ich auf der Suche nach Ideen bin, für meine Fotografie, meine Musik oder für meinen Sport, ist es in jedem Fall einen gute Idee zu den Anfängen zurückzugehen, sich an seine Basics zu erinnern. Ich versuche also zurück zum Wesentlichen zu kommen und mich auf das Einfache zu konzentrieren und dieses mit höchster Sorgfalt und Präzision auszuführen.
[Fotos: Frank Kretschmann, funst.de]
Schwerpunkt Kreativität: Strukturiert Ideen entwickeln

Für den heutigen Beitrag habe ich Florian gebeten, die Rolle des Sicherheitsbeauftragten einer Firma zu übernehmen, der seine Kollegen in einem Vortrag für das Thema Datensicherheit sensibilisieren soll. Auf Basis einer imaginären „Vorher-Folie“, wie sie in einer typischen PowerPoint-Präsentation verwendet werden könnte, sollte Florian systematisch Ideen entwickeln, wie man dieses Thema spannender und einprägsamer präsentieren könnte. Das Ergebnis finden Sie in seinem Beitrag. Florian und ich sind gespannt, welche Ideen Sie noch entwickeln oder wie Sie Florians Ideen in einer Nachher-Folie umsetzen würden. Schreiben Sie Ihre Ideen doch einfach in die Kommentare.
Strukturiert Ideen entwickeln mit dem Einsatz von Kreativitätstechniken
von Florian RustlerStellen wir uns vor, wir müssen zum Thema Datensicherheit einen Vortrag halten, in dem wir die Zuhörer für die wichtigsten Stolpersteine sensibilisieren sollen und dies so, dass die Kernpunkte wirklich hängen bleiben. Gegeben sind folgende Fakten aus Michaels „Vorher-Folie“:

Meine Aufgabe als Vortragender ist es
nun, mir Ideen für mögliche Stories zu überlegen, wie man dieses
wichtige, aber oft trockene und unbeliebte Thema auf spannende Art
und Weise präsentieren und in den Köpfen der Zuhörer verankern
könnte.
Strukturiert an das Problem herangehen
Auf neue Ideen zu kommen, ist einerseits mit Spontanität, Zufall und viel Spinnerei verbunden, andererseits, ist die Ideenentwicklung ein hoch strukturierter Prozess, den jeder Mensch erlernen und einsetzen kann. Dazu braucht es auch nicht immer ein Team von Ideengebern (das wäre zwar ideal), man kann dies auch alleine tun.Wie häufig in solchen Fällen, bin ich auch für diese Aufgabe mit dem Verfahren Creative Problem Solving vorgegangen, mit dem man einen Problemlöseprozess strukturieren kann. Nachdem ich von Michael die „Vorher-Folie“ mit Daten erhalten habe, war mein erster Schritt, die Herausforderung genauer einzugrenzen:
Anhand von Michaels Daten habe ich versucht, erst einmal so viele Problemformulierungen wie möglich zu finden, um das Problem in Unteraspekte aufzuteilen bzw. es genauer einzugrenzen (Zwei Techniken, mit welchen man dies tun kann, lauten Aussagenstarter, eine Art Brainstorming nach Problemfragen, und Hervorheben, eine Technik zum Auswählen und Sortieren von Ideen). Folgende drei Problemformulierungen sind dabei übrig geblieben (d.h. ich habe viel wieder verworfen):
- Wie lauten alle Themenideen, um Datensicherheit und Industriespionage in eine spannende Geschichte zu verpacken?
- Wie lauten alle Möglichkeiten, Analogien zu mangelnder Datensicherheit herzustellen?
- Wie lauten alle Möglichkeiten, um auf den Punkt „80% aller Diebstähle erfolgen auf dem klassischen Weg durch Mitarbeiter“ hinzuweisen?
Die Ideenentwicklung – Brainstorming als Rahmen
Um auf mögliche Ideen zu kommen, habe ich für jedes Teilproblem eine individuelle Ideensession gestartet, die den gleichen Regeln folgt, wie die Gruppentechnik Brainstorming, eine Technik zum Anhäufen von Ideen auf eine bestimmte Frage. Für Problemformulierung 1. lauteten danach meine Ideen wie folgt:- Zeitschriftenüberschrift "Firma pleite", daraus eine Story bauen, die erzählt wie es dazu kam
- aktuelles Thema "Datenklau bei Berliner Landesbank", dabei über die Hintergründe aufklären
- Daten-GAU im Unternehmen, eine Story entwickeln, bei der eine interne Aufklärungseinheit begleitet wird
- Auftragsverlust durch Datendiebstahl, eine Story entwickeln, die zeigt, wie durch Unwissenheit, Unachtsamkeit und menschliche Fehler wichtige Daten verschwunden sind.
Kopfstandmethode
Hier versucht man, die Frage ins Gegenteil zu verkehren, um so wiederum im Umkehrschluss auf interessante Ideen zur Lösung des Ausgangsproblems zu bekommen. Folgende Ideen sind mir dabei noch eingefallen:- Eine Geschichte aus Sicht der Datendiebe erzählen. Diese überlegen sich, wie sie wohl an Daten kommen und welche Schwachstellen sie ausnutzen könnten.
- Eine fiktive Vorstandssitzung, in der überlegt wird, was das Unternehmen tun müsste, um sich möglichst schnell Daten stehlen zu lassen. Dabei stellen die Anwesenden erschreckenderweise fest, dass das Unternehmen auf gutem Weg ist, selbst Opfer dieses Schreckensszenarios zu werden.
- Wie müssten Richtlinien aussehen, um Datensicherheit nicht zu gewährleisten?
Zufallsbildmethode
Eine weitere Methode, die extrem hilfreich ist, ist die Technik forced connections. Hier versucht man, mit Hilfe eines zufälligen Bildes, Wortes oder Objektes, das mit der Frage nichts zu tun hat, einen Rückbezug zum Thema herzustellen und Lösungen zu generieren.Dabei sind mir bei diesen drei Bildern noch folgende Ideen gekommen:



- Datensicherheit in der Hotellobby, Stichwort Taschendiebe (Bild 1)
- Story über das Ausspähen von Computerdaten in der Zugfahrt durch Wireless-Verbindungen (Titelthema einer Ausgabe der Wirtschaftswoche) (Bild 2)
- Story über eine Person, die auf eine Party geht und mitbekommt, wie Dritte über vertrauliche Informationen dieser Person sprechen, die sie eigentlich geheim halten wollte. (Bild 3)
Ein paar Tipps, damit es richtig funktioniert:
Trennen Sie zwischen Ideenentwicklung und Ideenbewertung. Diese beiden Aspekte des kreativen Denkens gehören immer voneinander getrennt. In der Phase der Ideenentwicklung geht es vor allem darum:- die Beurteilung zurück zu stellen, schreiben Sie was Ihnen einfällt.
- auf Masse zu gehen, nicht auf Qualität.
- sich eine Mindestzeit zu setzen, z.B. 15 Minuten, oder eine Ideenquote von mindestens 25 Ideen.
- wilde Ideen zu suchen.
- auf bestehenden Ideen aufzubauen und diese weiterzuentwickeln.
Interview: Thomas Siffling über Kreativität


Ich habe Thomas Siffling gefragt, was für ihn Kreativität bedeutet und wie er neue Ideen findet.
1. Was ist für Sie "Kreativität"?
Kreativität ist eine Mischung aus vielem. Wenn man kreativ ist, verarbeitet man viele Sachen gleichzeitig und daher ist Kreativität eine hoch komplexe Angelegenheit. Man verbindet das Gelernte mit dem Erlebten und paart es mit den gerade auf einen einwirkenden Eindrücken und heraus sollte dann ein kreativer Output kommen.
Das Ganze muss dann in meinem Fall auch noch über das Instrument bzw. die Musik kommuniziert werden. Soll heißen: Kreativität fordert auch immer ein gewisses Maß, in diesem Fall an technischen Fähigkeiten, um die Kreativität auch wirklich umzusetzen und kommunizieren zu können. Daher gehört meines Erachtens zur Kreativität auch immer die Umsetzung dazu.
2. Wie finden Sie "neue" Ideen?
Neue Ideen gibt es überall! Sie liegen quasi auf der Straße, wie man so schön sagt. Du bekommst jeden Tag neue Eindrücke, erlebst jeden Tag wieder etwas Neues und so entstehen neue Ideen und Anregungen.
Aber auch zu Hause im so genannten Alltag ist dies möglich. Man muss nur open minded sein und mit offenen Ohren und Augen und mit viel Interesse durch’s Leben laufen. Oft sind es gerade die Kleinigkeiten, die uns inspirieren und kreativ werden lassen.
3. Was tun Sie, wenn Ihnen einmal einfach nichts einfallen möchte?
Das ist Gott sein Dank noch nie passiert :-) Ich denke aber, dass diese Situation nie eintreten wird, da man ja immer noch auf das, wie oben schon genannt, Erlernte zurückgreifen kann. Soll heißen: man kann in Floskeln oder Redewendungen sprechen bzw. musizieren und sich somit erstmal eine gewisse Sicherheit geben und dann kommt die Kreativität dann meistens doch ganz schnell. Man gibt sich quasi selber den ersten Ruck.[Fotos: www.thomassiffling.com und Schindelbeck Fotografie]
Schwerpunkt Kreativität: Hereinspaziert, liebe Ideen!

Falsch gedacht, Sie kennen wohl Timo Off noch nicht. Timo ist Ideenfänger, Querdenker, hat Mathematik und Philosophie studiert und als Lehrer gearbeitet. Und wenn Sie Timos Ideen kennen lernen, dann werden Sie verstehen, warum das so gut zu ihm passt: jeder ist kreativ, wenn er sich nur traut, ein guter Ideengastgeber zu sein. Diese Botschaft ist es, die Timo in seinem Blog Geistesblitz seit Jahren erfrischend präsentiert und in seinen Workshops anschaulich vermittelt.
Vor kurzem ist sein neues Hörbuch Reise ins Land der Ideen erschienen, ein toller Ratgeber für alle, die noch immer glauben, Kreativität wäre nur etwas für Genies. Die wichtigsten Inhalte bringt er für uns in dem folgenden Artikel auf den Punkt. Viel Spaß und
Hereinspaziert, liebe Ideen!
von Timo Off
Ideen sind kleine freche Biester, die mal vorlaut, aber sehr oft schüchtern sind. Sie fliegen vorbei, sie berühren uns und oft genug lassen wir sie ungenutzt weiterziehen. Damit Ideen zu Ihnen kommen und bleiben, können Sie
A. Ihren Ideen ein guter Gastgeber sein
oder
B. Ihre Ideen zielgerichtet einladen.
A. Seien Sie Ideengastgeber!
Ich stelle Ihnen vier Eigenschaften von Ideen vor, die Sie zugleich nutzen können, um noch mehr Ideen einzuladen.
1. Ideen lieben die Gesellschaft ungewöhnlicher Themen. Schaffen Sie sich überraschende und erfrischende Einblicke: Fahren Sie auch einmal auf anderem Weg zur Arbeit und beobachten Sie wieder, was es zu sehen gibt! Lesen Sie Magazine aus „fremden“ Themen am Kiosk. Sprechen Sie mit Experten aus einem Unternehmen, dass so gar nichts mit Ihrer Profession zu tun hat. Probieren Sie täglich etwas kleines Neues aus. So kurbeln Sie Ihre Ideenproduktion an.

3. Ideen lieben Leidenschaft. Weder das flaue „ganz gut“ noch das müde „wird schon schief gehen“ kann Ideen anlocken. Nur mit breiter Brust, heißem Herzen und klaren Gedanken können Sie Ideen stärken. Entweder die Idee ist es wert, dass Sie für sie eintreten, für sie kämpfen und sie pushen oder eben nicht. Vertrauen Sie Ihren Ideen und es werden sich noch mehr Ideen in Ihre Nähe trauen.
4. Ideen lieben das Spiel. Das Spiel ist das Ein und Alles und doch ist nichts wirklich ernst. Wenn Sie spielen, d.h. wenn Sie Dinge ausprobieren, wenn Sie etwas wagen (sei es privat oder im Beruf!), dann seien Sie ein echter Spieler: Sie können gewinnen, verlieren oder einfach: immer wieder etwas dazulernen. Sich verlieren im Spiel und doch zu wissen, dass es nur ein Spiel ist.
Das Schöne ist, dass Sie sich mit Ihren kreativen Gedanken selbst anstecken werden. Je öfter Sie auf Ihre Ideen achten, umso öfter werden Ihnen Ideen zufliegen. Kleiner Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie stets etwas zu schreiben dabei haben, um Ihre spontanen Ideen festhalten zu können.
B. Laden Sie Ideen zielgerichtet ein.

Natürlich gibt es spontane Geistesblitze. Und auch wenn ich Ihnen im Folgenden ein Modell vorstelle, wie sie zielgerichtet Ideen finden können, so bleibt immer genug Impulsivität, Ungeplantes übrig. Doch mit Peter Zadeks Bild gesprochen: nur wenn Sie planvoll und zielgerichtet ein Saatkorn aussäen, kann ein Baum wachsen.
Ideen zu finden und umzusetzen ist für mich ein vollständiger Prozess. Wenn Sie noch nicht wissen, wie eine Lösung aussehen kann, dann haben Sie noch keine Vorstellung, d.h. kein Bild von der Lösung. Mein Modell eines kreativen Prozesses hat vier Phasen, die jede einzeln notwendig ist, um bewusst gesteuert zum Ziel, das heißt zu neuen Ideen zu gelangen.
Erste Phase: B wie Beschreibung! Zu Beginn geht es darum, zu beschreiben, was eigentlich das Problem ist. Denn wenn Sie nicht genau wissen, was Sie suchen, dann können Sie das, was Sie finden, auch nicht angemessen beurteilen, ob es Ihnen nützt! Je komplexer die Aufgabe, desto wichtiger ist es, das Problem genau zu beschreiben. Was sind die Hindernisse, die verhindern, dass Sie sofort Ihr Ziel erreichen?
In dieser ersten Phase wird das Problem von einem irgendwie vor uns liegenden Gefühl in eine sprachliche Form gebracht: Das Problem wird zur Sprache gebracht!
Zweite Phase: I wie Informationssammlung und Informationsanordnung! In der ersten Phase haben Sie das unklare Problemgefühl zu einer schriftlich fixierten Problemfrage gemacht, Sie haben sich damit das Problem angeeignet, d.h. es zu Ihrem Problem gemacht. Jetzt geht’s ans Faktensammeln: welche Informationen gibt es bereits? Was wissen Sie alles über das Thema? Was fällt Ihnen alles schon jetzt ein? Alle Informationen werden anschließend geordnet.
In diese Phase gehören auch verschiedene andere Arbeitstechniken, mit denen Sie auf neue Ideen gebracht werden können, so genannte Kreativitätstechniken. Durch diese kreativen Arbeitsmethoden helfen Sie sich, die gesammelten Informationen neu anzuordnen.
Dritte Phase: L wie Licht oder Lösung! Das ist der kreative Sprung. Das ist endlich das, wonach Sie gesucht haben! Eine neue gedankliche Verbindung tritt an die Oberfläche Ihres Bewusstseins. Sie haben sie gefördert durch gute Vorbereitung.
Diese Phase lässt sich noch auf andere Weise befördern: Und zwar, indem wir auf einen angemessenen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung achten! Sowohl intensive Arbeitsphasen am Problem als auch entspannte Phasen abseits des Problems sind wichtig, damit Ihr Gehirn sortieren und zuverlässig arbeiten kann. Das warme Licht der Lösung kann manchmal auch dann aufscheinen, wenn Sie nicht damit rechnen. Seien Sie gewappnet! Das Schöne an der Lösung: Sie wirkt einfach und einleuchtend. So als hätte es nie eine andere Lösung sein können.

Alles das muss konkret, also anfassbar gemacht und - na klar! schriftlich festgehalten werden. Anschließend geht es dann darum, andere Menschen von dieser Idee zu überzeugen. Sie müssen die Idee überzeugend präsentieren und durchsetzen. Und das ist manchmal gar nicht so leicht. Denn für andere Menschen ist diese Idee neu und damit erst einmal ungewohnt, vielleicht nicht offensichtlich.
Zusammengefasst kommen Sie durch die vier Phasen
- Beschreibung
- Informationssammlung
- Lösung / Licht
- Darstellung & Durchsetzung
Gutes Gelingen!
Wie kommt man auf Ideen?
Das ist eine der mir am häufigsten gestellten Fragen. Neben den üblichen Ratschlägen: gute Vorbereitung, mit offenen Augen durch’s Leben gehen, mit anderen über das Thema sprechen, gibt es ein paar handfeste Tipps, die Sie darin unterstützen schneller und zielgerichteter auf Ideen zu kommen.
In den kommenden drei Wochen finden Sie hier solche Tipps von Kreativen aus unterschiedlichsten Bereichen in Form von Gastbeiträgen und Interviews. Morgen geht es los mit dem Schwerpunkt Kreativität.
PowerPoint ist nur ein Werkzeug


Nun müssen Sie mit Ihrer Präsentation
zwar nicht unbedingt ein Stardesigner werden, aber die ein oder
andere verrückte Idee kann auch nicht schaden, um mit Ihrer
nächsten Präsentation Ihre Botschaft noch ein bisschen
überzeugender herüber zu bringen. Warum aber wollen diese Ideen
allzu oft einfach nicht kommen, so dass das Ergebnis dann irgendwie
doch wieder typisch PowerPoint ist?
Vielleicht weil Sie Ihren Vortrag von Anfang an in PowerPoint
erstellen. Nun ist aber PowerPoint nicht gerade ein Quell der
Inspiration, sondern lediglich das Werkzeug, mit dem Sie Ihre
Folien basteln. Und wie bei allen Werkzeugen gilt auch hier Mark
Twains berühmter Ausspruch: „Wer einen Hammer besitzt, für den
sieht alles wie ein Nagel aus.“ Anders ausgedrückt: Im
PowerPoint-Korsett, erst recht im noch engeren Korsett eines
Templates, sieht eben jeder Vortrag wie eine Liste von Stichpunkten
aus. Neue Ideen brauchen aber ein bisschen Freiheit.
Stefan Sagmeister löst dieses Problem auf ganz pragmatische Weise.
Er bezeichnet sich selbst als jemanden, der sich gar nicht
besonders gut mit seinem Werkzeug (i.d.R. der Computer) auskennt.
Gerade deshalb macht er sich erst gar keine Gedanken darüber, wie
man eine Idee denn überhaupt umsetzen kann. In einem (etwas
bizarren)
Interview formuliert er das so:
„Ich überlege Konzepte, ohne dass es einen Einfluss gibt,
ob das einfach, mittelschwer, schwer oder unglaublich schwer in der
Herstellung ist.“
Klar muss im Nachhinein alles umgesetzt werden, aber
wenn Sie eine richtig gute Idee hatten, dann werden Sie vielleicht
überrascht sein, wieviel am Ende doch umsetzbar ist – weil es
vielleicht doch gar nicht so schwer ist, wie es auf den ersten
Blick aussah, weil es einfach eine gute Idee war, die Sie unbedingt
umsetzen wollen, oder weil Sie gar am Ende jemanden davon
begeistern, der Sie bei der Umsetzung unterstützt.
Ab nächster Woche dreht sich hier drei Wochen lang alles um das
Thema Kreativität und Ideenfindung. Einige hochkarätige Gastautoren
und Interviewpartner verraten Ihnen Tipps und Tricks zur
Ideenfindung und zeigen Ihnen, dass Kreativität nichts mit
Genialität oder Zufall zu tun hat, sondern in jedem, wirklich jedem
(also auch in Ihnen) steckt. Am 3. Februar geht’s los.
Links zu diesem Artikel
Eine weitere TED-Präsentation von
Stefan Sagmeister
Homepage von Stefan
Sagmeister
Things I have learned in my life so far
Wenn
Designer Folien designen
Wie man eine perfekte Präsentation hält

Dieser Satz aus einem Brief, in dem Apple-Chef Steve Jobs sich gestern zu seinem Gesundheitszustand äußerte und begründet, warum er dieses Jahr nicht die Eröffnungsrede der Macworld-Messe hält, bringt eindrucksvoll auf den Punkt, was für den Schritt von einer guten zu einer perfekten Präsentation nötig ist: üben, üben, üben.
[Foto: Steve Jobs at WWDC 2008 von Danny Novo@flickr.com unter CC-BY lizenziert]
Playmobil oder Lego?


Ist also Playmobil das bessere Spielzeug? Keineswegs, aber es ist eben auch nicht per se das schlechtere; es kommt – wie so oft – darauf an. Unterschiedliche Kinder haben unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten; und die kann man als Eltern fördern, indem man verstärkt auf das Spielzeug setzt, das dem eigenen Kind entgegenkommt. Und warum sollte man dabei im übrigen nur auf ein Pferd setzen? Ich selbst habe früher mit beidem gerne gespielt und heute tun das meine Kinder auch (und ich spiele immer noch gerne mit).
Links zu dem Thema:
Lego-Homepage
Playmobil-Homepage
Robert McKee - Story (das nächste Buch auf meiner Leseliste)
[Fotos: Lego Color Bricks von 713 Avenue@flickr.com und PLAY TIME with PLAYMOBIL!! von elisfanclub@flickr.com, beide Fotos unter CC-BY-SA lizenziert]
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Die Idee ist übrigens inspiriert von einer Anekdote über Ernest Hemingway, der einst mit Kollegen um 10$ wettete, eine vollständige Geschichte in nur sechs Wörtern zu schreiben. Er gewann die Wette mit dieser Geschichte: "For sale: Baby shoes, Never worn." (in deutsch sind das übrigens nur vier Wörter: "Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen")
Versuchen Sie es doch auch einmal: In sechs Wörtern zum Punkt kommen.
[Foto: pshutterbug, flickr]





















