Was nicht passt, wird passend gemacht?

An diese Lektion musste ich denken, als ein Leser mir folgende Frage stellte:
"Mein Problem, eigentlich immer beim Erstellen von Folien: Sie stehen immer sehr isoliert.
Ich bekomme einfach keinen roten Faden hin, von einer Geschichte ist gar nicht zu reden."
Möglicherweise hat er sofort mit dem Programmieren begonnen, ohne vorher sauber die Schnittstellen zu definieren. Das ist ein ganz typisches Phänomen. Wer einen Vortrag vorbereiten muss, der startet oft zuallererst einmal PowerPoint und erstellt zu den einzelnen Aspekten des Vortrags jeweils ein paar Folien. Vielleicht hat er sogar Glück und es gibt bereits Folien aus vorherigen Vorträgen, die irgendwie zum Vortragsthema passen.
Der Haken: Die Einzelteile mögen zwar alle ordentlich erklärt sein und hübsch aussehen, aber beim Zusammenstöpseln knarzt es gewaltig, denn über die Schnittstellen, die Übergänge, macht man sich erst im Nachhinein Gedanken; und nicht selten kommt dabei ein sehr holpriger Pfad von A nach B heraus.
Erst den roten Faden, dann die Folien
Eine Lösung ist in Sicht, wenn man sich von PowerPoint zur Vortragsvorbereitung erst einmal verabschiedet und gar nicht an Folien denkt, bis gerade der roten Faden mit einem guten Spannungsbogen steht. Ein paar Tipps habe ich dazu vor ein paar Wochen im Schwerpunkt Vorher-Nachher gegeben. Erst danach, wenn ihre "Story" also schon fertig ist, machen Sie die dazu passenden Folien.Das hat gleich zwei Vorteile. Erstens, wenn man sich nicht zuerst mit allen Details befasst (und erst recht gestalterische Aspekte hintenanstellt), behält man seine Botschaft und letztlich auch die Interessen der Zuhörer besser im Auge. Zweitens, man vergeudet seine Zeit nicht mit der Erstellung von Folien, die am Ende, im Sinne eines roten Fadens, unpassend sind, die man sich aber zu löschen scheut, weil sie ja auch irgendwie interessantes enthalten. Was man einmal geschrieben hat, löscht man ungern, und sei es auch noch so überflüssig.
Wenn Ihre Folien nicht so recht zusammenpassen wollen, dann bereiten Sie Ihren nächsten Vortrag erst einmal ohne PowerPoint vor, vielleicht mit Post-Its an einer Tafel oder einfach auf einem weißen Papier. Den roten Faden mit passenden Übergänge (die Schnittstellen) finden Sie so viel leichter.
Die Endlosfolie
Die Gemälde Van Goghs könnten in diese Kategorie fallen. In einer Zeitreihe angeordnet erkennt man Zusammenhänge, die fehlen, wenn Bilder nur einzeln zu sehen sind. Da der Platz auf einer Folie beschränkt ist, verteilen Sie die Zeitleiste einfach auf mehrere Folien und fahren während der Präsentation durch diese Zeitleiste, indem Sie die Folien jeweils durch Folienübergänge nach links "verschieben", etwa so (Klick für YouTube-Video):
Diese Methode bettet einzelne
Informationen (hier die Gemälde) in einen größeren Kontext (hier
den Zeitstrahl) ein. So bleibt das Ganze auch dann im Blick, wenn
über Details gesprochen wird (z.B. durch Hineinzoomen in ein Bild).
Es wirkt, als blicke man auf einen kleinen Ausschnitt einer viel
größeren Szene.
Das funktioniert auch dann sehr gut, wenn die Informationen nicht
zeitlich, sondern räumlich in Beziehung stehen, z.B. die
Muskelpartien des menschlichen Körpers:
Neben den rein inhaltlichen Aspekten
wie dem verbesserten Überblick bietet diese Art der "endlosen"
Folien auch Vorteile für einen spannenderen Vortragsaufbau. Anstatt
einzelne Folien aneinanderzureihen ("Auf dieser Folie sehen sie"),
ergibt sich automatisch ein roter Faden, ein Erzählstrang, der
Ihren Vortrag besser zusammenhält.
Und so ist diese Technik auch durchaus nicht beschränkt auf
Informationen, die einen zeitlichen oder räumlichen Bezug haben.
Sie lässt sich grundsätzlich anwenden, um den Elementen Ihrer
Präsenation einen dramaturgischen Zusammenhalt zu geben, z.B. in
diesen Folien über Albert Einstein.
Wer das lieber nicht von Hand macht,
für den gibt es seit einiger Zeit den Internetdienst Prezi. Dort können Sie
Präsentationen erstellen, die ganz ohne "klassische" Folien
auskommen. Informationen ordnen Sie bei Prezi auf einer
Präsenationsfläche an, die prinzipiell in alle Richtungen
unbegrenzt ist. Durch Hochladen von Bildern, Anordnen auf der
Fläche und Definieren der Bewegung über die Fläche, können Sie
entlang Ihrer Präsentation manövrieren und dabei herein- und
herauszoomen.
Was die grafischen Fähigkeiten angeht, ist Prezi sicher noch nicht
ganz so weit wie die etablierten Programme PowerPoint und Keynote.
Und selbstverständlich eignet sich nicht jeder Vortrag für diese
Art der Darstellung, aber eine interessante Herangehensweise ist
das allemal (doch Vorsicht: zu viel zoomen kann nerven, Animationen
sind dann sinnvoll, wenn Sie einen Mehrwert liefern, wie in den
Beispielen oben).
Eine Anregung, was mit Präsentationen machbar ist, die sich in
Prezi-Art von Folien lösen, zeigt dieses Video über Google
(wenngleich das weder mit Prezi, noch mit PowerPoint oder Keynote
heute schon so möglich ist):
Links zu dem Thema
Nancy Duarte beschreibt die Technik in Ihrem Buch
slide:ology, Beispiele aus dem Buch finden sich online hier
und hier.
Wie
groß ist ein Grippevirus?
Animationen
sinnvoll einsetzen
Große
Zahlen begreifbar machen
Schwerpunkt Vorher-Nachher: Die Spannung steigern

Welches Problem Ihrer Zuhörer lösen Sie eigentlich?
Ihre Kernbotschaft haben Sie ja bereits auf den Punkt gebracht. Aber Ihre Zuhörer interessiert das nur, wenn sie auch erkennen, welchen Bezug die Informationen aus der Präsentation zu ihren eigenen Interessen haben. Dabei geht es nicht notwendigerweise um materielle Vorteile ("Mit dieser Idee sparen wir im Jahr 100.000€"), sondern z.B. auch um völlig immaterielle Dinge (Ihre Zuhörer wollen vielleicht einfach etwas über Ihr Thema lernen). Irgendwie müssen Sie das Ihren Zuhörern veranschaulichen, also:
Womit wecken Sie das Interesse Ihrer Zuhörer?
Je eher Ihre Zuhörer erkennen, dass Ihre Präsentation relevant für sie selbst ist, desto eher werden Sie am Ball bleiben. "Prima", werden Sie jetzt vielleicht sagen, "deswegen habe ich ja am Anfang eine Gliederungsfolie." Aber mal ehrlich:
Wann haben Sie zum letzten Mal einer Gliederungssfolie entgegengefiebert?
Gliederungsfolien sind so ziemlich das Gegenteil eines spannenden Präsentationseinstiegs und in den seltensten Fällen wirklich informativ. Viel hilfreicher ist es, Ihren Zuhörern am Anfang einen Aufhänger zu geben, der ihr Interesse weckt: eine aktuelle Frage, eine verblüffende Anekdote, eine herausfordernde These, in jedem Fall aber irgendetwas, was ein Fragezeichen in den Köpfen Ihrer Zuhörer hinterlässt.
Der Psychologe Robert Cialdini hat einmal gesagt: "Der Aha!-Effekt ist viel größer, wenn ihm ein Huh?-Effekt vorausgeht." Mit anderen Worten ist die Bereitschaft, sich Informationen zu merken größer, wenn die Zuhörer vorher selbst das Verlangen nach diesen Informationen entwickelt haben. Netter Nebeneffekt: Haben die Zuhörer erst einmal das Verlangen nach einer Antwort entwickelt, fiebern sie dieser auch eher entgegen. Sie hören also gebannter zu, die Spannung steigt. Versuchen wir es also noch einmal:
Welche Frage brennt Ihren Zuhörern am stärksten unter den Nägeln?
Wenn Sie diese Frage gleich zu Beginn ins Spiel bringen, können Sie in der Präsentation auf deren Beantwortung hinarbeiten. Das heißt übrigens nicht unbedingt, dass Sie die Antwort bis zum Schluss schuldig bleiben müssen. Gerade bei einer überraschenden Antwort mag die Erklärung der Antwort und deren Herleitung genauso spannend sein, wie die eigentliche Antwort. Entscheidend ist, dass Sie vor jeder Teil-Antwort und jedem Zwischenschritt wieder das Verlangen danach in Ihren Zuhörern wecken:
Wecken Sie in Ihren Zuhörern das Verlangen nach Informationen?
Eine naheliegende Möglichkeit, das zu tun, besteht in der Konflikt-Auflösungs-Schleife. Dabei folgt auf die Auflösung einer Frage die nächste Gegenfrage, die wiederum das Verlangen nach der nächsten Auflösung auslöst usw., etwa so: "Wir haben das Problem A. Mit unserem neuen Verfahren können wir … Aber erzeugt das nicht Problem B? Nein, denn … Und wie funktioniert das? Wir haben…" usw.
Sie erhalten so automatisch sinnvolle Übergänge. Anstatt Fakten einfach aneinander zu reihen, machen Sie einfach eine Story draus
Und wie kommen Sie nun von Ihrer bestehenden Präsentation dahin? Im Grunde reichen diese drei Schritten:
- Löschen Sie Ihre Gliederungsfolie.
- Beginnen Sie Ihre Präsentation mit der Frage, die Ihren Zuhörern am stärksten unter den Nägeln brennt.
- Reihen Sie nicht Fakten an Fakten, sondern strukturieren Sie Ihre Argumente in einer Konflikt-Auflösungs-Schleife.
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Einige seiner Erfahrungen, die mit einem Satz Buntstifte begannen, schildert er im folgenden Beitrag.
Powerpoint am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit
von Ralf Klüber
Folien zu dieser Zeit waren dominiert von Text. Als Auflockerung dienten ClipArts und die Darreichungsform von Textinhalten variierte maximal durch die Farbe und Form der Spiegelstriche vor den so genannten Bulletpoints. Doch Bulletpoints können töten. Angela R. Garber nannte das in ihrem im Jahre 2001 erschienen Artikel Death by Powerpoint. Der Artikel erschien zwar am 1. April, war aber durchaus ernst gemeint. Zu viele Informationen und Folien die vom Vortrag eher ablenken als ihn unterstützen.
Mittlerweile sind wir in der Neuzeit angekommen. Die Ritter sind ausgestorben und in der Neuzeit gibt es iStockphoto.de, slide:ology, PresentationZEN und überzeugend-präsentieren.de. Doch damals, was stand damals zur Verfügung?

Meine Aufgabe war es, für eine Software eine Schulung neu aufzubereiten. Insgesamt Stoff für vier Tage. Ich wollte sicherstellen, dass die Kursteilnehmer den zweiten Tag erlebten. Also was tun gegen „Death by Powerpoint“?
Keine ClipArts!
Ich erstellte mir mit den Buntstiften auf einem weißen Blatt Papier ein paar Icons - ein Auto, eine Basisstation, ein Handy - und scannte sie ein. Nachdem die Angst vor dem weißen Blatt verflogen war, gingen weitere Zeichnungen recht locker von der Hand.![]()
Die Zeichnungen verfehlten ihren Zweck
nicht. Handgemalt lockerten sie die Vorträge auf und stachen
zwischen den ClipArts der anderen Referenten deutlich hervor.
Handgemalte Symbole waren damals mein Weg aus der Misere.


Wenn ich mir mit dem Wissen von Garr
Raynolds und Nancy Duarte die hier gezeigten zehn Jahre alten
Slides betrachte, dann erscheinen sie mir wie aus einer anderen
Zeit. Aus dem Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit der Powerpoint
Zeitrechnung. Trotzdem finden sich Teile der Konzepte wieder.
Urteilen Sie selbst.
Powerpoint in der Neuzeit
Seit damals haben mich die Klassiker von slide:ology und presentationzen stark beeinflusst. Mittlerweile bin auch ich in der Neuzeit von Powerpoint angekommen. Als technischer Berater in der Telekommunikation gehört es zu meinen Aufgaben, komplexe Sachverhalte ansprechend auf den Punkt zu bringen.Drei Punkte, die mir persönlich bei Folien wichtig sind, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.
1. Action Title: Sprechen Sie in ganzen Sätzen
Ich empfehle, auf jeder Slide anstatt dem üblichen kurzen Folientitel einen kompletten Satz zu schreiben. Er soll den Inhalt der Folie komplett beschreiben und er besteht aus maximal zwei Zeilen. Das zwingt zu einer Kernaussage pro Folie. Wenn es nicht möglich ist, den kompletten Inhalt in zwei Zeilen zu beschreiben, dann ist das ein untrügliches Zeichen für Handlungsbedarf. Um den Inhalt ansprechend zu vermitteln, wird mehr als eine Folie benötigt.Wie oft hatten Sie schon eine Präsentation für sagen wir 60min vorbereitet. Sie sitzen im Vorzimmer des Kunden und die Sekretärin bietet Ihnen schon den dritten Kaffee an. Der Kunde weilt noch im Meeting davor und kommt 30 Minuten zu spät. Ihr Meeting beginnt mit den Worten: „Ich muss leider schon in 15 Minuten zum nächsten Meeting, legen Sie los!“.
Wenn Sie sich mit Action Title vorbereitet haben, dann können Sie ganz gelassen bleiben. Sie gehen die Action Title für die einleitenden Folien ihrer Story nur kurz durch. Falls Ihr Zuhörer die Kernaussage im Action Title sofort akzeptiert, gehen Sie weiter zur nächsten Folie. Falls nicht, nutzen Sie die weiteren Informationen um Ihn abzuholen.
Speziell für technische Präsentationen mit komplexen Sachverhalten, Tabellen und Diagrammen ist diese Vorgehensweise zu empfehlen.
2. Visual Anchors: Veranschaulichen Sie die Struktur Ihres Vortrags
Kennen Sie auch die Agenda-Folien mit Bulletpoints? Im Extremfall werden sie alle paar Folien mit der nächsten hervorgehobenen Zeile gezeigt. Wirklichen Mehrwert liefern solche Folien für den Zuhörer nicht.Mein Alternativansatz lautet Visual Anchors: versuchen Sie die Struktur eines Themas visuell darzustellen. Denken Sie zum Beispiel an einen Prozess. Der Prozess besteht aus einer Initialisierungsphase, einer Durchführungsphase und einer Konsolidierungsphase. In der Durchführungsphase dominieren zwei Teilprozesse mit verschiedenen Einzelschritten.

Warum diesen Prozess nicht einfach
darstellen und diese Darstellung als Piktogramm auf den darauf
folgenden - die Teilschritte beschreibenden Folien - wieder
verwenden? Sie helfen dem Zuhörer die Struktur ihres Vortrages zu
verstehen und zeigen im zu jeder Zeit, in welchem Teil Ihrer
Präsentation Sie sich befinden.
3. Excel ist oft das erste, jedoch selten das beste Mittel der Wahl
In technischen Präsentationen dominieren Zahlen und andere numerische Inhalte. Diese ansprechend darzustellen ist wichtig, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu behalten und die wesentlichen Botschaften effizient zu vermitteln.Ein Säulendiagramm in Excel ist schnell erstellt. Auch hier gilt der Grundsatz, dass Sie beim Erstellen der Folien schwitzen müssen und nicht ihre Zuhörer während des Vortrags.


Hinweis: Die Zahlen sind fiktiv.
Wie haben Sie den Übergang vom
Mittelalter in die Neuzeit des Powerpoint erlebt?
Die Tipps hier im Blog und die vielen auch hier besprochenen Bücher
helfen Ihnen, in der Neuzeit mit Ihren Präsentationen aus dem
Powerpoint-Einerlei hervorzustechen. Jede gute Präsentation ist ein
Schritt nach vorne und setzt Sie weiter von Ihren Kollegen und
Mitbewerbern ab.
Viel Erfolg dabei.
Ihr Ralf Klüber (ralf@klueber-telconsult.de)
Dan Pink über Motivation
Dan Pink legt allergrößten Wert darauf,
seine These anschaulich zu machen. Er bereitet sie sehr sorgfältig
vor, indem er ausführlich das Kerzenproblem beschreibt. Dabei
handelt es sich um ein altes wissenschaftliches Experiment zum
Nachweis seiner These. Fast die Hälfte seiner Vortragszeit
verwendet er auf diese Geschichte. Dabei achtet er sehr genau
darauf, Überraschungsmomente zu setzen und mit der
Erwartungshaltung des Publikums zu spielen.
Überraschungen steigern die Aufmerksamkeit und erhöhen die
Einprägsamkeit.

Erst als das Publikum die These völlig
verinnerlicht hat, schickt Pink weitere wissenschaftliche Studien
als Nachweis hinterher und erläutert anhand dreier konkreter
Beispiele, wie Autonomie und Eigenverantwortung die Leistung von
Mitarbeitern deutlich erhöhen können.
Eingerahmt wird das alles von seinem Geständnis einer erfolglosen
Ausbildung zum Anwalt, die Dan Pink an vielen Stellen geschickt
einbringt, um mit einem Augenzwinkern seine Glaubwürdigkeit zu
untermauern. Überhaupt beweist er immer wieder Sinn für Humor, was
er insbesondere durch auffällige Mimik und Gestik
unterstreicht.

Von Filmen lernen

Bei den meisten Präsentationen schauen Sie bereits nach fünf Minuten gelangweilt auf die Uhr und sehnen sich das Ende herbei. Da werden aus einer halben Stunde Vortrag leicht gefühlte drei Stunden.
Was machen Filmemacher anders als Präsentatoren?
1. Regie

Der Regisseur muss also dafür sorgen, dass die Wirkung des Films passt. Er wählt Szenenbilder, Requisiten, Masken, Musik und vieles mehr so aus, dass die Wirkung optimal erreicht wird.
Der typische PowerPoint-Vortragende wählt dagegen die Folien so aus, dass er möglichst wenig Arbeit damit hat. Er schreibt möglichst viel Text darauf, damit er sie gleich als Handout ausgeben kann und nichts vergisst (sprich: nicht üben muss) und er verwendet komplizierte Diagramme, die er in irgendwelchen Folien seiner Kollegen gefunden hat, die er aber nicht publikumsgerecht neu aufbereiten möchte. Er reiht Folien und Fakten aneinander, damit alles gesagt ist, und macht sich wenig Gedanken über sinnvolle Übergänge von einer Szene zur nächsten („auf der nächsten Folie sehen sie“).
2. Drehbuch

Und das gilt eben auch für Präsentationen, wer keine gute Story hat, der liefert höchstwahrscheinlich eine langweilige Präsentation ab. Natürlich sprechen Sie nicht über den Herrn der Ringe (könnten Sie das auf spannende Weise?), aber ist ihr Thema deswegen gleich trocken? Ich glaube das nicht. Immerhin arbeiten Sie fünf Tage die Woche (oder mehr) an diesem Thema, sind fasziniert davon und tüfteln mit Ihren Kollegen an Lösungen und neuen Ideen. Und gleichzeitig behaupten Sie, das Thema sei nicht spannend? Klingt für mich schwer vorstellbar.
Der springende Punkt ist, dass kein spannender Film auf die Idee käme, Informationen einfach irgendwie aneinanderzureihen. Ein Film braucht einen Spannungsbogen. Und Informationen werden eben so verteilt, dass sie den bestmöglichen Spannungsbogen erzeugen. Entscheidend dabei ist, dass in den Zuschauern das Verlangen nach Informationen (Auflösung) erzeugt wird und nichts bloß aufgezählt wird. Charaktere werden entwickelt, Indizien schrittweise offenbart, Geheimnisse gelüftet, Fallstricke erst spät erkannt usw.
Langweilige Präsentationen dagegen schicken Ihre Zuschauer schlafen, indem Sie alles vorwegnehmen, 20 Vorteile eines Produktes aufzählen, bevor überhaupt das Problem geschildert wurde, in einer sinnlos langen Einleitung zuerst einmal in aller Ausführlichkeit die Firmengeschichte erzählen und etliches mehr. Was davon wollen Ihre Zuhörer wirklich wissen? Und wie können Sie das Verlangen Ihres Publikums danach erhöhen?
3. Schauspieler

Gute Schauspieler sind vor allem eines: authentisch. Und da haben Sie es als Vortragender sogar leichter als ein Schauspieler: Sie sind ja schon Sie selbst. Verstecken Sie sich nicht, sondern zeigen Sie Ihre Begeisterung.
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Buchempfehlung: Advanced Presentations by Design (Andrew Abela)

Die Antwort auf eine Frage aber bleiben beide schuldig: Ist diese moderne Art der Präsentation eigentlich effektiv? Steigert es wirklich die Überzeugungskraft meiner Präsentationen? Genau in diese Lücke stößt der amerikanische Professor Andrew Abela mit seinem empfehlenswerten Buch Advanced Presentations by Design vor. Er hinterfragt viele der gängigen Präsentations-„Regeln“ kritisch und untermauert fast alle seiner Aussagen mit Belegen aus wissenschaftlichen Studien.
Wenn Abela von Design spricht, meint er übrigens nicht etwa das visuelle Layout der Folien, sondern den gesamten Entwurf einer Präsentation, von der Zielgruppenanalyse über die Strukturierung der Inhalte bis hin zur gestalterischen Umsetzung. Umgekehrt bedeutet das, dass es in seinem Buch ausschließlich um den Inhalt einer Präsentation und dessen Strukturierung und Darstellung geht, nicht aber um den Vortrag selbst.
Die größte Stärke des Buches ist gleichzeitig die größte Schwäche: es liefert ein (recht einfaches) Kochrezept zur Erstellung überzeugender Präsentationen. Warum ist das gut? Weil es ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem Sie mit ziemlicher Sicherheit Präsentationen erstellen, die zumindest recht ordentlich sind. Das Buch liefert dafür haufenweise Tipps zur Lösung alltäglicher Präsentationsfragen. Da bleibt fast nichts unbeantwortet.
Andererseits: Diese pragmatische Herangehensweise führt auch dazu, dass gelegentlich vereinfacht wird. Das Buch ist z.B. sehr auf Businesssituationen und den „rational denkenden Menschen“ zugeschnitten. Dass es Zuhörer geben mag, die nicht immer nur an materiellem, direkt messbarem Nutzen interessiert sind, sondern eine Präsentation auch einfach mal „nur“ spannend finden können, zieht Abela nicht so recht in Erwägung. Gleichwohl hat er natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass eine Präsentation umso besser wird, je mehr man sich über das Ziel der Präsentation im Klaren ist. Nur muss dieses Ziel nicht immer knallhart businessorientiert sein.
Abgesehen davon aber finden Sie Unmengen an sehr hilfreichen Tipps für fast jede Präsentationssituation. Besonders hilfreich scheinen mir die beiden Kapitel zum Storytelling. Sie bieten eine, zwar knappe und recht einfache, dafür aber gut nachvollziehbare Anleitung, wie aus einer faktenbasierten, langweiligen Bullet-Point-Präsentation ein Vortrag mit Spannungsbögen wird, dem man gerne zuhört. Im Zentrum steht hier die SCoRE-Methode; das steht für (Situation)-Complication-Resolution-Example (auf Deutsch: Situation-Komplikation-Auflösung-Beispiel).
Anstatt Ihre Präsentationsinhalte einfach (langweilig) aneinanderzureihen, sollen Sie mit Hilfe von SCoRE Ihre Inhalte so strukturieren, dass Sie einen Spannungsbogen erzeugen, indem Sie sie in die richtige Reihenfolge bringen. Zunächst schildern Sie die Ausgangssituation, danach formulieren Sie die drängendste Frage Ihres Publikums und lösen diese direkt im Anschluss auf und untermauern das durch ein Beispiel. Natürlich wird Ihr Publikum Gegenfragen haben. Diese formulieren Sie als nächsten Konflikt, zu dem Sie dann wiederum Lösung und Beispiel liefern usw. Das ist ein ganz ähnliches Vorgehen, wie ich es in meinem letzten Vortrag geschildert habe. Abela sagt über seine Methode:
Ich halte das Buch für sehr empfehlenswert und eine gelungene Ergänzung zu den Büchern Presentation Zen und slide:ology. Während diese beiden eher motivierenden Charakter haben und viele, viele Inspirationen für visuelle Präsentationen liefern, bekommen Sie in Advanced Presentations by Design die Begründungen mitsamt vieler praktischer Ergänzungen geliefert. Das Buch ist sicher nicht ganz so spritzig geschrieben wie die beiden anderen, aber wen das nicht schreckt, der wird bestimmt von dem Buch profitieren. Einen Vorgeschmack liefert übrigens die Webseite von Andrew Abela.Das funktioniert so gut, weil Sie Informationen erst dann nennen, wenn Sie in Ihrem Publikum das Verlangen danach erzeugt haben – genau das ist die Rolle der Komplikation: Sie stellen eine Frage, die das Verlangen nach einer Antwort erzeugt, die Sie dann auch liefern – die Auflösung.
Link zu dem Buch
Advanced Presentations by Design bei Amazon.de
Rezension von Andrew Dlugan vom Six-Minutes-Blog
Rezension von Nancy Duarte, Autorin von slide:ology
Extreme Presentation Method, die Homepage von Andrew Abela, mit den wesentlichen Tipps aus dem Buch
Extreme-Presentation-Blog, der Blog von Andrew Abela
Von Helden und Abenteuern

Weitere Informationen zu dieser und weiteren Veranstaltungen gibt es auf der Termin-Seite. Sehr gespannt bin ich auf den Workshop Ende Mai, indem wir mit maximal 4 Teilnehmern intensiv die Präsentationen der Teilnehmer analysieren und überarbeiten.
Barry Schwartz über gesunden Menschenverstand

Ob man diese Schlussfolgerung nun teilt oder nicht, die Rede ist sehr gut aufgebaut und ein schönes Beispiel für die Anwendung der SUCCESs-Regeln der Heath-Brüder aus ihrem Buch Was bleibt: simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories.

Beachten sollten Sie auch, wie sparsam Schwartz mit seinen Folien umgeht, die er wirklich nur dann einsetzt, wenn er den Eindruck hat, sie unterstützen seine gesprochenen Worte. Und dann steht wirklich nur das allernötigste auf den Folien. Hilfreich sind auch die Pausen, die er dem Publikum gönnt, um die drei Comics zu lesen, die er während seines Vortrags zeigt.
Am Ende gerät die Rede vielleicht etwas lang, aber dennoch sehenswert.
Links zu diesem
Artikel
Duarte Design beschreibt, wie die Folien zu
dieser Präsentation entstanden sind:
Lessons from TED: 5 Simple Tweaks
Evan Williams auf der TED09-Konferenz: Was tust du
gerade?
J.J. Abrams auf der TED07-Konferenz: Das
Geheimnis einer kleinen Box
Vorspulen geht nicht
Bei einer Präsentation können Sie das leider nicht. In einer Präsentation müssen Sie einfach durch, wenn der Vortragende Ihnen in aller Ausführlichkeit sein Inhaltsverzeichnis präsentiert (die Gliederungsfolie), und dann bei Adam und Eva anfängt, um auch wirklich alle (vermeintlich) wichtigen Voraussetzungen gennant zu haben.

Die natürliche Reaktion der Zuhörer bei
solchen Vorträgen, da Vorspulen nicht möglich ist: Abschalten und
darauf hoffen, rechtzeitig aufzuwachen, wenn die wirklich wichtigen
Dinge kommen. Aus Sicht des Vortragenden ist das allerdings der
größte anzunehmende Unfall, denn ein Zuhörer, der einmal
abgeschaltet hat, ist nur schwer zu begeistern. Also: verschwenden
Sie Ihre wertvolle Zeit nicht damit, Ihre Zuhörer schlafen zu
schicken, nur weil jeder es so macht, sondern nehmen Sie Ihre
Zuhörer von Anfang an mit auf die Reise, indem Sie Ihnen einen
überzeugenden Grund liefern, Ihnen eine Stunde Aufmerksamkeit zu
schenken – ein Inhaltsverzeichnis tut das sicher nicht.
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einer Gliederung
Wie ein toter Schmetterling einen dicken Hasen zu Rambo
macht
Guy Kawasakis 10-20-30-Regel

Um seinem Leiden ein Ende zu bereiten, hat sich Guy eine einfache Empfehlung zur Erstellung von Pitches ausgedacht, die 10-20-30-Regel:
- nicht mehr als 10 Folien
- nicht länger als 20 Minuten
- mindestens 30pt-Schriftgröße
Regelmäßige Blog-Leser wissen, dass ich nicht viel von Dogmen halte (übrigens ganz im Vertrauen: was sich auf den ersten Blick radikal anhört, ist es in Wahrheit gar nicht. Eine Folie, die Sie mit einer 30pt-Schrift vollschreiben, enthält auch noch ganz schön viel Text.). Was man von dieser Regel letztlich lernen kann, ist in meinen Augen auch gar nicht so sehr eine strenge Präsentationsstruktur, sondern eine Botschaft, die durchaus Allgemeingültigkeit hat: „Überlege dir vorher, was du sagen möchtest, und bringe es - verdammt noch mal - auf den Punkt“.
Genau das macht Guy im folgenden Video an mehreren Beispielen deutlich: Wer mehr als eine Folie braucht, um sein Geschäftsmodell zu beschreiben, hat höchstwahrscheinlich gar keines. Wer zwanzig vollgeschriebene Folien mit 10pt-Schrift braucht, um sein Produkt zu beschreiben, wird nicht nur bei den Investoren, sondern höchstwahrscheinlich auch bei seinen Kunden einen schweren Stand haben zu erklären, warum sie dieses Produkt benötigen.
Links zu dem Thema:
Blog-Artikel
über die 10-20-30-Regel
in
Guy Kawasakis Blog
Präsentation
von
Guy über sein Buch
The Art of the Start
Guys aktuelles Buch
Reality Check
Download-Bereich
von Guys Homepage (u.a. mit Folien einiger seiner
Vorträge)
Was bleibt:
Wesentliches
Der
Treppenhaus-Vortrag
Das Gefühl, irgendwie geht's noch besser...
Aber dennoch, trotz aller Anschaulichkeit will Ihnen vielleicht manchmal die Umsetzung für den eigenen Vortrag nicht so recht gelingen. Sie finden nicht das passende Bild; Ihre Folie bleibt unübersichtlich, egal was Sie probieren; oder Sie haben einfach das diffuse Gefühl, dass Ihre Präsentation irgendwie noch nicht so recht überzeugend daherkommt.
Wenn Sie dieses Gefühl kennen, dann mailen Sie mir doch einfach Ihre Präsentation mit einer kurzen Beschreibung des Themas. Wenn wir dann gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten finden, die für alle Leser interessant sein könnten, dann helfe ich bei der Umsetzung und wir machen einen Vorher-Nachher-Vergleich im Blog daraus (natürlich anonym, wenn gewünscht). Andernfalls bekommen Sie immerhin den ein oder anderen Hinweis, wo Sie selbst noch ansetzen können oder in welchem Artikel genau Ihr Problem schon einmal besprochen wurde.
Also, wer für seine nächste Präsentation die Folien noch etwas aufpolieren möchte, der sollte nicht zögern, mir eine E-Mail zu schreiben. Schaden kann’s nicht, und im besten Fall profitieren alle Leser davon.
Zwei kleine Überraschungen

Idee 1: Wenn Sie über ein Projekt berichten, in dem Sie Unerwartetes herausgefunden haben, dann beginnen Sie doch mit diesen unerwarteten Ergebnissen und arbeiten sich Schritt für Schritt zurück zu den Ursachen; anstatt wie üblich bei der Vorgeschichte zu beginnen, ihr Vorgehen zu erläutern und erst zu den Ergebnissen zu kommen, wenn Ihre Zuhörer schon längst abgeschaltet haben.
Idee 2: Wenn Sie etwas wirklich wichtiges loswerden möchten, dann könnten Sie Ihren Vortrag mit der Vorstellung Ihres Themas beginnen, aber nach der Titelfolie Ihren Laptop schließen und sagen: „Lassen Sie uns nun über die wirklich wichtigen Dinge sprechen“.
Verwandte Artikel:
Wie ein toter Schmetterling einen dicken Hasen zu Rambo macht
Das Geheimnis einer kleinen Box
[siehe auch: Something bigger than expected]
Wesentliches

Das gilt natürlich auch für jede einzelne Folie: „Benötigen meine Zuhörer wirklich alle Informationen, die ich auf die Folie geschrieben habe?“ und für jedes Bild oder Diagramm: „Hilft dieses Bild meinen Zuhörern, meine Aussage zu verstehen?“
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Was bleibt: Einfaches
Zahlen oder Bilder?
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Ferner lerne ich in dem Ratgeber, dass
ich Schlüsselbegriffe hervorheben soll, aber bitte nicht mehr als 5
Schlüsselwörter pro Folie. Außerdem sei Schriftgröße 20-24pt
optimal; so erhalte man durchschnittlich 5-7 Zeilen pro Folie. Gut,
mache ich:


Und schon bin ich wieder gefangen in
Textfolien. Jede Spannung und jeder emotionale Zugang wird durch
diese Folien gleich im Keim erstickt. Man spürt die Langeweile
regelrecht. Können Sie sich vorstellen, einen Film, der auf diese
Weise Ihr Verständnis „unterstützt,“ 90 Minuten lang
anzuschauen?
Einem guten Film können Sie folgen, weil er einen roten Faden hat.
Sie können sich an die Schlüsselszenen erinnern, weil Sie gespannt
waren, zu erfahren, was passiert. Diese Spannung erzeugen Sie
nicht, indem Sie Ihre Folien nach diesen Ratgeber-Empfehlungen
gestalten, sondern indem Sie einen roten Faden legen. Na klar, wer
zuvor völliges Chaos produziert, dem mögen diese Empfehlungen
helfen, ein bisschen Ordnung in seine Präsentation zu bekommen. Wer
aber sein Thema beherrscht, der sollte sich besseres
vornehmen.
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Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann verwenden Sie die wertvolle Zeit von Ihnen und Ihren Zuhörern lieber darauf, Ihre Ideen überzeugend zu präsentieren und verschwenden Sie sie nicht durch langweilige Unternehmensporträts.
Links zu dem Thema:
Zitrone des Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni 2008
Zitrone des Monats Mai 2008
Zurück an der Uni
Vorlesungen sind eine recht spezielle Art von Vorträgen. Sie sind deutlich länger als die meisten Präsentationen und sie haben vor allem das Ziel, eine große Menge an Wissen zu vermitteln. Das scheint auf den ersten Blick der Empfehlung zu widersprechen, die Inhalte eines Vortrags auf das Wesentliche zu reduzieren und Details, die nicht für das Verständnis relevant sind, wegzulassen. Lesen Sie mehr...
Wie ein toter Schmetterling einen dicken Hasen zu Rambo macht


Was die Macher von Animationsfilmen instinktiv im Auftrag der Komik tun, ist auch für Präsentationen eine wirkungsvolle Strategie. Überraschungen unterstützen die Einprägsamkeit einer Botschaft, denn unser Gehirn ist darauf programmiert, auf neue Ereignisse besonders zu reagieren. Lesen Sie mehr...
Wie viele Folien pro Minute?

Die Wahrheit ist nämlich: Es gibt keine ideale Folienanzahl. Sie brauchen so viele Folien, wie Sie eben brauchen, um Ihre Botschaft mit Ihrem ganz persönlichen Vortragsstil so zu präsentieren, dass Ihre Zuhörer die Botschaft optimal verstehen. Das ist Ihnen zu banal? Ist aber so. Ein paar Beispiele gefällig? Gerne.
Kennen Sie Dick? Dick heißt mit vollem Namen Dick Hardt und hat vor drei Jahren eine Präsentation über Identity 2.0 gehalten, in der er pro Minute bis zu 50(!) Folien verwendet. Geht das denn überhaupt? Und wie das geht. Sehen Sie selbst. Der Punkt ist: Das funktioniert für seinen Zweck wunderbar, ist aber für andere Anlässe völlig ungeeignet, etwa wenn Sie komplizierte Statistiken präsentieren müssen.
Guy Kawasaki, Startup-Guru aus den USA, predigt in seinem Buch The Art of the Start die 10-20-30-Regel: 10 Folien in 20 Minuten (bei Schriftgröße 30pt); das macht also 2 Mintuen pro Folie. Ach ja, und im Übrigen kommen die besten Reden häufig ganz ohne Folien aus. Geradezu absurd scheint angesichts dessen die Regel, man müsse eine ganz bestimmte Anzahl von Folien einhalten, um seine Zuhörer zu fesseln.
[Foto IRobbo, flickr]Es gibt keine ideale Folienzahl! Ihr Inhalt, Ihre Zuhörer und Ihre Persönlichkeit bestimmen alles andere.
Nachtrag: Einfaches aus Sicht der EU

Der Sinn einer Gliederung
Letztlich geht die Empfehlung auf eine der wahrscheinlich meistzitierten Weisheiten des Präsentierens zurück:

Im Vordergrund steht bei dieser
Empfehlung die Maxime, den Zuhörern eine Botschaft mit auf den Weg
zu geben und diese Botschaft möglichst einprägsam zu vermitteln.
Man sollte demnach nicht einfach nur die eigentlichen Fakten als
Aneinanderreihung von Informationen erzählen, sondern die Botschaft
des Vortrags klar herausarbeiten ("then tell 'em"), am Ende des
Vortrags noch einmal die wesentlichen Punkte, die die Zuhörer mit
nach Hause nehmen sollen, prägnant wiederholen ("and finally tell
'em what you told 'em"), und zu Beginn des Vortrags die
Aufmerksamkeit auf gerade diese Punkte lenken ("tell 'em what
you're gonna tell 'em").
Folgt daraus, dass man also zu Beginn eines jeden Vortrags diese
merkwürdigen Gliederungsfolie auflegen muss? Eher nicht.






















![Hauptgebäude der Universität Bonn [Foto: Dr. Thomas Mauersberg]](uni_hauptgebaeude.jpg)