Bullshit

So beginnt Harry Frankfurt sein provokantes Buch Bullshit; und ganz unrecht kann er damit nicht haben, denn die Idee zu diesem Artikel kam mir bei einer Erfahrung, die – zu meiner großen Überraschung – ganz und gar kein Bullshit war: beim Autokauf.Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur zählt die Tatsache, dass es soviel Bullshit gibt.
Wir (oder zumindest ich) sind offenbar dermaßen auf unaufrichtige Verkäufer gepolt, dass uns jemand, der einfach grundsolide bodenständig daherkommt, völlig zu überraschen vermag. Kein Wort über sensationelle Rabatte, stattdessen eine ehrliche Aussage darüber, dass die Listenpreise Fantasiewerte sind und der tatsächliche Preis (für unser Auto) per se 25% darunter liegt. Keine Beschönigung der Nachteile des Wagens, sondern eine (fast schon zu) offene Kritik an den Mängeln des Fahrzeugs. Das alles führt zu einer Glaubwürdigkeit, die viel wichtiger als jede Krawatte war, die der Verkäufer statt seines extrem legären Outfits hätte tragen können.
Insofern war der Verkäufer tatsächlich so etwas wie das Gegenteil von Frankfurts Bullshitter, der nur darauf aus ist, mit seinen Behauptungen durchzukommen (= zu verkaufen) und diesem Bemühen alles unterordnet, es gar mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt und sie zumindest desöfteren verschleiert.
Das ist etwas, was sich durchaus auch einige Vortragsredner auf die Fahne schreiben können. Präsentationen werden in aller Regel auch zum Verkaufen gehalten (mindestens mal der Ideen, die präsentiert werden). Und so wie Frankfurt ganz allgemein auf dem Gebiet der Werbung und Public Relations "zahllose eindeutige Fälle von Bullshit" findet, sind auch genügend Präsentationen nicht frei davon. Mit guten Stories und packendem Design lässt sich eben nicht nur sinnvolles anstellen, sondern auch "heiße Luft" produzieren, die dann "leer, ohne Substanz und ohne Inhalt" ist. Vertrauen erzeugt man dadurch nicht.
Wer wirklich mit seinen Präsentationen etwas verändern möchte, der sollte sich tunlichst von Bullshit fernhalten, auch nicht den Bullshit glauben, dass der äußere Schein wichtiger sei als der Inhalt, dafür aber andererseits seine hervorragenden Ideen durch hervorragende, aufrichtige Präsentationen in die Köpfe seiner Zuhörer bringen.
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Kurz aber falsch
In den Köpfen bleiben

Hervorragend gelöst hat diese Herausforderung der Designer Mike Kus, der nach seinem Vortrag auf der Konferenz The Future of Web Design dieses beeindruckende Handout verteilt hat. Das Handout hat Kus passend zu seinem Foliendesign als Poster im DINA1(!)-Format entworfen und für alle Zuhörer in voller Größe ausgedruckt. Ich würde mich nicht wundern, wenn es jetzt viele Bürowände schmückt. Ich hätte es mir mit Sicherheit aufgehängt. Er selbst sagt selbstbewusst: „Dieses Poster macht sich an jeder Bürowand gut.“
Zum Erinnerungseffekt trägt bei dem Poster natürlich wesentlich bei, dass das Design eine direkte Umsetzung des Foliendesigns ist (s.u.). Hilfreich ist aber auch, dass sich das Poster neben der prägnanten Überschrift auf die vier wichtigsten Aspekte der Präsentation beschränkt und diese jeweils ganz knapp auf den Punkt bringt. Kus verzichtet bewusst darauf, jeden einzelnen Teilaspekt des Vortrags in das Handout aufzunehmen, und steigert so im Zusammenspiel mit dem Design die Prägnanz und Einprägsamkeit enorm.
Übrigens sind die Folien an sich auch schon wirklich sehenswert. Sehr mutig im Design hat Kus einen ganz eigenen Stil. Er arbeitet sehr stark mit typografischen Effekten, indem er mit den Buchstabenformen und der Gestaltung der Schrift spielt. Wie Kus die Buchstaben der heute ja oft als langweilig bezeichneten Helvetica zum Leben erweckt, ist schon beeindruckend. Kus hat glücklicherweise die Folien auf slideshare bereitgestellt – unbedingt ansehen:
Der Vortrag selbst steht übrigens auch
als Video
zur Verfügung, kann allerdings leider nicht ganz mit den schönen
Folien und dem beeindruckendem Handout mithalten. Eine Menge gäbe
es z.B. an der Struktur und den Übergängen zu verbessern. Am
meisten sollte Kus allerdings an seinem Auftreten arbeiten. Das ist
doch ein arger Kontrast zu den Fähigkeiten der drei Herren aus
meinem letzten Beitrag.
Welche beeindruckenden Handouts haben
Sie schon einmal gesehen – oder gar selbst verteilt? Erzählen Sie
es mir in den Kommentaren.
Links zu dem Artikel
Bill Gates schenkt nach seinem TED-Vortrag
jedem Teilnehmer ein Exemplar des Buches Work Hard, Be
Nice
Garr Reynolds
verschenkt als Anreiz für Fragen am Ende seiner Google-Präsentation
einige Exemplare seines
Presentation-Zen-Buches
Download von ausgewählten Handouts meiner
Vorträge
Präsentieren wie auf dem Bauernhof

Ja gut, werden Sie jetzt sagen, ist ja auch logisch, war schließlich ein Bauernhof, wieso sollten die PowerPoint verwenden, wo die doch alles zeigen können.
Ja vielleicht. Aber ich frage trotzdem zurück: Ist ein Foto Ihres Unternehmenssitzes und die Umsatzentwicklung der letzten Jahre wirklich das beste, woran Sie denken können, um Ihr Unternehmen zu präsentieren? Ist Ihr Unternehmen wirklich so eintönig, dass Sie es einzig und allein in ein paar Stichpunkten auf PowerPoint-Folien beschreiben können? Gibt es da nichts zu erzählen? Keine Produkte, die Sie mitbringen können, gar nichts zum Anfassen oder Anschauen?
Ich bin mir da nicht so sicher.
PS: Das Handout meines letzten öffentlichen Vortrags „Von Helden und Abenteuern“ steht jetzt zum Download bereit.
Vier Blogs für den Urlaub
Die neuseeländische Trainerin Olivia Mitchell hat Anfang des Jahres für ein wenig Aufsehen gesorgt, als sie ihre ausführliche Umfrage zu den Präsentationstrends für 2009 unter zahlreichen englischsprachigen Präsentationsblogs präsentierte; ich habe seinerzeit darüber berichtet. Ihr Blog ist aber auch unabhängig davon eine schöne Inspirationsquelle, in dem sie unterschiedliche Aspekte der (PowerPoint-)Präsentation betrachtet und viele kleine Ratschläge gut auf den Punkt bringt.
Seth Godin ist seit Jahren eine der schillerndsten Figuren im Marketingbereich. Schon sehr früh hat er darauf hingewiesen, dass die Zeiten der traditionellen Werbung, in denen man mit viel Geld die Aufmerksamkeit der Kunden, z.B. im Fernsehen, einfach kaufen konnte, vorbei sind. Stattdessen predigt er das Permission Marketing, also die Konzentration auf diejenige Zielgruppe, die von den Produkten erfahren möchte. Wie macht man das? Man braucht hervorragende Produkte („purple cow“), über die man oft, kompetent und nutzbringend spricht, z.B. in Blogs oder Präsentationen. In seinem Blog, schreibt Seth Godin über diese und angrenzende Themen in seinem typischen, oft provokanten und meist tiefgründigen Stil.
Der information-aesthetics-Blog von Andrew Vande Moere ist schon länger eine meiner beliebtesten Inspirationsquellen für Datenvisualisierungen aller Art. Atemberaubend ist die Frequenz, mit der Vande Moere immer wieder erstaunliche Projekte, Webseiten und Videos ausgräbt, die auf innovative Weise bekannte wie weniger bekannte Zusammenhänge visuell darstellen. Der Blog ist mittlerweile zu einer riesigen Fundgrube mit Hunderten von Beispielen spannender Visualisierungen angewachsen.
Dass ich die TED-Talks als Pflichtlektüre für jeden halte, der sich ernsthaft mit dem Thema Präsentieren auseinandersetzen möchte, habe ich in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht. Nicht nur wegen der vielen hervorragenden Beispiele für außergewöhnliche Präsentationen, sondern auch wegen der faszinierenden Themen, die dort in einer ungeheueren Fülle präsentiert werden. Der TED-Blog informiert über die neuesten TED-Talks, die die Webseite zum Download anbietet, liefert aber auch zahlreiche Hintergrundinformationen in Form von Interviews und Hinweisen auf weitere spannende Quellen zu den behandelten Themen.
Präsentieren in Zeiten der Krise
Klar ist jedenfalls, dass es nie wichtiger ist als in Krisenzeiten, überzeugend auf den Punkt bringen zu können, warum ein Kunde gerade mir sein Vertrauen schenken sollte. Und was könnte verheerender sein, als sich hinter schwachen PowerPoint-Folien zu verstecken, die die Zuhörer schon nach der ersten Folie in den Schlaf schicken. Gefragt ist umgekehrt aber auch kein Blendwerk, das als reines Entertainment die Kunden letztlich hinters Licht führt, denn gerade jetzt wird genauer hingeschaut und stärker hinterfragt als sonst.

Als Schlussfolgerung könnte man daraus ziehen: wer kein Produkt hat, über das es sich zu sprechen lohnt, der sollte vielleicht erst einmal seine Hausaufgaben machen. Für alle anderen lohnt es sich gerade jetzt, darüber nachzudenken, wie man über seine bemerkenswerten Produkte auch einprägsam und überzeugend spricht.
PS: Im Rahmen der Blog-Diskussion gebe ich das Blog-Stöcken an meine Blog-Kollegen Heide Liebmann, Stefano Picco und Matthias Schwenk weiter und bin gespannt auf ihre Meinung zu dem Thema.
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7 Jahre „Really Bad PowerPoint“
Präsentation 2009. Was kommt?
1. Ruhig einmal den Beamer ausschalten
Folien haben genau eine Aufgabe: Sie sollen das Verständnis der Zuhörer unterstützen. Wo sie das nicht tun, sind sie überflüssig, wenn nicht sogar störend. Sobald eine Folie auf die Leinwand projiziert wird, teilen Sie sich als Vortragender die Aufmerksamkeit der Zuhörer mit dieser Projektion. Wenn Sie also etwas wichtiges zu sagen haben, dann schalten Sie den Beamer doch einfach einmal ab (natürlich nur sprichwörtlich, einfacher geht es mit einer schwarzen Folie oder indem Sie die „b“-Taste in PowerPoint oder Keynote verwenden, um den Bildschirm schwarz zu schalten).

2. Ein sinnvoller(er) Umgang mit Fotos
Fotos sind so etwas wie die neuen Cliparts. Früher hieß es einmal,
man solle Cliparts verwenden, um seine Präsentation aufzulockern
und auf wichtige Dinge hinzuweisen. Das Problem: irgendwann hat man
einfach alle Screen Beans einmal gesehen und die meisten anderen
Cliparts sind, mal ehrlich, aus heutiger Sicht mindestens so albern
anzusehen wie die Mode aus den 80ern. Also wieder zurück zu
nüchternen Textfolien (=überladene Bullet-Point-Folien).
Seth Godin und Garr Reynolds haben viel dafür getan, uns vor diesen
langweiligen BulletPoint-überladenen Präsentationen zu retten. Was
sie mit ihren Ideen allerdings nicht gemeint haben, ist eine Flut
von Fotos um der Fotos willen. Zu oft werden Fotos verwendet, weil
es „irgendwie chic“ ist, zu oft wird das erstbeste Foto genommen,
das aber nun wirklich inhaltlich nicht passen möchte und zu oft
werden die immer gleichen Gesichter aus den bekannten
Bilderdiensten (allen voran iStockphoto) verwendet. Fotos sind dann
sinnvoll, wenn Sie einen unmittelbaren Bezug zur Botschaft Ihrer
Folie haben oder einen echten Aha-Effekt liefern. Fotos um der
Fotos willen aber sind genau so schädlich wie Cliparts oder
überflüssige Texte auf der Folie.

Was sind Ihre Tipps für 2009? Worauf wollen Sie in Ihren
Präsentationen verstärkt setzen? Was nervt Sie am meisten an den
aktuellen Trends? Schreiben Sie Ihre Meinung in den
Kommentaren.
Links:
Zusammenfassung
der Beiträge zu Olivia Mitchells Frage nach Präsentationstrends
(hier
etwas ausführlicher mit Zitaten)
Die sechs
häufigsten Empfehlungen
Weitere Anmerkungen von
Präsentationsprofis
Bert Deckers Beitrag
Weitere Meldungen
Genau auf die Texte möchte ich hier aber noch einmal die Aufmerksamkeit lenken. Bei beiden Sendungen erkennt man nämlich sehr schön, was damit gemeint sein könnte, nur die wirklich wichtigen Punkte auf die „Folie“ zu schreiben. In den Sendungen vom 20. November 2008 enthält der Aufmacherbeitrag von ZDF heute genau vier Stichpunkte, bei RTL aktuell sind es genau fünf (abgesehen von Orts- und Namensangaben). Alle weiteren Informationen werden mündlich gegeben – und eben nicht nach der langweiligen 1-7-7-Regel auf die Folien geschrieben.
Bei der RTL-Sendung kann man übrigens auch sehr gut sehen, wie man ein Corporate-Design umsetzen kann, ohne dass das Bild in ein viel zu enges Korsett aus Logo, Überschrift, Datum, Name des Vortragenden etc. gepresst wird. Durch konsistente Farb- und Schriftwahl und konsequente Verwendung des gleichen Designs für gleiche Elemente erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um einen Beitrag aus RTL aktuell handelt.

Der Stil des ZDF ist ein bisschen
effekthaschericher und vielleicht schon etwas zu verspielt, aber
das ist vielleicht auch Geschmackssache.

Links zu dem
Thema
ZDF-Mediathek mit
Videoarchiv der heute-Sendung
Videoarchiv von RTL aktuell
...
und jetzt zu den Nachrichten
... und jetzt zu den Nachrichten.
Aber wie machen das eigentlich die Nachrichten? Deren Aufgabe ist es doch auch, Informationen (die Ereignisse des Tages) seriös und zugleich verständlich und kompakt zu präsentieren. Der Vergleich von Nachrichtensendungen mit Präsenationen liegt durchaus nahe, gibt es doch in beiden Fällen einen Sprecher, der vor einer Projektionsfläche vorträgt. Nehmen wir als Beispiel die 20-Uhr-Ausgabe von gestern abend.



Offenbar taugt die Tagesschau nicht so recht als Ausrede, um informationslastige Vorträge als reines Ablesen von Aufzählungspunkten zu gestalten. Im Gegenteil sollte man sich vielleicht noch einmal genauer ansehen wie hier, aber auch in anderen TV-Sendungen, Informationen verpackt und präsentiert werden. Dümmer wird man dadurch ja auch nicht.
Links zu dem Thema
Videoarchiv der Tagesschau
Filmpräsentation
Spannende Geschichte
Geschichten, Emotionen, Einfühlungsvermögen – ein Lehrstück

Na klar, dass Geschichten berühren, dass konkrete Bespiele greifbarer sind als Allgemeinplätze, dass Zitate glaubwürdiger sind als Selbstbekundungen, all das war auch vorher schon bekannt. Aber so konsequent umgesetzt habe ich es selten gesehen. Wie weit entfernt ist das von den typischen Sprüchen („wir dürfen uns jetzt nicht verzetteln“, „wir liefern Ideen statt leerer Versprechen“), die uns in den meisten Wahlkämpfen so langweilen.

Wie fundiert und glaubwürdig Obamas Aussagen letztlich sind, vermag ich nicht zu beurteilen (und muss es ja auch gar nicht). Aus Präsentationssicht ist es jedoch ein glänzendes Beispiel für die Wirkung einer emotionalen Ansprache, für das Einfühlungsvermögen, das man mit Geschichten auslöst und für die Prägnanz konkreter Aussagen. Inspirierend!
Links zu dem
Thema
Offizielle Webseite von Obama
– selbst ein gutes Beispiel klarer Kommunikation
Kommentare auf
der YouTube-Seite des Videos
Was bleibt – Obamas Video ist eine perfekte Umsetzung der
sechs Prinzipien aus dem Buch
Zitrone des Monats Oktober 2008


Die Antwort auf die Frage, was das Google-Handy eigentlich begehrenswert macht, blieben die vier übrigens auch schuldig. Lediglich Allgemeinplätze gab es in Mengen; mein Favorit: „Wir bringen das Internet und das Mobiltelefon zusammen“, was bald zwei Jahre nach der Vorstellung des iPhones einer gewissen Komik nicht entbehrt.
Sehr sehenswert ist übrigens, wie gründlich die Frage-Antwort-Runde in die Hose ging. Na klar, alle Beteiligten beantworten die Fragen souverän. Allerdings sind es Antworten auf die unangenehmen Fragen nach allem, was vielleicht (noch) nicht so toll ist und was dem Google-Handy fehlt. Vielleicht hätten die vier einmal einen Blick in Nick Morgans hervorragendes Buch Give Your Speech, Change the World werfen sollen. Darin vertritt Morgan nämlich die These, dass Frage-Antwort-Runden bei einer Präsentation überhaupt nichts verloren haben (eben weil man dadurch das Ruder aus der Hand gibt).
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Informatik für Anfänger
Was Google hier letztlich zeigt, ist
ein wirklich gut gemachter Schnelldurchgang durch mehrere
Vorlesungen eines Informatik-Studiums mit Auszügen aus Betriebssystemlehre,
Softwareretechnologie,
Softwaresicherheit
und einigem mehr. Wer also schon immer einmal etwas über Garbage
Collection, Sandboxing
und
Softwarerechteverwaltung lernen wollte, der sollte sich den
Comic unbedingt ansehen (und dabei auch darauf achten, wie man
technisch komplexe Sachverhalte anschaulich erklären kann).
[Vielen Dank an alle Tippgeber]
Fünf Blogs für den Urlaub
1. Presentation Zen
Presentation Zen ist der weltweit meistgelesene Blog zum Thema Präsentieren. Garr Reynolds bloggt hier seit dreieinhalb Jahren vorwiegend über Präsentationsdesign und Vortragsgestaltung. Seit Anfang des Jahres gibt es auch ein Buch zum Blog, in dem man gebündelt nachlesen kann, was bisher geschah. Wer moderne Folien gestalten möchte, der kommt um diesen Blog nicht herum.
2. The You Blog
Im You-Blog von John Windsor dreht sich alles um Zielgruppenorientierung. In bisweilen recht provokanter Art schreibt Windsor über dieses Thema meist bezogen auf den Einsatz und die Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. Sehr lesenswert: Do Your Presentations Miss the Point?
3. Speak Schmeak
Speak Schmeak ist der Blog der amerikanischen Trainerin Lisa Braithwaite. Sie bloggt hier fast täglich über praktisch alles, was mit dem Thema Präsentieren zu tun hat und ist dabei immer bemüht, passende Geschichten und Anekdoten zu finden. Ich mag ihren pragmatische Zugang zu dem Thema. Sie vermeidet (anders als viele andere Blogs) das dogmatische Verfechten eines Regelwerks und legt Wert auf die individuellen Stärken jedes Vortragenden.
4. Six Minutes
Six Minutes ist der Blog des englischen Rhetoriktrainers Andrew Dlugan. Besonders interessant ist die immer samstags erscheinende Auslese der besten Artikel aus mittlerweile 106 englischsprachigen Blogs zum Thema Präsentationen. Aber auch Dlugans selbst gibt nützliche Hinweise insbesondere zur Vortragsvorbereitung.
5. slide:ology
Gerade erst gestartet ist der slide:ology-Blog von Duarte Design. Das gleichnamige Buch erscheint in Kürze auch in Deutschland. Die auf Präsentationen spezialisierte Design-Agentur liefert interessante Einblicke in ihre Heransgehensweise. Bekannt ist Duarte Design vor allem durch die Gestaltung des Films Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore.
Links zu dem Thema:
Garr Reynolds@GoogleTalks
Sehenswerte Folien von Garr Reynolds zum Buch Brain Rules
Online-Kurs Decisive Presentations von John Windsor
Tipps und Tricks zur Vortragsvorbereitung von Lisa Braithwaite
Face-the-Wind-Rede von Andrew Dlugan
Online-Kurs Creating Powerful Presentations von Nancy Duarte
PowerPoint als Sport



Links zu dem Thema:
Pecha-Kucha-Homepage, Informationen zu weltweiten Veranstatlungen
Pecha-Kucha-Präsentation von Daniel Pink
Pecha-Kucha-Videos auf YouTube
How to Buy a New Car – Ignite-Präsentation von Bob Gruhl
Ignite-Präsentationen aus Portland
The Phones Start Talking
Ich würd’s nicht unterschreiben, sondern versuche stattdessen, Ihnen einen kurzen Einblick in mein Promotionsthema zu geben, das im Detail zumindest so kompliziert ist, dass es mich einige Jahre beschäftigt hat. Fragt man Wikipedia, was ein Ad-hoc-Netz ist, so lernt man, es sei ein Funknetz, das zwei oder mehr Endgeräte zu einem vermaschten Netz verbindet, um darüber Daten von Netzknoten zu Netzknoten weiter zu reichen. Aha. Nicht klar wozu das gut sein soll?
Ich versuch’s mal anders, nämlich mit einer kleinen Präsentation:
Warum ich Ihnen das erzähle? Weil das
mein Beitrag zum diesjährigen slideshare-Wettbewerb
ist und wenn er Ihnen gefällt, dann geben Sie mir Ihre
Stimme.
Links zu dem Thema:
- Offizieller Link zum slideshare-Wettbewerb
- Mein Beitrag The Phones Start Talking
- Handout zur Vorlesung Mobile Ad-hoc-Networks (das bis auf das Cover und ein paar Kleinigkeiten mit dem pdf auf youpublish übereinstimmt und für Überzeugend-Präsentieren-Leser somit kostenlos ist.)
- Wikipedia-Artikel zu Ad-hoc-Netzen
- Berliner Freifunk-Initiative, die eine frei verfügbare Software für Ad-hoc-Netze entwickelt und betreibt
- Zurück an der Uni
- Was bleibt: Einfaches
TED Top 10
Letzte Woche haben die Veranstalter verkündet, dass seit Beginn dieses Angebots über 50 Millionen Videos angesehen wurden. Dieses Jubiläum nahmen sie zum Anlass, die Liste der zehn meistgesehenen Videos zu veröffentlichen. Die Top 3 sind:
- Jill Bolte Taylor – My stroke of insight
- Jeff Han – Touchscreen demo
- David Gallo – Underwater astonishments
Nachdem ich das erstplatzierte Video
von Jill Bolte Taylor bereits hier
vorgestellt habe, möchte ich Sie stattdessen noch einmal auf einen
weiteren meiner Favoriten hinweisen, die
großartige Präsentation des schwedischen Professors Hans
Rosling, die auf Platz 7 in der Liste steht. Ich wette, Sie
haben noch nie zuvor Statistiken so aufregend präsentiert gesehen
(außer Sie kennen das Video schon). Im Stil eines Sport-Reporters
führt Rosling sein Publikum durch die Entwicklung der weltweiten
Gesundheitstatistiken. Absolut atemberaubend:
Links zu dem
Thema:
Homepage von TED
TEDBlog, indem auch alle neu eingestellten Videos
angekündigt werden
Zwei Perlen aus dem amerikanischen Präsidenschaftswahlkampf




Das andere Extrem zeigt uns David
Plouffe, Chef-Wahlkämpfer von Barack
Obama in seiner
Kampagnenpräsentation für die Vorwahlkämpfe; klassische
Death-by-PowerPoint-Folien mit überfüllten Textfolien,
unübersichtlichen Diagrammen und einem viel zu aufdringlichen
Folienhintergrund. Unklar bleibt, wie Plouffe es geschafft hat,
seine offenbar erfolgreiche Botschaft dennoch in die Köpfe seiner
Helfer zu bekommen.


Ich bin gespannt, wann hierzulande die
ersten Kanzlerkandidaten ihre PowerPoint-Präsentationen
auspacken.
[gefunden im Extreme
Presentation Blog]
Wo kommt eigentlich das ganze Zeug her?
Pop oder Flop?
1. Eurovision Song Contest
2. ZDF-Hitparade
3. Next-Web, eine europäische Konferenz über die Zukunft des Internets
Richtig, aus der Next-Web-Konferenz.
Glauben Sie nicht? Wie würden Sie denn die Bühne gestalten, wenn Sie eine Konferenz organisieren müssten? Rücken Sie etwa die Vorträge in den Mittelpunkt und verzichten auf alles, was von den Vorträgen ablenken könnte? Was sollen denn da die Leute denken, schließlich organisieren Sie eine High-Tech-Veranstaltung. Da müssen Sie natürlich zeigen, dass Sie hip sind. Und die Medien sind ja schließlich auch da. Also: Inszenieren Sie eine Lightshow, bei der selbst Dieter Thomas Heck vor Neid erblasst, und lassen Sie diese während der Vorträge ständig laufen. So wird dem Publikum garantiert nicht langweilig (hypnotische Zustände allerdings nicht ausgeschlossen).
Klar, die Next-Web-Konferenz gibt sich insgesamt einen ziemlich poppigen Anstrich und vermarktet sich selbst als Show-Event. Aber während der Vorträge haben die Veranstalter den Bogen doch etwas überspannt. Bei der Verkündung von Länderpunkten mag solch eine Bühnendekoration ja vielleicht noch einen gewissen Reiz haben, während eines Vortrags aber sicher nicht. Wer sich das Ganze einmal anschauen möchte, folge einfach diesem Link.
Links zu diesem Thema:
Next-Web-Konferenz
Videos von Vorträgen der Next-Web-Konferenz
Seth Godin über den neuen Standard für Meetings und Konferenzen
Vom Winde verweht
Achtung, jetzt kommt ein Cartoon

Mein persönlicher Favorit ist "Casablanca", das die üblichen PowerPoint-Templates, die in Unternehmen so verbreitet sind, auf den Filmklassiker Casablanca anwendet. Wie viel Emotion bliebe wohl noch übrig, wenn von der Projektionsfläche erst einmal der ganze dekorative Rand abginge und ständig das übergroße Logo über dem Film prangerte? Fehlt nur noch die Überschrift für jede Szene; wie wäre es z.B. mit der aussagekräftigen Überschrift "Die Schlüsselszene"? Übrigens: beim Fernsehen ist das gar nicht mal so weit her geholt, denn hier müssen wir mittlerweile ständig die Senderlogos ertragen; von CNN-Nachrichten will ich gar nicht erst sprechen.
Auf der Webseite sind noch viele weitere, sehr gelungene Beispiele zu finden. Eine kleine Anregung: Wer seinen Mitmenschen auch einmal halbwegs dezent sagen möchte, dass seine Präsentationen verbesserungswürdig sind, bisher aber noch nicht wusste wie, kann ja einmal darüber nachdenken, einen der Cartoons in Form einer Postkarte zu verschicken oder das Poster an seine Bürotür zu hängen.


Eine Cola mit Zitrone

Wie man solch eine Gelegenheit aber auch richtig vergeigen kann, zeigt der Coca-Cola-Abfüller Coca-Cola West aus West-Japan mit seiner Präsentation der Ergebnisse für 2007.



Die Beispiele sehen nicht nur billig aus, sie sind auch offenbar mit wenig Sorgfalt vorbereitet worden. Das Layout ächzt an allen Ecken und Kanten durch Anfängerfehler (z.B. Überlappungen und Inkonsistenzen), auch Rechtschreibfehler schleichen sich ein (z.B. "Coca-Cole"). Das Foliendesign schreit einen geradezu an mit seinen schrillen Farben. Die unendlich vielen Farbverläufe wirken nicht nur verspielt, sondern wecken einen unseriösen Eindruck. Die Folien sind hoffnungslos überfüllt mit Details, so dass die Kernaussagen völlig im Rauschen untergehen. So geht es übrigens 75 Folien lang zu (fairerweise: bei Folie 50 beginnt das Referenzmaterial). Ein Leser des Blogs Presentation Zen schreibt dazu in den Kommentaren: "Seems that coca is still a major ingredient of their sugared beverages."
Übrigens läuft auch der Einwand ins Leere, das Ganze müsse so ausführlich sein, weil es ja gleichzeitig als Handout für die Analysten dient. Erstens ist es ungeheuer mühsam, sich durch dieses unübersichtliche Material durchzuarbeiten und die wesentlichen Informationen oder gar die groben Trends herauszufiltern. Damit ist es als Handout genauso untauglich wie als Präsentationsmaterial. Außerdem gibt es für die vergangenen Jahre durchaus sehr ansehnliche "Annual Review"-Dokumente. Echte Dokumente, die alles besser machen als diese merkwürdigen Folien. Sie sind übersichtlich strukturiert, liefern klare Aussagen und sehen auch noch gut aus, z.B. dieses einfache Diagramm:

[gefunden bei Presentation
Zen]
Links zu diesem Thema:
Zitrone des Monats März 2008
Coca-Cola West
Präsentationsunterlagen
der Coca-Cola West
Annual-Review-Dokumente
der Coca-Cola West
Was man bei technischen Präsentationen vermeiden sollte

Bei der letztjährigen MEDC, Microsofts Konferenz für "mobile and embedded devices", haben sich vier Microsoft-Mitarbeiter einen Spaß daraus gemacht, die gröbsten Fehler bei technischen Präsentationen in einem Video nachzustellen. Wenn man nicht wüsste, das es Spaß ist, man könnte es glatt für echt halten. So traurig ist das oft auf Konferenzen; und so gut haben die vier das nachgestellt.
[gefunden bei Speak Schmeak]
Ein unfairer Vorteil?

Mein Gesprächspartner war offenbar ganz anderer Meinung. Unsere Zeit sei ohnehin viel zu schnelllebig, als dass man überhaupt etwas von Vorträgen mitnehmen könne; und schließlich bekomme man ja immer Ausdrucke von allen Folien. Man versuche in seiner Branche möglichst mit Standardpräsentationen zurecht zu kommen, vielleicht ergänzt um ein paar kundenspezifische Folien.Presentation is the "killer skill" we take into the real world. It is almost an unfair advantage! - Neal Crocker
Es ist genau diese Einstellung, die zu den schwer erträglichen PowerPoint-Orgien führt: als Vortragender keine Zeit für eine überzeugende Aufbereitung und als Zuhörer eine Durchhaltementalität, die langweilige Präsentationen als gegeben ansieht. Außerdem, sagt der Unternehmensberater, komme es ja auf den Inhalt an und nicht auf die Verpackung. Na gut, aber würden Sie Ihren Kunden Pizza aus der Dose anbieten? Dosenpizza ist nicht nur schlecht verpackt, sondern auch lieblos zubereitet.
Überzeugend Präsentieren bedeutet, gute Ideen ansprechend zu verpacken, und nicht, heiße Luft um Nichts zu produzieren. Es bedeutet, Ideen auf das Wesentliche zu reduzieren und es nicht dem Zuhörer zu überlassen, die relevanten Informationen herauszufiltern. Es bedeutet, das Verständnis durch einprägsame Folien zu unterstützen und nicht durch sinnloses Wiederholen viel zu vieler Details abzulenken. Es bedeutet, Ideen so zu verpacken, dass etwas bei den Zuhörern hängen bleibt. Das - und nur das - ist der Grund, warum wir präsentieren.
Links zu dem Thema:
Identity 2.0-Präsentation von Dick Hardt
Was bleibt: Einfaches
Schlechte Präsentationen schaden dem Image
Gedanken sichtbar machen
Einen Blick wert ist in jedem Fall auch das eBook TEDBigViz, das in diesem Jahr während der Konferenz als Experiment entstanden ist. Die beiden Designer David Sibbet und Kevin Richards zeichneten live ihre spontanen Assoziationen zu den Vorträgen an einem Multitouch-Screen auf. Das Ergebnis ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, wie Ideen grafisch auf das Wesentliche reduziert werden können. Die PDF-Datei kann kostenlos heruntergeladen werden.
Zum Abschluss noch das versprochene Video von Jill Bolte Taylors Vortrag, der übrigens auch ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie fasziniernd es sein kann, reale Utensilien als Anschauungsmaterial zu verwenden (anstatt immer nur Abbildungen in PowerPoint-Folien zu verwenden).
Ein Menü aus Ideen

Zur Vorspeise wählen Sie marinierte Scheiben vom Rind mit Trüffelvinaigrette; es folgt gegrilltes Weidelamm mit Paprikaconfit und Ricottagnocchi und als Dessert krönen Feigencarpaccio und Schokoladen-Limonensoufflé den Abend.
In allerbester Atmosphäre können Sie sämtliche Fragen Ihres Kunden zu seiner vollsten Zufriedenheit beantworten, so dass Sie am Ende des Abends schließlich den Auftrag praktisch in der Tasche haben. Es zahlt sich eben aus, einem guten Kunden etwas zu bieten. Lesen Sie mehr...
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Wie man sich aber umgekehrt mit schlechten Präsentationen zum Gespött der Presse machen kann, demonstrierten drei Weltkonzerne auf der diesjährigen CeBIT. Lesen Sie mehr...
18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt

7 Jahre "Really Bad PowerPoint"

Seth Godin ist nämlich außerdem ein außergewöhnlicher Redner, den man getrost als Pionier einer modernen Art von Präsentationen ansehen kann, die sehr stark auf Emotionen und Bilder setzt. Schon 2001 schrieb er das Essay "Really Bad Powerpoint", in dem er die damals übliche Art, (PowerPoint-)Präsentationen zu halten, heftig kritisiert und einen radikal anderen Ansatz vorschlägt. Das Traurige daran: Noch heute, also 7 Jahre später, ist dieses Essay hochaktuell und für viele Präsentationen gilt seine Kritik unverändert. Lesen Sie mehr...
Wenn Dell Pizza verkaufen würde...






























