Die Endlosfolie
Die Gemälde Van Goghs könnten in diese Kategorie fallen. In einer Zeitreihe angeordnet erkennt man Zusammenhänge, die fehlen, wenn Bilder nur einzeln zu sehen sind. Da der Platz auf einer Folie beschränkt ist, verteilen Sie die Zeitleiste einfach auf mehrere Folien und fahren während der Präsentation durch diese Zeitleiste, indem Sie die Folien jeweils durch Folienübergänge nach links "verschieben", etwa so (Klick für YouTube-Video):
Diese Methode bettet einzelne
Informationen (hier die Gemälde) in einen größeren Kontext (hier
den Zeitstrahl) ein. So bleibt das Ganze auch dann im Blick, wenn
über Details gesprochen wird (z.B. durch Hineinzoomen in ein Bild).
Es wirkt, als blicke man auf einen kleinen Ausschnitt einer viel
größeren Szene.
Das funktioniert auch dann sehr gut, wenn die Informationen nicht
zeitlich, sondern räumlich in Beziehung stehen, z.B. die
Muskelpartien des menschlichen Körpers:
Neben den rein inhaltlichen Aspekten
wie dem verbesserten Überblick bietet diese Art der "endlosen"
Folien auch Vorteile für einen spannenderen Vortragsaufbau. Anstatt
einzelne Folien aneinanderzureihen ("Auf dieser Folie sehen sie"),
ergibt sich automatisch ein roter Faden, ein Erzählstrang, der
Ihren Vortrag besser zusammenhält.
Und so ist diese Technik auch durchaus nicht beschränkt auf
Informationen, die einen zeitlichen oder räumlichen Bezug haben.
Sie lässt sich grundsätzlich anwenden, um den Elementen Ihrer
Präsenation einen dramaturgischen Zusammenhalt zu geben, z.B. in
diesen Folien über Albert Einstein.
Wer das lieber nicht von Hand macht,
für den gibt es seit einiger Zeit den Internetdienst Prezi. Dort können Sie
Präsentationen erstellen, die ganz ohne "klassische" Folien
auskommen. Informationen ordnen Sie bei Prezi auf einer
Präsenationsfläche an, die prinzipiell in alle Richtungen
unbegrenzt ist. Durch Hochladen von Bildern, Anordnen auf der
Fläche und Definieren der Bewegung über die Fläche, können Sie
entlang Ihrer Präsentation manövrieren und dabei herein- und
herauszoomen.
Was die grafischen Fähigkeiten angeht, ist Prezi sicher noch nicht
ganz so weit wie die etablierten Programme PowerPoint und Keynote.
Und selbstverständlich eignet sich nicht jeder Vortrag für diese
Art der Darstellung, aber eine interessante Herangehensweise ist
das allemal (doch Vorsicht: zu viel zoomen kann nerven, Animationen
sind dann sinnvoll, wenn Sie einen Mehrwert liefern, wie in den
Beispielen oben).
Eine Anregung, was mit Präsentationen machbar ist, die sich in
Prezi-Art von Folien lösen, zeigt dieses Video über Google
(wenngleich das weder mit Prezi, noch mit PowerPoint oder Keynote
heute schon so möglich ist):
Links zu dem Thema
Nancy Duarte beschreibt die Technik in Ihrem Buch
slide:ology, Beispiele aus dem Buch finden sich online hier
und hier.
Wie
groß ist ein Grippevirus?
Animationen
sinnvoll einsetzen
Große
Zahlen begreifbar machen
Vorher-Nachher: Sparsamkeit

Gedacht war die Färbung sicher zur
besseren Strukturierung der vier Teilaspekte, vermutlich nachdem
der Autor festgestellt hat, dass die Folie ohne die Farben ziemlich
unübersichtlich war, das hätte nämlich so ausgesehen:

Leider hat er damit nicht die Ursachen,
sondern lediglich die Symptome bekämpft. Anstatt durch (im Grunde
genommen) bedeutungslose Farben, die eher willkürlich und
quietschbunt daherkommen (und auch im übrigen Vortrag nicht weiter
verwendet wurden), hätte er mit ein paar grundlegenden Designregeln
viel mehr erreicht. Aber zunächst machen wir uns einmal auf die
Suche nach den Ursachen der Unübersichtlichkeit:
1. Großbuchstaben sind nicht gut lesbar
Vermutlich um die Wichtigkeit jeder einzelnen Empfehlung zu betonen, wurde der komplette Text in Großbuchstaben gesetzt. Problematisch ist dabei vieles: Erstens verliert jede Auszeichnung ihre Bedeutung, wenn alles ausgezeichnet ist. Wenn alles wichtig ist, wird letztlich alles unwichtig. Zweitens sind Texte in Großbuchstaben schwer lesbar, weil ihnen eine visuelle Struktur fehlt. Das erkennt man z.B. hier:
Da alle Großbuchstaben gleich hoch
sind, nimmt sie das Auge aus der Ferne als einen großen Block wahr.
Normale Text wechseln dagegen Groß- mit Kleinbuchstaben ab, die
wiederum Ober und Unterlängen haben. Dadurch erhalten Wörter eine
Struktur, die z.B. auch beim Überfliegen eines Textes hilft, die
Bedeutung der Worte zu erfassen, ohne genau zu lesen.
2. Es fehlt Kontrast
Kontrast hilft dabei, wichtige von weniger wichtigen Informationen zu trennen. Auf dieser Folie besteht der einzige Kontrast jedoch in der Verwendung von Aufzählungspunkten, durch die Überschriften von Inhalten getrennt werden. Wenn jedoch alles mehr oder minder gleich aussieht, hat das Auge keine Stützpunkte, an denen es sich orientieren kann, um die Struktur und Hierarchie der Inhalte zu erkennen. Es bleibt letztlich nichts anderes übrig, als die Folie von oben nach unten zu lesen. (So ziemlich das Schlimmste, was einem Vortragenden passieren kann, denn in der Zeit hört sein Publikum ihm nicht zu.)Mit zwei leichten Modifikationen hätte man hier also erheblich mehr erreicht als durch die Farbflächen, z.B. so:

Die Strukturierung der Inhalte erfolgt
hier letztlich durch das Designprinzip der Nähe, indem
zusammengehörige Dinge auch räumlich nah beieinander stehen. Die
Hierarchie der Inhalte wird durch das Designprinzip des Kontrastes
erreicht, indem die vier Überschriften deutlich hervorstechen. Wer
lieber dem Vortragenden zuhört als zeilenweise Text zu lesen,
behält hierdurch gleichtzeitig eine gute Orientierung. Letztlich
stellt das Prinzip der Wiederholung sicher, das gleiches auch
gleich aussieht. Sämtliche Überschriften sind in der gleichen
Schrift und der gleichen Farbe gehalten, so dass man auch keine
Bedeutung in unterschiedlichen Farben suchen muss, wo keine
ist.
Verwenden würde ich die Folie so übrigens trotzdem nicht,
allenfalls als Handout, denn während des Vortrags kann man sich all
das ohnehin nicht merken. Im Zweifel wird man durch das Lesen der
Texte eher davon abgehalten, den (wichtigeren) Worten des
Vortragenden zuzuhören.
Möglichkeiten, das besser zu machen, gibt es aber nahezu beliebig.
Ich glaube sogar, dass man hier eine Folie gar nicht unbedingt
gebraucht hätte. Viele der Informationen sind völlig naheliegend.
Spannender und einprägsamer könnte es daher sein, anstatt eines
Monologes den Dialog mit dem Publikum zu suchen, z.B. über typische
Vorurteile zu diskutieren oder weitere Möglichkeiten des Einsparens
zu besprechen, die vielleicht gar nicht auf der eigenen Liste
standen. Sicher, dafür sollte man dann schon ziemlich gut
vorbereitet sein. Aber ist das ein Argument?
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Die Liga der außergewöhnlichen Schriften
Eine empfehlenswerte Webseite hatte ich damals nicht erwähnt: The League of Movable Type. Die Betreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, eine Bibliothek qualitativ hervorragender Schriften nach den Prinzipien von Open Source zu erstellen. Das bedeutet, dass Sie die kostenlosen Schriften beliebig verwenden drüfen, so lange Sie den Urheber nennen.
Die Schriften sind durchweg von guter Qualität, leider jedoch nicht immer vollständig. Wer also deutsche Präsentationstexte verwendet, sollte vorher prüfen, ob die Umlaute in der gewünschten Schrift enthalten sind. Stilistisch deckt die Auswahl einen breiten Anforderungskatalog ab. Um Ihnen ein paar Anregungen zu geben, wie Sie einige der Schriften in Ihren Layouts einsetzen können, habe ich beispielhaft diese vier Folien entworfen:




Verwendete Schriften (von l.o. nach r.u.):
Sniglet von Haley Fiege (kleine Schrift: League Gothic)
League Gothic von The League of Movable Type,
Blackout von Tyler Finck,
Junction von Caroline Hadilaksono
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Empfehlung: Presentation Zen Design
Sein erstes Buch "Presentation Zen" bildet mittlerweile, im Duett mit Nancy Duartes slide:ology, das Standardwerk für PowerPoint-Präsentationen (im Bereich Rhetorik und Körpersprache sind sicher andere zu nennen, z.B. Nick Morgan). Reynolds bemühte sich damals vor allem darum, das Bewusstsein für seine Art der Präsentation zu wecken, die mit eingefahrenen Strukturen bricht, indem sie auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichtet und stattdessen mit glasklarer Kommunikation und schlichtem Design überzeugt. Viele Leser haben jedoch konkretere Anleitungen vermisst, mit denen Sie selbst solche Präsenationen erstellen können. Das holt Reynolds mit seinem zweiten Buch Presentation Zen Design jetzt nach – und wie!
Hatte ich damals Presenation Zen schon bedingungslos empfohlen, so gilt das nun umso mehr für dieses zweite Buch. Mit unzähligen Vorher-Nachher-Beispielen erklärt Reynolds grundlegendes Designerwissen zum sinnvollen Umgang mit Schriften, Farben, Bildern und Diagrammen. Dabei verliert er sich nicht in theoretischen Tiefen, sondern bleibt immer pragmatisch mit ganz konkreten Tipps für die Foliengestaltung. Im zweiten Teil des Buches wendet er die vier Bausteine des ersten Teils auf drei grundlegende Designprinzipien an und zeigt, wiederum mit vielen Vorher-Nachher-Beispielen, wie Folien dadurch klarer und ansprechender werden. Wie schon im ersten Buch rundet eine umfassende Reihe beispielhafter Präsentationen das Buch ab. Hier findet man noch einmal viele, viele Inspirationen für eigene Folien.
Ich kann mich nur wiederholen: Presentation Zen Design empfehle ich unbedingt. Es ist inhaltlich eine gelungene Darstellung der wichtigsten Designthemen, die Sie zur Erstellung beeindruckender Präsentationsfolien benötigen. Gleichzeitig ist es wunderbar anzuschauen und durch seine starke visuelle Prägung ein schönes Beispiel dafür, wie Reynolds selbst das lebt, was er auch predigt. Wichtig bleibt dabei aber immer: Reynolds gibt Empfehlungen und Begründungen, zwängt aber niemanden in ein festes Regelkorsett.
Wer ein vielleicht noch ein bisschen einfacheres Buch für allgemeine Designfragen sucht, dem empfehle ich nach wie vor Robin Williams' Design & Typografie. Wer jedoch ein fundiertes Designbuch mit zahlreichen ganz konkreten Inspirationen speziell für die eigenen Präsentationen sucht, der findet im Augenblick kein besseres Buch als Presentation Zen Design (noch leider nur auf Englisch, eine deutsche Übersetzung wird aber sicher bald folgen). Update: Bei Peachpit, dem Buchverlag, der das Buch vertreibt, gibt es ein Kapitel zum Probelesen.
Weitere Buchempfehlungen
Chip & Dan Heath: Was bleibt
Nancy Duarte: slide:ology
Dan Roam: Auf der Serviette erklärt
John Medina: Gehirn & Erfolg
Nick Morgan: Give Your Speech – Change the World
Give-Away: Weihnachtsfolien
Wenn Sie noch auf der Suche nach dieser etwas anderen Weihnachtsfolie sind, dann ist dieser Artikel vielleicht genau das richtige für Sie. Am Ende des Artikels können Sie 8 Weihnachtsfolien herunterladen, die Sie beliebig in Ihren Präsentationen verwenden können. Zuvor zeige ich Ihnen ein paar Tricks und Quellen zum Erstellen eigener, individueller Weihnachtsfolien.



Der erste Schritt zur Weihnachtsfolie ist ein schöner Bildhintergrund. Auf iStockphoto gibt es dazu eine eigene Rubrik unter Seasonal Searches. Achten Sie bei der Motivauswahl darauf, dass Sie genügend Platz für Ihren Text haben. In den erweiterten Sucheinstellungen gibt es hierfür eine eigene Suchoption ("Suche mit CopySpace").
Gute Startpunkte für die Bildersuche könnten diese Weihnachtsmänner oder diese Hintergrundbilder mit glitzernden Tannenbäumen sein. Wer es etwas ausgefallen mag, der könnte vielleicht bei diesen oder diesen gezeichneten Motiven fündig werden. Die Lizenzgebühren der Bilder liegen meist zwischen 1€ und 15€. Kostenlose Bilder findet man mit der Bildsuchmaschine everystockphoto, allerdings muss man hier mit einem erheblich größeren "Rauschen" durch weniger professionelle Bilder rechnen.
Empfehlenswerte Schriften finden Sie u.a. in der sehr guten Schriftensammlung von fontsquirrel, z.B. bei den Script-Schriften oder den kalligrafischen Schriften. Wer bereit ist, ein wenig zu investieren, findet in der MyFonts-Bibliothek einige exzellente Weichnachtsschriften, z.B. die mittelalterliche Walhalla, die Breitfederschrift Christmas, die winterliche Flavour oder die Ornamentschrift 2008 Xmas Fantasy. Achten Sie bei der Schriftwahl darauf, dass der Charakter der Buchstaben zu Ihrem Motiv passt, so wie etwa im roten Motiv oben die geschwungenen Buchstaben gut zu den geschwungenen Formen des Tannenbaums passen.
Farblich können Sie sich meist an den Farben des Motivs orientieren (einfarbige Motive wirken oft edler). Mit Weiß oder Gold liegen Sie auch selten falsch. Anregungen können Sie sich ferner in Farbdatenbanken wie kuler holen, wo sie fertige Farbschemata zu vielen weihnachtlichen Schlagwörtern finden.
Wenn Sie möchten, können Sie aber auch einfach eine der acht Weihnachtsfolien verwenden, die ich für Sie vorbereitet habe, indem Sie sie als Bild in Ihre Präsentation einfügen. Sie dürfen die Weihnachtsfolien beliebig verwenden und weitergeben, solange Sie diese Webseite als Quelle nennen (Details zur Lizenz).
Viel Spaß bei Ihrer Weihnachtspräsentation!

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Vorher-Nachher: Zitate

Diese Darstellung verspielt aber viel
von der möglichen Wirkung des Zitats. Das Zitat muss sich visuell
hinten anstellen und buhlt um die Aufmerksamkeit mit den
Aufzählungspunkten, die im Grunde nichts wesentliches hinzufügen.
Im Gegenteil: Anstatt das Zitat als wirksame Zusammenfassung stehen
zu lassen, die den Folieninhalt prägnant auf den Punkt bringt, wird
die Wirkung verwässert, weil zu viele Informationen
gleichberechtigt nebeneinander stehen. Am Ende bleibt so
möglicherweise gar nichts hängen.
Ganz anders sieht es aus, wenn das Zitat selbständig wirken kann
und die restlichen (ohnehin redundanten) Informationen dem
mündlichen Vortrag überlassen werden. So kann man in aller Ruhe die
Bedeutung der These erläutern, während gleichzeitig eine
einprägsame Darstellung des Zitats das Abspeichern der Aussage
fördert, etwa so:

Um zu dieser Darstellung zu gelangen,
sind nur wenige Schritte nötig. Zunächst habe ich ein passendes
Foto des Zitat-Urhebers gesucht. In diesem Fall war das der
Jazz-Musiker
Thomas Siffling während eines Live-Konzerts. Natürlich sollten
Sie dabei um Erlaubnis fragen oder die Foto-Lizenz prüfen.


Zusammenfassend habe ich die Wirkung des Zitats also verbessert, indem ich es einem passenden emotionalen Foto zugeordnet habe und Farbwahl sowie Ausrichtung an die visuelle Sprache des Fotos angepasst habe. Diese Folie ist erheblich einprägsamer als die Ursprungsfolie, die vermutlich im Einheitsbrei der übrigen Folien einer herkömmlichen Präsentation untergegangen wäre. Die neue Folie komplementiert den mündlichen Text erheblich besser, da sie für sich steht und Platz für die Konzentration auf den Vortrag lässt. Versuchen Sie doch auch einmal etwas ähnliches bei dem nächsten Zitat, das Sie auf eine Folie schreiben.
Weitere Vorher-Nachher-Vergleiche
Vorher-Nachher: One Minute Madness
Vorher-Nachher: Mitarbeitermotivation
Vorher-Nachher: Emotionen
Sämtliche Vorher-Nachher-Vergleiche
Die 1-7-7-Regel für PowerPoint-Folien
Die 1-7-7-Regel für PowerPoint-Folien ist auch so eine sinnentstellte Regel. Was vielleicht einmal gedacht war, um das allerschlimmste zu verhindern, nämlich von oben bis unten mit ganzen Sätzen voll geschrieben Folien, hat sich mittlerweile verselbständigt und findet sich in unzähligen Präsentationsratgebern als sinnvolles Maß für die Textmenge auf Folien. Aus einer Maximalempfehlung ist auf diese Weise eine sinnentstellte Minimalregel geworden:

Das Problem: diese Regel ist schlicht
unbrauchbar und in den meisten Fällen ein schlechter Rat. Der
Präsentationsexperte Andrew Abela
bezeichnet in seinem Buch
Folien mit sieben Zeilen à sieben Wörtern gar als „die
schlimmstmöglichen Folien“. Aber wo kommt diese Regel eigentlich
her? Vermutlich geht sie zurück auf die Fehlinterpretation einer
wissenschaftlichen Veröffentlichung des Psychologen George Miller
aus dem Jahr 1956:
The Magical Number Seven, Plus or Minus Two: Some Limits on Our
Capacity for Processing Information. In dieser Studie zeigte
Miller, dass es anscheinend eine Grenze von ca. 7 (±2) Elementen
gibt, die unser Arbeitsgedächtnis aufnehmen kann, z.B.
sieben Ziffern, Wörter usw. (mittlerweile gibt es hierzu
detailliertere Untersuchungen).
Wie auch bei
Mehrabians Körpersprache-Studie beruht jedoch auch hier die
Übertragung der Studienergebnisse auf Präsentationen auf einem
grandiosen Missverständnis. Millers Regel sagt – wie der Autor
selbst schreibt – nichts, wirklich gar nichts aus „über
die Fähigkeit einer Person, gedruckte Texte zu verstehen.“ Der
bekannte amerikanische Informationsforscher Edward Tufte bringt das so auf den
Punkt:
So weit so gut. Aber dass Millers Erkenntnisse nicht auf Präsentationen übertragbar sind, bedeutet ja noch nicht, dass die 1-7-7-Regel nicht vielleicht doch sinnvoll sein könnte.Millers Regel sagt nichts über die Menge an Informationen aus, die in einer Präsentation gezeigt werden sollen (solange die Folien nicht aus nonsense-Silben bestehen, die das Publikum sich merken und einem Psychologen aufsagen soll).
Ist sie aber nicht, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Mensch ist nicht besonders gut im Multitasking. Zwar können wir unterschiedliche Tätigkeiten gut parallel ausführen, z.B. können wir uns unterhalten, während wir spazieren gehen. Wir können auch Bilder betrachten und gleichzeitig einem Text zuhören, z.B. wenn wir einen Film ansehen. Diese Tätigkeiten benutzen aber jeweils unterschiedliche Kanäle in unserem Gehirn. Wir können aber nicht zwei Tätigkeiten in demselben Kanal gleichzeitig durchführen. Und genau das ist gefordert, wenn auf Folien viel Text steht. Das Publikum muss dann dem Vortragenden zuhören und gleichzeitig die Texte lesen, also zwei Tätigkeiten durchführen, die denselben Kanal verwenden.

Das wichtigste Argument, das häufig für die 1-7-7-Regel genannt wird, nämlich dass die Stichpunkte eine prägnante Betonung der wichtigsten Inhalte einer Präsentation darstellen, ist damit völlig wertlos, weil das Publikum sie gar nicht angemessen verarbeiten kann. Das bedeutet dann wohl im Umkehrschluss, dass die einzige Möglichkeit, 1-7-7-Folien überhaupt sinnvoll einzusetzen, darin besteht, sie vorzulesen. Wer aber so etwas schon einmal erlebt hat, der wird sich mit ziemlicher Sicherheit an dieses Gefühl erinnern:Um es ganz offen zu sagen: Die Wissenschaft zeigt, dass wir nicht multitaskingfähig sind. Wir sind biologisch unfähig, mehrere aufmerksamkeits-intensive Einflüsse gleichzeitig zu bearbeiten.

Zitrone des Monats August 2009
Siemens ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Der auch international in vielen Bereichen führende Weltkonzern steht für Hochtechnologie, z.B. wurde der ICE, in dem ich gerade sitze, von Siemens (mit-)gebaut.
Im vergangenen Monat berichtete Siemens auf einer Presseveranstaltung über seine Aktivitäten in Afrika, insbesondere im Zusammenhang mit der im nächsten Jahr stattfindenen Fußballweltmeisterschaft. Hierfür hat Siemens z.B. Kraftwerke in Kapstadt und Mossel Bay gebaut und Software für die medizinischen IT-Systeme in 37 Krankenhäusern bereitgestellt.
Hoffentlich hat das Unternehmen dabei mehr Sorgfalt walten lassen als bei der Erstellung der Folien zum Vortrag des Siemens-Vorstands Dr. Russwurm. Die Folien sehen auf den ersten Blick nett aus und zeigen emotionale Bilder (und es sind erfreulich wenige). Aber genauer darf man nicht hinsehen. Dann nämlich erkennt man, mit wie wenig Sorgfalt die Designer hier zu Werke gegangen sind.
Ganz deutlich sieht man das an der Ausrichtung der Elemente. Grob über den Daumen gepeilt stimmt das meistens. Aber intuitiv merkt man, dass hier etwas nicht genau passt. An der einen Stelle ein wenig zu hoch, an der anderen zu weit rechts, eben gerade so zurechtgerückt, nicht aber ordentlich entwickelt. Wer genau hinsieht, erkennt eine ganze Menge solcher Fehler.
Auch ansonsten wirken die Elemente eher lieblos auf die Folie geworfen. Manche Textboxen sind so eng an den Rand gequetscht, dass Sie fast aus den Boxen zu fallen scheinen, Abstände sind uneinheitlich, Texte sind ’mal fett, das andere Mal nicht und so könnte man weiter aufzählen.
Dagegen ist bei unternehmensinternen Vorträgen in Meetings nicht unbedingt etwas einzuwenden, denn da zählt der Inhalt deutlich mehr als die Form. Wenn aber ein Siemens-Vorstandsmitglied über Hochtechnologie-Projekte spricht und dabei explizit darauf verweist, dass Siemens kritische Infrastruktur zur Verfügung stellt, die den reibungslosen Ablauf der Weltmeisterschaften garantiert, dann ist es sehr wohl eine unterschwellige Botschaft, ob sorgfältig gearbeitet wird oder nicht.
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Wo findet man gute Schriften?

Solche Fehler lassen sich mit ein wenig gesundem Menschenverstand vermeiden und in der Regel findet sich in der Schriftsammlung auf dem eigenen Rechner eine Schrift, die zumindest recht ordentlich zum Thema passt (die beiden oberen Schriften vertauscht würden beispielsweise erheblich besser passen).
Manchmal hat man allerdings das Gefühl, dass unter all den Schriften die richtige noch nicht dabei ist. Dann (und nur dann) lohnt sich ein Blick über den Tellerrand des eigenen Computers hinaus in die heutzutage schier unerschöpfliche Welt der freien und kommerziellen Schriftarten. Wo aber findet man gute Schriften?
Gibt es ein Schriften-Schlaraffenland?
Freie Schriften gibt es wie Sand am Meer, Datenbanken mit tausenden kostenloser Schriften finden Sie z.B. hier, hier, hier, oder hier. Obwohl man dort natürlich durchaus einige Perlen entdecken kann, ist doch leider die weit überwiegende Zahl der angebotenen Schriften nicht empfehlenswert. Wer sich hier also gedankenlos bedient, der läuft Gefahr, viel Zeit mit der Suche vergeudet zu haben, um am Ende mit einem unansehnlichen und unprofessionellen Ergebnis, wie zum Beispiel diesem, dazustehen:Aber was ist eigentlich schlecht an schlechten Schriften? Jenseits von ganz subjektiven Eindrücken gibt es durchaus einige handfeste Kriterien, an denen man die Qualität einer Schrift erkennen kann. Das Schriftbeispiel oben hat z.B. eine völlig unausgewogene Verteilung der Strichstärken. Die senkrechten Striche wirken viel zu fett, das kleine „r“ zu groß, das kleine „e“ zu klein usw.
Auch der Buchstabenabstand, in der Fachsprache „Kerning“ genannt, ist sehr unausgewogen. Noch deutlicher wird das im nächsten Beispiel. Mal sind die Zwischenräume zu groß, mal zu klein. Insgesamt wirkt das Schriftbild dadurch unruhig und unprofessionell.

Dass das auch ganz anders geht, zeigen professionelle Schriften, bei denen ein erheblicher Teil der Entwicklung in die Feinjustierung des Kernings verwendet wird, damit das Schriftbild auch bei exotischen Wörtern noch ausgewogen wirkt. Dieser Aufwand ist übrigens einer der Gründe dafür, warum das Entwickeln einer guten Schrift sehr teuer ist.

Darüberhinaus verfügen kostenlose Schriften meist nur über einen sehr beschränkten Zeichenumfang, deutsche Umlaute fehlen z.B. oft. Auch gibt es häufig keine Schriftvarianten wie fett oder kursiv. Gerade in Präsentationen kann es aber sinnvoll sein, zur Hervorhebung eine fette Variante zur Verfügung zu haben.
Ein bisschen Orientierung im Meer der Schriften
Wenn das vielleicht ein bisschen entmutigend klingt, so sollten Sie dennoch nicht verzagen: natürlich gibt es auch echte Perlen unter den kostenlosen Schriften (eine ganze Menge sogar). Nur ist es eben gar nicht so leicht, die auch auf Anhieb zu finden. Deshalb sollten Sie sich vielleicht auf das Urteil von Experten verlassen und glücklicherweise gibt es auch eine ganze Reihe von Design-Blogs, die sich intensiv mit dem Thema Schriftwahl beschäftigen. Drei davon möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen:Das Smashing Magazine ist vielen Webdesignern erste Anlaufstelle für Inspirationen jeglicher Art. Auch zum Thema Schriften finden sich zahlreiche Artikel, die natürlich nicht nur für Webdesigner nützlich sind. Vor zwei Jahren stellte das Magazin eine schöne Liste von mehr als vierzig empfehlenswerten kostenlosen Schriften vor. In unregelmäßigen Abständen folgen seitdem Ergänzungen dazu, z.B. hier und hier. Alle Schriften-Artikel des Magazins finden Sie hier.
Sehr empfehlenswert sind auch die Essays des deutschen Webdesigners Gerrit van Aaken auf seiner Webseite praegnanz.de. In unregelmäßigen Abständen stellt er kostenlose Schriften vor und bespricht diese etwas ausführlicher als das Smashing Magazine. Die Essays sind unterhaltsam und lehrreich zugleich und liefern dazu einiges Hintergrundwissen zum „korrekten“ Umgang mit Schriften.
Eine ausführliche, allerdings unkommentierte Liste mit nützlichen kostenlosen Schriften findet man auch in dem neuen Webmagazin typefacts.de. Daneben finden Sie in dem Magazin eine wachsende Zahl lesenswerter Artikel über die Grundlagen der Typografie mit einigen anschaulichen Übungen zum Selbermachen.
Bei dem Schriftvermarkter MyFonts finden Sie etliche kostenlose Schriften als Appetitanreger für die meist umfangreicheren kostenpflichtigen Versionen der Schriften. Die meisten Schriften können mit kleinen Textschnipseln ausprobiert werden. Zum Herunterladen der Schriften ist eine Registrierung erforderlich, die jedoch mit keinerlei Verpflichtungen verbunden ist. Durchaus lesenswert ist auch der MyFonts-Blog, der die kommerziellen Schriften-Neuerscheinungen bespricht.
Den Anspruch, die beste Adresse für hervorragende freie Schriften zu sein, erhebt die Webseite fontsquirrel für sich. Tatsächlich findet man dort eine ganze Reihe sehr nützlicher Schriften, die nach Kategorien wie serifen, serifenlos, kalligrafisch und weiteren sinnvoll sortiert sind und mit der Funktion „Test Drive“ ähnlich wie bei MyFonts mit kleinen Textausschnitten ausprobiert werden können.
Spezielle Schriften für spezielle Zwecke
Wer eine spezielle Schrift für einen speziellen Einsatzzweck sucht, der muss nicht unbedingt die oben genannten Listen danach durchsuchen, denn es gibt eine Reihe nützlicher spezialisierter Übersichten. Der italienische Blogger Antonio Lupetti hat im vergangenen Jahr eine ganze Reihe thematisch sortierter Artikel mit empfehlenswerten kostenlosen Schriften veröffentlicht, u.a. finden Sie dort Schriften im Stile von Bleistift-Skizzen oder alten Schreibmaschinen.Besonders interessant fand ich die Liste der Handschriften, mit denen Sie Ihrer Präsentation einen etwas persönlicheren und dynamischeren Charakter geben können. Eine noch ausführlichere Liste mit Handschriften finden Sie hier. Noch persönlicher wird es, wenn Sie gleich Ihre eigene Handschrift digitalisieren lassen. Dazu gibt es mehrere Dienstleister mit unterschiedlichen Preisen, z.B. hier, hier oder hier. Die Qualität hängt dabei natürlich nicht nur von der Digitalisierung, sondern auch von Ihrer eigenen Handschrift ab!
Wenn Sie eine etwas wuchtigere, vielleicht sogar etwas provokante Schrift suchen, dann sollten Sie sich bei den sog. Grunge-Schriften umsehen. Diese Schriften wirken meist etwas dreckig und sind nicht selten der Street-Art entlehnt. Hier oder hier werden Sie bestimmt fündig.
Im bittbox-Blog finden Sie zu guter Letzt eine Liste von 16 sog. Dingbats-Schriften, das sind Schriften, die nicht Buchstaben, sondern Symbole zeigen. So können Sie z.B. mit der äußerst nützlichen Geobats-Schrift sehr leicht die Umrisse der wichtigsten Staaten zeichnen.
Quellen der Weisheit
Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema Schriften und Schriftgestaltung auseinandersetzen möchten, dann empfehle ich Ihnen in dieser Linkliste einige interessante Einstiegspunkte:Sehr hilfsbereit sind die Mitglieder des deutschen TypoForums. Hier kann man jede Frage zum Thema Schriften stellen und bekommt kompetente Antworten. Interessante Rubriken sind z.B. Welche Schrift passt? oder Welche Schrift ist das?, aber auch andere. Eine Liste mit empfehlenswerten kostenlosen Schriften gibt es hier auch, die aber leider keine Schriftbeispiele enthält. Das englischsprachige Pendant, das sich aber deutlich mehr an Profis richtet, ist das Forum Typohile.
Eine gute Einführung in Typografie und Schrift liefern die beiden Bücher ÜberSchrift von Erik Spiekermann und The Non-Designer’s Type Book von Robin Williams, deren hervorragendes Buch Design & Typografie ich bereits hier vorgestellt habe. Verständlich für den Laien führen beide Bücher die Grundlagen der Typografie ein und geben ein erstes Verständnis für die Geheimnisse der Schriftgestaltung.
Einen schönen Überblick über die wichtigsten Fachbegriffe der Schriftgestaltung liefert auch ein Wallpaper des isländischen Bloggers Sigurdur Armannsson. Jacob Class vom englischen Blog Just Creative Design hat eine Klassifikation der wichtigsten Schrifttypen in Form eines eBooks kostenlos für Abonnenten des RSS-Feeds erstellt. Eine spannende Seite ist auch die Webseite Thinking with Type zum gleichnamigen Buch von Ellen Lupton, die hier ebenfalls die Grundlagen der Typografie erläutert.
Sehr spannend ist auch der Film Helvetica, der die Geschichte der weltweit vielleicht am meisten genutzten professionellen Schrift Helvetica beschreibt, und dabei einige Einblicke in die professionelle Arbeit mit Schriften liefert.
Der vielleicht bekannteste Blog zum Thema Typografie ist der englischsprachige Blog i love typography, der regelmäßig über interessante Neuigkeiten und Fundstücke rund um das Thema Typografie berichtet. Das deutsche Blog blog.dersven.de bespricht neben anderen Designthemen häufig kostenlose Schriften.
Wem das auf Dauer nicht reicht, der findet in den jährlichen Bestenlisten des Webmagazins typographica interessante Einstigspunkte für hervorragende kommerzielle Schriften. Wer einen Eindruck gewinnen möchte, was mit modernen kommerziellen Schriften alles möglich ist, der sollte einmal einen Blick auf die neue Schrift Liza Pro der niederländischen Schriftentwickler Underware werfen, sehr beeindruckend.
Und wer sich jetzt so von gutem Schriftdesign hat anstecken lassen, dass er gleich seine eigene Schrift entwerfen möchte, der kann das auf der Webseite FontStruct kostenlos tun.
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- Formalismus steht zu oft über Funktionalität, z.B. „jede Folie braucht eine Überschrift“
- die Vorlage ist voll mit Verzierungselementen, die keinerlei Funktion haben, und vom eigentlichen Inhalt ablenken
- zu viele überflüssige Informationen, z.B. Datum, Ort, Dateiname, Abteilung usw.
- und noch einiges mehr


1. Layout

Die Höhe des Bildbereichs ist variabel und legt die Aufteilung der vier Flächen fest. Dadurch kann das Motiv optimal auf den Buchtitel abgestimmt werden. Sehr plakativ gelingt das etwa bei dem Titel „Oben ist es still“, auf dem die Stille in der Luft förmlich sichtbar wird. Die übrigen festen Regeln geben den Büchern jedoch bei aller Freiheit eine übergreifende Zusammengehörigkeit.
Dominant ist in dem Design übrigens nicht das Logo des Verlags, sondern das Foto. An zweiter Stelle steht der Titel, erst danach das Logo. Erkennbar wird das Design also nicht dadurch, dass das Suhrkamp-Logo an prominenter Stelle prangt, sondern durch eine einheitliche Formensprache und der konsistenten Anordnung von Autor und Titel. Corporate Design ist eben mehr als nur ein Logo.
2. Farbe

Die farbliche Gestaltung nutzt Suhrkamp auch, um zusammenhängende Ausgaben zu gruppieren. So sind z.B. die Werke von Max Frisch (weitgehend) in blau gehalten, die von Thomas Bernhard in grün usw. In einer Präsentationsvorlage könnte man einen ähnlichen Effekt nutzen, um unterschiedliche Kapitel einer Präsentation visuell zu trennen oder unterschiedliche Farben unterschiedlichen Abteilungen zuzuordnen… Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

3. Motiv
Die Bildelemente auf den Suhrkamp-Taschenbüchern sind normalerweise Fotos, (fast) nie Zeichnungen oder Collagen. Die Art der Fotos ist jedoch sehr unterschiedlich und ganz auf den Buchtitel abgestimmt. So finden sich Archivaufnahmen auf biographischen Werken, abstrakte Assoziationen des Titels wie bei „Ehrensache“, Verbildlichungen des Titels wie bei „Muschelstrand“, Fotos aus Verfilmungen („Das Leben der anderen“) oder Fotos der Autoren (z.B. von Thomas Bernhard). Immer haben die Fotos dabei den Sinn einer emotionalen Ansprache.
4. Form
In einem starken Regelwerk kann man eine große Wirkung erzielen, wenn man die Regeln gelegentlich bewußt – aber äußerst sparsam – bricht. Suhrkamp tut dies zum Beispiel, indem gelegentlich einige Bildelemente über den Bildbereich hinausragen (z.B. auf „Der Schatten des Windes“). Dadurch erhalten die Titel eine räumlichere Wirkung. Hierbei hilft eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Designers: Formen zu erkennen und geschickt zu nutzen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Felskante des Titels „Menschenflug“. Diese ersetzt die Trennlinie zwischen Foto- und Titelbereich. Das Cover hebt sich dadurch von den anderen Büchern ab, ist aber dennoch als Teil der Suhrkamp-Reihe deutlich zu erkennen.Für Präsentationen gilt ähnliches: Wer bewusst, dabei aber immer begründet, die Regeln (seiner Vorlage) übertritt, kann auf diese Weise eine große Wirkung erzielen. Wer andererseits unter diesem Argument glaubt, sich an gar keine Regeln halten zu müssen, der riskiert, dass seine Präsentation als ein lose zusammengewürfelter Haufen von Folien daherkommt – anstatt als sorgfältig entwickelte und zusammengehörige Story zu wirken.

5. Andere Verlage
Inspirationen gibt es überall. Und auch wenn Suhrkamp ein Vorreiter in der Gestaltung ganzer Buchreihen war, gehen andere Verlage nicht weniger geschickt vor. Noch prägnanter – weil noch konsequenter – sind sicher die Taschenbücher des Diogenes-Verlags. Nehmen Sie sich doch beim nächsten Besuch einer Buchhandlung einmal ein bisschen Zeit mit und schauen sich um, wie die Verlage Ihre Buchreihen visuell zusammenstellen. Achten Sie dabei auch darauf, wie sich die verschiedenen Genres deutlich in Ihrer visuellen Sprache unterscheiden, etwa Science-Fiction, Fantasy, Liebesromane, historische Romane, Krimis etc.Inspirationen finden Sie natürlich auch in etlichen anderen Bereichen. Achten Sie doch einmal darauf, wie in Zeitschriften mit Formen, Farben, Schriften und Bildmotiven gearbeitet wird, um ein einheitliches und gleichzeitig flexibles Erscheinungsbild herzustellen. Oder gehen Sie einmal mit offenen Augen durch den Supermarkt und lassen den Auftritt großer Marken wie Maggi, Knorr, Kellogg’s etc. auf sich wirken. Nicht alles davon ist auf Ihre nächsten Präsentationen übertragbar, aber vielleicht mehr, als Sie bis jetzt dachten.
Links zu dem Artikel
The Book Design Review, Blog über das Design von Büchern, besonders interessant: Favorite Book Covers of 2008
Begutachtung von Corporate Designs im jüngst mit dem Grimme-Online-Award augezeichneten Design Tagebuch
Älterer Artikel über Corporate Design in meinem Blog
Wie man passende Farben findet


Schwarz-Gelb aus dem obigen Bild ist z.B. eine ungeheue kraftvolle Farbkombination mit einem starken Kontrast. Sie eignet sich hervorragend, um Ihren Ideen „Leuchtkraft“ zu geben, etwa so:



Natürlich eignen sich solch kraftvolle
Farben nicht für jeden Vortrag. Für einen eher melancholisch
angehauchten Naturvortrag wie den folgenden sind diese starken
Kontraste sicher ungeeignet. Aber selbstverständlich würden Sie für
dieses Thema auch keine Glühbirne als Bild auswählen, sondern
vielleicht den nebenstehenden Steg. Hieraus ergeben sich dezente
Farben in Pastelltönen, die viel besser zu dem Thema passen. Das
Bild liefert eine sinnvolle Farbwahl mit weichen Blautönen und
einem schön harmonierenden Braunton. Ergänzt mit einer passenden
Schrift (Fresco Semi Bold), ergibt sich ein harmonisches
Gesamtbild.



Wer viel Wert auf eine seriöse Wirkung
legt, der wird häufig bei einem sog. monochromatischen Farbschema
fündig, also einem Farbschema, das nur aus einem Farbton in
unterschiedlichen Abstufungen besteht, so wie in dem Sepia-Bild
rechts. Die Farben liefern einen sehr dezenten Charakter, der alles
Schrille vermeidet und der symbolisiert, dass der Vortragende ein
möglicherweise sensibles Thema mit dem gebührenden Respekt
behandelt. Die Farben stellen sich hier nicht in den Vordergrund,
sondern treten deutlich hinter dem Inhalt zurück.


Wie die Beispiele zeigen, können
sinnvolle Farbschemata ganz unterschiedlich ausgeprägt sein:
kontrastreich oder kontrastarm, schillernd oder dezent, bunt oder
weniger bunt, umfangreich oder minimalistisch. Was für das eine
Thema funktioniert, würde bei einem anderen Thema völlig falsche
Assoziationen erzeugen. Mit ein wenig Übung lassen sich aus den
richtigen Bildern aber sinnvolle Farbschemata für den eigenen
Vortrag erzeugen.
Die Werkzeuge dafür liefern einige Präsenationsprogramme bereits
mit, etwa Apple Keynote oder OpenOffice Impress. Für PowerPoint
gibt es einige (meist kostenlose) Plugins, die diese Funktionalität
nachliefern, z.B. ColorCop
oder Pixie (die ich aber
beide nicht getestet habe).



In den Köpfen bleiben

Hervorragend gelöst hat diese Herausforderung der Designer Mike Kus, der nach seinem Vortrag auf der Konferenz The Future of Web Design dieses beeindruckende Handout verteilt hat. Das Handout hat Kus passend zu seinem Foliendesign als Poster im DINA1(!)-Format entworfen und für alle Zuhörer in voller Größe ausgedruckt. Ich würde mich nicht wundern, wenn es jetzt viele Bürowände schmückt. Ich hätte es mir mit Sicherheit aufgehängt. Er selbst sagt selbstbewusst: „Dieses Poster macht sich an jeder Bürowand gut.“
Zum Erinnerungseffekt trägt bei dem Poster natürlich wesentlich bei, dass das Design eine direkte Umsetzung des Foliendesigns ist (s.u.). Hilfreich ist aber auch, dass sich das Poster neben der prägnanten Überschrift auf die vier wichtigsten Aspekte der Präsentation beschränkt und diese jeweils ganz knapp auf den Punkt bringt. Kus verzichtet bewusst darauf, jeden einzelnen Teilaspekt des Vortrags in das Handout aufzunehmen, und steigert so im Zusammenspiel mit dem Design die Prägnanz und Einprägsamkeit enorm.
Übrigens sind die Folien an sich auch schon wirklich sehenswert. Sehr mutig im Design hat Kus einen ganz eigenen Stil. Er arbeitet sehr stark mit typografischen Effekten, indem er mit den Buchstabenformen und der Gestaltung der Schrift spielt. Wie Kus die Buchstaben der heute ja oft als langweilig bezeichneten Helvetica zum Leben erweckt, ist schon beeindruckend. Kus hat glücklicherweise die Folien auf slideshare bereitgestellt – unbedingt ansehen:
Der Vortrag selbst steht übrigens auch
als Video
zur Verfügung, kann allerdings leider nicht ganz mit den schönen
Folien und dem beeindruckendem Handout mithalten. Eine Menge gäbe
es z.B. an der Struktur und den Übergängen zu verbessern. Am
meisten sollte Kus allerdings an seinem Auftreten arbeiten. Das ist
doch ein arger Kontrast zu den Fähigkeiten der drei Herren aus
meinem letzten Beitrag.
Welche beeindruckenden Handouts haben
Sie schon einmal gesehen – oder gar selbst verteilt? Erzählen Sie
es mir in den Kommentaren.
Links zu dem Artikel
Bill Gates schenkt nach seinem TED-Vortrag
jedem Teilnehmer ein Exemplar des Buches Work Hard, Be
Nice
Garr Reynolds
verschenkt als Anreiz für Fragen am Ende seiner Google-Präsentation
einige Exemplare seines
Presentation-Zen-Buches
Download von ausgewählten Handouts meiner
Vorträge
Warum es sinnvoll ist, sich mit Design zu beschäftigen
Innerhalb kürzester Zeit krempelte er mehrere Zeitungen seines Verlags völlig um und erhielt die höchsten Auszeichnungen, die es für Zeitungsdesign zu vergeben gibt (world’s best designed newspaper). Und was er über diesen Prozess in seinem Vortrag auf der diesjährigen TED-Konferenz erzählt hat, ist eine tolle Anregung für jeden Job:
Einige wichtige Aussagen dieses
6-minütigen Vortrags möchte ich kurz zusammenfassen und zeigen, wie
seine Worte Ihnen dabei helfen, bessere Präsentationen zu
gestalten:
Was Utko für seine Zeitungen wirkungsvoll umgesetzt hat, gilt genauso für Präsentationen: nicht einzelne Fakten oder einzelne Folien machen eine Präsentation aufregend, sondern ein Spannungsbogen, der Aufs und Abs hat, der die Einzelheiten zu einem sinnvollen Ganzen verbindet. Das gilt für Musik genauso wie für gute Filme, Romane, Zeitungen, und eben auch für Präsentationen.„Das Geheimnis bestand darin, dass wir die Zeitung als ein Gesamtwerk angesehen haben, als eine Komposition, ganz wie in der Musik; und Musik hat Rhythmus, hat Aufs und Abs. Und bei uns ist der Designer verantwortlich für diese Wirkung.“
Eine Regel, die häufig vergessen (oder ignoriert?) wird. Sinnvoll gestalten kann ich etwas erst dann, wenn ich weiß, was ich da überhaupt gestalten möchte, insbesondere was ich wem damit sagen möchte und was ich letztlich damit erreichen möchte. Foliendesign steht am Ende, nicht am Anfang der Vortragsvorbereitung. Wer sich zu früh Gedanken über Schriftgrößen, Farben etc. macht, der verschwendet wertvolle Zeit und fällt möglicherweise verfrüht Entscheidungen, die seinem eigentlichen Ziel später im Wege stehen.Es ging nicht darum, bloß das Aussehen zu verbessern. Es ging darum, das ganze Produkt auf ein höheres Niveau zu heben. […] Zuerst fragten wir: „Warum tun wir das? Was ist das Ziel?“ Danach haben wir den Inhalt entsprechend angepasst. Und erst danach […] haben wir mit dem Design begonnen.
Utkos wichtigste Lektion hat nichts mit Design zu tun: Was immer du tust, du hast die Möglichkeit, dein bestes zu geben! Und wenn du es tust, kannst du viel mehr erreichen als du selbst für möglich gehalten hättest. Wer immer nur versucht, seinen Job vorschriftsmäßig zu erledigen und die Erwartungen anderer zu erfüllen, der liefert nicht notwendigerweise schlechte Arbeit ab. Aber wer versucht, Erwartungen zu übertreffen, und zwar nicht nur die der anderen, sondern insbesondere die eigenen, der hat die Möglichkeit, Außergewöhnliches zu erreichen – so wie Utko.Vielleicht lebst du in einem kleinen, armen Land, so wie ich. Vielleicht arbeitest du für ein kleines Unternehmen in einer langweiligen Branche. Vielleicht hast du kein Budget und keine Leute. Aber dennoch kannst du deine Arbeit auf das höchste Niveau bringen. Jeder kann das! Das einzige, was du brauchst, sind Inspiration, Visionen und Zielstrebigkeit. Und denk’ daran: es reicht nicht, nur gut zu sein.
Design kann vieles verändern: nicht nur dein Produkt oder deinen Arbeitsfluss. Letztlich kann es dein Unternehmen komplett verändern, es auf den Kopf stellen. Es kann sogar dich selbst verändern!
Was tust du gerade?
Aber wie erklärt man dieses Phänomen? Wieso gilt all der Spott, den man in den Anfängen von Twitter hörte („Wen interessiert schon, ob ich gerade Kaffee trinke?“) plötzlich nicht mehr und die bekanntesten Twitter-Nutzer haben über 50.000 sog. Follower?
Evan Williams, einer der Gründer von Twitter ging dieser Frage in seiner Rede auf der diesjährigen TED-Konferenz nach. Und er tat das auf die einzig logische Weise, nämlich indem er den kurzen Statusmeldungen Leben einhauchte durch diese Folien, ein tolles Beispiel für den Einsatz von Fotos:




Offenbar ist der Erfolg von Twitter
wesentlich auch darauf zurückzuführen, dass seine Nutzer eben nicht
nur darüber sprechen, was Sie gerade tun, sondern insbesondere
darüber, was Ihnen (im Augenblick) wichtig ist. Auf diese Weise
habe ich selbst auch schon eine ganze Reihe interessanter Links auf
Twitter gefunden. Letztlich ist darüber hinaus laut Williams
entscheidend für Twitters Erfolg, dass es offen ist, was auch immer
jemand mit 140 Zeichen nützliches anstellen möchte (z.B. ein
Feuchtigkeitssensor für Pflanzen, der über Twitter Alarm schlägt,
s.o.). Wenn Sie mir auf Twitter zuhören möchten, dann schauen Sie
einfach in meinem Tweet vorbei.
Evan Williams TED-Präsentation können Sie sich hier
anschauen:
Die Wirkung von Fotos erhöhen

Das ist nicht schlecht, aber es geht
besser. Kopf- und Fußzeile sind – wie so oft
– eigentlich überflüssig und stehlen dem Bild wertvollen
Platz. Wirkungsvoller ist es, das Foto so groß wie möglich zu
platzieren. Da es sich um ein hochformatiges Bild handelt, kann die
Folie damit nicht komplett überdeckt werden, es bleibt also ein
Rand. Ein schwarzer Folienhintergrund hat dabei gegenüber einem
weißen Hintergrund den Vorteil, dass schwarz vom Beamer nicht
übertragen wird und somit nur das Foto auf die Wand projiziert
wird.


Eleganter ist es jedoch, auf dem
Folienhintergrund die Farbgebung des Bildes aufzunehmen, um so die
Stimmung des Motivs zu unterstützen. Dazu wählt man zunächst
charakteristische Farbtöne aus dem Motiv aus:

Die beiden dunklen Töne ergeben einen
schönen Farbverlauf, der gut zur Stimmung des Bildes passt. Mit
einem hellen Rahmen versehen, setzt sich das Bild vom Hintergrund
ab. Außerdem habe ich das Foto so verschoben, dass die Person genau
auf der Drittelmarke steht, was die Folie interessanter macht, weil
es im Gegensatz zur zentrierten Platzierung eine gewisse Spannung
erzeugt (mehr zur
Drittelregel).

Eine alternative Methode zur Erhöhung
der Bildwirkung besteht darin, das Foto über den Folienrand zu
vergrößern und auf den „relevanten“ Fotobereich zu zoomen, etwa
so:

Noch spannender wird es, wenn beide
Techniken kombiniert werden, indem etwa der gezoomte Hintergrund
unscharf gestellt wird und darüber das Foto noch einmal scharf
positioniert wird, ggfs. beschnitten auf den interessanten
Teil:

Einige Präsentationsprogramme (etwa
Apples Keynote) bringen
die Werkzeuge zum unscharf stellen und zur Farbauswahl bereits mit,
andernfalls erreicht man diese Effekte mit vielen
Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Adobes Photoshop).
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Dynamischer
Start
Erfahrung
oder Lebensweisheit
Klasse
statt Masse
Vorher-Nachher: Klasse statt Masse
Eine Unternehmensberaterin schickte mir vor Weihnachten eine Präsentation, mit der sie Kleinunternehmern genau diesen Nutzen einer sorgfältigen Planung mit Unternehmenskennzahlen deutlich machen wollte. Ihre wichtigste Aussage war dabei: Schon mit ganz wenigen aussagekräftigen Kennzahlen erreicht man drastische Vorteile, während umgekehrt ein Übermaß an Kennzahlen auch Verwirrung stiften kann. In anderen Worten: Klasse statt Masse.
Diese Aussage verpackte sie in folgende Folie

und bat mich um Rat, da ihr Gefühl ihr
sagte, dass ein Bild hier mehr helfen würde, als diese Textfolie,
ihr jedoch nicht so recht ein passendes Bild einfallen wollte. Also
überlegten wir gemeinsam, wie man die Folie überzeugender gestalten
kann.
Zunächst einmal eine kleine Bestandsaufnahme: Der Balken auf der
rechten Seite stiftet in dieser Darstellung mehr Verwirrung, als
dass er für Übersicht sorgen würde. Er enthält vier(!)
Überschriften zusätzlich zu der eigentlichen Folienüberschrift. Die
Vielzahl hervorgehobener Elemente auf der Folie (fett,
unterstrichen, farbig, farbig hinterlegt) sorgt dafür, dass das
Auge nicht so recht weiß, wo es in welcher Reihenfolge hinblicken
soll. Obwohl der eigentliche Inhalte im weißen Hauptteil der Folie
steht, zieht der gelbe Kasten zu viel Aufmerksamkeit auf sich (und
die beiden unwichtigsten Bestandteile oben und unten sind noch
einmal extra hervorgehoben). Außerdem wirkt die Hervorhebung der
Folienüberschrift durch Unterstreichen wenig professionell und die
Schriftart „Times New Roman“ ist bei Beamerprojektionen in der
Regel schwer lesbar. Zu guter letzt erzeugen die Einrückungen auf
der Folie ein optisches Gefälle, bei dem man eher an „Abwärts“ als
an „Erfolg“ denkt.
Wir entschieden uns am Ende dafür, diese Verwirrungen aufzulösen,
indem wir allein die Aussage „Klasse statt Masse“ stehen ließen
zusammen mit einem Bild, das ein Meer aus Blumen zeigt, aus dem
eine einzige hervorsticht:

Die gelben Blumen sind in ihrer Vielzahl kaum zu unterscheiden. Sicher: auch hier gibt es ganz außergewöhnlich schöne Exemplare. Aber diese zu finden, kostet unglaublich viel Zeit. Viel schneller kommt man ans Ziel, wenn man sich von vorne herein auf einige wenige herausstechende Exemplare konzentriert, hier eben die rote Rose. Gestalterisch haben wir dann die Farben aus dem Bild im Text aufgenommen und die Größenverhälnisse so angepasst, dass das Wort „Klasse“ in etwa die Ausdehnung der roten Rose hat.
Dynamischer Start
Sie sind der Meinung, mit Ihrer Strategie sei Ihr Unternehmen startklar für China; Sie stehen also gewissermaßen in den Startlöchern und warten nur auf den Startschuss. Titel und Bild sind damit eigentlich schon gut vorgegeben. Auf istockphoto finden Sie bei einer Suche nach „Asien“ und „Startblock“ auch sofort ein passendes Bild, das schon an sich dynamisch wirkt:

Die geschickte Anordnung der Elemente
auf der Folie verstärkt den dynamischen Eindruck noch. Wenn man
nämlich genauer hinschaut, so ergeben sich zwei klare Linien im
Design:

Diese Linien verbinden unbewusst die
Figur des in den Startlöchern stehenden Mannes mit der Überschrift
und zeichnen dessen Bewegung nach dem Startschuss nach. Diese
Bewegung verläuft im Übrigen von links unten nach rechts oben und
symbolisiert so auch Erfolg. Die asymmetrische, rechtsbündige
Anordnung der Texte bringt zusätzlich Spannung in das Design und
die Hervorhebung des Wortes „klar“ unterstreicht, wie sicher Sie
sich Ihrer Sache sind.
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Bilder?
Guter Vortrag, schlechte Folien
Der Vortrag ist ein gutes Beispiel
dafür, dass selbst ein normalerweise als äußerst trocken
empfundenes Thema anschaulich wird, wenn verblüffende Beispiele und
Geschichten die Auswirkungen auf das tägliche Leben erklären.
Donnelly gelingt es auch gut, gleich zu Beginn einen Draht zum
Publikum herzustellen, indem er sich selbst ein bisschen auf die
Schippe nimmt.
Stark verbesserungsfähig sind allerdings seine (wenigen) Folien,
die irgendwie fehl am Platz und (trotz der geringen Zahl)
weitgehend überflüssig wirken. Vieles, was er da auf die Folien
schreibt, wird nicht wirklich benötigt, spricht er doch selbst sehr
anschaulich und hält sich nicht an den Text auf seinen Folien. Ich
greife einmal zwei Folien heraus:


Auf der ersten Folie hätte er sich
völlig auf das Beispiel in der Mitte beschränken können. Keinen
Satz hätte man vermisst, wäre er nur gesprochen, nicht aber
aufgeschrieben worden. Auf der zweiten Folie steht gleicht sechs
mal „the average number of tosses until“ voll ausgeschrieben. Das
alles zu lesen dauert viel zu lange. Im Wesentlichen kann man die
zweite Folie wohl auch so zusammenfassen: „On average, do you wait
longer for HTH, longer for HTT, or do you wait equally long for
both?“
Wenn man das einmal umsetzt, könnten Folien wie diese herauskommen,
die die Zuhörer deutlich weniger ablenken:
Weitere Meldungen
Genau auf die Texte möchte ich hier aber noch einmal die Aufmerksamkeit lenken. Bei beiden Sendungen erkennt man nämlich sehr schön, was damit gemeint sein könnte, nur die wirklich wichtigen Punkte auf die „Folie“ zu schreiben. In den Sendungen vom 20. November 2008 enthält der Aufmacherbeitrag von ZDF heute genau vier Stichpunkte, bei RTL aktuell sind es genau fünf (abgesehen von Orts- und Namensangaben). Alle weiteren Informationen werden mündlich gegeben – und eben nicht nach der langweiligen 1-7-7-Regel auf die Folien geschrieben.
Bei der RTL-Sendung kann man übrigens auch sehr gut sehen, wie man ein Corporate-Design umsetzen kann, ohne dass das Bild in ein viel zu enges Korsett aus Logo, Überschrift, Datum, Name des Vortragenden etc. gepresst wird. Durch konsistente Farb- und Schriftwahl und konsequente Verwendung des gleichen Designs für gleiche Elemente erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um einen Beitrag aus RTL aktuell handelt.

Der Stil des ZDF ist ein bisschen
effekthaschericher und vielleicht schon etwas zu verspielt, aber
das ist vielleicht auch Geschmackssache.

Links zu dem
Thema
ZDF-Mediathek mit
Videoarchiv der heute-Sendung
Videoarchiv von RTL aktuell
...
und jetzt zu den Nachrichten
Erfahrung oder Lebensweisheit?


Dieses Bild würde natürlich wiederum nicht weiterhelfen, wenn Sie eine Kindertagesstätte sind und Werbung für Ihre erfahrenen Erzieherinnen machen wollen; oder wenn Sie ein Handwerksbetrieb sind und Werbung mit Ihrem erfahrenen Schreinermeister machen.
Links zu dem Thema
Zahlen oder Bilder
stock.xchng – kostenlose Bilddatenbank, viele (aber nicht nur) gute Bilder
iStockphoto – preisgünstige Bilder, sehr gute Qualität, sehr gut sortiert und verschlagwortet
Zitrone des Monats November 2008


Und auf jeder Folie beginnt die Suche von Neuem, das Feld mit der Besucher-Statistik springt hin und her, ist mal größer, mal kleiner und spielt auf diese Weise ein lustiges such-mich-Spiel. Nicht einmal die Überschriften sind konsistent – und sind damit gewissermaßen ein Sinnbild für die Kopflosigkeit dieser Folien. Was AOL hier zeigt, ist AbsolutOrdnungsLos und damit eine verdiente Zitrone des Monats.
Third Anniversary Weblogs Inc _ AOL
11
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Das Gefühl, irgendwie geht's noch besser...
Aber dennoch, trotz aller Anschaulichkeit will Ihnen vielleicht manchmal die Umsetzung für den eigenen Vortrag nicht so recht gelingen. Sie finden nicht das passende Bild; Ihre Folie bleibt unübersichtlich, egal was Sie probieren; oder Sie haben einfach das diffuse Gefühl, dass Ihre Präsentation irgendwie noch nicht so recht überzeugend daherkommt.
Wenn Sie dieses Gefühl kennen, dann mailen Sie mir doch einfach Ihre Präsentation mit einer kurzen Beschreibung des Themas. Wenn wir dann gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten finden, die für alle Leser interessant sein könnten, dann helfe ich bei der Umsetzung und wir machen einen Vorher-Nachher-Vergleich im Blog daraus (natürlich anonym, wenn gewünscht). Andernfalls bekommen Sie immerhin den ein oder anderen Hinweis, wo Sie selbst noch ansetzen können oder in welchem Artikel genau Ihr Problem schon einmal besprochen wurde.
Also, wer für seine nächste Präsentation die Folien noch etwas aufpolieren möchte, der sollte nicht zögern, mir eine E-Mail zu schreiben. Schaden kann’s nicht, und im besten Fall profitieren alle Leser davon.
ABC
ABC3D ist ein wundervolles Pop-Up-Buch, in dem sich Buchstaben aus den Seiten erheben und ineinander überfließen, in dem einfach so viel Liebe zum Detail steckt, dass die 26 Buchstaben lebendig werden und aufs Neue entdeckt werden wollen. Das Buch ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Sorgfalt und Reduktion auf das Wesentliche, hier auf die Buchstaben des Alphabets, eine enorme Wirkung erzielen und in Erinnerung bleiben.
Kontraste
Kontrast kann aber auch gezielt genutzt werden, um eine Präsentation zu gliedern. Sehr schön umgesetzt ist das in einer Präsentation von Garr Reynolds, die ich hier schon einmal besprochen habe. Als Folienhintergründe werden im Wesentlichen drei Farben verwendet: rot, weiß und schwarz. Rote Folien leiten einen neuen Teil ein, schwarze Folien beenden ihn und weiße Folien enthalten (weitgehend) den eigentlichen Inhalt.




Interessant ist auch der Wechsel
zwischen Farb- und Schwarzweiß-Bildern, mit der die Stimmung
während der Präsentation beeinflusst wird. Immer wenn es um den
Status-Quo geht und um Zweifel und Fragen über die Karriere, kommen
Schwarzweiß-Bilder zum Einsatz. Farbe kommt ins Spiel, wenn
Ratschläge gegeben werden, die ermutigen sollen, seinen eigenen Weg
zu gehen.

Wer genau hinsieht, findet noch etliche
weitere Beispiele für den Einsatz von Kontrast zur Gliederung und
Strukturierung der Präsentation. Wie man hier sehr schön sieht, ist
Kontrast mehr als nur Dekoration, durch die eine Folie visuell
attraktiv wird, denn durch sinnvollen Einsatz von Kontrast wird die
Information, und damit letztlich die Kommunikation als Ganzes,
klarer.
Übrigens: Wer mehr über solche und ähnliche Tipps lernen will, den
möchte ich auf meinen Vortrag Richtig gute
Folien am 22. Oktober in Bonn aufmerksam machen. Details gibt
es hier.
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Designer Folien designen
Buchempfehlung: slide:ology von Nancy Duarte
Das Buch würde ich uneingeschränkt empfehlen, gäbe es nicht Presentation Zen und Design & Typografie. slide:ology ist gewissermaßen dazwischen angesiedelt. Wem Presentation Zen zu wenig konkret ist, der findet in diesem Buch deutlich mehr praktische Tipps zum Foliendesign. Während Reynolds eher das „Warum“ beantwortet, liefert Duarte eher das „Was.“ Es bleibt aber dennoch manchmal ein wenig abstrakt, und zumindest mir fehlt gelegentlich das „Wie“ (das man dann wiederum eher in Design & Typografie findet).
Begeistert haben mich an dem Buch die grandiosen Beispiele, die eine Fülle an Anregungen für eigene Präsentationen liefern, um aus dem PowerPoint-Einerlei auszubrechen. Duarte gibt dafür das Handwerkszeug mit auf den Weg, indem sie kurze Abstecher in Layoutgrundsätze, Farbenlehre und einiges mehr liefert. Besonders interessant fand ich die Beispiele, mit denen der Platz einer Folie „künstlich“ vergrößert wird. Sehr nützlich sind auch die begleitenden Materialien auf der zugehörigen Webseite.
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, das als gute Ergänzung zu Presentation Zen taugt, weil es um einiges spezifischer ist und mehr praktische Anleitung liefert.
Nachtrag: Wer sich einen Eindruck von dem Buch machen möchte, der findet bei Google Books viele, viele Seiten zum Probelesen (Danke für den Tipp, Norman).
Links zu dem Thema:
Nancy Duarte: slide:ology bei Amazon
Duartes gleichnamiger Blog slideology.com
Online-Kurs Creating Powerful Presentations von Nancy Duarte
Wesentliches

Das gilt natürlich auch für jede einzelne Folie: „Benötigen meine Zuhörer wirklich alle Informationen, die ich auf die Folie geschrieben habe?“ und für jedes Bild oder Diagramm: „Hilft dieses Bild meinen Zuhörern, meine Aussage zu verstehen?“
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Corporate Design

Das Problem ist nur: Die gängigen Unternehmensvorlagen machen Corporate Design mit der Brechstange. Sie stellen Form vor Inhalt, insbesondere das Unternehmenslogo wird übertrieben prominent platziert. Ein besonders extremes Beispiel sieht man bei Fraunhofer-Folien, die bisweilen ein Drittel (!) des Platzes für Kopf- und Fußzeile des „Corporate Design“ verschwenden. Wenn die Vorlage sich so in der Vordergrund stellt, ist etwas faul, denn die Vorlage ist nicht die Präsentation.

Ich bin mir auch sicher, dass Ihre Zuhörer nicht ständig daran erinnert werden müssen, wie Sie heißen, von welchem Unternnehmen Sie kommen, und welcher Tag heute ist. Wenn Sie einen überzeugenden Vortrag halten, dann werden Ihre Zuhörer Sie trotzdem in Erinnerung behalten; das wiederum können Sie ruhig unterstützen, indem Ihre letzte Folie diese Angaben noch einmal enthält.
Spannende Geschichte
Den besonderen Reiz des Videos machen natürlich die Animationen und Übergänge aus, aber auch aus der Bildersprache kann man einiges für die eigene Präsentation lernen.
Lesen Sie mehr...Wie sieht Sprache aus?

Einige Anregungen, was mit bewusstem Einsatz von Schrift alles möglich ist, möchte ich Ihnen in Form einiger Video-Tipps geben, in denen ausnahmsweise einmal die Schrift die Hauptrolle spielt, die gerade dadurch aber eine erstaunliche Faszination ausüben. Lesen Sie mehr...
Die vier Prinzipien professionellen Designs

Design für Nicht-Designer
Die Kernaussage des hervorragenden Buches lautet: Design ist einfach und jeder – wirklich jeder – kann wirkungsvolle, optisch ansprechende Designs entwerfen. Und tatsächlich, während man das Buch liest, fühlt man sich, als könne man gleich loslegen mit der Designer-Karriere. Der Autorin gelingt es, in sehr einfacher Sprache die wichtigsten Grundsätze professionellen Designs zu erläutern und anhand anschaulicher, weil alltäglicher Beispiele verständlich zu machen. Durch die zahlreichen Beispiele erhält man zugleich viele Anregungen, wie man die Empfehlungen für die eigene Arbeit nutzen kann.

Natürlich werden Sie nicht über Nacht zum Profi-Designer, nur weil Sie dieses Buch gelesen haben. Aber Sie werden die Welt mit anderen Augen betrachten, weil Sie verstehen und benennen können, was Sie täglich sehen; in Zeitschriften, auf Plakaten, auf Folien usw. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie in der Lage sein zu sagen: „das sieht gut aus, weil...“ oder „das sieht nicht gut aus, weil...“ Das wichtigste dabei: Sie können das auch über Ihre eigenen Entwürfe sagen. Und wenn Sie einmal begonnen haben, durch diese Brille zu schauen, werden Sie kaum einen Weg zurückfinden, sondern nach mehr verlangen. Einen besseren Einstieg als dieses Buch werden Sie schwer finden.
Übrigens: Das Buch ist die Übersetzung der dritten Auflage des englischen Bestsellers The Non-Designer’s Design Book, das nun erstmals in Farbe erschienen ist.
Links zu dem Buch:
Leseprobe auf der Webseite des Verlags
Design & Typografie bei Amazon
Das englische Original The Non-Designer’s Design Book bei Amazon
The Non-Designer’s Design & Type Book, zwei Bücher in einem (das deutsche „Design & Typografie“ entspricht nur dem englischen „Design-Book“, nicht diesem Doppelbuch)
Homepage von Robin Williams
[Amazon-PartnerLinks]
Keine Entschuldigung mehr für schlechte Folien
Presentation Zen ist mehr als nur ein Ratgeber über professionelles Foliendesign. Das Buch basiert auf Reynolds' Präsentations-Philosophie, die deutlich von Zen-Einflüssen geprägt ist. Die Zen-Philosophie handelt von Reinheit und von Eleganz, die sichtbar werden, wenn etwas auf das Wesentliche reduziert wird. Diese Reinheit meint Reynolds, wenn er oft von "Simplicity" spricht, von Betonung durch Reduktion. Dabei geht es nicht darum, Inhalte zu banalisieren, sondern sie auf den Punkt zu bringen und dadurch in Ihrer Reinheit erstrahlen zu lassen. Bei Reynolds klingt das so:
Wie man das schafft und am Ende kraftvolle (und schön anzuschauende) Folien erhält, lehrt dieses Buch. Es zeigt viele, viele Beispiele ausgezeichneten Foliendesigns und erklärt für jeden Laien verständlich die grundlegenden Tricks professioneller Designer. Einen großen Stellenwert nehmen auch die zahlreichen Tipps abseits der eigentlichen Arbeit an den Folien ein. Zu seinen wichtigsten Botschaften gehört, eine Präsentation zunächst analog vorzubereiten, also mit Stift und Papier, bevor die Arbeit am Rechner beginnt.Design bedeutet, auf Überflüssiges zu verzichten und das Bedeutungsvolle hinzuzufügen.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, das seit seinem Erscheinen Anfang des Jahres blitzartig zum weltweiten Standardwerk über Foliendesign geworden ist. Das Buch ist die Quintessenz aus Garr Reynolds' gleichnamigem Blog.
Links zu dem Buch:
ZEN oder die Kunst der Präsentation bei Amazon
Das englische Original Presentation Zen bei Amazon
Eine kostenlose Leseprobe
Garr Reynolds’ Blog Presentation Zen
Präsentation von Garr Reynolds bei Google
[Amazon-PartnerLinks]
Kennedy und die Folien

Der Auslöser meiner Frage ist eine Präsentation, auf die Timo Off von Geistesblitz mich aufmerksam gemacht hat. Die Präsentation dient Lehrern als Auftakt einer Unterrichtsreihe über die Antrittsrede von John F. Kennedy und ist auf der Webseite lehrer-online verfügbar. Es ist schon fast ironisch, dass diese uninspirierte Präsentation ausgerechnet Kennedys großartige Rede behandelt, der damals ja ganz ohne Folien auskam. Lesen Sie mehr...
Such das Logo

Die Spielregeln:
- Schreiben Sie möglichst viel Text auf Ihre Folien.
- Ist die Folie dann noch nicht voll genug, machen Sie die Schrift fett und vergrößern Sie den Zeilenabstand.
- Finden Sie auf der vollen Folie eine freie Stelle, an der kein Text steht.
- Platzieren Sie Ihr Logo an diese freie Stelle, wenn mögliche auch in wechselnden Größen.
- Für Fortgeschrittene: Verwenden Sie eine möglichst geringe Auflösung für Ihr Logo. Dadurch ist es schwerer zu entdecken.
- Bitten Sie Ihre Zuhörer, während des Vortrags das Logo zu suchen.
Es lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, jede Folie mit dem eigenen Logo zu schmücken. Ganz sicher unstrittig ist jedoch, dass dieses Wechsel- und Verwirrspiel völlig ungeeignet und aufdringlich wirkt. Folien sind dazu da, das Verständnis der Zuhörer zu unterstützen und nicht zur Ablenkung, indem ständig irgendjemand aus einer anderen Ecke der Folie ruft: „Schaut her, das bin ich.“ Eine verdiente Zitrone des Monats.
Verwandte Artikel:
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Zitrone des Monats April 2008
Der Sinn einer Gliederung
Das Vorher-Nachher-Magazin
Das englische Magazin richtet sich an Design-Laien, Menschen also, die etwas designen müssen, obwohl sie es nicht gelernt haben. Jeder PDF-Artikel widmet sich einem speziellen Design-Thema, neben vielen anderen auch zur Präsentationsgestaltung, und gibt dazu anschauliche Tipps, häufig - aber nicht immer - anhand von Vorher-Nachher-Beispielen. Die Artikel sind angenehm kurz und dabei in einfacher Sprache erklärt, so dass sie ein Laie jederzeit verstehen kann. Die größte Stärke der Artikel ist aber ihre konsequente visuelle Ausrichtung, alles wird anhand von praktischen Beispielen erläutert. Sehr hilfreich ist auch die Übersicht über sämtliche verwendeten Ressourcen (Schriften, Farben etc.) am Artikelende.
Ein Abo des Magazins kostet 24$ und gilt für 32 PDF-Artikel, bei dem aktuellen Dollarkurs ein absolutes Schnäppchen. Wer lieber erst einmal reinschnuppern möchte, der kann sich auf der Homepage einige Probeartikel kostenfrei herunterladen oder einzelne Artikel bei iStockphoto für 2-3 Credits erwerben. Mein Fazit: Absolut empfehlenswert.


Sind Gesetze trocken?
Karriereratgeber zweimal anders
Wem selbst das zu viel ist, der sollte einmal einen Blick auf die Zusammenfassung von Garr Reynolds werfen (alle anderen übrigens auch). Wie immer bei Reynolds treffen die Bilder absolut ins Schwarze. Schon das alleine verführt zum weiterklicken. Sehenswert ist aber darüber hinaus insbesondere:

- Die konsequente Verwendung einer Comic-Zeichnung seiner selbst, die die gesamte Präsentation auflockert und zum Manga-Charakter des Buches passt.
- Der virtuose Einsatz von Schriftvariationen in Farbe, Größe und Schriftart, die nicht pure Dekoration sind, sondern einen ganz klaren Zweck erfüllen.
- Die glasklare Strukturierung des Vortrags durch konsistentes, kontrastreiches Layout und den cleveren Einsatz der beiden vorigen Punkte.
Zahlen oder Bilder?

Das funktioniert hier aber nicht so
recht. Natürlich erkennt man, dass Hunger ein großes Problem ist,
aber echt betroffen ist man durch diese Folie nicht. Fakten alleine
berühren uns normalerweise nicht besonders. Auch sind die genannten
Zahlen reichlich abstrakt. Klar, sie sind furchtbar groß, aber
wirklich greifbar sind sie nicht. Die einzige greifbare Zahl ist in
der letzten Zeile versteckt: alle 5 Sekunden verhungert ein Kind.
Das kann man sich vorstellen; deshalb sollte der Schwerpunkt auch
auf diese Aussage gelegt werden. Wenn man einige der redundanten
Zahlen weglässt und ein emotionales Bild hinzufügt, funktioniert
die Folie schon besser:

Aber irgendwie überzeugt das noch immer
nicht so recht. Es ist nicht klar, worauf der Schwerpunkt des
Arguments gelegt wird: 1 Milliarde Kinder in Armut, jedes fünfte
Kind ohne sauberes Wasser oder 6 Millionen Kinder, die jährlich
verhungern. Natürlich machen alle drei für sich genommen betroffen,
aber eine größere Wirkung erzielt man häufig, wenn man sich auf
eine Aussage konzentriert. Lässt man alles weg, was auf dieser
Folie von der Kernbotschaft ablenkt, und verstärkt die
Kernelemente, erhält man eine viel effektivere Folie:

Diese Folie ist eine wunderbare
Plattform, auf der man eine emotionale Argumentation aufbauen kann.
Die Statistiken, die wir aus der Folie gestrichen haben, können
während des Vortrags genannt werden und erhalten durch die starke
Kernaussage eine direkte Bedeutung. Die Handlungsaufforderung wird
auch unmittelbar klar: Retten Sie ein Kind, indem Sie spenden! Sehr
effektvoll ist es übrigens, wenn Sie während des Vortrags die 5
Sekunden noch anschaulicher machen, indem Sie z.B. für kurze Zeit
alle 5 Sekunden mit den Fingern schnippen.
Links zu dem Thema:
Präsentationen von Chris Landry
vom Sustainable Food
Lab
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath,
insbesondere Kapitel 5: "Emotional"
Der Zen-Meister präsentiert

Wenn Designer Folien designen

Kerr sprach über das Design von grafischen Benutzerschnittstellen für E-Mail-Programme und Bookmark-Webseiten. Seine Experimente dazu sind durchaus sehenswert, interessieren uns hier aber nur am Rande. Spannender ist das Folienlayout: extremer Blocksatz, der konsequent auf Großbuchstaben setzt und Zeilenzwischenräume fast vollständig eliminiert.

Das geht zwar ein wenig auf Kosten der Lesbarkeit, ermöglicht aber einige interessante Effekte. So ist etwa in dem Beispiel oben automatisch durch das Layout eine hierarchische Ordnung vorgegeben, indem die Listeninhalte unterschiedlich groß sind. Mit herkömmlichen Bullet Points wäre das erheblich undeutlicher.
Damit dieser Effekt funktioniert, müssen die Worte natürlich geschickt gewählt werden und die wichtigeren Aussagen mit weniger Zeichen ausgedrückt werden als die unwichtigen. Das beherrscht Kerr aber durchaus virtuos, etwa auch in den folgenden Beispielen, wo die Betonung ganz konsequent auf "tree", "messages" und "arcs" liegt.



Sehr interessant ist auch der Wechsel
zum zweiten Teil seines Vortrags, der schon rein optisch sofort
klar wird. Kerr ändert nämlich sein Layout radikal, indem er nun
konsequent klein und in einer Zeile schreibt.
![]()
Das Video sollten Sie sich in jedem
Fall einmal ansehen. Der Vortrag selbst hat sicher ein paar
Schwächen, aber von der Foliengestaltung kann man einiges lernen.
Zwar ist dieses spezielle Layout wohl nicht für jede
Präsenationssituation geeignet, aber ich halte es für einen
gelungenen Ansporn, einmal aus den PowerPoint-Vorlagen auszubrechen
und etwas neues zu versuchen.
[gefunden bei information aesthetics]
Noch eine Cola, bitte

Folien sind dazu da, eine Präsentation optimal zu unterstützen und die wesentlichen Aussagen zu unterstreichen. Diese Folie ist jedoch so voll, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll.
Es gibt drei wesentliche Elemente: eine Abbildung, die die Drei-Farben-Stratgie von Coca-Cola veranschaulicht, ein Diagramm, das die Veränderung des Ergebnisses zum Vorjahr zeigt, und eine Tabelle, die für jede der Farben Statistiken zeigt. Alle drei Elemente schreien durch ihre schrille Farbgebung nach Aufmerksamkeit. Was ist eigentlich das Wesentliche und was nur erklärende Zusatzinformation? Betrachten wir die drei Elemente im Einzelnen. Lesen Sie mehr...
Lästern kann jeder
Nachdem ich kein gutes Haar an Dr. Chatzimarkakis Präsentation auf dem CeBIT-RFID-Forum gelassen habe, möchte ich in diesem Artikel zeigen, wie man es besser machen kann. Lesen Sie mehr...












































