Sie macht alles richtig und tut doch das Falsche

Natalie kommt frisch vom College und heuert als Jahrgangsbeste bei einer Beratungsfirma für Kündigungen an. Sie ist intelligent, eloquent und dabei mutig genug, ihrem neuen Chef, Craig, direkt am ersten Tag vorzurechnen, dass sein bisheriges Geschäftsmodell eine Sackgasse ist. Craig ist zunächst irritiert, dann begeistert und fordert Natalie auf, allen betroffenen Außendienstmitarbeitern ihre Vision zu erläutern. Das tut sie mit einer PowerPoint-Präsentation, die hervorragend gemacht ist – und dennoch nicht alle überzeugt.
Die Präsentation
Natalie beginnt: "Wenn Sie auch nur ein Wort aus meinem Vortrag mitnehmen, dann dieses:"
Nach einer Kunstpause, in der sie die
Überraschung über dieses Kunstwort wirken lässt, spricht sie es
deutlich aus: "GLOCAL – Aus global machen wir in Zukunft
lokal."

"Diese Firma schickt 23 Mitarbeiter in
den Außendienst, an mindestens 250 Tagen im Jahr. Das ist teuer und
ineffizient."


"Als ich vor drei Monaten Craig darauf
hingewiesen habe, antwortete er mit einem Zwinkern: 'Das ist nur
dann ein Problem, wenn Sie eine Lösung dafür haben.'
Nun, heute kann ich genau so eine Lösung
präsentieren."

Sie führt dann eine Software vor, mit
der die Außendienstmitarbeiter in Zukunft ihre Gespräche (das
Feuern von Angestellten!) per Video-Konferenz durchführen können,
anstatt persönlich zu den Kundenunternehmen zu fliegen.
Wie aus dem Lehrbuch
Natalies Chef ist von ihrem Vortrag begeistert und setzt ihre Ideen sofort in die Tat um. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Präsentation handwerklich absolut überzeugt. Die Folien sind sparsam und nicht überladen mit den üblichen Aufzählungsfluten. So kann sie die Aufmerksamkeit ganz auf sich und ihren spannenden roten Faden lenken. Ihre Visualisierungen sind treffend und sofort verständlich und unterstützen die wesentlichen Punkte sehr gut.Auch inhaltlich entwickelt sie die Präsentation lehrbuchmäßig, sie scheint die Empfehlungen aus dem Buch Made-To-Stick geradezu aufgesogen zu haben. Sie beginnt mit einem überraschenden Einstieg, dessen Wirkung sie sofort verstärkt, indem sie eine einleuchtende Erklärung für das Kunstwort "glocal" nachliefert. Schon desöfteren habe ich hierzu Robert Cialdini zitiert: "Ein Aha-Effekt ist umso befriedigender, wenn ihm ein Häh-Effekt vorausgeht."
Sie verwendet eine einfache Sprache und sagt nicht etwa "Wir müssen die Travel-Income-Ratio optimieren". Ihre Ausführungen sind sehr konkret. Sie spricht nicht über Visionen, sagt nicht "Wir müssten" oder "Man könnte", sondern erläutert ganz gezielt ein konkretes Problem, für das sie eine ganz konkrete Lösung in Form der Live-Vorführung präsentiert. Auch auf eine emotionale Ansprache legt sie Wert, indem sie mit ihrem Schlusswort an die Gefühle der Außendienstmitarbeiter appelliert, die in Zukunft Weihnachten endlich wieder zu Hause verbringen können.
Das Problem
So hat Natalie ihren Chef begeistert, aber ein wichtiges Ziel dennoch nicht erreicht: die Außendienstmitarbeiter, stellvertretend handelnd durch Hauptdarsteller George Clooney, zu überzeugen. Der wesentliche Grund: sie liefert zwar, wie vom Chef gefordert, eine Lösung, aber für ein Problem, dass es letztlich in dieser Form gar nicht gibt. Daher trifft sie mit ihrem emotionalen Appell an "Weihnachten zu Hause" auch daneben und verfehlt am Ende genau das, was sie als "blutige Anfängerin" am dringendsten braucht: Glaubwürdigkeit.Das weist Clooney ihr im Anschluss eindrucksvoll nach, indem er ihr zeigt, wie wenig sie tatsächlich von seiner Branche versteht. Letztlich hat sie eben genau eine der Made-To-Stick-Regeln nicht sorgfältig verinnerlicht – und das ist in ihrem Fall die wichtigste: Ideen überzeugen, wenn sie glaubwürdig sind. Glaubwürdigkeit muss Natalie als Anfängerin aber ganz besonders nachweisen. Eine nette Präsentation und eine einstudierte Software-Vorführung sind noch kein Beleg für Kompetenz.
Die radikale Idee wird dennoch umgesetzt und liefert den Hintergrund für einen wirklich spannenden Film, in dem das Leben der Hauptdarsteller gehörig durcheinandergewirbelt wird. Das möchte ich hier nicht alles vorwegnehmen. Manchmal muss man offenbar erst entschieden in die falsche Richtung gehen, bevor man den richtigen Weg erkennt oder zu schätzen lernt. Zur Umsetzung einer Problemlösung ist eine lehrbuchmäßige Präsentation, bei der man fast alles richtig macht, sicher hilfreich. Ob man damit allerdings das Richtige tut, beantwortet das Lehrbuch nicht.
Dr. Kerstin Hoffmann: Verständlich kommt von Verstand

Kerstin Hoffmann ist Kommunikationsberaterin und Text-Expertin und sorgt dafür, dass die Botschaften ihrer Kunden bei deren Kunden ankommen. Ihr Wissen teilt sie oft und gerne mit anderen und so finden sich auf ihrer Webseite u.a. ein Leitfaden für gute Werbetexte und das Handbuch Kundennutzen, wozu auch ich einen Artikel beigesteuert habe.
Ich habe die promovierte Germanistin und gelernte Journalistin gebeten, uns in verständlichen Worten zu erklären, wie man Anspruchsvolles in verständlichen Worten erklärt.
Verständlich kommt von Verstand: Wie Sie Anspruchsvolles lesbar verpacken
Es ist erstaunlich: Manche Menschen sprechen im Alltag flüssig, verständlich und fesselnd. Sie können mit einfachen Worten zusammenfassen, was sie tun. Sie überzeugen mit prägnanten Formulierungen und sympathischem Wortwitz. Doch sobald sie schriftlich werden, verfallen sie in Nominalstil und erzeugen Wort-Dickichte, die man mit der Machete kaum durchdringen könnte.Da werden „Umstellungen realisiert“ statt einfach etwas „umzustellen“. Da findet man einen "Antrag, die Bemessung der Absetzung für Abnutzung vorzunehmen" oder den "Zeitpunkt der Optionserklärung auf Berücksichtigung der fiktiven Anschaffungskosten".
Fast noch erstaunlicher sind jedoch die Begründungen für solche Texte. Schlage ich vor, sie zu vereinfachen und Satz-Bandwürmer in einfache Substantiv-Verb-Konstruktionen aufzulösen, höre ich oft: „Unsere Leser sind anspruchsvolle Fachleute. Die erwarten auch eine anspruchsvolle Sprache.“ Das aber ist schlicht falsch.
Kompliziert ist nicht anspruchsvoll
Was leicht zu lesen ist, braucht ja deswegen nicht inhaltlich schlicht zu sein. Kompliziert ist nicht anspruchsvoll. Auch intelligente, gebildete Fachleute haben nur ein begrenztes Maß an Zeit und Geduld, sich durch kompliziert Verschachteltes oder langweilig Aufgereihtes hindurchzuarbeiten. Der perfekte Text ist genau so fachlich, wie die Zielgruppe es verstehen kann – und so leicht zu lesen, dass keine Aufmerksamkeit verbraucht wird, um Bezüge und Zusammenhänge zu entschlüsseln.Natürlich hängen Textform und Sprache sehr stark von der Textgattung und vom Inhalt ab. Ein Werbetext kommt anders daher als eine Betriebsanleitung. Eine Doktorarbeit ist nicht geschrieben wie ein Kinderbuch. Mit allzu schlichten, kurzen Sätzen ist nicht jedem geholfen. Form, Inhalt und Vokabular sollten sich vor allem an den Lesern orientieren.
Texten wie am Mischpult
Schon in den 1970-er Jahren beschrieben Langer, Schulz von Thun und Tausch in ihrem Klassiker „Sich verständlich ausdrücken“, welche Faktoren für den Erfolg eines Textes beim Leser entscheiden. Ihr Modell ist auch heute noch überraschend modern und universell einsetzbar. Wie an einem Mischpult kann man nach diesem Modell die Parameter verschieben. So geht zum Beispiel eine allzu knappe Ausdrucksweise zu Lasten des Unterhaltungswert. Unter allzu viel abschweifendem Entertainment dagegen leiden die Prägnanz ebenso wie die Ordnung.Gute Texte
Folgende Merkmale guter Texte habe ich vor einiger Zeit definiert. Gute Texte sind …- interessant. Sie machen den Leser neugierig und halten ihn im Lesefluss – bis zum Schluss.
- nützlich. Der Leser erkennt seinen Nutzen auf den ersten Blick. (Das gilt auch für wissenschaftliche und rein informative Texte!)
- überraschend. Sie verzichten auf Floskeln und formulieren frisch und neu.
- verbal. Nominal-Konstruktionen wirken geschraubt und bleiben schlecht hängen.
- aktiv. Passiv-Sätze wirken ausweichend, Aktiv-Sätze wirken dynamisch.
- kurz und prägnant. Sie sagen mit wenigen Worten das Entscheidende, sind aber so ausführlich wie nötig.
Motivieren Sie Ihren Leser
Sie wollen, dass Ihr Text gelesen wird? Dann müssen Sie Ihren Leser motivieren. Mit sprachlichen und optischen Mitteln. Es gibt eine Reihe grundsätzlicher Merkmale, die darüber entscheiden, ob und wie aufmerksam ein Leser den Text weiterliest, wie positiv er dem Text gegenüber gestimmt ist und wie gut er die aufgenommenen Informationen behält, integriert und weiterverarbeitet.So sollte ein guter Text aussehen:
- flüssig geschrieben
- übersichtlich gegliedert
- inhaltlich dicht
- bis zuletzt interessant: Am Schluss sollte möglichst noch ein „Highlight“ stehen, das im Gedächtnis bleibt.
Sie werden häufig feststellen: Je interessanter der Leser für Sie ist - sprich: je erfolgreicher er ist - desto weniger Zeit hat er für Ihren Text. Jedes sprachliche Hindernis, jede Leerformel und jeder Satz, der nicht auf Anhieb verständlich ist, sind „Absprung-Schanzen“ für Ihren Leser. Sorgen Sie dafür, dass er Ihnen erhalten bleibt – bis zum Ende Ihrer Ausführungen.
Sonderfall: Identifikation durch gemeinsamen Code
Ehe Sie jetzt den nächsten Vortrag auf einem Mediziner-Kongress vollständig in Alltagssprache formulieren oder sämtliche Begriffe in einem Leitfaden für Ingenieure ins Deutsche übersetzen: Bedenken Sie bitte, dass das gemeinsame Vokabular einer bestimmten Fachgruppe auch identifikationsstiftend sein kann. Oft geht es darum sich abzugrenzen und als Gruppe zu definieren. Ganz gleich, wie Sie das persönlich bewerten: Es einfach zu missachten könnte für Sie selbst fatale Folgen haben und alles andere als zielführend sein.Hinzu kommt: Bestimmte Fachausdrücke sind dann sinnvoll, wenn die Beteiligten genau wissen, was gemeint ist. Es gibt Hardliner, die wollen alles ins Deutsche übersetzen, so dass es jeder versteht. Wozu, wenn es gar nicht für jeden gedacht ist?
Doch gemeinsamer Code hin, Fachvokabular her: Auch solche Texte können gut lesbar sein. Wortbandwürmer und „Substantivitis“ sind hier ebenfalls fehl am Platze. Grundsätzlich gelten alle Regeln, die auch sonst für verständliche Texte wahr sind.
Das Wen-kümmert-das-Prinzip

Bei Prof. Donald Saari, Mathematiker und Wahlforscher an der University of California, ist das anders. Er hält seine Vorlesungen strikt nach dem Wen-kümmert-das-Prinzip.
In der ersten Vorlesung eines Semesters bietet Prof. Saari seinen Studenten an, zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Vorlesung ebendiese Frage zu stellen: "Wen kümmert das?" Er wird dann innehalten und erläutern, warum das gerade behandelte Thema wichtig ist und wie es in den größeren Zusammenhang der Vorlesung passt – wie abstrus oder unbedeutend es auch erscheinen mag.
Können Sie das auch für Ihre Vorträge? Und wenn nein, warum nicht?
[Quelle: What the Best College Teachers Do von Ken Bain]
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Drei Buchempfehlungen für den inneren Schweinehund
Mein Gesprächspartner hat gerade seinen Elefanten beruhigt. Der Elefant ist in Chip und Dan Heaths hervorragendem neuen Buch Switch so etwas wie der sprichwörtliche innere Schweinehund. Und der mag keine Veränderungen, denn die bedeuten Ungewissheit, eventuell Rückschläge, vielleicht sogar Fehlschläge. Also vermeidet er sie lieber und sucht nach Ausreden, die ihn auf seinem bisherigen, (vermeintlich) sicheren Weg bestätigen.
In Switch entwickeln die Heath-Brüder drei Prinzipien, die Veränderungen in praktisch allen Lebenslagen unterstützen. Die Prinzipien lauten (frei übersetzt): 1. Verhindern Sie ausgiebiges Grübeln, 2. Beruhigen Sie den Elefanten und 3. Schalten Sie Störfaktoren in der Umwelt aus. Wie auch schon in ihrem ersten Buch Made to Stick leiten die Autoren zu jedem dieser drei Prinzipien aus unzähligen Geschichten und wissenschaftlichen Studien allgemeine Strategien ab, mit denen Menschen in unterschiedlichsten Situationen erfolgreich Veränderungen gegen allerlei Widrigkeiten umgesetzt haben.
Eine etwas andere Perspektive auf den inneren Schweinehund liefert das ebenfalls empfehlenswerte Buch Linchpin von Seth Godin. Auch er begründet, warum der innere Schweinehund Risiken scheut und auf möglichst ungefährlichen Pfaden durch das Leben gehen möchte (Godin bemüht hierfür den Vergleich mit dem Reptiliengehirn). Linchpin argumentiert sehr eindrucksvoll, warum diese "Sicherheits"-Strategie, die auf Anpassung zielt, in traditionellen Karrierevorstellungen zwar ganz gut funktioniert hat, heute jedoch zum Scheitern verurteilt ist. Als einzigen Ausweg sieht Godin, sich unersetzlich zu machen, indem man Risiken auf sich nimmt, wo andere kneifen, und sich selbst als Künstler zu begreifen, der auch in seiner täglichen Arbeit immer wieder Erwartungen übertrifft.
Wer jetzt immer noch Platz im Bücherregal hat, dem empfehle ich auch das Buch Drive von Dan Pink, in dem er die gängigen Motivationsmittel (Zuckerbrot und Peitsche) hinterfragt und stattdessen für eine Stärkung der Eigenmotivation plädiert. Er belegt das anhand zahlreicher psychologischer Experimente, die zeigen, dass klassische Anreizsysteme ("Wenn du das Problem schneller löst, dann bekommst du eine Belohnung") oft sogar kontraproduktiv sind. Einen Vorgeschmack auf das Buch gab Pink in seinem Vortrag auf der letztjährigen TEDGlobal-Konferenz, den ich vor einiger Zeit hier besprochen habe.
Alle drei Bücher sind übrigens auch hervorragende Beispiele dafür, wie Geschichten dabei helfen, abstrakte Ideen anschaulich zu machen, damit man sie als Leser (oder Zuhörer) besser in seinen Alltag übersetzen kann. Die Stile könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein: während die Heath-Brüder einen ganz stringenten roten Faden spinnen, der ganz streng ihren eigenen Empfehlungen aus Made to Stick folgt, schreibt Godin sehr schlaglichtartig. Fast wirkt es, als lese man gerade mehrere Artikel in seinem (ebenfalls lesenswerten) Blog. Erst am Ende fügt sich hier alles zu einem Gesamtbild zusammen.
Vielleicht gibt Ihnen eines dieser Bücher ja auch den letzten Ruck, um bei Ihrer nächsten Präsentation noch mutiger zu sein.
Links zu diesem Artikel
Das erste Kapitel von Switch zum Probelesen
Squidoo-Seite zu Linchpin mit zahlreichen weiteren Links
Zwei Typen, die Sie nicht sein möchten

"In welcher Hinsicht ist es denn hochwertiger?"
"Das ist Markenqualität, der Hersteller setzt natürlich nur modernste Verfahren ein."
"Welche Verfahren sind das denn?"
"Die sind seit mehr als 30 Jahren erprobt. Wir hatten noch nie Beschwerden."
"…"
Bullshit, der Mann hat keine Ahnung. Sie können beliebig lange nachhaken und werden doch nie erfahren, inwiefern das eine Sofa hochwertiger ist als das andere.
Typischer Fachidiot: Ihr Systemadministrator erklärt Ihnen eine neues Programm:

"Aha. Und wenn ich jetzt in einem Datensatz etwas ändern muss?"
"…"
Fachidiot, der Mann hat zwar Ahnung, kann aber nicht so erklären, dass Sie ihn verstehen.
Beide Typen kennen Sie sicher auch aus Vorträgen. Der eine hat auf seinen Folien viele bunte Bildchen, lässt kein Klischee aus, aber Substanz suchen Sie vergebens. Der andere hat vollgeschriebene Folien, kommt vom Hölzchen auf's Stöcken, lässt dabei kein Detail aus, aber am Ende wissen Sie immer noch nicht, was er Ihnen eigentlich sagen wollte.
Beiden würde helfen, nicht immer nur selbst zu reden, sondern umgekehrt auch einmal genau zuzuhören. Und sich anschließend zu fragen: "Versteht mich mein Gegenüber überhaupt? Welche Fragen hat er überhaupt? Wo liegen eigentlich seine Interessen?" Dann kann man gezielt an diesen Fragen arbeiten; technische Details nachlesen, nach einfachen Erklärungen suchen, vielleicht ein Diagramm malen, das leichter verständlich ist, als zehn Zeilen Text.
Die besten Vorträge sind keine Monologe, sondern Dialoge, in denen Sie auf Ihr Publikum eingehen, und Ihren Vortrag – notfalls auch während Sie ihn halten – immer wieder an dessen Bedürfnisse anpassen.
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Eine völlig andere Situation, dasselbe Symptom:
Letzte Woche saß ich in einer Präsentation, in der jemand sein Unternehmen anhand erfolreicher Projekte vorstellte. Wie sich durch die Nachfrage eines verblüfften Zuhörers herausstellte, waren die Projekte weit weniger groß, als es in der Präsentation den Anschein hatte. Der Vortragende war auf die erstaunte Frage danach, wie ein Unternehmen seiner Größe solche Projekte stemmen könne, aber bereits vorbereitet. Er antwortete: "Die Frage kriegen wir jedes Mal, wenn wir diese Präsentation halten. Also wir meinen das so …" Nicht dass er es wirklich falsch präsentiert hatte, es kam eben nur missverständlich an. Also alles kein Problem? Hätten wir doch genauer hinhören sollen?
Klar hätten wir genauer hinhören können. Aber das ist genau der Unterschied zwischen einem Service (oder einer Präsentation), der ganz ok ist zu einem Service, der außergewöhnlich gut ist, weil sich jemand auch über kleine Details Gedanken gemacht hat. Es ist auch der Unterschied zwischen einem Unternehmen (bzw. seinen Mitarbeiter), das sich um sich selbst kümmert ("Steht doch alles da") und einem, das sich um seine Kunden kümmert ("Ich erklär's dir so, dass du es verstehst"). Wenn Sie jedes Mal erstaunte Reaktionen von Menschen erhalten, die Ihre Informationen anders verstanden haben, als Sie sie gemeint haben, ist es dann wirklich sinnvoll, es beim nächsten Mal wieder genau so zu tun? Ihre Entscheidung.
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Warum sind Sie eigentlich selbst von Ihrer Idee begeistert?
Immerhin beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihrem Vortragsthema. Das würden Sie nicht tun, wenn Ihnen das keinen Spaß bereiten würden und wenn Sie keinen Sinn darin sehen würden.
Hatten Sie vielleicht ein Schlüsselerlebnis?
Vielleicht der Moment, an dem Sie erkannt haben, dass alle anderen Lösungen aus einen einfachen Grund nicht funktionieren. Oder ein Erlebnis im Bus, das Ihnen einen ganz neuen Anwendungsfall für Ihr Produkt gezeigt hat. Oder ein Zitat, das Ihnen die Augen geöffnet hat.
Warum scheuen Sie sich dann, auch Ihrem Publikum davon zu berichten?
Ich weiß, Ihre Präsentation soll seriös wirken und Ihr Publikum verlangt handfeste Argumente. Und in der Tat sind Fakten wichtig, um Ihre Glaubwürdigkeit zu stützen. Aber merken kann sich diese Fakten ohnehin keiner. Sehr gut merken kann man sich aber überzeugende Geschichten, denn sie erleichtern es Ihren Zuhörern, Ihre Ideen zu verbildlichen und sie in Ihre Gedankenwelt einzuordnen.
Warum bringen Sie also die Fakten nicht durch Geschichten in einen Kontext, der für Ihre Zuhörer relevant ist?
Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ihre handfesten Argumente sind ein wichtiger Bestandteil Ihrer Präsentation, aber verstehen Ihre Zuhörer wirklich bei allen Ihren Argumenten unmittelbar, welche Bedeutung sie für Ihr Problem haben. Vielleicht hilft dabei aber das ein oder andere Bild, die ein oder andere Geschichte oder ein Beispiel aus der Praxis. Wenn Sie jetzt einwenden, dass Sie doch schon Beispiele nennen, frage ich zum Abschluss:
Nehmen Sie sich denn auch die Zeit, Ihre Beispiele zu erläutern?
Machen Sie eine Geschichte daraus. Sagen Sie nicht "Zum Beispiel A, B, C", sondern nehmen Sie sich eines dieser Beispiel heraus und erläutern es ausführlicher, zeigen wie Ihre Argumente sich dort auswirken; welche überraschenden Ergebnisse sich vielleicht gerade in diesem Beispiel zeigen. Das kann man sich merken, die einfache Aneinanderreihung vieler nur aufgezählter Beispiele dagegen nicht.
Und wie kommen Sie nun von Ihrer bestehenden Präsentation dahin? Im Grunde reichen diese drei Schritten:
- Sammeln Sie Beispiele, Geschichten oder Bilder, die Ihre Argumente veranschaulichen.
- Wählen Sie die besten aus, das sind vielleicht am Ende zwei oder drei.
- Nehmen Sie sich in Ihrer Präsentation die Zeit, diese Beispiele auch zu erläutern (natürlich spannend mit den Empfehlungen der letzten Woche).
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Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte: Präsentationen mit Fotomotiven gestalten
von Matthias SchwenkEs hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich traute, den Stil meiner Präsentationen grundlegend umzustellen. Obwohl ich SlideShare schon seit 2007 kenne und dort (bzw. in Blogs eingebettet) immer wieder sehr gut gemachte Präsentationen bewunderte; für mich selbst schien mir immer der Aufwand zu groß.
Das änderte sich erst 2009, als ich wieder mal am Thema "Wikis" saß und mir überlegte, wie ich deren Nutzen einem Publikum aus wenig internet- und computeraffinen Menschen vermitteln könnte. Da kam mir die Idee der bildlichen Analogie: Ein Wiki kann man im Grunde mit einem klassischen Aktenordner vergleichen. Wenn ich dafür gute Fotos finden könnte, ließe sich daraus eine Präsentation im neuen Stil machen.
Auf Flickr fand ich schnell eine Fülle sehr guter Bildmotive, die mit einer Creative Commons Lizenz zur freien Verwendung (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) versehen waren. Die Basis für meine erste, wirklich überzeugende Präsentation war gelegt.

Ein paar Empfehlungen will ich an dieser Stelle geben:
- Bei der Auswahl der Bildmotive ist darauf zu achten, dass ein Foto nicht zu viel Kontrast (hell-dunkel) enthält und dass es eine möglichst ruhige Flächenpartie aufweist, vor die man dann den Text stellen kann.
- Idealerweise bilden Bildmotiv und Text eine Einheit, in der beide Partien etwas erzählen. Der Text stützt das Bildmotiv und umgekehrt.
- Zur Visualiserung einer Botschaft passen sehr gut auch Bildmetaphern. Wo ein erklärender Text unumgänglich und schwer zu visualisieren ist, eignen sich abstrakte Bildmotive, die nur mit einer Farbstimmung eine Botschaft dezent stützen.
- Der Unterhaltungswert (und damit die Akzeptanz des eigentlichen Themas) steigt, wenn eine Präsentation bewusst auch ein paar emotionale Bildmotive enthält (Kinder, Natur, …).
Zudem ist der Erfolg der beste Lohn der Mühe: So wurde meine Wiki-Präsentation auf SlideShare inzwischen über 2800 mal abgerufen. Was will man mehr?
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Wie Patrick Peschlow den in der skeptischen Wissenschaftswelt mutigen Schritt zu klareren Präsentationen getan hat und welche Reaktionen er dabei erfahren hat, schildert er in seinem Artikel.
Weniger Ist Mehr
von Patrick PeschlowWir schreiben November 2000, mein drittes Semester an der Uni Bonn. Eine Woche noch bis zu meinem Vortrag beim Proseminar "Internetprotokolle". Meine erste Präsentation mit Powerpoint. Doch bislang lächelt mich nur eine leere Folie an. Ein Einstieg muss her, und zwar bald.
Ich wähle schließlich einen Ansatz, den Sie vielleicht kennen: Orientiere Dich an dem, was Du kennst und was Dir gefällt. Denn bereits in meinem ersten Semester hatte ich in einer Vorlesung ein Foliendesign kennengelernt, das mir gut gefiel; mit bunten Elementen, einer übersichtlichen Anordnung und einer detaillierten Darstellung der Inhalte. Tatsächlich gefielen mir die Vorlesungsfolien sogar so gut, dass ich oft auf den Besuch der Vorlesung verzichtet und stattdessen lieber zu Hause die Folien studiert habe. Keine Frage: Die Folien meiner ersten Powerpoint-Präsentation sollten sich an diesen tollen Vorlesungsfolien orientieren.
Der Vortrag lief gut und ich war zufrieden – so zufrieden sogar, dass ich bei meinem nächsten Vortrag dasselbe Design erneut verwendete. Beim übernächsten Vortrag auch. Und dann erneut, und so weiter. Ob Seminar-, Praktikums-, Diplomarbeits- oder Promotionsvortrag, ob Projekt- oder Konferenzpräsentation, meine Vortragsvorbereitung war stets die gleiche: Die Folien vom letzten Vortrag nehmen, sie von den alten Inhalten befreien und mit neuen Inhalten füllen. Trotz der Vielzahl an Präsentationsgelegenheiten hielt ich also genau genommen jedes Mal den gleichen Vortrag, nur eben mit anderen Inhalten. Ob das Design der Vorlesungsfolien für meine Vorträge überhaupt geeignet war, darüber hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Aber sehen Sie selbst. Hier ist eine kleine aber repräsentative Auswahl von Folien aus meinen Präsentationen der Jahre 2000 bis 2007:
Als Leser dieses Blogs werden Sie
vermutlich direkt bemerken: Auf den Folien ist zu viel Text! Und zu
viel Text auf Folien bringt eine Reihe von Nachteilen mit sich. Vor
allem zwei dieser Nachteile habe ich während meinen Präsentationen
regelmäßig erfahren.
- Ich habe mich gewissermaßen zum "Sklaven" meiner Folien gemacht, d.h. ich fühlte mich genötigt, alle auf den Folien erwähnten Punkte auch tatsächlich zu erläutern. Einfach zur nächsten Folie zu wechseln würde ja bedeuten, dass ich etwas ausgelassen hätte. Und wer möchte schon etwas Wichtiges in seinem Vortrag auslassen? Da es auf der Folie steht, muss es ja wichtig sein. Oder?
- Ich habe ein ums andere Mal erlebt, dass die Zuhörer versuchen, gleichzeitig den Text auf meinen Folien zu lesen und mir zuzuhören. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich gut, dass man dabei aber in der Regel leider weder das eine noch das andere schafft.
Erst Anfang 2008 habe ich – in erster Linie dank diesem Blog, den Michael gerade gestartet hatte – zum ersten Mal bewusst über den Sinn und Zweck von Präsentationen nachgedacht. Schnell setzte sich eine wichtige Erkenntnis durch: Bei einer Präsentation besteht mein oberstes Ziel darin, den Zuhörern meine Botschaft erfolgreich zu vermitteln. Mein Vortrag soll es den Zuhörern so leicht wie möglich machen, diese Botschaft zu verstehen. Die Folien sind dabei nur ein Hilfsmittel, um den Vortrag zu unterstützen.
Diese Erkenntnis war für mich der Auslöser, mein Foliendesign zu ändern. Und zwar so, dass die Folien mich bei meinem Vortrag nicht mehr einschränken, geschweige denn mit mir um die Aufmerksamkeit meines Publikums konkurrieren würden. Ich entschied mich für eine Verschlankung meiner Folien anhand des Mottos "Weniger ist mehr". Es sollte nur noch auf Folie kommen, was ich für meinen Vortrag auch tatsächlich benötige. Der Vortrag selbst sollte wieder im Mittelpunkt stehen. Sehen Sie hier eine Auswahl von Folien aus Präsentationen, die ich seit 2008 gehalten habe:
Bei einer Konferenzpräsentation im
April 2008 ergab sich für mich die erste Gelegenheit zum
Praxistest. Zusätzlich zu den schlankeren Folien wendete ich noch
eine kleine Technik an, mit der ich mein Publikum vom ersten Moment
an auf mein Thema fixieren wollte. Ich brachte einfach die
Kernbotschaft meines Vortrags direkt auf die erste Folie:

Begonnen habe ich meine Präsentation
mit den Worten: "Wenn Sie auch nur eine Sache aus meinem Vortrag
mitnehmen, dann soll es diese hier sein." Danach habe ich die
Botschaft auf der Folie kurz erläutert. Erst anschließend begann
ich meinen eigentlichen Vortrag über die konkreten Inhalte des
Konferenzpapers. Auf der letzten Folie habe ich dann die
Kernbotschaft erneut gezeigt.
Im Anschluss an die Präsentation erhielt ich unerwartetes Feedback.
Einer der Zuhörer kam zu mir und lobte mich für die Klarheit der
Darstellung, ein anderer wiederum bezeichnete meine erste Folie als
"extrem effektiv". Später erklärte mir ein weiterer Zuhörer sogar,
dies sei eine der besten Präsentationen gewesen, die er in den
letzten Jahren auf einer Konferenz gesehen hätte. Allein diese drei
Reaktionen zeigten mir schon: Die Änderungen hatten sich gelohnt.
Und dabei waren sie so einfach gewesen.
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Mit
Konventionen brechen
Mut zur Beschränkung
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Was genau sollen Ihre Zuhörer eigentlich nach Ihrer Präsentation besser verstanden haben?


Wenn Sie das auf den Punkt bringen können, dann hat Ihre Präsentation damit im Grunde genau eine Aufgabe: Ihre Zuhörer von dieser Kernbotschaft zu überzeugen. Alles was Sie in Ihrer Präsentation sagen, dient im Idealfall dazu, Ihren Zuhörern den Zugang zu dieser Kernbotschaft zu erleichtern. Daraus ergibt sich unmittelbar die nächste Frage:
Welche Informationen benötigen Ihre Zuhörer, um die Kernbotschaft zu verstehen?

Welche Informationen benötigen Ihre Zuhörer wirklich, um die Kernbotschaft zu verstehen?
Was sind die (bis zu) drei wichtigsten Argumente, die zu Ihrer Kernaussage führen?
Selbst wenn Sie sich radikal beschränken, werden Sie immer noch eine Menge Wichtiges zu sagen und das sollten Sie strukturieren. Sicher nicht die einzige Möglichkeit, aber eine sehr übersichtliche und verständliche ist es, Ihre Inhalte in bis zu drei größeren Argumenten zusammen zu fassen. Damit können Sie eine einfache und nachvollziehbare Argumentationskette aufbauen, haben aber gleichzeitig genügend Spielraum für Spannungsbögen (um die es in der nächsten Woche geht).
Und wie kommen Sie nun von Ihrer bestehenden Präsentation dahin? Im Grunde reichen diese drei Schritten:
- Löschen Sie alle Folien, die Ihre Zuhörer nicht unbedingt brauchen.
- Löschen Sie nun alle Folieninhalte, die Ihre Zuhörer nicht unbedingt brauchen.
- Gruppieren Sie die restlichen Informationen zu drei wesentlichen Argumenten.
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Routine langweilt. Jeder, der schon
einmal über Stunden die selben Handgriffe immer und immer wieder
durchführen musste, weiß das. Hohe Wissenschaft bedarf es dazu
eigentlich nicht.
Und doch, wenn wir anderen etwas erklären, halten wir uns selbst
nicht daran und gehen immer dieselben Wege. Vorträge verwenden
grundsätzlich PowerPoint, haben einen immer gleichen Aufbau, jede
einzelne Folie enthält Stichpunktaufzählungen im Corporate Design
usw. Abwechslung Fehlanzeige.
Wir tun gerade so, als sei jedes Thema gleich, als könne man alles
in das immer wieder selbe Schema packen, und denken, es sei immer
derselbe gesicherte Weg, der uns und unsere Zuhörer zum Ziel
führt.
Wir brauchen Abwechslung, damit wir Spaß an etwas haben, und wir
brauchen Abwechslung, damit unser Gehirn Informationen besser
verarbeiten kann. Daher hilft es auch in Vorträgen, die bekannten
Wege zu verlassen und, wenigstens ab und an, die steinigen,
holprigen und bisweilen mutigen Wege zu suchen.
Wer das nicht wahrhaben mag, für den erklärt der Neurobiologe
Martin Korte, Autor des Buches Wie Kinder
heute lernen, in der aktuellen Ausgabe von Geo
Wissen aus wissenschaftlicher Sicht die Wirkung von
Überraschungen:
Biochemisch gesprochen wird dann in zwei Hirnregionen der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, der die Neugier weckt und die Konzentration steigert. Das wiederum ermöglicht es Hirnzellen, sich Lernerfahrungen besonders gut einzuprägen.
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Na und?
Jerry Weissman ist Präsentationscoach, genau wie ich, allerdings ein paar tausend Kilometer westwärts im Silicon Valley. Dort hat er sich auf Präsentationen im Rahmen von Börsengängen spezialisiert. Seine Erfahrung aus seiner Zeit beim Sender CBS hat ihm dazu eine wichtige Fähigkeit mitgegeben: ein Gespür dafür, wann eine Story (bzw. eine Präsentation) zum Kern vorgedrungen und für das Publikum relevant ist. Und diese Fähigkeit treibt seine Kunden bisweilen in den Wahnsinn.
Stellen Sie sich diesen freundlichen älteren Herrn vor, wie er vor Ihnen sitzt, wohlwollend Ihrem Vortrag zuhört, und plötzlich sagt:
"Na und?"
"Wie, na und?"
"Nun ja, was habe ich denn davon, was Sie mir hier erzählen?"
"Ähm, das habe ich Ihnen doch gerade erklärt."
"Nein, nein. Sie haben mir erklärt, dass Sie Millionen in die Weiterentwicklung ihrer Zahnbohrertechnologie investieren."
"Ach so, dadurch stellen wir sicher, dass wir stets die modernste Technologie zum besten Preis verwenden."
"Na und?"
"Oh, erwischt. ich sag's am besten anders: durch unsere Präzisionsbohrer können Sie Ihre Patienten schneller und mit weniger Schmerzen behandeln."
"…" (usw.)

Ein Kunde kauft z.B. den besten Samen, damit er den schönsten Rasen bekommt und nicht weil Züchter viel Geld und Zeit investiert haben, um diesen Samen zu entwickeln. Und überhaupt wird der Samen für den Kunden erst dadurch zum besten Samen, weil er eben den schönsten Rasen erzeugt, und nicht etwa, weil er anhand eines ausgefeilten Züchtungsplans sorgfältig entwickelt wurde. Für andere Kunden kann es übrigens aus ganz anderen Gründen der beste Rasen sein, etwa weil er langsamer/schneller wächst, besser gegen Moos besteht usw. Na und was lernen Sie jetzt daraus? Weissman formuliert das so:
Das bedeutet nicht, dass Sie jetzt nur noch "Du-"Sätze verwenden dürfen und nichts über Ihre ausgefeilten Entwicklungsmethoden erwähnen sollen, im Gegenteil, das kann erheblich Ihre Glaubwürdigkeit erhöhen. Aber: Wann immer Sie etwas über sich sagen, dann sollten Sie wissen, was Sie damit bezwecken. Warum ist gerade dieses Detail für Ihre Zuhörer wichtig?Bevor Sie in einer Präsentation irgendetwas über sich selbst, ihre Firma, ihre Story oder ihr Produkt erzählen, halten sie inne und fragen Sie sich: "Was haben meine Zuhörer davon?"
Und übrigens bin ich genauso wie Jerry Weissman davon überzeugt, dass davon letztlich Ihre Produkte wieder profitieren:
Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Kundennutzen-Blogparade im PR-Doktor-Kommunikationsblog von Kerstin Hoffmann.Ihre Präsentation auf diese Weise kritisch zu hinterfragen, kann Ihnen auch dabei helfen, die zugrundeliegende Substanz zu verbessern.
Links zu dem Artikel
Wenn Dell Pizza verkaufen würde…
Presenting to Win, interessantes, aber etwas längliches Buch von Jerry Weissman
Homepage von Jerry Weissman
Präsentieren lernen im Kindergarten

Stattdessen haben sie sich für eine Geschichte entschieden, eine rührende Geschichte über einen ganz normalen Kindergartentag. Von der ersten Sekunde an hörten alle Eltern gebannt zu. Jeder kannte das: Tränen, weil das Kuscheltier verschwunden ist, Schuhe, die falsch herum angezogen sind, Klebertuben, die über dem Fußboden ausgekippt werden, aber auch große Kinderaugen, die die Bestätigung dafür liefern, warum man das eigentlich tut. Nach der Geschichte brach spontan Beifall aus, sie traf genau ins Schwarze.

Und warum funktioniert das so viel besser als Aufzählungen auf einer Folie? Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jeremy Hsu schreibt dazu in einem Artikel des Scientific American:
Und die Brüder Heath erläutern ergänzend in ihrem hervorragenden Buch Was bleibt, dass Geschichten den Kontext liefern, der in abstrakten Vorschriften fehlt. Sie erlauben uns, die Bedeutung einer Aussage in den Kontext unserer eigenen Erfahrungen zu übersetzen. So können wir die Konsequenzen unseres Handelns besser abschätzen, weil wir sie uns im Rahmen der Geschichte besser vorstellen können.Geschichten haben eine einmalige Überzeugungs- und Motivationskraft, weil sie unsere Gefühle und unser Einfühlungsvermögen ansprechen.
Die Kindergärtnerinnen haben also alles das richtig gemacht, was in vielen PowerPoint-Präsentationen falsch gemacht wird. Anstatt mit lose zusammenhängenden, abstrakten Fakten haben sie die Eltern mit einer Geschichte überzeugt, die auf emotionale Weise ihr Einfühlungsvermögen angesprochen hat.
Zwei kleine Videos auf YouTube helfen Ihnen vielleicht, bei Ihrem nächsten Vortrag, selbst spannende Geschichten zu finden, mit denen Sie Ihre Zuhörer auf ähnliche Weise überzeugen können. Das erste stammt von dem amerikanischen Journalisten Scott Simon, der aus seiner Erfahrung als Radio-Reporter die wichtigsten Elemente einer guten Geschichte zusammenfasst:
Auch das zweite Video stammt von einem
Radio-Reporter, Ira
Glass, und bildet den Auftakt einer vierteiligen Serie, in der
er wichtige Tipps zum Geschichtenerzählen gibt. Eine ausführliche
Zusammenfassung der Videos gibt es im Presentation-Zen-Blog.
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Geschichten, Emotionen, Einfühlungsvermögen
Kurz aber falsch
Eine ähnliche Aufgabe haben übrigens Zeitungsredakteure. Artikelüberschriften sind selten länger als sechs Wörter und sollen zugleich den Kern des Artikels prägnant auf den Punkt bringen und Appetit auf den eigentlichen Artikel machen. Genau wie bei Präsentationen ist es dabei eine besondere Herausforderung, nicht zu banalisieren. Noch wichtiger aber ist es, die Fakten im Sinne einer spannenden Überschrift nicht zu verdrehen. Wie leicht so etwas passiert, zeigen zwei Artikelüberschriften des Kölner Stadt-Anzeigers, der im Köln-Bonner-Raum am weitesten verbreiteten regionalen Tageszeitung.


Kürze ist wichtig, Spannung auch, aber sie darf nicht auf Kosten der Wahrheit gehen. Eine korrekte Wiedergabe der Fakten hat immer oberste Priorität – denn sonst setzen Sie Ihre Glaubwürdikeit aufs Spiel.
Der kleine Drache und die Eselsbrücke
Eine ganz wunderbare Eselsbrücke hat sich der Berliner Illustrator Christoph Niemann zum Erlernen chinesischer Schriftzeichen einfallen lassen. In seinem Kinderbuch Der kleine Drache erzählt er die Geschichte des Mädchens Lin und ihrem kleinen Hausdrachen. Es ist eine schön gezeichnete Geschichte über die Freundschaft der beiden. Zugleich ist es aber auch eine Einführung in chinesische Schriftzeichen. Denn Niemann lässt in den Figuren der Erzählung chinesische Zeichen auf intelligente Weise zum Leben erwecken und gibt ihnen so eine sinnvolle Bedeutung. Das entspricht nicht immer der tatsächlichen Herkunft der Zeichen, ist aber oft so einleuchtend, dass man sich das Zeichen sofort merkt – echte Eselsbrücken eben.
Das Buch ist damit nicht nur schön anzusehen – der Autor ist ein echter Könner seines Handwerks – sondern gleichzeitig lehrreich. Und es zeigt, wie es sich lohnt, nicht immer nur abgetretene Pfade zu betreten und die naheliegendsten Darstellungsformen zu wählen, sondern ruhig einmal die Perspektive zu wechseln. Nicht immer ist der typische Weg der beste und lehrreichste, auch bei einer Präsentation nicht. Vielleicht helfen Ihnen bei Ihrem nächsten Vortrag ja auch ein paar intelligente Eselsbrücken dabei, ihre Ideen noch besser in die Köpfe Ihrer Zuhörer zu bekommen.



Links zu dem
Thema
Christoph Niemanns
Portfolio mit vielen seiner oft humorvollen
Illustrationen
Interessanter Vortrag
Niemanns über seine Arbeit
Chance oder lästige Pflicht?

Mit diesem Zitat bringt Seth Godin auf
den Punkt, warum viele Präsentationen zum Scheitern verurteilt
sind, bevor sie überhaupt begonnen haben: sie werden als lästige
Pflicht empfunden. Tatsächlich aber ist jede, wirklich jede
Präsentation eine Chance, seine Ideen zu erklären und andere dafür
zu begeistern; Ihnen zu erläutern, warum es sich lohnt, sich dafür
einzusetzen.
Wann sonst bekommen Sie für eine vergleichbar lange Zeitspanne die
exklusive Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Sie können die Chance
nutzen und Ihre Ideen im bestmöglichen Licht präsentieren; oder Sie
können sie verspielen, indem sie einfach nur ihre Zeit abspulen und
froh sind, wenn es vorbei ist. Wenn Sie das nächste Mal
präsentieren dürfen, nutzen Sie diese Chance.
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Vorteil?
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Ideen
[Foto:
technotheory@flickr.com]
Vorher-Nachher: One Minute Madness
Vor kurzem erhielt ich einen Hilferuf für eine solche Veranstaltung, bei der es nur eine einzige Regel für die One Minute Madness gab:
Grund des Hilferufs war diese offensichtlich ungeeignete Folie:Jede Präsentation dauert exakt 45 Sekunden und enthält genau eine Folie, die danach automatisch wechselt.

Die Folie wirkt ein bisschen, als
versuche man, einen Film im Schnelldurchlauf zu schauen; alles
Wichtige aus dem 30-minütigen Vortrag soll in die 45 Sekunden
gepackt werden. Das ist hier jedoch schon alleine deswegen zum
Scheitern verurteilt, weil man nicht den Hauch einer Chance hat,
diese Inhalte in so kurzer Zeit überhaupt zu erfassen, geschweige
denn zu verstehen (ganz abgesehen davon, dass man selbst bei
starker Vergrößerung nicht einmal alle Inhalte entziffern
kann).
Die gute Nachricht ist dabei: Wenn es möglich wäre, den Inhalt
eines 30-minütigen Vortrags komprimiert in 45 Sekunden zu erzählen,
dann wäre der Vortrag ja überflüssig. Daher gilt: in der One Minute
Madness geht es einzig und alleine darum, Appetit zu machen auf den
eigentlichen Vortrag und nicht darum, alles vorwegzunehmen.
Genau drei Fragen sind also für die Zuhörer zu beantworten:
Interessiert mich das Thema? Wenn ja: Wo und wann findet der
Vortrag statt?
Klar ist damit: die Folie muss Ort und Zeit enthalten. Außerdem
wird ein Aufhänger benötigt, der Spannung für den eigentlichen
Vortrag weckt. Mehr nicht. Also reduziert sich die Aufgabe darauf,
eine spannende Frage zu finden, die die Zuhörer neugierig auf mehr
macht – und eben nicht darauf, sämtliche Inhalte möglichst
komprimiert zu verpacken.
In dem gegebenen Fall war eine Analogie recht schnell gefunden:
„stille Post“ (engl. chinese whisper). Wenn man das in eine kleine
Geschichte verpackt, sind die 45 Sekunden schnell gefüllt. Nämlich
so:
1. Ausgangslage: Laut Programmheft sind heute
Teilnehmer aus mindestens 18 verschiedenen Ländern anwesend.
2. Problem: Ich habe mich gefragt: Wie würde man
in diesem Rahmen wohl „stille Post“ spielen?
3. Lösung: Irgendwie müsste man sicher eine
gemeinsame Sprache finden, wahrscheinlich wäre das Englisch.
4. Übertragung: Wir haben ein ähnliches Problem,
wenn wir eine Netzwerkverbindung zwischen zwei Rechnern über viele
verschiedene Netze hinweg reservieren möchten. Leider gibt es hier
keine Weltsprache „Englisch“. Deswegen haben wir das System
„Harmony“ entwickelt, das eine Vielzahl existierender
Netzwerkreservierungssysteme nahtlos miteinander verbindet.
5. Einladung Wenn Sie diese Sprache lernen
möchten, lade ich Sie zu meinem Vortrag um 16:45 Uhr im Raum „Ford“
ein.
Visualisieren kann man das auf verschiedene Weise, z.B. rein
typografisch:

Zu den größten Sorgen eines
Wissenschaftlers zählt der Vorwurf, etwas nicht vollständig
beschrieben zu haben. Bei der One Minute Madness geht es jedoch
ganz bewusst um Unvollständigkeit und darum, bei den Zuhörern das
Verlangen nach der vollständigen Informationen zu wecken. Und ja:
das darf man ruhig „Werbung“ nennen.
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Es ist nicht meine Schuld! Oder doch?

Vergangene Woche habe ich auf einer Veranstaltung so jemanden kennengelernt. Als er erfuhr, dass ich mich mit Präsentationen beschäftige, schimpfte er über seine letzte Präsentation. Nun, das tue ich auch gelegentlich, wenn ich mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden bin. Mein Gesprächspartner aber war nicht etwa unzufrieden mit seiner Präsentation, sondern mit seinen Zuhörern.
Die hatten nämlich nicht verstanden, was er ihnen erklären wollte – und bewilligten daher auch nicht das von ihm für seine Idee benötigte Kapital. Dabei habe er doch alles gesagt und alles ordentlich begründet. Die hätten also nicht richtig zugehört, einer habe sogar auf seinem Blackberry getippt.
Ich musste sofort an einen Satz aus einem Vortrag von Seth Godin denken, in dem er sich über Produkte ärgert, die kompliziert, unsinnig, nervig oder, wie Godin es nennt, schlicht „kaputt“ (engl. „broken“) sind:
"Es ist mir egal, ob du glaubst, es sei nicht kaputt. Wenn ich glaube, es ist kaputt, dann ist es kaputt.“ – Seth Godin
Genau das gilt auch für Präsentationen.
Es ist völlig egal, wie gut ich meine eigene Präsentation selber
finde. Wenn meine Zuhörer es nicht verstehen oder mögen, dann ist
es meine Schuld, nicht ihre. Denn wenn ich jemanden von meiner Idee
überzeugen möchte, dann muss ich auch dafür sorgen, dass das
gelingt. Niemand ist mir gegenüber verpflichtet, meine Idee zu
verstehen oder gar zu mögen. Es ist mein Job, die Idee so zu
erklären, dass sie auch ankommt.
Ich fragte meinen Gesprächspartner, ob er denn das Gefühl habe,
dass die Präsentation bereits die beste Präsentation sei, die er
sich zu seiner Idee vorstellen könne und riet ihm, wenn er nur den
geringsten Zweifel daran habe, dann solle er lieber noch einmal
etwas Aufwand hineinstecken, um entweder die Präsentation noch
überzeugender zu gestalten oder sogar noch einmal an seiner Idee zu
basteln.
Er antwortete mir, nein, nein, das sei bereits das bestmögliche und
er wolle es direkt unverändert noch einmal woanders versuchen, um
keine Zeit zu verlieren.
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Große Zahlen begreifbar machen

Wir leben in einer Welt der großen Zahlen. Diese Woche las ich beispielsweise, dass der amerikanische Staatshaushalt ein Defizit von 1,8 Billionen Dollar aufweist – für mich eine völlig unvorstellbare Summe. Meist nehmen wir solche Zahlen kopfschüttelnd zur Kenntnis, ohne ihnen aber eine wirklich greifbare Bedeutung geben zu können.
Der amerikanische Fotograf Chris Jordan hat sich genau dieser Aufgabe gestellt. Er möchte es nicht hinnehmen, dass unser Gehirn einfach nicht dafür gemacht scheint, große Zahlen zu begreifen. Mit seinen Bildern bringt er die Konsequenzen von Massenkonsum auf den Punkt, indem er die damit verbundenen unglaublich großen Zahlen begreifbar macht. Und das tut er auf wirklich beeindruckende Weise, wie sein Vortrag auf der TED-Konferenz im vergangenen Jahr deutlich macht:
Jordans Arbeiten sind ein Beleg dafür, wie Bilder eine ganz neue Dimension des Begreifens öffnen, die durch reine Fakten nicht erfahrbar ist. Wir haben alle gelernt, dass 1 Million eine verdammt große Zahl ist. Und irgendwie ist uns auch klar, dass es eine riesige Verschwendung ist, wenn auf amerikanischen Flügen alle 6 Stunden 1 Millionen Plastikbecher weggeworfen werden. Und dennoch wird diese Zahl um so vieles anschaulicher, wenn sie von Jordan visualisiert wird.
Die visuelle Sprache, die Chris Jordan wählt, zeigt auf den ersten Blick irgendwelche Kunstbilder. Bei näherer Betrachtung ist man regelmäßig überrascht, wie sich dieses Motiv aus unvorstellbar vielen Alltagsgegenständen zusammensetzt:Mit meiner Arbeit versuche ich, diese Zahlen aus der Sprache der reinen Daten in eine universellere visuelle Sprache zu übersetzen, die man fühlen kann.



Jordans Methode wirkt auch deswegen so
überzeugend und einprägsam, weil sie Alltägliches in einen
unerwarteten Zusammenhang bringt. Überraschungen sind, wie in dem
empfehlenswerten Buch
Was bleibt nachzulesen ist, eine hervorragende Methode, um
Informationen im Gedächtnis zu verankern.
Ich empfehle unbedingt, auch einen Blick auf Chris Jordans Webseite zu werfen.
Dort finden Sie noch zahlreiche
weitere
Beispiele
seiner beeindruckenden Arbeit. Seine Beispiele konzentrieren sich
zwar weitgehend auf die USA, könnten bei uns aber sicher so ähnlich
aussehen. Jedes seiner Bilder lässt einen innehalten und über die
Auswirkungen unseres täglichen Handelns nachdenken. Chris Jordan
sagt dazu:
Ich halte die Arbeiten von Chris Jordan für eine wunderbare Quelle der Inspiration. Sie zeigen eindrucksvoll, wie nützlich es ist, reines Faktenwissen anschaulich zu machen und die Bedeutung von abstrakten Zahlen verständlich zu machen. Im folgenden möchte ich Ihnen noch drei weitere Inspirationsquellen ans Herz legen, die Ihnen Wege zeigen, abstrakte Zahlen mithilfe von interessanten Visualisierungen greifbarer zu machen.Ich glaube daran, dass diese Dinge für uns eine viel größere Bedeutung haben werden, wenn wir sie nur besser begreifen.
1. So isst der Mensch
Der Fotorgraf Peter Menzel hat zusammen mit seiner Kollegin Faith D’Aluisio die Welt bereist, um zu zeigen, wovon wir uns ernähren. Auf ihrer Reise haben die beiden 30 Familien in 24 Ländern besucht und dabei festgehalten, was bei diesen Familien eine Woche lang auf den Tisch kommt. Neben einer sorgfältigen Analyse dieser Daten machen die beiden ihr Projekt vor allem dadurch sehr anschaulich, dass sie jede Familie mit ihrer Wochenration fotografieren. Die Ergebnisse haben sie in ihrem eindrucksvollen und einprägsamen Buch Hungry Planet festgehalten. Eine Vorschau des Buches gibt es bei Google Books.Während Chris Jordan in seinen Bildern vor allem mit Überraschungsmomenten arbeitet, funktionieren Menzels Bilder vor allem deswegen, weil sie abstrakte Statistiken sehr konkret machen, ein weiteres der sechs Prinzipien aus dem oben bereits erwähnten Buch Was bleibt.


2. Wenn die Welt ein Dorf wäre
Eines ganz ähnlichen Tricks bedient sich das Projekt Miniature Earth, das es mittlerweile in zahlreichen Ausprägungen gibt. Es veranschaulicht Statistiken über die Weltbevölkerung auf Basis der Annahme, die Welt sei ein Dorf mit genau 100 Einwohnern. Dadurch können Prozentwerte unmittelbar in Einwohnerzahlen angegeben werden. Das klingt auf den ersten Blick wie ein bisschen Mogelei, weil Prozentzahlen eben eher abstrakt als konkret sind. Dennoch funktioniert es hier sehr gut, weil wir eine Menge von 100 Personen recht gut überschauen können. So werden aus abstrakten Prozentzahlen, die sich auf die gesamte Weltbevölkerung beziehen, plötzlich konkrete Personen; mit 10% assozieren wir hier eben nicht 600 Millionen Menschen, sondern nur 10, die wir uns vielleicht sogar bildlich vor dem inneren Auge vorstellen.
3. Erkenntnisse eines Mobilfunkproviders
Abschließend möchte ich noch auf eine Werbung des amerikanischen Mobilfunkkonzerns Sprint hinweisen, der in seinen Werbespots mit Statistiken über die Nutzung seines Mobilfunknetzes wirbt. Was sich auf den ersten Blick völlig trocken anhört, ist tatsächlich eine spannende Aufzählung amüsanter Erkenntnisse:Wenn Sie das nächste Mal Statistiken
oder abstrakte Zahlen präsentieren müssen, dann überlegen Sie sich
doch einmal, wie Sie diesen Zahlen etwas mehr Leben einhauchen
können. Denken Sie darüber nach, wie Sie die Zahlen greifbarer und
konkreter machen können, um Ihre Präsentation noch verständlicher
und einprägsamer zu machen.
Links zu dem Artikel
Interview mit
Chris Jordan zu seiner Arbeitsweise
Blog information aesthetics, der immer
wieder Beispiele gelungener Visualisierungen vorstellt
Ein Tag im
Leben von …
Schwerpunkt
Kreativität
Die Kunst der
Langsamkeit
Buchempfehlung: Was bleibt
Vorher-Nachher: Mitarbeitermotivation

So recht motivierend wirkt die Folie
jedoch nicht – und dafür gibt es vor allem einen Grund: sie
ist viel zu abstrakt. Was bedeuten denn 6,3% Nachlaufkosten? Die
eigentliche Motivation der Mitarbeiter geschieht höchstens
indirekt, und zwar durch eine Ermahnung: „Damit sind wir aber noch
nicht am Ziel“. Auch die Begründung mit dem Anspruch der
Qualitätsführerschaft wirkt wie ein Selbstzweck.
Wir haben uns letztlich entschieden, die Ansprache der Mitarbeiter
völlig umzukrempeln und gar nicht mit Geschäftszielen zu
argumentieren. Anstatt zu ermahnen, sollte die neue Gestaltung
motivieren und anspornen, und zwar mit den Leistungen, die bereits
erzielt wurden. Das klare Ziel der Folien sollte sein, die
Mitarbeiter zum Handeln und Mitdenken anzuregen. Beispielhaft zeige
ich das für die Veranstaltung der Azubis.
Nachdem zum Einstieg deutlich gemacht wird, welchen (negativen)
Einfluss Qualitätsmängel auf das Unternehmen haben, wird sofort
gelobt, dass in den vergangenen zwei Jahren die Qualität drastisch
verbessert und die Hälfte der Reklamationskosten eingespart werden
konnte. Das gelang nur deshalb, weil die engagierten Mitarbeiter
ihre Ideen und Beobachtungen nicht für sich behalten haben, sondern
in 20 Projekten echte Verbesserungen entwickelt haben.


Der Clou bei der Präsentation besteht
nun darin, echte Stories mit echten Gesichtern zu
erzählen. Auf den folgenden Folien werden nämlich beispielhaft
einige der Verbesserungsvorschläge erzählt und Fotos von den
Ideengebern gezeigt – in diesem Fall von Azubis:




Auf diese Weise können sich die
Mitarbeiter viel leichter mit der Qualitätsoffensive
identifizieren. Sie kennen die Personen, die die Ideen entwickelt
haben und können anschließend mit ihnen reden („Wie hast du das
gemacht?“). Gleichzeitig werden die Ideengeber gelobt und damit
gute Leistung belohnt. Es wird sichtbar, dass Engagement im
Unternehmen nicht einfach verpufft, sondern echte Wirkung und
Anerkennung erzielt.
Das Wichtigste jedoch ist, dass das abstrakte Projekt
Qualitätsoffensive in viel anschaulichere einzelne Geschichten
verpackt wird, die einen unmittelbaren Bezug zum Arbeitsalltag der
Mitarbeiter haben. Die beispielhaften Geschichten wirken dabei
gleichzeitig als Ideenanstoß und zeigen, wie einfach es sein kann,
selbst etwas zu tun. Die letzte Folie mit der Frage „Und Du?“ ist
schließlich die explizite Aufforderung, dies auch zu tun. Natürlich
darf auch das keine Ermahnung sein, sondern sollte Aufmunterung
sein: „Wenn Du eine Idee hast, dann erzähl’ Sie uns! Wir hören
zu!“.
Verwandte Artkel
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Emotionen
Vorher-Nachher:
Klasse statt Masse
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Vorher-Nachher-Vergleiche
Vorher-Nachher: Emotionen

Die Folie ist emotional, keine Frage,
und die Zahlen klingen dramatisch. Aber es gibt ein gravierendes
Problem: sie haben nämlich nichts mit Megastädten zu tun. Wie wir
später in der Präsentation erfahren, leben derzeit überhaupt „nur“
knapp 600 Mio. Menschen in Megastädten, also insgesamt deutlich
weniger als die auf der Folie genannten Zahlen von 1 Mrd. und 2,6
Mrd Menschen, die sich demnach auf die weltweite Gesamtbevölkerung
beziehen.
Gerade in einem wissenschaftlichen Umfeld ist Glaubwürdigkeit
extrem wichtig. Die Folie könnte daher sogar kontraproduktiv
wirken. Denn wenn der Verdacht aufkeimt, dass durch „Verbiegen“ von
Statistiken Emotionen provoziert werden, dann ist die
Glaubwürdigkeit schnell verspielt. Es ist also ein wenig Vorsicht
geboten: Emotionen ja, (Über-)Dramatisierung nein.

Dieses Bild ist damit ein guter Aufhänger für eine kleine Geschichte, die anhand des konkreten Beispiels „Bangkok“ in die Wasserproblematik der Megastädte einführt. Das Beispiel erfüllt gleich mehrere Zwecke. Neben einem emotionalen Zugang zu dem Thema können nämlich schon einmal die wesentlichen Probleme, die im Verlauf der Präsentation erläutert werden sollen, vorab konkret veranschaulicht werden. So haben die Zuhörer später eher ein Bild vor Augen, wenn sie die abstrakten Zahlen und Fakten hören.
Eine Bildsuche auf flickr liefert noch eine Reihe von Fotos, die für diese Einführung geeignet sind. Die folgenden drei Folien zeigen eine mögliche Umsetzung in PowerPoint, die erst Bangkok als Megastadt vorstellt und anschließend die Wasserprobleme der Stadt anhand der Abwassereinspeisung benennt.



Als Anregung für den Einsatz von
Geschichten zum Einstieg in Themen wie diese mögen auch die beiden
folgenden TED-Präsentationen dienen. In der ersten Präsentation
spricht Willie
Smits über die Probleme bei der Wiederaufforstung in Indonesien
und erzählt zu Beginn von einer einschneidenden Begegnung mit einem
Orang-Utan-Baby.
In der zweiten Präsentation berichtet
Majora Carter über ihre Mission, die Ghettos in der New Yorker
Bronx (einer anderen Megastadt) zu einem lebenswerteren Ort zu
machen und erzählt, wie ihr Hund ihr dafür die Augen geöffnet hat.
Die Folien können sicher in beiden Vorträgen noch verbessert
werden, aber beide Redner zeigen spürbare Leidenschaft für ihr
Thema und erzielen gerade durch den Einsatz vieler Bilder (ganz
ohne Text) einen sehr emotionalen Zugang zu ihrem Thema.
Links zu dem
Artikel
Wikipedia-Artikel über Bangkok
Die durstige
Megastadt – Berliner Zeitung über Wasserprobleme in
Mexiko-City
Mehr TED-Präsentationen zum Schwerpunkt The Power of
Cities
Mehr TED-Präsentationen zum Thema A
Greener Future?
Zahlen oder
Bilder? – Zahlen emotional visualisieren
Weitere Vorher-Nachher-Vergleiche
[Fotos: Woman with Child Collecting Water
von hdptcar@flickr.com unter CC-BY lizenziert,
Hot Raw Sewage von
Stuck
In Customs@flickr.com unter CC-BY-NC-SA lizenziert,
Assumption University Bangkok von 3dom@flickr.com unter CC-BY-NC lizenziert,
Baiyoke Bangkok von GAry.Photography@flickr.com unter CC-BY-NC-ND lizenziert]
Der rote Faden
Natürlich hat er recht mit seinem Verdacht... wenn diese Mittel nur als Trick eingesetzt werden, dann schaden sie sogar mehr als sie nützen. Fotos, die einfach nur nett aussehen sollen, Geschichten, die einfach nur übergestülpt sind, aber nicht wirklich Ihre Geschichten sind, nützen Ihnen gar nichts. Wer täglich viele, viele Vorträge hört, lässt sich nicht einfach blenden von Folien wie diesen:



Aber was soll man denn dann tun? Heißt
es nicht immer, man soll Folien visuell gestalten und den Vortrag
durch Geschichten einprägsamer machen. Na klar, aber authentisch
muss es sein und es muss erstens zu Ihnen und zweitens zu den
Zuhörern passen. Erzählen Sie also erstens nicht irgendeine Story,
sondern Ihre Story, und zwar mit der gleichen
Begeisterung, mit der Sie auch Ihren Freunden davon erzählen. Und
vergessen Sie zweitens nicht, wem Sie die Story erzählen.
Investoren wollen die Fakten hören; Fakten sind für sie
Teil der Story.
Wie passt das jetzt zusammen? Ihre Story sollte einen stimmigen
roten Faden spinnen, der Ihre Idee mit den Zahlen verbindet; denken
Sie weder in einzelnen Fakten (typisch PowerPoint) noch in
einzelnen Anekdötchen (typisch Werbung), sondern überlegen Sie, wie
sich all die Einzelheiten zu einem Gesamtbild fügen. Und daraus
machen Sie Ihre Story.
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Guy
Kawasakis 10-20-30-Regel
Präsentation
2009. Was kommt?
Eine Woche später
Eine Woche später: Der Kunde steht vor seiner Entscheidung. Vor ihm liegen die Namen aller sieben Bewerber um den Auftrag. Jetzt lautet die entscheidende Frage: Woran erinnert sich der Kunde in diesem Augenblick (zuerst)? Anders gefragt: Wie lautet der Satz, der bei ihm hängengeblieben sein soll, wenn er an Ihren Vortrag denkt? Können Sie das für Ihren Vortrag benennen?
Wenn nicht, dann sollten Sie sich schleunigst darüber klar werden, denn wenn Sie es nicht wissen, wie soll dann die richtige Botschaft bei Ihrem Kunden ankommen (außer vielleicht zufällig). Wenn doch, dann können Sie Ihre Präsentation an diesem Maßstab noch einmal kritisch prüfen (und auch nach der Meinung anderer fragen): Bringt Ihre Präsentation genau diese Botschaft herüber? Dient alles, was Sie sagen und wie Sie es sagen diesem einen Satz?
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Geschichten, Emotionen, Einfühlungsvermögen – ein Lehrstück

Na klar, dass Geschichten berühren, dass konkrete Bespiele greifbarer sind als Allgemeinplätze, dass Zitate glaubwürdiger sind als Selbstbekundungen, all das war auch vorher schon bekannt. Aber so konsequent umgesetzt habe ich es selten gesehen. Wie weit entfernt ist das von den typischen Sprüchen („wir dürfen uns jetzt nicht verzetteln“, „wir liefern Ideen statt leerer Versprechen“), die uns in den meisten Wahlkämpfen so langweilen.

Wie fundiert und glaubwürdig Obamas Aussagen letztlich sind, vermag ich nicht zu beurteilen (und muss es ja auch gar nicht). Aus Präsentationssicht ist es jedoch ein glänzendes Beispiel für die Wirkung einer emotionalen Ansprache, für das Einfühlungsvermögen, das man mit Geschichten auslöst und für die Prägnanz konkreter Aussagen. Inspirierend!
Links zu dem
Thema
Offizielle Webseite von Obama
– selbst ein gutes Beispiel klarer Kommunikation
Kommentare auf
der YouTube-Seite des Videos
Was bleibt – Obamas Video ist eine perfekte Umsetzung der
sechs Prinzipien aus dem Buch
Augen auf


Links zu dem Thema
Das Geheimnis einer kleinen Box
Ich mache es nicht
Die ganze (wahre) Moleskine-Geschichte im brand-eins-Magazin
Sehenswerte Moleskine-Videos bei YouTube
Moleskine-Shop bei Amazon.de
Das Gefühl, irgendwie geht's noch besser...
Aber dennoch, trotz aller Anschaulichkeit will Ihnen vielleicht manchmal die Umsetzung für den eigenen Vortrag nicht so recht gelingen. Sie finden nicht das passende Bild; Ihre Folie bleibt unübersichtlich, egal was Sie probieren; oder Sie haben einfach das diffuse Gefühl, dass Ihre Präsentation irgendwie noch nicht so recht überzeugend daherkommt.
Wenn Sie dieses Gefühl kennen, dann mailen Sie mir doch einfach Ihre Präsentation mit einer kurzen Beschreibung des Themas. Wenn wir dann gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten finden, die für alle Leser interessant sein könnten, dann helfe ich bei der Umsetzung und wir machen einen Vorher-Nachher-Vergleich im Blog daraus (natürlich anonym, wenn gewünscht). Andernfalls bekommen Sie immerhin den ein oder anderen Hinweis, wo Sie selbst noch ansetzen können oder in welchem Artikel genau Ihr Problem schon einmal besprochen wurde.
Also, wer für seine nächste Präsentation die Folien noch etwas aufpolieren möchte, der sollte nicht zögern, mir eine E-Mail zu schreiben. Schaden kann’s nicht, und im besten Fall profitieren alle Leser davon.
Unwiderstehliche Verbraucherlösungen mit Geräten und Diensten

Die helfen aber auch nicht wirklich. Zwar sehen sie nett aus, haben aber einen extrem vagen Zusammenhang zur Aussage. Zusammen mit der Musik wecken sie sicher ein paar Emotionen, bleiben aber letztlich wirkungslos, weil sie beliebig (bis abgedroschen) wirken und damit als Bilder um der Bilder willen daher kommen.
Was also macht Nokia? Irgendwie die besten mobilen Geräte für überall auf der Welt. Oder so ähnlich. Vielleicht wäre Nokia besser beraten gewesen, sich von dem Folienformat zu lösen und statt Stichpunkten aufzuzählen eine echte Geschichte zu erzählen. Das Versprechen „Menschen dabei zu helfen, sich dem nah zu fühlen, was für sie wichtig ist“ hätte das eigentlich verdient, finde ich.
Links zu dem Thema:
Nokias Vision & Strategy
Humboldts fehlende Geschichten


Wie wahr ist das für so viele PowerPoint-Präsentationen, die wissenschaftliche Ergebnisse präsentieren, aber aus ihrer Detailwelt nicht ausbrechen können; für Präsentationen, die selbst Fachleute kaum verstehen können, geschweige denn die breite Öffentlichkeit, weil sie nur Fakten aneinander reihen, ohne sie mit Leben zu füllen. Ein bisschen mehr Lebendigkeit, ein bisschen weniger staubtrockener Präsentations-Formalismus täte solchen Präsentationen wirklich gut.Sein lang erwarteter Reisebericht habe das Publikum enttäuscht: Hunderte Seiten voller Meßergebnisse, kaum Persönliches, praktisch keine Abenteuer. Ein tragischer Umstand, der seinen Nachruhm schmälern werde. Ein berühmter Reisender werde nur, wer gute Geschichten hinterlasse.
Auf der Autobahn

Eine Situation, in der ich wirklich nicht stecken möchte. Dichter Freitagabendverkehr, hungrige und müde Kinder, es regnet und ist kalt. Weder möchte ich jetzt eine Stunde auf den ADAC warten, noch klingt es verlockend, den Kofferraum auszuräumen, um an das Ersatzrad zu kommen.
Eigentlich eine prima Geschichte, wenn man über die Vorzüge und Notwendigkeit moderner Alternativen zu Ersatzreifen, wie z.B. selbsttragende Reifen vorträgt. Wie man die Wirkung dieser Geschichte aber gegen die Wand fährt, zeigt diese Folie, die mal wieder das Verständnis der Zuhörer durch Hervoheben der Schlüsselbegriffe „unterstützen“ möchte. Eine erheblich größere Wirkung hätte der Vortragende erzielt, wenn er seine Geschichte einfach erzählt hätte, vielleicht unterstützt durch ein Bild wie das obige.
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Wesentliches im Supermarkt

Im Ernst, was sich die Kaufhausbetreiber bei dieser Beschilderung gedacht haben, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Ich zähle alleine drei verschiedene billig/billiger-Schilder. Insgesamt sind auf diesem Foto an die 50 Hinweisschilder an einem einzigen Regal zu sehen. Wer sich durch die reine Produktanzahl noch nicht überfordert fühlt, der ist es garantiert mit diesen Hinweisen. Gedacht, um Wesentliches zu kennzeichnen, führt die schiere Zahl an „wesentlichen“ Informationen dazu, dass der Käufer genauso verloren vor dem Regal steht wie ohne diese Hinweise. Wenn alles wichtig ist, ist nichts mehr wichtig.
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Randy Pausch ist tot
Schon damals war ich tief bewegt von der Kraft und Lebendigkeit dieses Vortrags. Wer es bis jetzt noch nicht getan hat, der sollte die Gelegenheit nutzen, sich diese Vorlesung anzusehen.
If I only had three words of advice, they would be ’Tell the Truth.’ If I got three more words, I'd add ’all the time.’
Links zu Randy
Pausch:
Randy Pauschs Homepage
Wikipedia-Artikel
zu Randy Pausch mit vielen weiteren Links
The Last
Lecture – Das Buch
Was stimmt mit dieser Folie nicht?
Die Netzbetreiber rühren daher auch schon kräftig die Werbetrommel für die nächste Mobilfunkgeneration, die Next Generation Mobile Networks, so z.B. Vodafone auf der CeBit und beim eco-Verband. Die folgende Folie dient in beiden Vorträgen als Motivation und soll die große Bedeutung der mobilen Breitbandanwendungen für den Mobilfunkmarkt verdeutlichen. Die Folie enthält eine Grafik, die das Wachstum der mobilen Datenraten zeigt und einige Bullet-Points, die arguementieren, wie stark der Bedarf an mobilen Breitbandanwendungen, gerade in Deutschland, in letzter Zeit gestiegen ist. Aber irgendetwas stimmt nicht mit der Folie! Sehen Sie es?

Der Treppenhaus-Vortrag

Sie haben bis zuletzt noch an ihren Folien gearbeitet, um Ihren Zuhörern einen möglichst vollständigen Überblick über ihr Vortragsthema zu geben. Immerhin sitzt ihr Chef im Raum, und den wollen Sie nicht enttäuschen. Lesen Sie mehr...
Zahlen oder Bilder?

Das funktioniert hier aber nicht so
recht. Natürlich erkennt man, dass Hunger ein großes Problem ist,
aber echt betroffen ist man durch diese Folie nicht. Fakten alleine
berühren uns normalerweise nicht besonders. Auch sind die genannten
Zahlen reichlich abstrakt. Klar, sie sind furchtbar groß, aber
wirklich greifbar sind sie nicht. Die einzige greifbare Zahl ist in
der letzten Zeile versteckt: alle 5 Sekunden verhungert ein Kind.
Das kann man sich vorstellen; deshalb sollte der Schwerpunkt auch
auf diese Aussage gelegt werden. Wenn man einige der redundanten
Zahlen weglässt und ein emotionales Bild hinzufügt, funktioniert
die Folie schon besser:

Aber irgendwie überzeugt das noch immer
nicht so recht. Es ist nicht klar, worauf der Schwerpunkt des
Arguments gelegt wird: 1 Milliarde Kinder in Armut, jedes fünfte
Kind ohne sauberes Wasser oder 6 Millionen Kinder, die jährlich
verhungern. Natürlich machen alle drei für sich genommen betroffen,
aber eine größere Wirkung erzielt man häufig, wenn man sich auf
eine Aussage konzentriert. Lässt man alles weg, was auf dieser
Folie von der Kernbotschaft ablenkt, und verstärkt die
Kernelemente, erhält man eine viel effektivere Folie:

Diese Folie ist eine wunderbare
Plattform, auf der man eine emotionale Argumentation aufbauen kann.
Die Statistiken, die wir aus der Folie gestrichen haben, können
während des Vortrags genannt werden und erhalten durch die starke
Kernaussage eine direkte Bedeutung. Die Handlungsaufforderung wird
auch unmittelbar klar: Retten Sie ein Kind, indem Sie spenden! Sehr
effektvoll ist es übrigens, wenn Sie während des Vortrags die 5
Sekunden noch anschaulicher machen, indem Sie z.B. für kurze Zeit
alle 5 Sekunden mit den Fingern schnippen.
Links zu dem Thema:
Präsentationen von Chris Landry
vom Sustainable Food
Lab
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath,
insbesondere Kapitel 5: "Emotional"
Was bleibt: Einfaches
Das hört sich leicht an, ist aber in der Praxis doch meist eine harte Nuss. Kern des Problems ist das, was die Heath-Brüder Was bleibt den "Fluch des Wissens" nennen. Als Vortragender ist man normalerweise Experte für sein Thema, man ist sozusagen Wissender. Als Experte aber hält man nicht selten vieles für wichtig, was für ein erstes Verständnis absolut unwichtig ist. Wenn aber alles wichtig ist, dann ist nichts wichtig. Dann muss man Prioritäten setzen, um den Zuhörern eine Chance zu geben, die Idee zu verstehen. Denn nur dann haben sie auch eine Chance, die Idee auch zu behalten.Einfache Botschaften sind auf den Kern reduziert und kompakt.


Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig! Ideen sind erst
dann einfach, wenn sie auf das Wesentliche reduziert
werden.
Das heißt andererseits natürlich nicht,
dass jede Idee auch von jedem Zuhörer verstanden werden muss. Es
geht nicht darum, Ideen zu banalisieren, Quantenphysik erfordert
eben spezielle Kenntnisse. Aber auch Quantenphysik kann man
kompliziert oder einfach formulieren und trotzdem exakt
bleiben.
Links zu verwandten Artikeln:
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"Was bleibt" von Chip und Dan Heath
18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt
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sechs Wörtern zum Punkt kommen
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath

Worum geht es? Der Erfolg einer Präsentation lässt sich im Grunde an einer einfachen Frage fest machen: "Was ist bei den Zuhörern hängen geblieben?" Dass die meisten Präsentationen an diesem Kriterium scheitern, können Sie selbst testen: Wenn Sie sich an die letzten zehn Präsentationen erinnern, die Sie gehört haben, wie viel haben Sie davon mit nach Hause genommen? Woran aber liegt es, dass manche Ideen so gut hängen bleiben, die allermeisten jedoch nicht?
Dieser Frage gehen Chip und Dan Heath in "Was bleibt" nach. Gefunden haben Sie 6 Prinzipien, die Sie in zahlreichen "hängen gebliebenen" Ideen entdeckt haben. Im Englischen ergeben diese Prinzipien ein schönes Akronym: SUCCESs (simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories). Die deutsche Übersetzung gibt das leider nicht her (einfach, unerwartet, konkret, glaubwürdig, emotional, Geschichten).
Sehr fundiert erläutern die Autoren, der eine ist Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, der andere Gründer des Lehrvideoverlags Thinkwell, diese Prinzipien. Selten habe ich ein Buch gelesen, das seinen Inhalt so anschaulich und dadurch greifbar macht. Das Buch ist gespickt mit Beispielen (Geschichten), die das Gesagte konkret machen. Es ist einfach geschrieben, eine ganze Reihe von Beispielen ruft Emotionen hervor, die das Gesagte noch anschaulicher machen. Und es ist voll mit unerwarteten Erkenntnissen. Erkennen Sie die 6 Prinzipien? Konsequent sind sie in dem Buch umgesetzt. Als einziger Wermutstropfen bleibt, dass ausgerechnet die "Ideenkliniken", eine Art Vorher-Nachher-Analysen, nicht immer so recht überzeugen.
Das Buch ist kein Präsentationsbuch im engeren Sinne, es ist auch kein Marketingbuch, wie es der deutsche Untertitel suggeriert. Es ist einfach ein guter Ratgeber für alle, die Ideen haben und damit nicht im stillen Kämmerlein bleiben wollen. Wenn diese Ideen hängen bleiben sollen, sollten Sie "Was bleibt" von Chip und Dan Heath lesen. [Trotz der passablen deutschen Übersetzung möchte ich auch auf das englische Original, Made to Stick*, hinweisen, das mir persönlich noch besser gefällt.]
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Das Geheimnis einer kleinen Box




























