Die Zeit der Kunden
Warum glauben Sie, dass dieser Kunde mehr Zeit hat als Sie? Tun Sie wirklich alles dafür, dass die Zeit, die er für Sie reserviert hat, optimal genutzt wird und geben Ihm genau die Informationen, die er benötigt; in einer Weise, in der er sie auch versteht?
Anders ausgedrückt: Warum sollte dieser Kunde 30 (oder 60 oder wieviel auch immer) Minuten seiner Zeit reservieren, um Ihnen zuzuhören?
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Verstehen Sie?
Der rote Faden
Natürlich hat er recht mit seinem Verdacht... wenn diese Mittel nur als Trick eingesetzt werden, dann schaden sie sogar mehr als sie nützen. Fotos, die einfach nur nett aussehen sollen, Geschichten, die einfach nur übergestülpt sind, aber nicht wirklich Ihre Geschichten sind, nützen Ihnen gar nichts. Wer täglich viele, viele Vorträge hört, lässt sich nicht einfach blenden von Folien wie diesen:



Aber was soll man denn dann tun? Heißt
es nicht immer, man soll Folien visuell gestalten und den Vortrag
durch Geschichten einprägsamer machen. Na klar, aber authentisch
muss es sein und es muss erstens zu Ihnen und zweitens zu den
Zuhörern passen. Erzählen Sie also erstens nicht irgendeine Story,
sondern Ihre Story, und zwar mit der gleichen
Begeisterung, mit der Sie auch Ihren Freunden davon erzählen. Und
vergessen Sie zweitens nicht, wem Sie die Story erzählen.
Investoren wollen die Fakten hören; Fakten sind für sie
Teil der Story.
Wie passt das jetzt zusammen? Ihre Story sollte einen stimmigen
roten Faden spinnen, der Ihre Idee mit den Zahlen verbindet; denken
Sie weder in einzelnen Fakten (typisch PowerPoint) noch in
einzelnen Anekdötchen (typisch Werbung), sondern überlegen Sie, wie
sich all die Einzelheiten zu einem Gesamtbild fügen. Und daraus
machen Sie Ihre Story.
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Präsentation
2009. Was kommt?
Wie aktiviert man passive Zuhörer?
Wie aber schafft man das? Wie bekommt man die Zuhörer aus ihrer typischen passiven Erwartungshaltung heraus und überwindet insbesondere die Hemmschwelle, auf Fragen zu antworten anstatt verschämt zur Seite zu blicken? Versuchen Sie doch einmal folgendes.
Beginnen Sie mit einer Frage, die so einfach ist, dass nun wirklich jeder eine Antwort darauf hat. Bei meinem Vortrag „Wenn Dell Pizza präsentieren möchte“ habe ich neulich z.B. mit der ganz einfachen Frage begonnen: „Mögen Sie Pizza?“ Nachdem ich meine Lieblingspizza (Pizza Hawaii) genannt habe, habe ich einige Zuhörer gefragt, was denn ihre Lieblingspizza sei. Das erzeugte auch gleich einige amüsante Nebenbemerkungen von anderen Zuhörern.
Natürlich hatte mein Vortrag letztlich gar nichts mit Pizza zu tun. Ich habe „Pizza“ lediglich als Rahmen benutzt, um verschiedene Aspekte der Präsentation zu veranschaulichen. Aber indem ich durch diese einfache Frage die erste Barriere bei meinen Zuhörern gebrochen und die Stimmung von Anfang an aufgelockert habe, war die Atmosphäre genau richtig, um anschließend eifrig mit den Zuhörern zusammen an den spannenden Fragen des Vortrags zu arbeiten.
Versuchen Sie doch auch einmal, Ihre Zuhörer aus der typischen Lethargie zu wecken und gleich von Anfang an mit einzubinden. Welche Fragen würden zu Ihrem Thema passen? Wie aktivieren Sie vielleicht schon jetzt Ihre Zuhörer mit anderen Methoden? Ich freue mich über Ihre Kommentare.
Eine Woche später
Eine Woche später: Der Kunde steht vor seiner Entscheidung. Vor ihm liegen die Namen aller sieben Bewerber um den Auftrag. Jetzt lautet die entscheidende Frage: Woran erinnert sich der Kunde in diesem Augenblick (zuerst)? Anders gefragt: Wie lautet der Satz, der bei ihm hängengeblieben sein soll, wenn er an Ihren Vortrag denkt? Können Sie das für Ihren Vortrag benennen?
Wenn nicht, dann sollten Sie sich schleunigst darüber klar werden, denn wenn Sie es nicht wissen, wie soll dann die richtige Botschaft bei Ihrem Kunden ankommen (außer vielleicht zufällig). Wenn doch, dann können Sie Ihre Präsentation an diesem Maßstab noch einmal kritisch prüfen (und auch nach der Meinung anderer fragen): Bringt Ihre Präsentation genau diese Botschaft herüber? Dient alles, was Sie sagen und wie Sie es sagen diesem einen Satz?
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In sechs Wörtern zum Punkt kommen
Der Treppenhaus-Vortrag
Buchempfehlung: The Back of the Napkin

Genau darum geht es in dem Buch
The Back of the
Napkin von Dan Roam: Zusammenhänge, die sich in reinen Fakten
schüchtern verbergen, grafisch sichtbar zu machen, im Englischen
nennt man das Visual
Thinking. Roam geht sogar soweit zu behaupten, man könne jedes
Problem auf dem „berühmten“ Bierdeckel (oder eben auf der Rückseite
einer Serviette) lösen. Etwas bodenständiger formuliert entwickelt
er in seinem Buch eine reich bebilderte Methode, um mit Papier und
Bleistift zu jedem Problem ein paar einfache Skizzen zu generieren,
die das Problem besser verstehen helfen.
Die größte Stärke des Buches ist es, eine wirklich einfache Methode an die Hand zu geben, wie man aus reinen Fakten aussagekräftige Diagramme generiert. Das lässt sich letzlich zurückführen auf zwei grundlegende Empfehlungen: beginne mit einer sorgfältigen Analyse („look and see“) und beantworte die richtigen Fragen. Letztere lassen sich nach Roam in der ein oder anderen Weise immer zurückführen auf die sechs grundlegenden Fragen: „Wer oder Was?“, „Wie viel?“, „Wo?“, „Wann?“, „Wie?“ und „Warum?“.
Das Buch enthält einige pragmatische Tipps und zeigt viele schöne Beispiele, wie man auf diese Weise komplexe Zusammenhänge in einfachen Diagrammen darstellt und sich auf die wesentlichen Informationen konzentriert. Das ist im Übrigen auch eine unverzichtbare Fähigkeit, um überzeugende Präsentationen zu erstellen. Roams Methode ist dabei überhaupt nicht beschränkt auf handgezeichnete Skizzen, sondern nahezu unverändert übertragbar auf computergestützte Diagramme wie PowerPoint-Zeichnungen oder Excel-Diagramme.
Wer sich in einer knappen Stunde einen ersten Überblick über die Ideen des Buches verschaffen möchte, findet in diesem Vortrag von Dan Roam bei Google einen gute Einführung:
Links zu dem
Artikel
The Back of
the Napkin – Homepage zum Buch
Blog zu „The
Back of the Napkin
Deutsche Ausgabe
Auf der Serviette erklärt (erscheint im Mai 2009)
Kermit lernt Visual Thinking: 1, 2
Barry Schwartz über gesunden Menschenverstand

Ob man diese Schlussfolgerung nun teilt oder nicht, die Rede ist sehr gut aufgebaut und ein schönes Beispiel für die Anwendung der SUCCESs-Regeln der Heath-Brüder aus ihrem Buch Was bleibt: simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories.

Beachten sollten Sie auch, wie sparsam Schwartz mit seinen Folien umgeht, die er wirklich nur dann einsetzt, wenn er den Eindruck hat, sie unterstützen seine gesprochenen Worte. Und dann steht wirklich nur das allernötigste auf den Folien. Hilfreich sind auch die Pausen, die er dem Publikum gönnt, um die drei Comics zu lesen, die er während seines Vortrags zeigt.
Am Ende gerät die Rede vielleicht etwas lang, aber dennoch sehenswert.
Links zu diesem
Artikel
Duarte Design beschreibt, wie die Folien zu
dieser Präsentation entstanden sind:
Lessons from TED: 5 Simple Tweaks
Evan Williams auf der TED09-Konferenz: Was tust du
gerade?
J.J. Abrams auf der TED07-Konferenz: Das
Geheimnis einer kleinen Box
Was tust du gerade?
Aber wie erklärt man dieses Phänomen? Wieso gilt all der Spott, den man in den Anfängen von Twitter hörte („Wen interessiert schon, ob ich gerade Kaffee trinke?“) plötzlich nicht mehr und die bekanntesten Twitter-Nutzer haben über 50.000 sog. Follower?
Evan Williams, einer der Gründer von Twitter ging dieser Frage in seiner Rede auf der diesjährigen TED-Konferenz nach. Und er tat das auf die einzig logische Weise, nämlich indem er den kurzen Statusmeldungen Leben einhauchte durch diese Folien, ein tolles Beispiel für den Einsatz von Fotos:




Offenbar ist der Erfolg von Twitter
wesentlich auch darauf zurückzuführen, dass seine Nutzer eben nicht
nur darüber sprechen, was Sie gerade tun, sondern insbesondere
darüber, was Ihnen (im Augenblick) wichtig ist. Auf diese Weise
habe ich selbst auch schon eine ganze Reihe interessanter Links auf
Twitter gefunden. Letztlich ist darüber hinaus laut Williams
entscheidend für Twitters Erfolg, dass es offen ist, was auch immer
jemand mit 140 Zeichen nützliches anstellen möchte (z.B. ein
Feuchtigkeitssensor für Pflanzen, der über Twitter Alarm schlägt,
s.o.). Wenn Sie mir auf Twitter zuhören möchten, dann schauen Sie
einfach in meinem Tweet vorbei.
Evan Williams TED-Präsentation können Sie sich hier
anschauen:
















