PowerPoint ist nur ein Werkzeug


Nun müssen Sie mit Ihrer Präsentation
zwar nicht unbedingt ein Stardesigner werden, aber die ein oder
andere verrückte Idee kann auch nicht schaden, um mit Ihrer
nächsten Präsentation Ihre Botschaft noch ein bisschen
überzeugender herüber zu bringen. Warum aber wollen diese Ideen
allzu oft einfach nicht kommen, so dass das Ergebnis dann irgendwie
doch wieder typisch PowerPoint ist?
Vielleicht weil Sie Ihren Vortrag von Anfang an in PowerPoint
erstellen. Nun ist aber PowerPoint nicht gerade ein Quell der
Inspiration, sondern lediglich das Werkzeug, mit dem Sie Ihre
Folien basteln. Und wie bei allen Werkzeugen gilt auch hier Mark
Twains berühmter Ausspruch: „Wer einen Hammer besitzt, für den
sieht alles wie ein Nagel aus.“ Anders ausgedrückt: Im
PowerPoint-Korsett, erst recht im noch engeren Korsett eines
Templates, sieht eben jeder Vortrag wie eine Liste von Stichpunkten
aus. Neue Ideen brauchen aber ein bisschen Freiheit.
Stefan Sagmeister löst dieses Problem auf ganz pragmatische Weise.
Er bezeichnet sich selbst als jemanden, der sich gar nicht
besonders gut mit seinem Werkzeug (i.d.R. der Computer) auskennt.
Gerade deshalb macht er sich erst gar keine Gedanken darüber, wie
man eine Idee denn überhaupt umsetzen kann. In einem (etwas
bizarren)
Interview formuliert er das so:
„Ich überlege Konzepte, ohne dass es einen Einfluss gibt,
ob das einfach, mittelschwer, schwer oder unglaublich schwer in der
Herstellung ist.“
Klar muss im Nachhinein alles umgesetzt werden, aber
wenn Sie eine richtig gute Idee hatten, dann werden Sie vielleicht
überrascht sein, wieviel am Ende doch umsetzbar ist – weil es
vielleicht doch gar nicht so schwer ist, wie es auf den ersten
Blick aussah, weil es einfach eine gute Idee war, die Sie unbedingt
umsetzen wollen, oder weil Sie gar am Ende jemanden davon
begeistern, der Sie bei der Umsetzung unterstützt.
Ab nächster Woche dreht sich hier drei Wochen lang alles um das
Thema Kreativität und Ideenfindung. Einige hochkarätige Gastautoren
und Interviewpartner verraten Ihnen Tipps und Tricks zur
Ideenfindung und zeigen Ihnen, dass Kreativität nichts mit
Genialität oder Zufall zu tun hat, sondern in jedem, wirklich jedem
(also auch in Ihnen) steckt. Am 3. Februar geht’s los.
Links zu diesem Artikel
Eine weitere TED-Präsentation von
Stefan Sagmeister
Homepage von Stefan
Sagmeister
Things I have learned in my life so far
Wenn
Designer Folien designen
Überzeugend Präsentieren wird 1 Jahr, Geburtstagsverlosung

Über viele verschiedene Themen habe ich geschrieben. Ich habe gute wie schlechte Beispiele analysiert, Vorher-Nachher-Vergleiche angestellt, zahlreiche Videos vorgestellt und eine ganze Reihe Designtipps gegeben. Die drei beliebtesten Artikel waren dabei:
Ein etwas anderes Bild ergibt sich,
wenn man Google fragt, mit welchen Suchbegriffen Besucher auf
diesen Blog stoßen. Die drei häufigsten Suchanfragen
waren:
Am meisten aber habe ich mich über die
vielen positiven Reaktionen meiner Leser gefreut. Stellvertretend
möchte ich an dieser Stelle eine hervorheben, über die ich mich
besonders gefreut habe. Es ist
die von Stefan Hagen in seinem Projektmanagement-Blog:
„Das, was Michael Gerharz dort zeigt, ist moderne, coole
Präsentationstechnik in Reinkultur. Wobei Präsentationstechnik
eigentlich der falsche Begriff ist. Es müsste eigentlich
Präsentationserlebnis heißen.“
Als kleines Dankeschön möchte ich unter meinen Lesern ein kleines
Präsent verlosen. Wer bis Mittwoch, den 28. Januar 2009 um 23:59
Uhr, einen Kommentar zu diesem Aritkel mit Geburtsagswünschen
hinterlässt und seine(n) Lieblingsatikel nennt, der hat die Chance,
ein Telefoncoaching mit mir zu gewinnen, bei dem wir eine Stunde
lang beliebige Präsentationsfragen klären können. Als zweiten Preis
gibt es den Wireless
Presenter von Kensington zu gewinnen, den auch ich zur
Steuerung meiner Präsentationen verwende.
Update: Die Gewinner stehen fest. Der Zufallsgenerator hat
ergeben, dass das Telefoncoaching Steven Flauaus gewonnen hat; den
Wireless Presenter hat Patrick gewonnen. Herzlichen Dank für alle
Glückwünsche.
Präsentation 2009. Was kommt?
1. Ruhig einmal den Beamer ausschalten
Folien haben genau eine Aufgabe: Sie sollen das Verständnis der Zuhörer unterstützen. Wo sie das nicht tun, sind sie überflüssig, wenn nicht sogar störend. Sobald eine Folie auf die Leinwand projiziert wird, teilen Sie sich als Vortragender die Aufmerksamkeit der Zuhörer mit dieser Projektion. Wenn Sie also etwas wichtiges zu sagen haben, dann schalten Sie den Beamer doch einfach einmal ab (natürlich nur sprichwörtlich, einfacher geht es mit einer schwarzen Folie oder indem Sie die „b“-Taste in PowerPoint oder Keynote verwenden, um den Bildschirm schwarz zu schalten).

2. Ein sinnvoller(er) Umgang mit Fotos
Fotos sind so etwas wie die neuen Cliparts. Früher hieß es einmal,
man solle Cliparts verwenden, um seine Präsentation aufzulockern
und auf wichtige Dinge hinzuweisen. Das Problem: irgendwann hat man
einfach alle Screen Beans einmal gesehen und die meisten anderen
Cliparts sind, mal ehrlich, aus heutiger Sicht mindestens so albern
anzusehen wie die Mode aus den 80ern. Also wieder zurück zu
nüchternen Textfolien (=überladene Bullet-Point-Folien).
Seth Godin und Garr Reynolds haben viel dafür getan, uns vor diesen
langweiligen BulletPoint-überladenen Präsentationen zu retten. Was
sie mit ihren Ideen allerdings nicht gemeint haben, ist eine Flut
von Fotos um der Fotos willen. Zu oft werden Fotos verwendet, weil
es „irgendwie chic“ ist, zu oft wird das erstbeste Foto genommen,
das aber nun wirklich inhaltlich nicht passen möchte und zu oft
werden die immer gleichen Gesichter aus den bekannten
Bilderdiensten (allen voran iStockphoto) verwendet. Fotos sind dann
sinnvoll, wenn Sie einen unmittelbaren Bezug zur Botschaft Ihrer
Folie haben oder einen echten Aha-Effekt liefern. Fotos um der
Fotos willen aber sind genau so schädlich wie Cliparts oder
überflüssige Texte auf der Folie.

Was sind Ihre Tipps für 2009? Worauf wollen Sie in Ihren
Präsentationen verstärkt setzen? Was nervt Sie am meisten an den
aktuellen Trends? Schreiben Sie Ihre Meinung in den
Kommentaren.
Links:
Zusammenfassung
der Beiträge zu Olivia Mitchells Frage nach Präsentationstrends
(hier
etwas ausführlicher mit Zitaten)
Die sechs
häufigsten Empfehlungen
Weitere Anmerkungen von
Präsentationsprofis
Bert Deckers Beitrag
Vorspulen geht nicht
Bei einer Präsentation können Sie das leider nicht. In einer Präsentation müssen Sie einfach durch, wenn der Vortragende Ihnen in aller Ausführlichkeit sein Inhaltsverzeichnis präsentiert (die Gliederungsfolie), und dann bei Adam und Eva anfängt, um auch wirklich alle (vermeintlich) wichtigen Voraussetzungen gennant zu haben.

Die natürliche Reaktion der Zuhörer bei
solchen Vorträgen, da Vorspulen nicht möglich ist: Abschalten und
darauf hoffen, rechtzeitig aufzuwachen, wenn die wirklich wichtigen
Dinge kommen. Aus Sicht des Vortragenden ist das allerdings der
größte anzunehmende Unfall, denn ein Zuhörer, der einmal
abgeschaltet hat, ist nur schwer zu begeistern. Also: verschwenden
Sie Ihre wertvolle Zeit nicht damit, Ihre Zuhörer schlafen zu
schicken, nur weil jeder es so macht, sondern nehmen Sie Ihre
Zuhörer von Anfang an mit auf die Reise, indem Sie Ihnen einen
überzeugenden Grund liefern, Ihnen eine Stunde Aufmerksamkeit zu
schenken – ein Inhaltsverzeichnis tut das sicher nicht.
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einer Gliederung
Wie ein toter Schmetterling einen dicken Hasen zu Rambo
macht
Vorher-Nachher: Klasse statt Masse
Eine Unternehmensberaterin schickte mir vor Weihnachten eine Präsentation, mit der sie Kleinunternehmern genau diesen Nutzen einer sorgfältigen Planung mit Unternehmenskennzahlen deutlich machen wollte. Ihre wichtigste Aussage war dabei: Schon mit ganz wenigen aussagekräftigen Kennzahlen erreicht man drastische Vorteile, während umgekehrt ein Übermaß an Kennzahlen auch Verwirrung stiften kann. In anderen Worten: Klasse statt Masse.
Diese Aussage verpackte sie in folgende Folie

und bat mich um Rat, da ihr Gefühl ihr
sagte, dass ein Bild hier mehr helfen würde, als diese Textfolie,
ihr jedoch nicht so recht ein passendes Bild einfallen wollte. Also
überlegten wir gemeinsam, wie man die Folie überzeugender gestalten
kann.
Zunächst einmal eine kleine Bestandsaufnahme: Der Balken auf der
rechten Seite stiftet in dieser Darstellung mehr Verwirrung, als
dass er für Übersicht sorgen würde. Er enthält vier(!)
Überschriften zusätzlich zu der eigentlichen Folienüberschrift. Die
Vielzahl hervorgehobener Elemente auf der Folie (fett,
unterstrichen, farbig, farbig hinterlegt) sorgt dafür, dass das
Auge nicht so recht weiß, wo es in welcher Reihenfolge hinblicken
soll. Obwohl der eigentliche Inhalte im weißen Hauptteil der Folie
steht, zieht der gelbe Kasten zu viel Aufmerksamkeit auf sich (und
die beiden unwichtigsten Bestandteile oben und unten sind noch
einmal extra hervorgehoben). Außerdem wirkt die Hervorhebung der
Folienüberschrift durch Unterstreichen wenig professionell und die
Schriftart „Times New Roman“ ist bei Beamerprojektionen in der
Regel schwer lesbar. Zu guter letzt erzeugen die Einrückungen auf
der Folie ein optisches Gefälle, bei dem man eher an „Abwärts“ als
an „Erfolg“ denkt.
Wir entschieden uns am Ende dafür, diese Verwirrungen aufzulösen,
indem wir allein die Aussage „Klasse statt Masse“ stehen ließen
zusammen mit einem Bild, das ein Meer aus Blumen zeigt, aus dem
eine einzige hervorsticht:

Die gelben Blumen sind in ihrer Vielzahl kaum zu unterscheiden. Sicher: auch hier gibt es ganz außergewöhnlich schöne Exemplare. Aber diese zu finden, kostet unglaublich viel Zeit. Viel schneller kommt man ans Ziel, wenn man sich von vorne herein auf einige wenige herausstechende Exemplare konzentriert, hier eben die rote Rose. Gestalterisch haben wir dann die Farben aus dem Bild im Text aufgenommen und die Größenverhälnisse so angepasst, dass das Wort „Klasse“ in etwa die Ausdehnung der roten Rose hat.
Wie man eine perfekte Präsentation hält

Dieser Satz aus einem Brief, in dem Apple-Chef Steve Jobs sich gestern zu seinem Gesundheitszustand äußerte und begründet, warum er dieses Jahr nicht die Eröffnungsrede der Macworld-Messe hält, bringt eindrucksvoll auf den Punkt, was für den Schritt von einer guten zu einer perfekten Präsentation nötig ist: üben, üben, üben.
[Foto: Steve Jobs at WWDC 2008 von Danny Novo@flickr.com unter CC-BY lizenziert]
Playmobil oder Lego?


Ist also Playmobil das bessere Spielzeug? Keineswegs, aber es ist eben auch nicht per se das schlechtere; es kommt – wie so oft – darauf an. Unterschiedliche Kinder haben unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten; und die kann man als Eltern fördern, indem man verstärkt auf das Spielzeug setzt, das dem eigenen Kind entgegenkommt. Und warum sollte man dabei im übrigen nur auf ein Pferd setzen? Ich selbst habe früher mit beidem gerne gespielt und heute tun das meine Kinder auch (und ich spiele immer noch gerne mit).
Links zu dem Thema:
Lego-Homepage
Playmobil-Homepage
Robert McKee - Story (das nächste Buch auf meiner Leseliste)
[Fotos: Lego Color Bricks von 713 Avenue@flickr.com und PLAY TIME with PLAYMOBIL!! von elisfanclub@flickr.com, beide Fotos unter CC-BY-SA lizenziert]




















