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Über diesen Blog
Dieser Blog gibt frische Ideen für Präsentationen, die überzeugen und sich aus der Masse der PowerPoint-Vorträge abheben.

Ich bin Dr. Michael Gerharz, Präsentationscoach, und berate Sie in allen Fragen zu Ihrer Präsentation.

Impressum

Fünf Blogs für den Urlaub

In der kommenden Woche wird es hier still werden, wenn ich mit meiner Familie den Urlaub an der Nordsee genieße. Zur Überbrückung der Zeit sind aber diese fünf englischsprachigen Präsentations-Blogs hervorragend geeignet.

1. Presentation Zen
Presentation Zen
Presentation Zen ist der weltweit meistgelesene Blog zum Thema Präsentieren. Garr Reynolds bloggt hier seit dreieinhalb Jahren vorwiegend über Präsentationsdesign und Vortragsgestaltung. Seit Anfang des Jahres gibt es auch ein Buch zum Blog, in dem man gebündelt nachlesen kann, was bisher geschah. Wer moderne Folien gestalten möchte, der kommt um diesen Blog nicht herum.

2. The You Blog
The You Blog
Im You-Blog von John Windsor dreht sich alles um Zielgruppenorientierung. In bisweilen recht provokanter Art schreibt Windsor über dieses Thema meist bezogen auf den Einsatz und die Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. Sehr lesenswert: Do Your Presentations Miss the Point?

3. Speak Schmeak
Lisa Braithwaite
Speak Schmeak ist der Blog der amerikanischen Trainerin Lisa Braithwaite. Sie bloggt hier fast täglich über praktisch alles, was mit dem Thema Präsentieren zu tun hat und ist dabei immer bemüht, passende Geschichten und Anekdoten zu finden. Ich mag ihren pragmatische Zugang zu dem Thema. Sie vermeidet (anders als viele andere Blogs) das dogmatische Verfechten eines Regelwerks und legt Wert auf die individuellen Stärken jedes Vortragenden.

4. Six Minutes
Six Minutes
Six Minutes ist der Blog des englischen Rhetoriktrainers Andrew Dlugan. Besonders interessant ist die immer samstags erscheinende Auslese der besten Artikel aus mittlerweile 106 englischsprachigen Blogs zum Thema Präsentationen. Aber auch Dlugans selbst gibt nützliche Hinweise insbesondere zur Vortragsvorbereitung.

5. slide:ology
slide:ology
Gerade erst gestartet ist der slide:ology-Blog von Duarte Design. Das gleichnamige Buch erscheint in Kürze auch in Deutschland. Die auf Präsentationen spezialisierte Design-Agentur liefert interessante Einblicke in ihre Heransgehensweise. Bekannt ist Duarte Design vor allem durch die Gestaltung des Films Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore.

Links zu dem Thema:
Garr Reynolds@GoogleTalks
Sehenswerte Folien von Garr Reynolds zum Buch Brain Rules
Online-Kurs Decisive Presentations von John Windsor
Tipps und Tricks zur Vortragsvorbereitung von Lisa Braithwaite
Face-the-Wind-Rede von Andrew Dlugan
Online-Kurs Creating Powerful Presentations von Nancy Duarte
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Wesentliches

Was Antoine de Saint-Exupéry mit diesem Zitat über Ingenieursleistungen gesagt hat, gilt genauso für alle anderen Künste und Handwerke – und damit eben auch für Präsentationen: Ihre Präsentation ist so lange nicht optimal vorbereitet, wie Sie zu einem Teil der Präsentation die Fragen „Was will ich damit eigentlich sagen?“ und „Ist das für das Verständnis meiner Zuhörer wirklich wichtig?“ nicht beantworten können.

Das gilt natürlich auch für jede einzelne Folie: „Benötigen meine Zuhörer wirklich alle Informationen, die ich auf die Folie geschrieben habe?“ und für jedes Bild oder Diagramm: „Hilft dieses Bild meinen Zuhörern, meine Aussage zu verstehen?“

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Auf der Autobahn

Autos in dunklen Regendunst auf einer dicht befahrenen Autobahn
Es ist Freitag, der 3. November, kurz vor acht. Seit Stunden sitzen Sie schon im Auto auf dem Weg nach Bayern zum 60. Geburtstag von Opa. Ein Wunder, dass die Kinder das überhaupt so lange mitmachen. Dennoch kommt gerade wieder das obligatorische: „Papa ich muss mal.“ Die erste richtig kalte Winternacht deutet sich an, Frostnähe. Ausgerechnet jetzt setzt auch noch Regen ein – als plötzlich das Lenkrad wegbricht: Reifen geplatzt!

Eine Situation, in der ich wirklich nicht stecken möchte. Dichter Freitagabendverkehr, hungrige und müde Kinder, es regnet und ist kalt. Weder möchte ich jetzt eine Stunde auf den ADAC warten, noch klingt es verlockend, den Kofferraum auszuräumen, um an das Ersatzrad zu kommen.

Eigentlich eine prima Geschichte, wenn man über die Vorzüge und Notwendigkeit moderner Alternativen zu Ersatzreifen, wie z.B. selbsttragende Reifen vorträgt. Wie man die Wirkung dieser Geschichte aber gegen die Wand fährt, zeigt diese Folie, die mal wieder das Verständnis der Zuhörer durch Hervoheben der Schlüsselbegriffe „unterstützen“ möchte. Eine erheblich größere Wirkung hätte der Vortragende erzielt, wenn er seine Geschichte einfach erzählt hätte, vielleicht unterstützt durch ein Bild wie das obige.

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Wesentliches im Supermarkt

Einkaufsregal mit viel zu vielen Hinweisschildern
Letzte Woche war ich nach langer Zeit mal wieder bei Kaufland einkaufen. Das tue ich normalerweise gar nicht gerne, weil ich mich regelmäßig von dem riesigen Angebot erschlagen fühle. Offenbar hat das der Betreiber mittlerweile auch selbst erkannt, denn mit Hilfe von Hinweisschildern werden interessante Angebote gekennzeichnet: was neu ist, was Bio ist, und was besonders billig ist. Dieses Paradebeispiel klarer, zielgerichteter Kommunikation musste ich einfach mit einem Foto festhalten.

Im Ernst, was sich die Kaufhausbetreiber bei dieser Beschilderung gedacht haben, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Ich zähle alleine drei verschiedene billig/billiger-Schilder. Insgesamt sind auf diesem Foto an die 50 Hinweisschilder an einem einzigen Regal zu sehen. Wer sich durch die reine Produktanzahl noch nicht überfordert fühlt, der ist es garantiert mit diesen Hinweisen. Gedacht, um Wesentliches zu kennzeichnen, führt die schiere Zahl an „wesentlichen“ Informationen dazu, dass der Käufer genauso verloren vor dem Regal steht wie ohne diese Hinweise. Wenn alles wichtig ist, ist nichts mehr wichtig.

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PowerPoint als Sport

PowerPoint ist offenbar so allgegenwärtig, dass es sich als eigene Sportart etabliert, in der es mindestens drei Disziplinen gibt:

Logo der Pecha-Kucha-Bewegung
Pecha-Kucha ist ein mittlerweile globales Phänomen, dass seinen Ursprung 2003 in Japan hatte. Jede Pecha-Kucha-Präsentation besteht aus exakt 20 Folien, die jeweils für exakt 20 Sekunden gezeigt werden und danach automatisch zur nächsten Folie wechseln. Eine Pecha-Kucha-Präsentation ist daher exakt 6:40 Minuten lang. Für ausufernde, langatmige Präsentationen ist damit einfach keine Zeit. Pecha-Kucha-Veranstaltungen gibt es weltweit, auch in vielen deutschen Städten. Ein Besuch einer dieser Veranstaltungen steht definitiv auf der Liste der Dinge, die ich in nächster Zeit unbedingt tun möchte.

Logo für Ignite Portland
Ignite ist letztlich eine Abwandlung von Pecha-Kucha, die in Portland erfunden wurde. Es gibt im Wesentlichen zwei Unterschiede. Erstens wird jede der 20 Folien nur für 15 Sekunden gezeigt, so dass insgesamt nur fünf Minuten zur Verfügung stehen. Zweitens wird das Publikum explizit aufgefordert, seine Meinung zum Vortrag durch Klatschen, Lachen, aber auch Buh-Rufe zu äußern. Daher lautet auch die Empfehlung der Veranstalter: Jedes Thema ist erlaubt, solange es interessant ist („It better be interesting“).

Logo für PowerPoint-Karaoke
Bei PowerPoint-Karaoke hält der Vortragende einen spontanen Vortrag zu Folien, die er während der Präsentation zum ersten Mal sieht (die er also nicht selbst auswählt). Dabei kann es sich um Folien handeln, die im Internet gefunden wurden, oder auch um reine Nonsens-Folien. Erfunden wurde PowerPoint-Karaoke 2006 in Berlin. Es geht vor allem um Spaß und Unterhaltung, für den Vortragenden ist es dabei aber gleichzeitig eine gute Improvisationsübung.

Links zu dem Thema:
Pecha-Kucha-Homepage, Informationen zu weltweiten Veranstatlungen
Pecha-Kucha-Präsentation von Daniel Pink
Pecha-Kucha-Videos auf YouTube
How to Buy a New Car – Ignite-Präsentation von Bob Gruhl
Ignite-Präsentationen aus Portland
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Filmpräsentation

Ich bin mal wieder über einen dieser PowerPoint-Ratgeber gestolpert. Da steht z.B.: Jede Folie braucht eine Überschrift, damit die Zuhörer besser folgen können. Hm. Ich frage mich allerdings, wie es möglich ist, dass man der Handlung einer Geschichte z.B. in einem Film folgen kann, ohne dass ständig eine Überschrift eingeblendet wird? Etwa so:

Beispiel: Hochzeitspaar küsst sich in Abendsonne (mit Überschrift)Beispiel: Junge blickt nachdenklich in die Ferne (mit Überschrift)

Ferner lerne ich in dem Ratgeber, dass ich Schlüsselbegriffe hervorheben soll, aber bitte nicht mehr als 5 Schlüsselwörter pro Folie. Außerdem sei Schriftgröße 20-24pt optimal; so erhalte man durchschnittlich 5-7 Zeilen pro Folie. Gut, mache ich:

Beispiel: Hochzeitspaar küsst sich in Abendsonne (mit Textfolie)Beispiel: Junge blickt nachdenklich in die Ferne (mit Textfolie)

Und schon bin ich wieder gefangen in Textfolien. Jede Spannung und jeder emotionale Zugang wird durch diese Folien gleich im Keim erstickt. Man spürt die Langeweile regelrecht. Können Sie sich vorstellen, einen Film, der auf diese Weise Ihr Verständnis „unterstützt,“ 90 Minuten lang anzuschauen?

Einem guten Film können Sie folgen, weil er einen roten Faden hat. Sie können sich an die Schlüsselszenen erinnern, weil Sie gespannt waren, zu erfahren, was passiert. Diese Spannung erzeugen Sie nicht, indem Sie Ihre Folien nach diesen Ratgeber-Empfehlungen gestalten, sondern indem Sie einen roten Faden legen. Na klar, wer zuvor völliges Chaos produziert, dem mögen diese Empfehlungen helfen, ein bisschen Ordnung in seine Präsentation zu bekommen. Wer aber sein Thema beherrscht, der sollte sich besseres vornehmen.

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Corporate Design

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten einen Vortrag halten und dürften kein PowerPoint verwenden. Würden Sie dann nach jedem fünften Satz sagen: „Mein Name ist Peter Müller, ich bin von Müller Health Care, Abteilung XY, heute ist der 6. August 2008 und wir sind auf der Veranstaltung Gesundheit 2010 – Perspektiven und Chancen.“

Eine Beispielfolie, die eine Unternehmensvorlage verwendet, die ein Drittel des verfügbaren Platzes einnimmt
Klingt albern, oder? Aber warum schreiben Sie es dann auf jede Ihrer Folien? Natürlich – wegen des Corporate Designs. Das soll ja eine konsistente Wahrnehmung Ihrer Marke sicherstellen (und hat außerdem viel Geld gekostet).

Das Problem ist nur: Die gängigen Unternehmensvorlagen machen Corporate Design mit der Brechstange. Sie stellen Form vor Inhalt, insbesondere das Unternehmenslogo wird übertrieben prominent platziert. Ein besonders extremes Beispiel sieht man bei Fraunhofer-Folien, die bisweilen ein Drittel (!) des Platzes für Kopf- und Fußzeile des „Corporate Design“ verschwenden. Wenn die Vorlage sich so in der Vordergrund stellt, ist etwas faul, denn die Vorlage ist nicht die Präsentation.

Logos von Mercedes Benz und Volkswagen jeweils in beiden Hausschriftarten gesetzt. Es ist sofort erkennbar, welches die richtige Schrift ist
Wie macht man es besser? Ein gutes Corporate Design wirkt auch, ohne dass es ständig mit dem Zaunpfahl winkt. Es wirkt durch eine prägnante Schrift, konsistene Farbwahl, durch den Stil und das allgemeine Design von Visualisierungen; es ist wiedererkennbar, auch wenn der Name des Unternehmens nicht darauf steht. Ich bin mir z.B. sicher, dass Sie keine Schwierigkeiten haben, in der Abbildung sofort die richtigen und falschen Schriften der Autohersteller erkennen zu können.

Ich bin mir auch sicher, dass Ihre Zuhörer nicht ständig daran erinnert werden müssen, wie Sie heißen, von welchem Unternnehmen Sie kommen, und welcher Tag heute ist. Wenn Sie einen überzeugenden Vortrag halten, dann werden Ihre Zuhörer Sie trotzdem in Erinnerung behalten; das wiederum können Sie ruhig unterstützen, indem Ihre letzte Folie diese Angaben noch einmal enthält.
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Zitrone des Monats August 2008

Zitrone des Monats August 2008: Vodafone
Stellvertretend für Tausende von Präsentationen, in denen Unternehmen Ihre Zuhörer mit belanglosen Details über sich selbst langweilen, geht die Zitrone des Monats im August an Vodafone. Besonders irritierend an dieser Präsentation finde ich Folie 3 (siehe Ausschnitt unten), die die Meilensteine der Firmengeschichte aufzählt.

Vodafone Unternehmensgeschichte mit Siegerpokal
Nicht nur, dass diese Unmenge an Details über das Unternehmen völlig überflüssig ist; Vodafone selbst ist offenbar so stolz darauf, dass sie gleich einmal einen Siegerpokal daneben gesetzt haben. Auf der vorigen Folie 2 wurde bereits mit der Markenvielfalt von Vodafone geprahlt (s.u.). Ob bewusst oder unbewusst zeugt diese Art der Unternehmensdarstellung von einer völlig falschen Perspektive. Hier nimmt sich jemand selbst zu wichtig.

Unternehmensporträt Vodafone: weltweite Markenpräsenz
Der Punkt ist aber: bei einem guten Vortrag geht es gar nicht um den Vortragenden, sondern um die Zuhörer. Und wenn die Unternehmensgeschichte für die Zuhörer nicht relevant ist, dann gehört sie auch nicht in die Präsentation; egal ob das jeder so macht oder ob gar ihr Chef das so macht; auch egal ob es diese Folien fertig im standardmäßigen Unternehmensporträt gibt (Wieso machen eigentlich heute so viele Unternehmen Ihr Porträt in PowerPoint und nicht als ordentliche Broschüre?).

Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann verwenden Sie die wertvolle Zeit von Ihnen und Ihren Zuhörern lieber darauf, Ihre Ideen überzeugend zu präsentieren und verschwenden Sie sie nicht durch langweilige Unternehmensporträts.

Links zu dem Thema:
Zitrone des Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni 2008
Zitrone des Monats Mai 2008
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