Fünf Blogs für den Urlaub
1. Presentation Zen
Presentation Zen ist der weltweit meistgelesene Blog zum Thema Präsentieren. Garr Reynolds bloggt hier seit dreieinhalb Jahren vorwiegend über Präsentationsdesign und Vortragsgestaltung. Seit Anfang des Jahres gibt es auch ein Buch zum Blog, in dem man gebündelt nachlesen kann, was bisher geschah. Wer moderne Folien gestalten möchte, der kommt um diesen Blog nicht herum.
2. The You Blog
Im You-Blog von John Windsor dreht sich alles um Zielgruppenorientierung. In bisweilen recht provokanter Art schreibt Windsor über dieses Thema meist bezogen auf den Einsatz und die Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. Sehr lesenswert: Do Your Presentations Miss the Point?
3. Speak Schmeak
Speak Schmeak ist der Blog der amerikanischen Trainerin Lisa Braithwaite. Sie bloggt hier fast täglich über praktisch alles, was mit dem Thema Präsentieren zu tun hat und ist dabei immer bemüht, passende Geschichten und Anekdoten zu finden. Ich mag ihren pragmatische Zugang zu dem Thema. Sie vermeidet (anders als viele andere Blogs) das dogmatische Verfechten eines Regelwerks und legt Wert auf die individuellen Stärken jedes Vortragenden.
4. Six Minutes
Six Minutes ist der Blog des englischen Rhetoriktrainers Andrew Dlugan. Besonders interessant ist die immer samstags erscheinende Auslese der besten Artikel aus mittlerweile 106 englischsprachigen Blogs zum Thema Präsentationen. Aber auch Dlugans selbst gibt nützliche Hinweise insbesondere zur Vortragsvorbereitung.
5. slide:ology
Gerade erst gestartet ist der slide:ology-Blog von Duarte Design. Das gleichnamige Buch erscheint in Kürze auch in Deutschland. Die auf Präsentationen spezialisierte Design-Agentur liefert interessante Einblicke in ihre Heransgehensweise. Bekannt ist Duarte Design vor allem durch die Gestaltung des Films Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore.
Links zu dem Thema:
Garr Reynolds@GoogleTalks
Sehenswerte Folien von Garr Reynolds zum Buch Brain Rules
Online-Kurs Decisive Presentations von John Windsor
Tipps und Tricks zur Vortragsvorbereitung von Lisa Braithwaite
Face-the-Wind-Rede von Andrew Dlugan
Online-Kurs Creating Powerful Presentations von Nancy Duarte
Wesentliches

Das gilt natürlich auch für jede einzelne Folie: „Benötigen meine Zuhörer wirklich alle Informationen, die ich auf die Folie geschrieben habe?“ und für jedes Bild oder Diagramm: „Hilft dieses Bild meinen Zuhörern, meine Aussage zu verstehen?“
Verwandte Artikel:
In sechs Wörtern zum Punkt kommen
Was bleibt: Einfaches
Zahlen oder Bilder?
Auf der Autobahn

Eine Situation, in der ich wirklich nicht stecken möchte. Dichter Freitagabendverkehr, hungrige und müde Kinder, es regnet und ist kalt. Weder möchte ich jetzt eine Stunde auf den ADAC warten, noch klingt es verlockend, den Kofferraum auszuräumen, um an das Ersatzrad zu kommen.
Eigentlich eine prima Geschichte, wenn man über die Vorzüge und Notwendigkeit moderner Alternativen zu Ersatzreifen, wie z.B. selbsttragende Reifen vorträgt. Wie man die Wirkung dieser Geschichte aber gegen die Wand fährt, zeigt diese Folie, die mal wieder das Verständnis der Zuhörer durch Hervoheben der Schlüsselbegriffe „unterstützen“ möchte. Eine erheblich größere Wirkung hätte der Vortragende erzielt, wenn er seine Geschichte einfach erzählt hätte, vielleicht unterstützt durch ein Bild wie das obige.
Verwandte Artikel:
Filmpräsentation
Zahlen oder Bilder?
Die vier Prinzipien professionellen Designs
Wesentliches im Supermarkt

Im Ernst, was sich die Kaufhausbetreiber bei dieser Beschilderung gedacht haben, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Ich zähle alleine drei verschiedene billig/billiger-Schilder. Insgesamt sind auf diesem Foto an die 50 Hinweisschilder an einem einzigen Regal zu sehen. Wer sich durch die reine Produktanzahl noch nicht überfordert fühlt, der ist es garantiert mit diesen Hinweisen. Gedacht, um Wesentliches zu kennzeichnen, führt die schiere Zahl an „wesentlichen“ Informationen dazu, dass der Käufer genauso verloren vor dem Regal steht wie ohne diese Hinweise. Wenn alles wichtig ist, ist nichts mehr wichtig.
Verwandte Artikel
Was bleibt: Einfaches
PowerPoint als Sport



Links zu dem Thema:
Pecha-Kucha-Homepage, Informationen zu weltweiten Veranstatlungen
Pecha-Kucha-Präsentation von Daniel Pink
Pecha-Kucha-Videos auf YouTube
How to Buy a New Car – Ignite-Präsentation von Bob Gruhl
Ignite-Präsentationen aus Portland
Filmpräsentation


Ferner lerne ich in dem Ratgeber, dass
ich Schlüsselbegriffe hervorheben soll, aber bitte nicht mehr als 5
Schlüsselwörter pro Folie. Außerdem sei Schriftgröße 20-24pt
optimal; so erhalte man durchschnittlich 5-7 Zeilen pro Folie. Gut,
mache ich:


Und schon bin ich wieder gefangen in
Textfolien. Jede Spannung und jeder emotionale Zugang wird durch
diese Folien gleich im Keim erstickt. Man spürt die Langeweile
regelrecht. Können Sie sich vorstellen, einen Film, der auf diese
Weise Ihr Verständnis „unterstützt,“ 90 Minuten lang
anzuschauen?
Einem guten Film können Sie folgen, weil er einen roten Faden hat.
Sie können sich an die Schlüsselszenen erinnern, weil Sie gespannt
waren, zu erfahren, was passiert. Diese Spannung erzeugen Sie
nicht, indem Sie Ihre Folien nach diesen Ratgeber-Empfehlungen
gestalten, sondern indem Sie einen roten Faden legen. Na klar, wer
zuvor völliges Chaos produziert, dem mögen diese Empfehlungen
helfen, ein bisschen Ordnung in seine Präsentation zu bekommen. Wer
aber sein Thema beherrscht, der sollte sich besseres
vornehmen.
Verwandte Artikel:
Spannende
Geschichte
Des Pianisten
Pobacke
Corporate Design

Das Problem ist nur: Die gängigen Unternehmensvorlagen machen Corporate Design mit der Brechstange. Sie stellen Form vor Inhalt, insbesondere das Unternehmenslogo wird übertrieben prominent platziert. Ein besonders extremes Beispiel sieht man bei Fraunhofer-Folien, die bisweilen ein Drittel (!) des Platzes für Kopf- und Fußzeile des „Corporate Design“ verschwenden. Wenn die Vorlage sich so in der Vordergrund stellt, ist etwas faul, denn die Vorlage ist nicht die Präsentation.

Ich bin mir auch sicher, dass Ihre Zuhörer nicht ständig daran erinnert werden müssen, wie Sie heißen, von welchem Unternnehmen Sie kommen, und welcher Tag heute ist. Wenn Sie einen überzeugenden Vortrag halten, dann werden Ihre Zuhörer Sie trotzdem in Erinnerung behalten; das wiederum können Sie ruhig unterstützen, indem Ihre letzte Folie diese Angaben noch einmal enthält.
Zitrone des Monats August 2008



Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann verwenden Sie die wertvolle Zeit von Ihnen und Ihren Zuhörern lieber darauf, Ihre Ideen überzeugend zu präsentieren und verschwenden Sie sie nicht durch langweilige Unternehmensporträts.
Links zu dem Thema:
Zitrone des Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni 2008
Zitrone des Monats Mai 2008




















