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Schwerpunkt Vorher-Nachher: Mut zur Beschränkung

By 3. Februar 2010Allgemein

In dieser dreiteilligen Artikelserie gebe ich Tipps, Ihre bestehende Präsentation so zu verbessern, dass Ihr Publikum Ihre Botschaft versteht, Ihnen aufmerksam zuhört und sich die Kernaussage auch merkt.

Strichmännchen hinter Rednerpult

Wenn Sie präsentieren, dann tun Sie das, damit Ihre Zuhörer Ihre Ideen besser verstehen, damit sie also nach der Präsentation schlauer sind als vorher. Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann sind Sie vielleicht der Meinung, dass Ihnen das noch nicht optimal gelingt. Damit sich das ändert, stelle ich Ihnen einfach einmal ein paar Fragen:

Was genau sollen Ihre Zuhörer eigentlich nach Ihrer Präsentation besser verstanden haben?

Strichmännchen lehnt an Plakat

Ich meine nicht, was sie alles im Einzelnen erfahren werden, sondern die ein oder zwei Kernaussagen, an die sie sich auch nach einer Woche noch erinnern sollen. Ich meine so etwas wie „Mit einem verstärkten Engagement in Social Media erreichen wir wichtige Multiplikatoren noch gezielter“ anstatt all der Statistiken, die das belegen; oder „Mit dem ABC-Verfahren können wir den Stromverbrauch für unsere Maschinen um die Hälfte reduzieren“ anstatt all den komplexen technischen Details des Verfahrens; oder „Die einhellige Meinung der Experten zu diesem Thema lautet: Lassen Sie die Finger davon“ anstatt sämtlicher Zitate im Wortlaut.

Strichmännchen mit erhobenem Arm vor Diagramm

Was also ist Ihre Kernbotschaft?

Wenn Sie das auf den Punkt bringen können, dann hat Ihre Präsentation damit im Grunde genau eine Aufgabe: Ihre Zuhörer von dieser Kernbotschaft zu überzeugen. Alles was Sie in Ihrer Präsentation sagen, dient im Idealfall dazu, Ihren Zuhörern den Zugang zu dieser Kernbotschaft zu erleichtern. Daraus ergibt sich unmittelbar die nächste Frage:

Welche Informationen benötigen Ihre Zuhörer, um die Kernbotschaft zu verstehen?

Strichmännchen mit verschränkten Armen

Ganz im Ernst: welche Informationen helfen Ihren Zuhörern wirklich, Ihre Schlussfolgerungen zu verstehen – und was ist möglicherweise nur schmückendes, gar überflüssiges, Beiwerk. Die Frage lautet ganz bewusst nicht: Was gibt es alles zu Ihrem Thema zu wissen? Das mag vielleicht für Sie als Experte interessant sein, vielleicht auch für Ihre Zuhörer, nachdem Sie von Ihrer Idee überzeugt sind. Aber Ihr Vortrag ist höchstwahrscheinlich nicht der Ort, Ihre Zuhörer mit Informationen zu überfluten, sondern ganz bewusst auszuwählen, was Ihrer Botschaft wirklich nützt. Also, jetzt mal ehrlich:

Welche Informationen benötigen Ihre Zuhörer wirklich, um die Kernbotschaft zu verstehen?

Strichmännchen mit erhobenem Daumen

Gut, Sie haben sich also durchgerungen, alles Überflüssige über Bord zu werfen, auch wenn es schwer gefallen ist. Eine Frage aber hätte ich noch:

Was sind die (bis zu) drei wichtigsten Argumente, die zu Ihrer Kernaussage führen?

Selbst wenn Sie sich radikal beschränken, werden Sie immer noch eine Menge Wichtiges zu sagen und das sollten Sie strukturieren. Sicher nicht die einzige Möglichkeit, aber eine sehr übersichtliche und verständliche ist es, Ihre Inhalte in bis zu drei größeren Argumenten zusammen zu fassen. Damit können Sie eine einfache und nachvollziehbare Argumentationskette aufbauen, haben aber gleichzeitig genügend Spielraum für Spannungsbögen (um die es in der nächsten Woche geht).

Und wie kommen Sie nun von Ihrer bestehenden Präsentation dahin? Im Grunde reichen diese drei Schritten:

  1. Löschen Sie alle Folien, die Ihre Zuhörer nicht unbedingt brauchen.
  2. Löschen Sie nun alle Folieninhalte, die Ihre Zuhörer nicht unbedingt brauchen.
  3. Gruppieren Sie die restlichen Informationen zu drei wesentlichen Argumenten.

Im Ernst, löschen Sie! Wenn Ihre Zuhörer die Informationen nicht unbedingt benötigen, warum belasten Sie sie dann damit und erschweren damit möglicherweise den Blick auf die wirklich wichtigen Informationen?

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