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Toll, super, genial

By 17. Dezember 2012Allgemein

Toll, super, genial! Aber warum? Fans darf das egal sein. Ein Experte muss sagen können, warum.

Die FAZ über Nenas Rolle als Kritikerin bei „The Voice of Germany“:

Irgendwann stößt die Wortfamilie an ihre Grenzen, es dreht sich alles um „toll“, „super“, „genial“ oder „unfassbar“. Vor allem Nena gingen schnell die Worte aus.

Dabei hätte sie es nötig gehabt, ihrem eigenen Anspruch, offen und emotional zu sein, auch verbal gerecht zu werden. Emotionale Authentizität kauft man sich eben nicht durch den inflationären Gebrauch des Wortes „Gefühl“, ästhetische Urteile verlieren ihre Kraft durch die sich wiederholende Einordnung in „toll“ oder „spitze“.

Wer eine Leistung fundiert beurteilen möchte, der muss auch irgendwann einmal sagen, was denn eigentlich so „toll“ an der Leistung war. Kann er das nicht, bleiben Spitzenleistungen Zufallstreffer. Nur wenn Sie auf den Punkt bringen, was genau gut und was genau verbesserungswürdig ist, dann können Sie auch genau daran arbeiten, um beim nächsten Mal noch besser zu werden. Und erst dann können Sie den anderen Kritikern Paroli bieten, die gerade das Gegenteil sagen, nämlich dass sie es „doof“ fanden.

Gefällt mir! Aber warum?

Im Design ist das genau so. Meist hat jeder eine Meinung dazu: „Gefällt mir“ oder „find’ ich nicht so gut“. Doch bei den meisten bleibt das nur ein Bauchgefühl; die Frage nach dem „Warum?“ können die wenigsten beantworten: „Warum gefällt mir das besser?“, „Warum passt die blaue Version besser als die grüne?“, „Warum ist das Motiv nicht das richtige?“.

Deswegen empfehle ich z.B. immer noch jedem Design-Anfänger das wundervolle Buch Design for Non-Designers von Robin Williams. Warum das Buch wundervoll ist? Weil es dem Leser erklärt, warum ein Design besser aussieht als ein anderes. Und weil es ihm ein Vokabular an die Hand gibt, mit dem er das auch begründen kann.

Weltklasse Präsentation

Übrigens gilt das alles natürlich auch für Ihre Vorträge: Wenn Sie Ihrem Publikum immer nur vorschwärmen, Ihr Produkt sei „grandios“, und „Weltklasse“, aber nicht erklären, in welcher Beziehung, dann geht das alles unter im Marketing-Geschrei aller anderen, die das auch behaupten. Wenn Sie aber konkret werden, wenn Sie mit Bildern, Vergleichen und Geschichten erklären, in welcher Beziehung Ihr Produkt „Weltklasse“ ist, dann bleiben Ihre Worte viel eher in Erinnerung.

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