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Vortrag Archive - Dr. Gerharz - Überzeugend Präsentieren

Wozu eigentlich Folien?

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Es gibt nur einen vernünftigen Grund dafür, dass Menschen in einem Raum zusammenkommen, um einem anderen Menschen bei einer Präsentation zuzuhören: Die Präsenz des Vortragenden fügt etwas hinzu, dass durch den reinen Inhalt und die Darstellung auf den Folien alleine nicht transportiert werden kann.

Der Grund für eine Präsentation vor Menschen ist der Redner.

Wäre das nicht so, könnte man genauso gut ein Dokument verschicken.

Welche Rolle spielen also Folien? Dokumentation des Gesagten? Gedankenstütze für den Redner? Unterstreichung dessen, was er sagt?

Nein. Nichts davon. Als Dokumentation des Gesagten, also als Handout, müssen Folien viel Text enthalten und schaden daher im Vortrag. Folien, die Gedankenstütze für den Redner sind, lenken die Zuhörer bloß vom Redner ab. Dafür gibt es sinnvollere Optionen. Als Unterstreichung dessen, was der Redner sagt, sind Folien unnötig, wenn der rote Faden stimmt und wenn der Redner artikuliert und betont vorträgt.

Wofür also dann Folien? Nicht für den Vortragenden, sondern für die Zuhörer. Eine Folie ist für die Zuhörer dann sinnvoll – und nur dann – wenn sie dem Vortrag etwas hinzufügt, was ich als Redner nicht oder nicht so gut liefern kann. Eine Folie brauche ich im Vortrag z.B. dann, wenn sie etwas konkret sichtbar macht, was durch meine Worte abstrakt bliebe, weil es sich die Zuhörer nicht vorstellen können. Ich brauche sie, wenn sie einen Vergleich zwischen Größen begreifbar macht, der durch die reine Beschreibung vage bliebe. Ich brauche sie, um Emotionen auszulösen, für die ich – wollte ich sie mit einer Geschichte auslösen – erheblich länger bräuchte, um sie auszulösen. Ich brauche sie, wenn sie etwas klarer machen, als ich es mit Worten beschreiben könnte. Ich brauche sie, um etwas nachzuweisen, was man mir sonst nicht glauben würde.

Drei Fragen hat jeder Zuhörer: Betrifft mich das? Glaub’ ich das? Versteh’ ich das? Wenn eine Folie hilft, eine dieser drei Fragen besser zu beantworten, als es durch meinen mündlichen Vortrag möglich wäre, dann sind Folien (oder ein anderes Medium) sinnvoll. Sonst nicht.

Schick mir mal die Präse

By | Kurz notiert

Die meisten Menschen denken über ihre PowerPoint-Datei, als sei sie ihre Präsentation. Ist sie nicht. Eine PowerPoint-Datei ist eine Datei.

Sie enthält visuelle Hilfsmittel, die die Präsentation unterstützen sollen. Im besten Fall. In den meisten Fällen enthält sie bloß eine Menge von Notizen, die dem Vortragenden helfen, nicht zu vergessen, was er sagen will.

Eine Präsentation dagegen ist das, was geschieht, wenn Sie vor Zuhörern stehen. Es umfasst, was Sie sagen, was Sie tun und was Sie zeigen. Insbesondere umfasst es Sie. Ohne Sie gibt es keine Präsentation.

Berücksichtigen Sie das, wenn Sie das nächste Mal an einer PowerPoint-Datei arbeiten.

Schwestern von gestern – CreativeMornings mit Gregor Schwellenbach

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CreativeMornings Köln - Gregor Schwellenbach

Wussten Sie eigentlich, dass man den Unterschied zwischen Klassik und Barock auf den Punkt bringen kann, in dem man sich galoppierende Pferde vorstellt? Dass die Bandbreite von Mozarts Musik im übertragenen Sinne von Opern bis zu Liedern à la “Dicke Prumme, lange Muhre” reicht? Und dass ein prägendes Element der Klassik das gleiche ist wie in vielen Witzen?

Wir zumindest wussten das noch nicht. Am 4. Juli hat Komponist Gregor Schwellenbach uns unter dem CreativeMornings Monatsthema „Heritage/Erbe“ beim ersten CreativeMornings Event in Köln so einiges beigebracht. Der Vortrag in der Wohngemeinschaft im Belgischen Viertel Kölns war der erste unseres frisch gegründeten CreativeMornings Köln Teams, das die internationale Frühstücksveranstaltungsreihe unter Leitung von Dr. Michael Gerharz in die Domstadt bringt. Rund 50 Teilnehmer aus der kreativen Szene aus Köln und Umgebung waren dabei.

Ein klassisches Teekesselchen

Zu Beginn seines Vortrags musste Gregor Schwellenbach zuerst einmal ein Missverständnis klären. Wenn wir Klassik sagen, meinen wir das eigentlich gar nicht. „Ein typisches Teekesselchen,“ sagt Schwellenbach. Denn die Klassik ist eine eher kurze Epoche in der Musikgeschichte. Bloß, weil etwas auf klassischen Instrumenten gespielt wird, ist es nicht auch Klassik. Bekannt ist Gregor als „Wandler zwischen den Welten“, der Tekkno mit Klassik verbindet. Stimmt streng genommen gar nicht, sagt er. Er mache eigentlich Popmusik, nur dass er eben Geigen oder andere klassische Instrumente benütze. Und dass die Leute bei seinen Konzerten mit geschlossenen Augen auf Stühlen sitzend zuhören, statt zu tanzen.

Und überhaupt findet er es auch irgendwie seltsam, dass über „Pop trifft Klassik“ immer wie von einer „Begegnung von zwei verfeindeten Raumschiffen im Weltall“ gesprochen wird. Denn tatsächlich hat Pop schon in der Epoche der Klassik angefangen. Denn ab dieser Epoche wurde Musik nicht nur gespielt und gehört, sondern inklusive Musiker, Tourneen und einprägsamer Namensgebung von Stücken als Gesamtkunstwerk inszeniert. Deshalb hießen Stücke dann nicht mehr einfach wie zuvor „Zweites Konzert für Trompete mit Orchester in F-Moll Opus 483“, sondern „Mondscheinsonate“.

Show – Don’t Tell

Vom Barock, über die Klassik und die Romantik bis zum Einfluss von afrikanischen Melodien und Rhythmen auf die Popmusik, die sie zu dem machen, wie wir heute unter ihr verstehen – Gregor hat uns mitgenommen auf einen Kurztrip durch verschiedene Epochen der Musikgeschichte.

Könnte ziemlich trocken sein, könnte man meinen. Doch Gregor hat keine Lehrstunde abgehalten. Er hat uns gezeigt, vorgespielt, vorgeklatscht, was er sagen wollte. „Show“ funktioniert eben besser als „Tell“. Da könnte sich der ein oder andere Musiklehrer ruhig mal etwas abschauen, finden wir.

Sind Sie beim nächsten Mal dabei?

CreativeMornings sind kostenlose Frühstücksveranstaltungen für Kreative: guter Kaffee, ein inspirierender 20minütiger Vortrag aus der Kölner Kreativ-Szene und jede Menge nette Leute. Sie haben unseren ersten CreativeMorning mit Gregor Schwellenbach leider verpasst? Macht nichts. Hier können Sie sich Gregors Vortrag in voller Länge und Foto-Eindrücke anschauen!

Bei unserem nächsten Vortrag in Köln am 29. August wird übrigens Andreas Muxel unter dem Monatsthema „Failure/Scheitern“ über seine Arbeit und Forschung als Interface-Designer und sein wichtigstes Werkzeug, das Experiment berichten. Die vielen Ausprobier-und-Nochmalneuversuchen-Schleifen helfen, möglichst früh im Design-Prozess Fehler zu finden und sind zugleich Inspiration, um auf ganz neue Ideen zu kommen. Denn jeder Fehler ist immer auch die Möglichkeit zu neuen Wegen.

Über TwitterFacebookTumblr oder über den Newsletter erfahren Sie rechtzeitig alle Details zum Vortrag und zur Anmeldung.

Eindrücke vom ersten CreativeMornings/Cologne

Ich sehe was, was du nicht siehst

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Überzeugend Präsentieren: Ich sehe was, was du nicht siehstNachmittags, halb drei in Deutschland. Es ist hochsommerlich heiß, die Spaghetti Carbonara liegen noch recht schwer im Magen und die Luft scheint still zu stehen. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um aufmerksam zu bleiben. Das scheint auch die Vortragende zu bemerken. Gnädig zieht sie alle Jalousien herunter und knippst das Licht aus. Ihre Stimme aus dem Off lullt mich irgendwie ein, während sie ihre Folien durchklickt. Ich meine, aus den Tiefen des Raums leise Schnarchgeräusche zu hören.

Klappe zu, Zuhörer eingeschlafen

Ich kann Ihnen beileibe nicht mehr sagen, was die Kernaussage dieser Präsentation war oder mich gar an die Rednerin erinnern. Wie auch? Ich musste nicht nur gegen akute Schläfrigkeit ankämpfen, ich habe statt Rednerin auch nur eine Schattengestalt sehen können. Und jemanden, den ich nicht sehen kann, finde ich weder spannend noch überzeugend.

In seinem Buch “The naked presenter” warnt Präsentationsexperte Garr Reynolds eindringlich davor, sich im Dunkeln zu verstecken: “For you to make a connection with an audience, they need to be able to see you. Naked means never hiding in the dark. When the audience can actually see your eye movement and read your facial expressions, they will better understand your message. While it may be tempting to turn the lights off to make the slides look better, maintaining light on the presenter must be the priority.”

Ab ins Rampenlicht

Mit moderner Projektionstechnologie sollte natürliches oder künstliches Licht im Vortragsraum normalerweise kein Problem mehr für die Sichtbarkeit der Folien sein. Wenn es aber zum Beispiel aufgrund der speziellen Gegebenheiten im Raum dennoch notwendig ist abzudunkeln, machen Sie einen Kompromiss und dimmen Sie nur teilweise ab oder kümmern Sie sich darum, dass ein Scheinwerfer auf Sie gerichtet wird. Verschwinden Sie aber nie im Dunkeln.

Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, müssen Sie der Star Ihrer Präsentation sein. Nicht Ihre Folien oder ein anderes Hilfsmittel. Nur Sie. Denn wenn Ihre Folien Ihnen die Show stehlen, können Sie auch einen talentierten Affen an das Rednerpult stellen. Oder Ihrem Publikum ein kleines Nickerchen gönnen.

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Eine Klappe, zu viele Fliegen

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Sie versteh‘n nur Bahnhof? Das wird als Handout nicht besser …

Vor einigen Wochen durfte ich an einem internationalen Expertentreffen zum Thema Klimawandel teilnehmen. Wichtige Menschen redeten über wichtige und interessante Themen. Leider verpasste ich eine der Diskussionen und fragte beim Veranstalter an, ob er mir die dokumentierten Ergebnisse der Diskussion zugänglich machen könne. Kein Problem, alle Präsentationen seien schon auf der Webseite verfügbar. Das Ergebnis: Ohne erklärende Worte habe ich die Präsentationen nicht verstanden und Spaß hat es auch nicht gemacht, mich durch hunderte Folien zu klicken.

Schon mal eine Präsentation gelesen?

Schon oft habe ich beobachtet, dass Veranstalter von Konferenzen es für eine kluge Idee halten, die gehaltenen Präsentationen später als Dokumentation der Inhalte zu nutzen. Dabei frage ich mich jedesmal: Was soll das eigentlich? Ist denn noch niemandem aufgefallen, dass kein Mensch Lust hat, eine Präsentation tatsächlich zu „lesen” und zu raten, was wohl die erklärenden Worte gewesen sein könnten?

Wenn ich Folien hingegen problemlos wie ein Textdokument lesen kann, ist beim Vortrag selbst sowieso etwas gründlich schiefgegangen. Denn dann hat sich der Vortragende durch seine eigenen Folien überflüssig gemacht. Er hätte genauso gut hinten im Raum sitzen können und die Präsentation kommentarlos durchlaufen lassen können. Steht ja alles drauf, was wichtig ist.

Zwei sind eine zuviel

Der Versuch mit Powerpoint und Co. sowohl eine perfekte Präsentation als auch ein perfektes Handout gestalten zu wollen, kann nur nach hinten losgehen. Folien sind dafür gedacht, einen mündlichen Vortrag visuell zu unterstützen, genauso wie ein Textverarbeitungsprogramm dafür gemacht ist, einen Fließtext darzustellen. Der Versuch, mit Folien zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, schadet entweder der Präsentation oder der Dokumentation – meistens sogar beidem.

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Claptrap – Wie man Standing Ovations bekommt

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Politiker bei einer Rede vor Publikum

Wie bitte? Politiker tricksen uns aus? Sie verführen uns zum Applaus mit einfachen Methoden?

Ja, das ist wohl so – und es lässt sich statistisch nachweisen, u.a. von Max Atkinson, ehem. Wissenschaftler an der University of Essex. In seinem Buch Our Masters’ Voice analysiert er zahlreiche Redner nach Hinweisen, die die Reaktion des Publikums auf Worte und Gesten des Redners charakterisieren.

Das Buch hat seinerzeit (1984) den britischen Sender ITV herausgefordert, diese Erkenntnisse zu testen. In der Dokumentation Claptrap sollte Atkinson der Hausfrau Ann Brennan, die zuvor noch nie eine öffentliche Rede gehalten hatte, diese Methoden beibringen und ihr zu einer begeisternden Rede auf einem Parteitag verhelfen. Der Film ist auch heute noch sehenswert und liefert einige interessante Hinweise auf die Effektivität rhetorischer Mittel:

Ann Brennan: „Im Grunde genommen sagen Sie in diesem Buch, dass Politiker Tricks verwenden, um Menschen wie mich zum Applaus zu bringen?“
Max Atkinson: „Ja… und noch mehr. Es gibt mittlerweile sogar ein Wort dafür: Claptrap […] es gibt verschiedene Dinge, die sie immer und immer wieder tun, unmittelbar bevor das Publikum zu applaudieren beginnt.“

In dem Filmausschnitt zählt Atkinson insbesondere drei Stilmittel auf, die in seinen Analysen regelmäßig Applaus hervorriefen:
Kontrast/Antithese: zwei Gegensätze in Beziehung setzen, z.B. „Ask not what your country can do for you, ask what you can do for your country“.
3er-Liste: eine dreiteilige Liste aufzählen, z.B. „Einigkeit, Recht und Freiheit“.
Set ’em up and knock ’em down: erst die Gegenposition beschreiben und anschließend erklären, dass sie nichts taugt.

Ann Brennan: „Machen Politiker das bewusst?“
Max Atkinson: „Nun, ich glaube, dass die erfolreichen es instinktiv tun.“

Den ganzen Film, einschließlich Ann Brennans Rede, können Sie in Max Atkinsons Blog ansehen. Das zugehörige Buch Our Masters’ Voice ist übrigens bisweilen etwas schwerer verdaulich. Leichter zugänglich dürfte sein neueres Buch Lend me your ears bzw. die Kurzversion Speech-making and Presentation made easy.

[Übrigens: Vielen Dank an dieser Stelle für die immer wieder zahlreichen Links und Tipps meiner Leser.]

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Heide Liebmann: Authentisch präsentieren mit dem Nasenfaktor

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Ob wir wollen oder nicht, oft entscheidet der sprichwörtliche Nasenfaktor darüber, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und wenn wir jemanden mögen, dann vertrauen wir ihm viel eher. Vielleicht ist gerade das die Erklärung für den Erfolg von Heide Liebmann.

Heide Liebmann ist Positionierungs-Coach und Marketing-Expertin. Sie hilft Kunden, ihren Nasenfaktor durch authentisches Marketing zu stärken. In ihrem gleichnamigen Buch gibt sie dazu nützliche Tipps und auch ihr Blog dreht sich rund um das Thema authentisches Marketing.

Und weil bei ihr der Nasenfaktor einfach stimmt, habe ich sie gebeten, uns einige Tipps zu verraten, wie man die eigene Persönlichkeit für überzeugendere Präsentationen wirken lassen kann.
Authentisch präsentieren – Mit dem „Nasenfaktor“ müde Vorträge munter machen! Gerne komme ich Michaels Anfrage nach und erzähle Ihnen in diesem Gastartikel, warum ich kein Fan von durchgestylten Präsentationen ohne Persönlichkeit bin.

Die Kunst der Präsentation ist bekanntlich eine Schlüsselkompetenz für den persönlichen Erfolg. Gleichzeitig sorgen gelungene Vorträge für ein positives Unternehmensimage. Denn wer sich und sein Unternehmen nach außen selbstbewusst, kompetent und glaubwürdig präsentiert, wird feststellen, dass man damit sein Selbstmarketing hervorragend unterstützen kann.

Aber sind Authentizität und Image nicht ein Widerspruch?

Meiner persönlichen Erfahrung nach gehören Authentizität und Professionalität zusammen, um ein positives Image zu erzeugen. Indem man seine ganz individuellen Fähigkeiten erschließt und nutzt, gewinnen die Vorträge an Ausdruckskraft und Glaubwürdigkeit. Authentisches Präsentieren führt zu professioneller Ausstrahlung.

Zu einem professionellen Vortrag gehört natürlich eine gute inhaltliche Vorbereitung, Wissen über Dramaturgie und Storytelling und eine saubere Gestaltung der Folien, wenn man mit Powerpoint präsentiert. Zu diesen Themen gibt es auf diesem Blog ja wirklich genug zu lesen.

Persönlichkeit geht vor Design

Aber ohne die persönliche Würze, die individuelle Ausstrahlung, wirken selbst professionell durchgestylte Vorträge eigenartig leblos und langweilig. Das passiert dann, wenn der Vortragende hinter den Inhalten verschwindet und der persönliche Kontakt zum Publikum verloren geht. Oder wenn ich als Zuschauer unbewusst merke: Der Mensch da vorn ist nicht echt, die Gesten und die Modulation sind antrainiert und passen eigentlich gar nicht zu dieser Person.

Selbstverständlich kann man an seinem Auftritt immer noch dies und das optimieren. Ich weiß zum Beispiel von mir, dass ich leider immer noch zu viele „Ähs“ einbaue und plane schon länger, daran mal zu arbeiten. Aber ganz ehrlich: Meist stört mich das selbst mehr als meine Zuhörer. Denn viel wichtiger für den Erfolg eines Vortrags ist die persönliche Beziehung zu den Menschen im Publikum – ob das nur fünf oder mehrere tausend sind. Und die Überzeugung, mit der man seine Thesen und Themen vorträgt, zählt. Je identifizierter jemand inhaltlich mit seiner Präsentation ist, umso unwichtiger werden die äußeren Rahmenbedingungen. Wir sind nämlich nur zu gern bereit, das ein oder andere Manko zu verzeihen, wenn wir spüren, da ist jemand voll bei der Sache und total begeistert, und er spricht wirklich mit uns Zuhörern und nicht mit dem luftleeren Raum. Das erkennt man an einer authentischen und stimmigen Körpersprache und an der Art, wie jemand bewusst den Kontakt zum Publikum sucht und auch mit den Reaktionen umgeht. Genau darin zeigt sich die individuelle Persönlichkeit – der „Nasenfaktor“ eben.

Begeisterung und Beziehung als Erfolgsfaktoren

Deshalb möchte ich am liebsten jedem, der Vorträge auch als Instrument des Selbstmarketings begreift und sich öfter auf die Bühne wagen möchte, raten, sich erst einmal auf die eigenen Stärken zu besinnen und diese dann auch zu optimieren. Und zwar bevor man sich mit dem optischen Feinschliff beschäftigt. Ich sage meinen Kunden immer: Bleib bei dir, bleib authentisch und erkennbar du selbst, zeige deine Begeisterung und bau eine Beziehung zu deinem Publikum auf. Dann kannst du im Grunde wenig verkehrt machen.

Merke: Perfektion bedeutet nicht unbedingt Professionalität!

Voraussetzung für so eine Art von authentischem Präsentieren ist natürlich, dass man sich darauf einlässt, den Drang nach Perfektion zugunsten der Authentizität zunächst mal hintenan zu stellen. Seinen eigenen Stärken auf die Spur zu kommen, ist ein zuweilen langwieriger Prozess, wie alle bestätigen können, die in dieser Mission unterwegs waren und sind. Es lohnt sich aber immer, darin zu investieren – und die Professionalisierung passiert dann meist von ganz alleine. 

Gitte Härter: Gut gelacht ist halb gewonnen

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Wer sich selbst Schreibnudel nennt, kann wohl kaum bierernst sein. Und tatsächlich wäre das wohl eine echte Beleidigung für Gitte Härter. Die Buchautorin hat nicht zuletzt wegen ihrer lockeren Art so viele Fans.

Seit vielen Jahren schreibt, spricht und coacht sie über die Themen Selbständigkeit, Persönlichkeit und Karriere, z.B. in ihren beiden letzten Büchern Nerv nicht! und Mit Persönlichkeit punkten – zeigen Sie Profil.

Und weil sie das stets auf so charmante Art mit einem Augenzwinkern tut, habe ich sie gebeten, uns einen Blick in ihre Trickkiste zu gewähren. Herausgekommen ist ein Erfahrungsbericht aus ihren Vorträgen, der prallvoll gefüllt ist mit praktischen Ratschlägen für unterhaltsame Vorträge.
Gut gelacht ist halb gewonnen Die meisten Menschen sind locker drauf und lachen gerne. Bis sie einen Vortrag halten sollen. Dann treten sie – meist schon in der Vorbereitung, spätestens auf dem Weg zur „Bühne“ – durch einen unsichtbaren Korrektheitsvorhang.

Das Publikum findet sich in seinem schlimmsten Alptraum wieder, denn jetzt sitzt es einem Perfektionszombie gegenüber. Und wir alle wissen, was Zombies ausmacht: Sie sind leblos. Und sie fressen Gehirne.

Wenn Sie schon einmal längere Zombie-Vorträge über sich ergehen lassen mussten, wissen Sie, wie es sich anfühlt, wenn das Hirn von Langeweile zerfressen wird.

Vielleicht haben Sie auch schon selbst den einen oder anderen Vortrag dieser Art gehalten. Das kommt vor! Immerhin möchten Sie Ihr Bestes geben und überall liest man, dass Vorträge rhetorisch oh so perfekt sein sollten.

Alles Quatsch! Seien Sie nicht perfekt, seien Sie erfrischend!

„Aber kratzt das nicht an meiner Kompetenz?“
Nö. Ganz im Gegenteil!

Waren Sie schonmal auf einem Konzert, bei dem die Musiker so richtig Spielfreude hatten? Das ist ein Unterschied zwischen Tag und Nacht, ob jemand ein gutes Konzert spielt oder richtig Spaß hat.

Genau darum geht es auch bei Vorträgen: Haben Sie Spaß daran, über Ihr Thema zu sprechen. Haben Sie Spaß daran, mit Ihrem Publikum zu interagieren. Und lassen Sie vor allen Dingen Ihre Zuhörer kräftig lachen. So wird Ihr Vortrag ein schönes Erlebnis, das sich in den Köpfen verhakt, Ihre Zuhörer bekommen einen richtig guten Zugang zu Ihrem Thema und Sie werden sehen: auch Nervosität ist durch das gute Band zum Publikum wie weggeblasen.

7 Tipps für einen humorvollen und lebendigen Vortrag

Hau wech, den Beamer.
Durchgehender Einsatz von Technik schneidet Sie von Ihrem Publikum ab: Das Zuhören fällt schwer, weil man gleichzeitig ständig irgendwas entziffern soll. Und zuschauen geht schon gleich gar nicht, weil alles abgedunkelt wird und man an die Wand starrt, statt auf Sie. Setzen Sie Technik nur punktuell ein, und auch das nur, wenn es unbedingt nötig ist. Positiver Nebeneffekt: Sie machen sich unabhängig von möglichen Technikpannen und können so auch viel relaxter in einen Vortrag gehen.

Schau mir in die Augen, Kleines!
Vergessen Sie Tipps wie „über die Köpfe der Leute hinwegsehen“: Sehen Sie Ihrem Publikum in die Augen – und halten Sie Blickkontakt. Sprechen Sie mit der Gruppe wie mit EINEM GEGENÜBER ist. Es ist nicht Alle-gegen-einen, Sie sitzen nicht auf einem Präsentierteller, sondern Sie führen ein Gespräch … auch wenn Sie 500 Leuten gegenüberstehen. Das klingt vielleicht noch etwas abstrakt für Sie, aber ich versichere Ihnen, dass diese Vorstellung enorm hilft.

Improvisieren Sie!
Vielleicht ist das jetzt eine gute Nachricht für viele von Ihnen: Meine ersten Vorträge waren nicht besonders gut, weil ich übervorbereitet war. Ich dachte, man müsse alles genau vorbereiten. Ich dachte, man müsse alles auf nummerierte Moderationskarten schreiben. Ich dachte, man müsse perfekte Überleitungen machen. Aber weil ich selbst ein Improvisierer und kein Einstudierer bin, ging alle diese Vorbereitung bei mir nach hinten los. Wenn Sie also auch jemand sind, der spontan ist und sich durch all diese Vorbereitungen eher gefangen und verunsichert fühlt, dann lassen Sie es bleiben! Gehen Sie mit einigen Stichwörtern in den Vortrag und machen Sie Ihr Ding.

Wenn Sie sich wohl damit fühlen, alles gut strukturiert und geplant vorzubereiten, ist das ebenfalls wunderbar, aber lassen Sie auch dann bitte Raum für’s Improvisieren. Vorträge, die total durchgeplant sind, wo jeder Effekt und jede Pause geplant ist und solche, die schon mehrmals gehalten wurden, wirken oft sehr starr oder abgestanden.

Gehen Sie auf Tuchfühlung.
… und zwar in jeder Hinsicht: Gehen Sie nah an die Leute ran, verschanzen Sie sich bloß nicht hinter Rednerpulten oder dicken Schreibtischen, sondern räumen Sie jede Barriere weg. Verschaffen Sie sich Bewegungsspielraum. Müssen Sie mit Mikrofon sprechen, dann bitten Sie um ein Headset oder ein tragbares Mikro. Ein festes Mikro verkrampft und langweilt schnell … erst recht, wenn das Publikum mehrere Vorträge über sich ergehen lassen muss.

Reden Sie nicht an Ihr Publikum hin, sondern sprechen Sie mit ihm … und zwar im Plauderton. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt:

Fragen Sie per Handzeichen ab: „Wie viele von Ihnen …?“, „Jetzt aber mal ehrlich: Wer hat schonmal …?“ oder Sie machen vorher ein Statement, erzählen eine Anekdote und lassen sich daraufhin praktisch durch Handzeichen bestätigen, was Sie eben gesagt haben. Das gibt nicht nur immer lustige Unruhe unter den Leuten, besonders wenn Sie es mit einem Späßchen verknüpfen, sondern Sie lassen Ihr Publikum mitmachen anstatt nur passiv konsumieren.

Bitten Sie um einen Freiwilligen: Das muss gar nicht mal etwas sein, bei dem der Freiwillige etwas tun oder gar auf die Bühne muss, sondern es sollte einfach jemand sein, der Ihnen behiflich ist, indem er beispielsweise ein kurzes Gespräch simuliert. Ich hatte mal einen Vortrag, bei dem es unter anderem darum ging, dass denn meisten Leuten Small Talk so schwer fällt. Daraufhin habe ich gefragt: „Wer von Ihnen macht mal eben etwas Small Talk mit mir? Ist gar nicht schlimm! Sie brauchen auch nicht groß denken, nur spontan auf das reagieren, was ich sage.“ – Freiwillige finden sich übrigens leichter, wenn Sie von vornherein sagen, worum es geht und nichts machen, das die Leute auf den Prüfstein stellt. Wichtigste Regel: Führen Sie nie-nie-nie einen Zuhörer vor. Da hört der Spaß gleich auf! Denn Späße auf Kosten anderer nimmt Ihr gesamtes Publikum zu Recht sofort übel.

Picken Sie einen Einzelnen raus für eine „einseitige Show-Einlage“: Fragen Sie erst gar nicht, sondern bestimmen Sie Leute als „Statisten“, die gar nichts tun müssen. Ich picke mir in Vorträge immer irgendwelche Leute aus der ersten Reihe raus, gehe ein paar Schritte auf sie zu und sage: „Der Herr Meier zum Beispiel … (der Person zugewandt:) … Sie sind jetzt mal mein Herr Meier (anlächel) … also der Herr Meier …“ – und dann konstruiere ich mein Beispiel um den Herrn Meier herum.

Sie können dann auch noch eine „Frau Huber“ dazu nehmen und wenn Sie es geschickt machen, später im Vortrag die beiden Beispiele auch noch verknüpfen. „Wenn der Herr Meier also mit Frau Huber in einem Büro arbeiten würde, na dann gute Nacht!“

Ihr Publikum wird es lieben, wenn Sie im Lauf des Vortrags auf solche Beispiele zurückkommen. Denn Sie haben einen gemeinsamen Insiderscherz.

Wenn es zu Ihnen und zum Thema passt, können Sie es auch noch weitertreiben. In manchen Vorträgen sage ich schonmal: „Angenommen, ich und … (wie ist Ihr Vorname?) … ah: Ralf … also angenommen Ralf (anlächel) und ich sind verheiratet … und jetzt lässt der Rahalf plötzlich überall seine Socken liegen! (empört schau … an Ralf gewandt:) So hab ich mir die Ehe nicht vorgestellt! … (zum Publikum gewandt) … also in diesem Fall … [und dann überleiten zum eigentlichen Punkt].“

Wichtig ist, dass solche Beispiele immer sinnvoll zu Ihrem Thema passen und nicht nur Show sind.

Erzählen Sie (echte) Anekdoten.
„Letzte Woche zum Beispiel stehe ich in der Schlange bei der Post …“, „Sie werden es mir nicht glauben, aber auf der Fahrt hierher …“ – zu fast jedem Thema gibt es Anekdoten: Wirkliche Geschichten aus dem Leben, die Ihnen selbst oder einem Freund passiert sind.

Jedes Publikum hört gerne solche echten Geschichten. Vergessen Sie abgenudelte Standardbeispiele und bringen Sie vor allen Dingen niemals irgendwelche Fakes à la „Susi Schlau geht einkaufen und …“.

Vor allen Dingen ist Ihr Publikum begeistert, wenn Sie davon erzählen, dass Sie sich selbst ungeschickt angestellt haben: etwas verpatzt, aus der Fassung geraten, aus Sturheit wider besseren Wissens etwas durchgesetzt, obwohl Sie es schon hatten kommen sehen? Raus mit solchen Anekdoten! Das macht Sie als Mensch greifbar und als Fachmann noch viel sympathischer. Das führt uns schon zum nächsten wichtigen Punkt:

Seien Sie selbstironisch.
Selbstironie kommt immer gut an. Menschen, die über sich lachen können, sind äußerst souverän. Vor allen Dingen aber haben Sie hier die gesamte Klaviatur des Humors zur Verfügung: denn Sie selbst sind die Zielscheibe!

Sie können also ehrliche Anekdoten erzählen, über sich selbst die Augen rollen … und Sie können vor allen Dingen während des Vortrags zeigen, wie cool Sie mit Hängern, Versprechern oder Fehlern umgehen.

Lachen Sie mit Ihrem Publikum gemeinsam über sich. Sie bringen damit nebenbei eine der wichtigsten Botschaften rüber: Die Dinge locker sehen können. Mit Missgeschicken gelassen umzugehen.

Entertainen Sie!
Keine Sorge: Sie brauchen kein Stand-up-Comedian werden! Aber: Achten Sie trotzdem mal drauf, wie gute Standup-Komiker sich verhalten: Da wird mal eine Augenbraue schiefgestellt, das Gesicht verzogen, mit Gesten gearbeitet – und immer wieder werden dabei Pausen gemacht.

Ihr Vortrag gewinnt, wenn Sie – natürlich so, dass es zu Ihnen passt – gut dosiert solche Akzente setzen.

Ich bin beispielsweise eher ein Zappelphilipp, raufe mir schonmal die Haare, falle auf die Knie, schüttle einem Zuhörer die Hand oder haue mir auf die Stirn. Je nachdem wie groß Ihr Publikum ist beziehungsweise wie weit weg Ihre Zuschauer sitzen, müssen Sie – wie im Theater – solche körpersprachlichen Gesten dann auch größer und etwas übertriebener machen als normal. Darum ist es wichtig, das wohldosiert zu tun. Sie wollen entertainen und kein Kasperl sein. Wobei ein kompetenter Kasperl auch nichts Schlechtes ist. 😉 

Buchempfehlung: Bekenntnisse eines Redners

By | Allgemein, Buchempfehlung
Scott Berkun: Bekenntnisse eines Redners

Bekenntnisse eines Redners ist anders. Es ist kein trockenes Lehrbuch über Methoden und Theorien für bessere Präsentationen. Bekenntnisse eines Redners ist der Rückblick des Bestsellerautors Scott Berkun auf viele öffentliche Vorträge und dabei vor allem eines: unterhaltsam.

Das liegt nicht zuletzt an der forschen Art, mit der Berkun dieses Thema angeht. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, scheut sich auch vor Selbstironie nicht und bringt viele Mythen und Weisheiten durch scharfe Beobachtung und klare Worte auf den Boden der Tatsachen.

Weil er das oft treffend auf den Punkt bringt, spare ich mir viele weitere Worte und lasse den Autor selbst zu Wort kommen. Diese vier Tipps fand ich besonders einprägsam.

Sie brauchen eine Meinung

„Die Fehler, die Sie machen, bevor Sie Ihr erstes Wort sagen, sind von größerer Bedeutung. Dazu zählen solche Fehler, wie keine interessante Meinung zu vertreten, nicht klar über die eigenen Argumente nachzudenken und nicht über die Möglichkeiten zu reflektieren, diese Argumente Ihrem Publikum zu vermitteln.“

„Aus einer schwachen Position heraus hört sich Ihre Rede vielleicht so an: ’Hier ist das ganze Wissen, das ich in der mir zur Verfügung stehenden Zeit unterbringen kann, doch weil ich nicht weiß was Sie interessiert oder was ich sagen würde, wenn ich weniger Zeit hätte, folgt jetzt ein halb garer, schwer nachvollziehbarer und schwer zu präsentierender Haufen Schrott.’“

Jeder kann präsentieren

„Solange Sie sich über eine Stunde mit Ihrer Mutter am Telefon unterhalten können oder sich die ganze Nacht mit Ihrem Freund streiten, ist Ihnen in groben Zügen klar, was man zur Kommunikation benötigt. Und Sie wissen bereits, wie man etwas darbietet. Sie wissen, wie man Ärger, Angst, Leidenschaft, Freude oder Verwirrung ausdrückt.“

Üben, üben, üben

„Wenn Sie zu faul zum Üben sind, müssen Sie damit rechnen, dass das Publikum zu faul ist, Ihnen zu folgen.“

Nutzen Sie Folien sinnvoll

„Selbst viele schlaue Menschen, die an einem Vortrag arbeiten, lassen sich so sehr von Stilfragen ablenken, dass sie das Wesentliche aus den Augen verlieren.“

„Hässliche überladene Folien sind üblich, trotz der wenigen Informationen, die sie vermitteln. Und gleichzeitig lenken sie die Redner von ihren eigentlichen Aussagen ab. … Solange Folien nicht die einfachste und klarste Möglichkeit sind, Ihre Punkte zu verdeutlichen …, sollten Sie weniger verwenden. Wenn eine Requisite Ihren Standpunkt nicht unterstützt, verschwenden Sie die Zeit des Publikums.“

Fazit

Wie gesagt, Bekenntnisse eines Redners ist kein Buch, dass Sie an die Hand nimmt und Schritt für Schritt zur perfekten Präsentation anleitet. Es ist eher ein Buch, dass Sie motivieren soll, Ihnen vielleicht auch ein wenig die Augen öffnen soll, damit Sie sich trauen, manches richtig zu machen, was viele falsch machen.

Sicher, ein paar Schwächen hat das Buch. Hier und da wird es schon mal ein bisschen dünn, die Tipps zur Strukturierung einer Rede sind eher oberflächlich und manchmal hätte man sich konkretere Tipps gewünscht.

Aber das wird locker aufgewogen durch die frische Art des Autors. Die ist übrigens noch ein bisschen überzeugender in der amerikanischen Originalausgabe. Ich habe es gerne gelesen.

Links zu dem Artikel
Kapitel 2 zum Probelesen beim O’Reilly-Verlag
Umfangreichere Leseprobe bei Google Books
Engl. Originalausgabe (bei Amazon.de)
Homepage von Scott Berkun
Vorträge von Scott Berkun

[Das Buch wurde mir vom O’Reilly-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Wer bin ich eigentlich?

By | Allgemein

Das ist doch nur ein Prototyp.
Das ist doch nur ein Probevortrag.
Das ist doch nur ein internes Meeting.
Das ist doch nur die Gliederungsfolie.
Das ist doch nur eine Zusammenfassung.
Das ist doch nur ein Zwischenbericht.
Das ist doch nur eine vorläufige Version.

Und wann genau fangen Sie an, die Sache richtig zu machen? Na klar, man kann nicht alles auf einmal machen und niemand erwartet nach einer Woche schon perfekte Ergebnisse. Aber heißt das gleich, dass Sie nicht auch mit den Zwischenschritten begeistern können? Alles was Sie sagen (oder sonstwie liefern), prägt den Eindruck, den Ihre Kunden (oder Kollegen) von Ihnen gewinnen.

Wie wäre es, dabei mit einer außergewöhnlich sorgfältigen Lieferung zu begeistern, statt sich von vorneherein dafür zu entschuldigen, dass man etwas „noch nicht richtig“ gemacht habe, weil es ja „nur der Zwischenbericht“ sei? Und wenn Sie das einmal schaffen, was spricht dagegen, es wieder und wieder zu tun?

Mit den Worten von Dirigent Benjamin Zander in seinem faszinierenden TED-Vortrag:

Wer bin ich eigentlich, dass ihre Augen nicht leuchten?