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Spannung Archive - Dr. Gerharz - Überzeugend Präsentieren

Das wird so erwartet

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„In unserer Branche ist das so üblich. Unsere Kunden erwarten das so.“

Bullshit.

Nicht ein einziges Mal in meinem ganzen Leben bin ich bisher jemandem begegnet, der eine langweilige Präsentation einer unterhaltsamen vorziehen würde.

Aber was erwarten Ihre Kunden denn dann?

Die Kunden erwarten, dass – wenn einer schon keinen Spannungsbogen hat, wenn einer schon nicht zum Punkt kommt, wenn er schon die ganze Zeit nur über sich redet, dass er dann wenigstens die Fakten auf die Folien schreibt. Wenigstens das.

Ihre Kunden sind auf das Schlimmste gefasst, weil sie es nicht anders kennen. Sie haben sich damit arrangiert. Sie wissen nicht, wie gut ein Vortrag sein kann. Und wie ein guter Vortrag aussehen muss. Sie kennen nur die schlechten. Selbstverständlich erwarten Ihre Kunden also, dass Sie es so machen, wie alle es machen.

Und nicht noch schlimmer.

Sie erwarten, dass Sie auf Klischeebilder verzichten, auf denen sich zwei Zahnmodels grinsend die Hände schütteln, dass Sie keine flachen Gags und langatmige Anekdoten erzählen, die weder spannend noch lustig sind und nicht einmal einen Bezug zum Thema haben. Zu recht. Ihre Kunden wollen, dass Sie wenigstens sachlich bleiben. Wenigstens das.

Allerdings: Niemand erwartet, dass Sie Ihren Vortrag langweiliger machen als nötig. Niemand ärgert sich, wenn es hochspannend wird und wenn die Bilder ins Schwarze treffen.

Also hängen Sie die Latte doch nicht so tief. Verstecken Sie sich nicht hinter nutzlosen Folien, nur weil alle es tun.

Wenn Sie etwas zu sagen haben, was Ihre Kunden hören wollen, wenn Sie einen Spannungsbogen haben, bei dem jeder von den ersten Worten an gebannt folgt, wenn Ihre Zuhörer immer mehr wissen wollen, weil Sie sie neugierig gemacht haben, und wenn das alles auch noch Spaß macht … wer sollte dann schlechte PowerPoint-Folien vermissen?

Erwarten Sie mehr von sich als Ihre Kunden.

Die große Storytelling-Keule

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Der Erste erzählt den Handwerkern, was es Neues gibt.

Der Zweite sagt: „Das kann ich besser!“, und erzählt den Handwerkern, inwiefern die neuen Produkte viel besser sind als die alten. Und als die der Konkurrenz sowieso.

Der Dritte sagt: „Das kann ich besser!“, und erzählt den Handwerkern, wie Handwerker mit seinen neuen Produkten zu besseren Handwerkern werden.

Dem Vierten liegt am Herzen, dass die Handwerker tatsächlich bessere Handwerker werden.

Viel Marketing-Bullshit entsteht, weil der vierte Schritt nicht getan wird. Weil erst hinterher – wenn das Produkt schon lange fertig ist – überlegt wird, wie man es dem Kunden möglichst schmackhaft macht. Dann wird die große Storytelling-Keule geschwungen. Der Kunde soll sich identifizieren, soll zum Helden einer grandiosen Success-Story werden.

Das ist eines der großen Missverständnisse beim Storytelling.

Ja, mit Stories kann man die Zuhörer zu Helden machen. Ja, mit Stories kann man Emotionen wecken. Und ja, mit Stories kann man den Das-Kann-Ich-Auch-Effekt erzielen.

Aber solange es Ihnen im Grunde schnuppe ist, ob das auch den Tatsachen entspricht, solange Sie es nur machen, weil es gut klingt, solange ist es eben nicht mehr als Bullshit.

Es geht aber nicht um gut klingen, sondern um gut sein, denn Bullshit gefährdet auf Dauer das Vertrauen.

Umgekehrt gilt: Wer hinten anfängt, wer bei der Frage beginnt, was denn die Kunden überhaupt brauchen und womit die Kunden zum Helden ihrer tatsächlichen Story werden, der hat keine Schwierigkeiten, es seinem Publikum zu erklären. Denn der weiß schon bei der Entwicklung, in welcher Story die Kunden überhaupt mitspielen, welche Hürden sie darin überwinden müssen, was ihnen wichtig ist. Und der hat dann nicht nur ein Produkt, dass diese Bedingungen erfüllt, sondern auch eines, dass er spannend präsentieren kann, z.B. mit einer guten Story.

Bücherliste 2016: „The Anatomy of Story“ von John Truby

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Warum fesseln manche Geschichten und andere nicht? John Truby gibt in seinem Buch „The Anatomy of Story“ Antworten.

Nach der Lektüre des Buches schaut man Filme mit anderen Augen. Mit einer Art Röntgenbrille. Man sieht durch die Handlung durch und erkennt das Gerüst, auf dem der Film steht. Man erkennt, warum das Drehbuch so und nicht anders konstruiert ist, wie die Handlungsstränge so verwoben wurden, dass sie am Ende alle zusammen laufen, warum die Nebenrollen genau so und nicht anders gewählt wurden. Wie Held und Gegenspieler zwei Pole der selben Sache sind.

Für Truby ergibt sich all das aus der „Prämisse“ des Filmes. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um das Drehbuchäquivalent für das, was ich bei Präsentationen immer den Küchenzuruf nenne. Der eine Satz, der den ganzen Film auf den Punkt bringt. Aus dieser Prämisse leitet sich alles andere ab: Der Held, seine Schwächen, seine Gegner, die entscheidenden Handlungen, die Welt, in der die Handlung spielt usw.

Im Zentrum von Trubys Thesen steht das, was er „organische Geschichten“ nennt. Damit meint er Geschichten, die sich aus sich selbst heraus ergeben. Die zwar konstruiert sind, aber nicht konstruiert wirken, weil sich jede Entscheidung, die während der Konstruktion getroffen wird, aus der Prämisse und den vorherigen Entscheidungen ergibt. Weil z.B. nur dieser Held diese Herausforderung annehmen kann, oder dieser Held genau diesen Gegenspieler braucht, um sich seiner Schwächen bewusst zu werden und sie zu überwinden.

You construct a story from hundreds, even thousands, of elements using a vast array of techniques. Yet the story must feel organic to the audience; it must seem like a single thing that grows and builds to a climax. If you want to become a great storyteller, you have to master this technique to such a high degree that your characters seem to be acting on their own, as they must, even though you are the one making them act that way.

In this sense we storytellers are a lot like athletes. A great athlete makes everything look easy […] But in fact he has so mastered the techniques of his sport that his technique has simply disappeared from view, and the audience sees only beauty.

Um ein Drehbuch zu schreiben, das diesem Ziel gerecht wird, ist die wichtigste Entscheidung laut Truby gleich die allererste, die man überhaupt treffen muss. Und sie ist 1:1 übertragbar auf Präsentationen:

Step 1: Write Something That May Change Your Life

This is a very high standard, but it may be the most valuable piece of advice you’ll ever get as a writer. I’ve never seen a writer go wrong following it. Why? Because if a story is that important to you, it may be that important to a lot of people in the audience. And when you’re done writing the story, no matter what else happens, you’ve changed your life.

Besonders anschaulich sind die zahlreichen Beispiele, mit denen Truby seine Analysen an berühmten Filmen aufzeigt. Seine Empfehlungen sind durchaus konkret, aber doch allgemein genug, um nicht auf ein Genre oder gar auf Drehbücher beschränkt zu sein. Sie sind bestimmt, aber nicht dogmatisch.

Das Buch ist ein Arbeitsbuch. Die Zielgruppe sind Autoren. Für jemanden, der einen Leitfaden für seine nächste Präsentation sucht, ist es nicht zu empfehlen. Aber für diejenigen, die verstehen wollen, wie Spannung entsteht, wie ein befriedigender roter Faden gesponnen wird, für diejenigen, die über den Tellerrand ihres Faches blicken möchten und ein tieferes Verständnis für gute Geschichten suchen, für die liefert das Buch einen reichen, manchmal aber auch zähen, weil arbeitsreichen Schatz an Erkenntnissen.

Diese Erkenntnisse haben Vor- und Nachteile. Sie nehmen dem Vergnügen des Filmschauens ein wenig die Unbeschwertheit. Sie machen das Filmschauen bewusster. Sie nehmen den vermeintlich „unerwarteten“ Wendungen die Unschuld, weil man klar erkennt, wie sie konstruiert sind. Aber gleichzeitig machen sie die wahrlich schönen, spannenden, interessanten Filme noch faszinierender, weil man benennen kann, wie die Schönheit entsteht. Sie geben die Befriedigung, tiefer zu blicken und mehr in dem Film zu entdecken.

Stories don’t show the audience the “real world”; they show the story world. The story world isn’t a copy of life as it is. It’s life as human beings imagine it could be. It is human life condensed and heightened so that the audience can gain a better understanding of how life itself works.

Der Konflikt zwischen vorher und nachher

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Vor Ihrem Vortrag glaubt das Publikum etwas, danach etwas anderes. Erst wenn es einen fundamentalen Unterschied dazwischen gibt, dann gibt es auch einen Grund für Ihre Präsentation.

„Warum irren Sie mit Ihrer bisherigen Einschätzung der Lage?“

„Wieso ist mein Produkt anders als alles, was Sie bisher kennen?”

„Warum ist der Durchbruch, den wir mit dem neuen Algorithmus erreicht haben, bemerkenswert?”

„Was steckt wirklich hinter den Quartalszahlen?“

„Warum ist dieses Phänomen ein äußerst spannendes Forschungsthema?“

„Warum kommt es bei der Entscheidung für einen Zulieferer auf ganz andere Kriterien an, als Sie bisher dachten?“

„Warum müssen wir dringend die Strategie korrigieren, obwohl doch alle Kennzahlen blendend aussehen?“

Der Konflikt zwischen dem Vorher und dem Nachher ist die Basis für alles andere. Er bestimmt den Anfang und das Ende des Vortrags. Wo hole ich meine Zuhörer ab? Wohin muss ich sie bringen? Welche Hindernisse müssen wir dabei überwinden?

Ohne den Konflikt zwischen dem Vorher und dem Nachher gibt es keine Spannung, keine Dramaturgie, keine Emotionen. Warum sollten die Zuhörer zuhören, wenn alles so wäre, wie sie es vorher erwarten?

Erst wenn die Zuhörer nach dem Vortrag mehr wissen als vorher, lohnt die Zeit, die sie für’s Zuhören investieren.

Erst wenn die Zuhörer nach dem Vortrag verändert sind, lohnt sich die Zeit, die Sie in die Vorbereitung stecken.

Manchmal ist es bloß ein entscheidender Satz, der das Publikum ins Grübeln bringt. Aber die Veränderung muss stattfinden. Und sie gründet sich auf den Konflikt zwischen dem Vorher und dem Nachher.

Interessante Bücher, die ich in 2015 gelesen habe – III. The Story Grid

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The Story Grid, What Good Editors Know

von Shawn Coyne

You must know what your reader is expecting before you can possibly satisfy her. And yes, if you are writing a Story, you must think of your audience. A Story means nothing if it is not experienced.

Shawn Coynes Beruf ist es, Bücher zu Bestsellern zu machen. In seinem großartigen Buch „The Story Grid“ verrät er, nach welchen Kriterien er dabei vorgeht, wie er ein Buch bewertet und verbessert. Sie ahnen, dass das erheblich über die Heldenreisen-Folklore hinaus geht, die inzwischen fast schon Allgemeinbildung geworden ist.

Coyne meint es ernst. Das Buch ist unterhaltsam und gespickt mit Stammtischwissen, doch am meisten werden die profitieren, die ernsthaft ihre Stories verbessern möchten. Es ist keine Strandlektüre, sondern ein Fachbuch für Menschen, die es ebenso ernst meinen mit ihren Stories und verstehen möchten, warum manche Stories ein Millionenpublikum fesseln und manche (die eigenen?) gähnend langweilig sind. Coyne scheut sich nicht, in die Tiefe zu gehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich das Buch nur für Romanautoren lohnt. Im Gegenteil. Denn Coyne hat natürlich recht, wenn er schreibt:

If you have no sense of Story when making a documentary, you are in deep trouble.

Klar ist seine Methode auf Romane und Kurzgeschichten zugeschnitten, aber sie funktioniert gleichfalls für Sachthemen, Dokumentationen oder eben Präsentationen. Auch dort weckt man die Neugier des Publikums mit einem „Inciting Incident“, einer unerwarteten Erkenntnis und führt das Publikum unerbittlich bis zum Point of no Return, dem Punkt an dem das Publikum vor der Entscheidung steht, weiter zu machen wie bisher oder den Ideen aus dem Vortrag zu folgen. Jede Story, auch Ihre Präsentation, profitiert davon, wenn sich das Publikum als Held der Story identifiziert und die inneren Konflikte und Zwiespalte nachvollziehen kann, die zu einer Entscheidung führen.

Warum dieses Prinzip funktioniert? Weil wir darauf gepolt sind, uns in andere Menschen hineinzudenken, so wie eben in die Helden guter Stories:

There is nothing more powerful in a Story than having a lead character desperately pursuing something. The reader or viewer cannot help but attach himself to that character because he has objects of desire too. If the lead character in a Story gets what he wants, our brains are wired to believe that we can too.

Story Grid ist zugleich ein sehr theoretisches wie sehr praktisches Buch. Nicht jeder wird sich durchwühlen wollen, aber wer es tut, findet darin eine praktisch sehr gut anwendbare Methode, mit der er seine Story, ob fiktional oder nicht, auf Herz und Nieren prüfen und verbessern kann.

Für mich das interessanteste Buch 2015.

Wie tief darf man in die Details eintauchen?

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Sie können so tief in die Details eintauchen, wie Sie wollen. Sie müssen nur vorher das Publikum neugierig machen zu folgen.

Glauben Sie, dass die chemische Zusammensetzung der Metalllegierungen wichtig ist? Machen Sie mich neugierig darauf, damit ich es auch glaube. 300 Jahre zurück in der Geschichte der Philosophie? Spannen Sie den Bogen so, dass ich spüre, warum wir dorthin gehen. Die Komplexität von Sortieralgorithmen? Fasziniert mich nach Ihrem Vortrag vielleicht genau so wie Sie.

Niemand hat etwas dagegen, wenn er in Ihrem Vortrag etwas lernt, das er vorher nicht wusste. Ganz im Gegenteil. Aber er braucht das Gefühl, dass die Zeit, die er Ihnen schenkt, gut investiert ist, z.B. weil er etwas nützliches lernt.

Nur weil das Publikum manches in Ihrer Präsentation nicht erwartet hätte, heißt das nicht, dass es nicht hinein gehört.

Der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt

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Mein Leben oder seines, Job oder Liebe, Aufmucken oder ewiger Loser, Handeln oder Ertragen … Gute Geschichten erkennt man u.a. daran, dass sie den Protagonisten Schritt für Schritt, aber unvermeidlich in eine Lage bringen, in der er eine Entscheidung treffen muss, die sein Leben für immer verändert, egal wie er sich entscheidet.

Shawn Coyne schreibt in seinem Autorenratgeber The Story Grid – What Good Editors Know, was gute von schlechten Geschichten in diesem Punkt unterscheidet (Hervorhebung von mir):

Ask yourself the simple question…how difficult would it be for my character to reverse his decision? Could he go back to his old life without any repercussions? A few repercussions? Or is there no turning back? You’ve hit the Point of No Return when no matter what decision the character makes, he will be irrevocably changed by the experience. If he does one thing, he’ll put himself in great danger (either physically or psychologically) and if he doesn’t, he’ll be tormented by his inaction, incapable of functioning the way he used to.

Hier ist eine Herausforderung für Sie:

Vorausgesetzt, dass sich Ihre Präsentation ehrlich mit den Bedürfnissen oder Problemen Ihres Publikums beschäftigt, bringen Sie es denn auch zum Point of No Return? Bringen Sie es mit Ihrer Story, mit Ihrer Argumentation Schritt für Schritt, aber unvermeidlich an den Punkt, an dem es eine Entscheidung treffen muss? Argumentieren Sie so zwingend, dass das Publikum nach Ihrer Präsentation gedanklich an einem Punkt ist, an dem es, egal welche Entscheidung es jetzt fällt – z.B. Ihrer Empfehlung zu folgen oder weiter zu machen wie bisher – unwiderruflich verändert ist? Haben Sie Ihre Sache so zwingend dargelegt, dass Ihr Publikum versteht, welche Konsequenzen sein Handeln oder Nichthandeln hat?

Das setzt natürlich voraus, dass Sie eine Sache haben, für die es sich zu präsentieren lohnt; dass Ihr Thema nicht banal ist; dass es einen wahren Grund gibt für Ihre Präsentation, der etwas mit dem Leben Ihres Publikums zu tun hat.

Aber wenn es diesen Grund gibt, und wenn Sie es schaffen, dass Ihr Publikum sich in Ihrer Präsentation wiedererkennt, dann sollten Sie alles daran setzen, um es auch zum Point of No Return zu bringen.

PowerPoint im Konzertsaal

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Franz Liszt, Klaviersonate in h-moll. Der Beamer ist startklar, PowerPoint läuft. Folie 1/Agenda: Exposition, Langsamer Satz, Scherzo, Reprise. Dann kann’s richtig losgehen. Folie 2:

Beginn von Franz Liszts Klaviersonate in h-moll

Absurd, nicht wahr? Welcher Pianist würde im Konzert die Noten an die Wand projizieren? Das Publikum wäre sofort abgelenkt, wenn es versuchte, mitzulesen, statt sich auf den Fluss der Musik einzulassen.

Absurd, nicht wahr?

Bei Vorträgen gilt häufig das Gegenteil. Da erscheint es vielen absurd, die Noten nicht zu projizieren. Die in PowerPoint getippten BulletPoints sind jedoch meist nichts anderes als die Noten, die dem Redner helfen, seinen Vortrag in der richtigen Reihenfolge zu spielen. Nicht gedacht für die Zuhörer, sondern gemacht für den Redner. Schlimmer noch: Statt den Vortrag zu perfektionieren, investieren die Redner die Zeit in ein hübsches Layout der Noten. Oder sie fügen die Noten aus unterschiedlichen Stücken zusammen und biegen die Dramaturgie unter Ächzen und Krächzen zurecht, bis es halbwegs zusammenpasst.

Solange Sie keine Noten haben, die die Dimension des Vortrags erweitern, z.B. indem Sie durch ein Bild die richtigen Assoziationen schneller wecken, als Sie es mit Worten könnten, lassen Sie den Beamer lieber aus. Verstehen Sie mich nicht falsch: Perfektionieren Sie die Noten, so intensiv es Ihnen möglich ist. Aber zeigen müssen Sie sie nicht.

Allerdings: Wenn die Noten gut sind, dann wird der Vortrag möglicherweise (nicht notwendigerweise) noch viel besser durch die richtige visuelle Unterstützung. Dann können Sie den Beamer ruhig wieder anschalten.

Fortsetzung folgt

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Sie hassen es und Sie lieben es, wenn der Drehbuchautor Sie wieder zappeln lässt. Im Moment größter Spannung heißt es: Fortsetzung folgt. Bitte kommen Sie nächste Woche wieder.

Gibt es einen Punkt in Ihrer Präsentation, an dem Sie stoppen könnten und die Zuhörer würden auf die Barrikaden gehen, weil Sie unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht? Einen Punkt, an dem das Publikum garantiert wiederkommen würde, um die Fortsetzung zu hören?

»Würde es wiederkommen« ist ein höheres Ziel als »Bleibt es sitzen und hält bis zum Ende durch«. Wer einmal sitzt, den muss man schon arg quälen, bevor er aufsteht und geht. Aber Wiederkommen ist etwas anderes. Das bedeutet zusätzlichen Aufwand, der sich lohnen muss.

Würde Ihr Publikum wiederkommen?

Mittendrin

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Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.

Martin Suters Roman »Small World« beginnt mittendrin. Nicht drei Jahre vorher. Auch nicht mit einer Vorstellung Konrad Langs. Nein, mittendrin, wenn die Handlung schon in vollem Gang ist.

Suter weiß: Wenn er den Leser erst einmal in seinen Roman gesogen hat, bleibt noch genug Gelegenheit, seine Hauptperson vorzustellen – nachdem er die Aufmerksamkeit des Lesers gewonnen hat, der dann erfahren will, wer dieser Konrad Lang eigentlich ist.

Suter weiß auch: Wenn der Leser nach ein paar Seiten, manchmal gar nach ein paar Absätzen, nicht gefesselt ist, wird er das Buch zur Seite legen.

Nehmen Sie Ihr Lieblingsbuch aus dem Regal. Wo beginnt es? Mittendrin. Ihr Lieblingsfilm? Mittendrin. Die letzte Präsentation, die Sie gesehen haben? Mit dem Vorlesen des Inhaltsverzeichnisses (der Gliederung), danach bei Adam und Eva. Das mag logisch sein, spannend ist es nicht.

Orientieren Sie sich lieber an guten Büchern und fragen sich, womit Sie das Publikum gleich zu Beginn fesseln können. Steigen Sie in medias res ein, nicht drei Jahre vorher. So früh wie nötig, aber so spät wie möglich. Ist es gar sinnvoll, das Ergebnis vorwegzunehmen, weil Sie wissen, dass das Publikum dann erfahren will, wie Sie darauf gekommen sind?

Opfern Sie der Logik nicht die Spannung. Wenn das Publikum erst gefesselt ist, dann will es mehr wissen. Gute Präsentationen sind von Beginn an interessant.

Hausaufgabe: Nehmen Sie sechs Romane, die Ihnen gefallen haben. Lesen Sie die ersten beiden Seiten. Überarbeiten Sie Ihren Einstieg.