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Neugier Archive - Dr. Gerharz - Überzeugend Präsentieren

Vom Thema her oder vom Zuhörer her denken

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Man kann eine Präsentation vom Thema her oder vom Zuhörer her denken.

Wer vom Thema her denkt, denkt logisch und chronologisch: „Lieber vollständig als verstanden. Wenn das Thema trocken, kompliziert oder abstrakt ist, dann ist das so. Ich kann dafür nichts, denn es liegt am Thema. Dieses und jenes kann ich unmöglich weglassen und das hier kann man nicht vereinfachen. Mir sind da die Hände gebunden. Ob die Zuhörer es verstehen, liegt eben auch an den Zuhörern.“

Wer vom Zuhörer her denkt, denkt empathisch und didaktisch: „Lieber verstanden als vollständig. Ich kann immerhin die Neugier der Zuhörer wecken, damit sie nachher mehr wissen wollen … statt sie abzuhängen, weil sie irgendwann frustriert abschalten. Abstrakte Themen gibt es nicht, wenn man sie in die Sprache der Zuhörer übersetzt. Trockene Themen auch nicht, wenn man sie in das Leben der Zuhörer überträgt. Dass die Zuhörer verstehen, ist meine ureigenste Aufgabe als Vortragender.“

Wie tief darf man in die Details eintauchen?

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Sie können so tief in die Details eintauchen, wie Sie wollen. Sie müssen nur vorher das Publikum neugierig machen zu folgen.

Glauben Sie, dass die chemische Zusammensetzung der Metalllegierungen wichtig ist? Machen Sie mich neugierig darauf, damit ich es auch glaube. 300 Jahre zurück in der Geschichte der Philosophie? Spannen Sie den Bogen so, dass ich spüre, warum wir dorthin gehen. Die Komplexität von Sortieralgorithmen? Fasziniert mich nach Ihrem Vortrag vielleicht genau so wie Sie.

Niemand hat etwas dagegen, wenn er in Ihrem Vortrag etwas lernt, das er vorher nicht wusste. Ganz im Gegenteil. Aber er braucht das Gefühl, dass die Zeit, die er Ihnen schenkt, gut investiert ist, z.B. weil er etwas nützliches lernt.

Nur weil das Publikum manches in Ihrer Präsentation nicht erwartet hätte, heißt das nicht, dass es nicht hinein gehört.

Drei Dinge, die wir von Kindern lernen können

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Kinder brechen beim Spielen ganz selbstverständlich Regeln, die für Erwachsene nicht selten scheinbar in Stein gemeißelt sind.

1. Das war so nicht gedacht

Meinen Kindern ist es z.B. völlig egal, wozu etwas eigentlich gedacht war. Wenn sie beim Spielen mit Lego einen Löwen brauchen, den sie aber nur von Playmobil haben, nehmen sie eben den. Wenn Sie einen Mantel brauchen, um St. Martin zu spielen, nehmen sie eine Decke und als Pferd den Besenstiel. Die Liste könnte ich endlos fortsetzen.

Nur weil etwas für einen bestimmten Zweck ursprünglich mal gedacht war, heißt das nicht, dass man es nicht auch völlig anders verwenden kann.

2. Gefällt mir nicht

Meinen Kindern ist es auch völlig egal, wie lange sie an etwas gebaut, gemalt oder getüftelt haben. Wenn es ihnen nicht gefällt, dann gefällt es ihnen nicht. Und was ihren Ansprüchen nicht gerecht wird, das wird eben auf Seite gelegt, zerlegt, neu zusammengesetzt, anderweitig verwendet, kurz: einem sinnvolleren Anwendungszweck zugeführt.

Nur weil etwas lange gedauert hat, muss man es nicht behalten. Wenn Sie lange an einer Folie gebastelt haben, das Ergebnis aber nicht überzeugt, dann löschen Sie sie.

3. Dann mach ich’s eben neu

Wenn mal etwas kaputt geht, ärgern sich meine Kinder (wenn überhaupt) kurz und machen sich dann daran, es wieder aufzubauen. Für sie ist der Weg das Ziel. Und jedes Mal lernen sie dabei, verändern ein paar Kleinigkeiten oder bauen gar etwas ganz anderes. Alles hat für sie seine Zeit. Und wenn sie Teile des letzten Projekts für ihr neues Projekt brauchen, dann muss das alte eben dran glauben.

Ob das neue besser wird, wissen sie nicht, aber einen Versuch ist es jedes Mal wert. Stillstand existiert für sie nicht.

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J. J. Abrams präsentiert bei TED

J. J. Abrams ist Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Komponist, Visual-Effects-Designer und einiges mehr. Er ist u.a. der Schöpfer der TV-Serien Lost und Alias, hat bei Mission Impossible 3 Regie geführt, und produziert den neuen Star-Trek-Film. Er gewann für seine TV-Projekte mehrere Emmies (die Oscars fürs Fernsehen) und viele weitere Preise. Und er hat vor etwa 30 Jahren eine Box gekauft, die sein Leben prägte, Tannen’s Magic Mystery Box. Dabei hat er sie bis heute nicht geöffnet.

Wenn Sie sich nun fragen, was das mit Präsentieren zu tun hat, dann sollten Sie sich vor allem erst einmal die Zeit nehmen, J. J. Abrams’ Vortrag auf der letztjährigen TED-Konferenz anzusehen (s.u.). Dort erzählt er nicht nur die Geschichte dieser 15$-Mystery-Box, sondern er erklärt uns auch, warum sein ganzes Leben aus Mystery-Boxen besteht und wie ihm das hilft, ein besserer Filmemacher zu sein.

Abrams-Zitat:

Rätsel und Geheimnisse sorgen dafür, dass wir in der Wissenschaft nach Antworten streben, sie lassen uns bei Quizsendungen mitfiebern und wir gehen voller Spannung in die Mystery-Box „Kino“, um von der ersten Sekunde an gespannt einen Film zu sehen (Abrams: „The moment the lights go down is often the best part“): Wer ist der Täter? Können die Geiseln fliehen? Was passiert als nächstes? Warum hat er das getan? usw.

Ja, und weiter? Eine Geschäftspräsentation oder die Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse sind ja schließlich kein Actionfilm. Das nicht, aber die Verbindung liefert uns das exzellente Buch Made To Stick der Brüder Chip und Dan Heath. Im Kapitel „Unexpected“ erzählen sie die Geschichte von Professor Robert Cialdini, der auf der Suche nach einer besseren Methode, seine Forschungsergebnisse zu präsentieren, Hunderte von wissenschaftlichen Artikeln untersucht hat. Seine Entdeckung war, dass sämtliche guten Artikel mit einem Rätsel begannen. Er schloss daraus:

„Mysteries are powerful… The Aha! experience is much more satisfying when it is preceded by the Huh? experience“

Genau das ist es, was J. J. Abrams uns sagen will. Helfen Sie Ihrem Publikum, Spaß an Ihrem Produkt zu haben, sei es nun ein Film oder ein Vortrag. Helfen Sie sich selbst, kreativ zu werden, indem Sie die Mystery-Boxen in der Welt sehen. Und zögern Sie nicht, diese Kreativität in eine Mystery-Box für andere umzusetzen, dazu Abrams: „You don’t need the greatest technology to do things that can work in a movie“… oder einer Präsentation, oder einem wissenschaftlichen Artikel… Sie müssen kein weltberühmter Regisseur sein, um eine Mystery-Box zu bauen. Sie haben alles, was Sie benötigen: Ihre Neugier und Ihre Kreativität.

Ach ja, was der Inhalt von Tannen’s Magic Mystery Box ist? Sehen Sie selbst: