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Animation Archive - Dr. Gerharz - Überzeugend Präsentieren

Let’s Talk: Die YouTubisierung der Präsentation

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Heute zu Gast bei Let’s Talk: Peter Claus Lamprecht, Präsentationsberater und Autor des Buches „PowerPoint und Prezi: Sehr gut präsentieren“.

Wir haben uns darüber unterhalten, wie Facebook, Instagram und YouTube die Präsentationswelt beeinflussen, warum die Zuhörer heute vorformulierte Entscheidungen erwarten und weder Geduld noch Zeit zum Selberdenken und Selber-in-ein-Thema-vertiefen haben, warum deshalb Vertrauen in den Redner immer wichtiger wird, warum Prezi fernsehmäßiger als PowerPoint wirkt, ob PowerPoint oder Prezi überzeugender sind und … ach, am besten hören Sie selbst rein …

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PowerPoint Morph

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Das war lange überfällig. Microsoft liefert in den nächsten Wochen mit Morph seine Version von Keynotes Magic Move-Folienübergang. Um Veränderungen zwischen zwei Folien zu animieren, berechnet PowerPoint dann selbst, wie sich die Objekte von der ersten Folie zu ihrem neuen Ort auf der zweiten Folie bewegen und/oder verändern müssen. Das spart viel Arbeit genau in den Situationen, in denen Animationen am nützlichsten sind. Microsoft selbst hat in diesem Video zwei gute Beispiele gezeigt.

Morph ist zunächst nur für Office Insider auf Windows-Systemen verfügbar, wird dann aber schrittweise auf alle Plattformen, auf denen PowerPoint verfügbar ist, erweitert, allerdings nur für Abonnenten von Office365.

Braucht man überhaupt Morph-Animationen?

Animationen sind selten notwendig – wie ja auch PowerPoint selbst selten notwendig ist. Wenn der rote Faden nicht stimmt, rettet ihn Technik nicht, erst recht nicht Animationen. Oft sind Animationen bloß Deko, die für Abwechslung sorgen sollen, die jedoch in Wahrheit das Publikum nur unnötig ablenken. Wenn ein roter Faden nicht ohne Animationen funktioniert, wird er durch Animationen normalerweise nicht gerettet. Aber wenn der rote Faden stimmt, dann können Animationen an den richtigen Stellen das Verständnis des Publikums erleichtern.

Welche Animationen aber sind nützlich? Die, mit denen ich gezielt Blicke lenken kann und die, mit denen ich Zusammenhänge klarer zeigen kann, als ich sie mit Worten beschreiben könnte, z.B. die Zerlegung eines Ganzen in seine Bestandteile, oder wie ein Detail im Kontext des großen Ganzen einzuordnen ist oder ein Detail, in das ich hineinzoome, um es analysieren zu können.

Bislang war es oft recht aufwändig, solche Animationen in PowerPoint zu gestalten. Mit Pfadanimationen, Skalierung o.ä. kann man so etwas manuell zusammenschustern, braucht dafür aber bisweilen Dutzende ineinandergreifende Einzelanimationen und entsprechend viele Klicks. Mit Morph geht es auf einen Klick, wenn man Anfangs- und Endzustand der Animation gestaltet. Das spart Zeit. Und genau das ist der Sinn von guten Werkzeugen. Unkreative Arbeiten so einfach wie möglich zu machen.

Ist PowerPoint jetzt das neue Prezi?

Ist aber diese Art von Animationen, bei denen ich in ein Detail hineinzoome nicht die Domäne von Prezi? Kann ich dann nicht gleich auf Prezi umsteigen?

Nein, denn Morph ist viel flexibler als Prezi. Prezi zwingt mich dazu, alle Inhalte auf einer großen Fläche anzuordnen. Das kann dann sinnvoll sein, wenn die räumliche Anordnung dieser Inhalte einen inhaltlichen Sinn ergibt, z.B. weil die Inhalte tatsächlich eine topographische Bedeutung haben wie etwa bei einem Maschinenbauplan, oder weil die topographische Anordnung etwas über die Beziehung der Inhalte untereinander verrät, etwa wenn man über „benachbarte“ Konzepte einer wissenschaftlichen Theorie spricht.

Oft jedoch gilt das gerade nicht. Dann ist gerade die Anordnung auf einer Fläche das, was die Präsentation unruhig macht, weil der Übergang in Prezi immer animiert werden muss, oder – schlimmer noch – er verwirrt sogar, weil die Anordnung keine inhaltliche Bedeutung hat. Das macht es gerade so schwer, Prezis konzeptionell sauber und inhaltlich angemessen zu gestalten.

Ein didaktisch nachvollziehbarer roter Faden darf auch mal springen, z.B. weil ich in der Zeit zurückspule oder nach vorne springe oder weil ich eine alternative Sichtweise erläutern möchte. Dafür ist es nicht notwendig, manchmal sogar „schädlich“, über eine Fläche zu zoomen. Ein einfacher Szenenwechsel ohne jede Animation wäre angemessen – so wie es im Fernsehen bei der überwältigenden Zahl der Filmschnitte gemacht wird. In Prezi ist das nur rudimentär vorgesehen und daher schwer bis unmöglich umzusetzen. In PowerPoint ist ein harter Schnitt leicht, weil es gerade dem Folienparadigma von PowerPoint entspricht.

Umgekehrt ist es mit Morph möglich, die Illusion einer großen Fläche wie bei Prezi zu erzeugen, ohne dass sie tatsächlich vorhanden wäre. Diese Illusion jedoch reicht. Es ist gar nicht notwendig, dass die Inhalte in meinem Werkzeug tatsächlich räumlich angeordnet sind. Der Betrachter muss, wenn es denn dem Verständnis dienlich ist, lediglich den Eindruck gewinnen, dass sie es sind – genau wie in einem guten Film die Schauspieler nicht im realen Leben verliebt sein müssen, um dem Publikum die Illusion eines verliebten Paares zu vermitteln.

Gleichzeitig liefert die Morph-Animation aber auch die Möglichkeit, beim Szenenwechsel die Szene zu verändern, so wie bei dem Planetenbeispiel in Microsofts Video. Ich muss auch nicht alles final nebeneinander anordnen, sondern kann etwas sich schrittweise entwickeln lassen, indem ich teilweise herauszoome, dabei neue Gegenstände ins Bild hole, andere verändere usw.

Insofern ist Morph in vielen Fällen sowohl das mächtigere als auch für Benutzer das konzeptionell einfachere Werkzeug.

Natürlich gilt, was für alles gilt, was auf der Leinwand passiert: Es sollte nicht vom Sprecher ablenken, wenn das nicht gezielt gewollt und didaktisch sinnvoll ist.

Die Struktur des Universums

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Faszinierender Blick auf die Struktur des Universums. Für Laien nicht immer ganz leicht zu folgen, vielleicht könnte es auch ein bisschen spannender erzählt werden.

Aber: ein schönes Beispiel dafür, wie sinnvolle Animationen helfen, den Kontext für Informationen herzustellen. Hätten die Autoren einfach zwischen den etlichen Standbildern gewechselt, wäre es für Nicht-Experten praktisch unmöglich, den Erklärungen zu folgen, weil man ständig den Kontext neu suchen müsste. In welchem Ausschnitt des Universums befinden wir uns gerade?

Indem die Wissenschaftler jedoch die Übergänge zwischen den Topologie-Ausschnitten animieren, bleibt jederzeit der Kontext erhalten. Man weiß stets, in welcher Beziehung der aktuelle Ausschnitt zum vorherigen Ausschnitt steht.

Gerade wer daran denkt, Prezi für seine nächste Präsentation zu verwenden, sollte hier genauer hinsehen.

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Glückliche Kühlschränke

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Anleitung für glückliche Kühlschränke

Seit letztem Dienstag haben wir ein neues Familienmitglied. Wir haben uns sehr auf ihn gefreut und sind überglücklich, dass er endlich da ist. Bisher verstehen wir uns sehr gut. Er hält unsere Lebensmittel kühl und frisch, summt manchmal glücklich vor sich hin und ist ansonsten ganz zufrieden bei uns.

Woher wir das wissen? Weil unser neuer Mitbewohner mitsamt bebilderter Anleitung bei uns abgeliefert wurde. So wissen wir, was zu tun ist, wenn er seltsame Rasselgeräusche macht und was nicht stimmt, wenn er brummt wie ein Bär. Ob wir uns das alles mit einer 15-Seiten-Anleitung genauso gut gemerkt hätte? Fraglich, denn sie wäre wohl ungelesen in dem verstaubten Kasten bei all den anderen Bedienungsanleitungen gelandet.

Jetzt werd’ aber nicht albern…

Eine Botschaft in gut gemachten Comicbildern ist eindeutig – sie ist klar, einfach und verständlich, egal in welcher Sprache. Ja sicher, sagen Sie jetzt bestimmt, das funktioniert bei Kühlschränken oder Ikea-Möbelanleitungen. Aber meine Botschaft ist sehr ernsthaft und seriös, die kann ich nicht in einen Comic oder eine Animation packen.

Wirklich nicht? Der Bestseller-Autor Daniel H. Pink zeigt, dass das eben doch geht. Sein großartiger Karriereratgeber „Die Abenteuer von Johnny Bunko“ ist ein 160-Seiten Comic. Die durchaus ernsthafte und seriöse Botschaft: „Tu das, was dich bewegt. Darin wirst du großartig sein.“ Es ist über ein Jahr her, dass ich das Buch gelesen habe. Die Botschaft ist mir so präsent, als hätte ich das Buch gerade erst aus der Hand gelegt. Ob das in reiner Prosa ebenso gelungen wäre?

Comics müssen eben nicht immer nur spaßig oder albern sein. Ganz im Gegenteil, sie können auch sehr ernste Themen wirksam vermitteln. Die Entwicklungsinitiative Economics of Land Degradation beispielsweise hat den animierten Clip „The Value of Soil“ zum Thema Landverödung veröffentlicht – eines der größten Probleme für Ernährungssicherung in Entwicklungsländern. Würde ein seitenlanger Bericht die Inhalte genauso eingängig und anschaulich vermitteln wie dieser Film?

Die Botschaft ist wichtiger als das Medium

Über das richtige Medium für eine Botschaft oder eine Zielgruppe lässt sich sicher diskutieren. Fest steht aber: Die Botschaft ist wichtiger als das Medium. Denn Sie wollen erreichen, dass Ihr Publikum sich Ihre Botschaft nach Ihrem Vortrag nicht nur merkt, sondern sie auch noch nach einigen Tage, Wochen oder Monaten präsent hat – egal mit welchem Medium. Wenn Sie Ihre Idee am allerbesten in einer Animation oder einem Comic erklären können, warum sollten Sie sich mit dem zweitbesten Medium zufrieden geben?

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Die einfache Welt des Terry Gilliam

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For all you lousy people out there who want to make maximum impact from minimum work.

Vergangene Woche habe ich dieses alte Video von Terry Gilliam gefunden, der die verrückten Animationen in Monty Python’s Flying Circus gestaltete. Hier gibt er in 15 min einen kleinen Einblick in seine Kunst der Cutout-Animationen, von der man auch heute, in Zeiten aufwändiger 3D-Animationen, noch einiges lernen kann.

Gilliams oberstes Prinzip ist es, mit möglichst einfachen Mitteln möglichst große Wirkung zu erzielen. Ein paar Lektionen möchte ich herausgreifen:

The whole point of animation to me is to tell a story, make a joke, express an idea. The technique itself doesn’t really matter. Whatever works is the thing to use.

Ersetzen Sie „Animation“ durch „Präsentation“ und der Satz wäre ebenso richtig. Für Terry Gilliam funktionieren Cutout-Animationen am besten. Für Sie vielleicht PowerPoint, FlipChart, Lego oder freie Rede.

The problem when you’re doing cutout is being totally aware of the limitations of cutouts. There are definite limitations. But you can use that to your advantage. You do simple story lines.

In Präsentationen haben Sie auch viele Beschränkungen. Sie sind kein Bildbearbeitungsprofi, kein Künstler am FlipChart und kein Hemingway. Nutzen Sie das zu Ihrem Vorteil. Erklären Sie Ihre Ideen so einfach wie möglich.

The thing is once you’re under the camera you can play around a lot more until you find things take on special shapes under the camera. Use them. Have fun. That’s what cutouts are about. Enjoy the fun of playing under the camera.

Haben Sie Freude, über Ihre Leidenschaft zu reden. Probieren Sie aus, was funktioniert und was nicht. Haben Sie Spaß.

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3 PowerPoint-Weisheiten

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Drei vermeintliche PowerPoint-Weisheiten – und was sie wirklich bedeuten:

Jede Folie braucht einen Titel Weil Sie Ihre Gedanken nicht klar genug auf den Punkt bringen, müssen Sie dem Publikum noch einmal eine Zusammenfassung liefern.

Texte sollten schrittweise eingeblendet werden Weil Sie keine Zeit für nützliche Visualisierungen hatten, schreiben Sie einfach all Ihre Gedanken auf die Folie; damit das Publikum davon nicht erschlagen ist, blenden Sie den Text schrittweise ein.

Jede Präsentation braucht eine Agenda Weil Sie keine Kernbotschaft haben, auf die Sie mit einer nachvollziehbaren (und spannenden) Struktur zusteuern können, müssen Sie für das Publikum Wegweiser in Form einer Agenda aufstellen, selbst wenn der Vortrag nur 15 Minuten dauert.

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Das Für und Wider von Prezi

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Prezi-LogoPrezi ist ein Präsentationsprogramm, das zur Visualisierung einen grundlegend anderen Ansatz als PowerPoint verfolgt. Anstatt eine Reihe von Folien zu erstellen, die sequentiell, also Folie für Folie, abgespielt werden, werden bei Prezi sämtiche Inhalte auf einer prinzipiell unbegrenzten Fläche angeordnet. Wie mit einer Kamera kann man dann die Inhalte „abfahren“ sowie herein- und herauszoomen.

Das Programm genießt einen ziemlichen Hype und daher verwundert es nicht, dass immer mehr Prezi-Präsentationen aus dem Boden sprießen. Leider warte ich bis heute auf ein wirklich überzeugendes Beispiel. In vielen Fällen leiden die Präsentationen gar unter dem ständigen hin- und hergezoome.

Warum man mit Prezi nicht besser präsentiert

Das wichtigste vorweg: Prezi ist ein Werkzeug wie auch PowerPoint, und zwar mit dem Zweck, Ihre Präsentationen visuell zu unterstützen. Keines der beiden Programme zeigt Ihnen, wie Sie eine spannende Präsentation erstellen, die auf den Punkt kommt, Inhalte verständlich erklärt und einen sinnvollen roten Faden hat. Sie sind wie die Sägen für den Schreiner, das eine die Stichsäge, das andere die Kreissäge – beide wichtig, aber keine baut einen Schrank.

Wer also glaubt, er baue eine überzeugende Präsentation, indem er einfach ein anderes Tool verwendet, das zufällig ein paar schicke Zoom-Effekte an Bord hat, der ist auf dem Irrweg. Und genau das ist das Problem bei all den Prezi-Präsentationen, die mir so über den Weg laufen.

Die allermeisten davon haben sich vom „Zoom-Effekt“ locken lassen, sind aber letztlich doch nichts anderes als Sequenzen von Bildern und Fakten. Zwar sind sie nicht mit PowerPoint in eine Folge von Folien gebracht, sondern auf einer Fläche mehr oder weniger sinnvoll verteilt worden. Allerdings wird dann doch sequentiell Bild für Bild und Fakt für Fakt herumgezoomt. Wenn die Story bei PowerPoint nicht stimmte, stimmt sie dann bei Prezi aber immer noch nicht. Um im Bild zu bleiben: wenn die Maße nicht stimmen, wird der Schrank nicht dadurch gerade, dass Sie die Säge wechseln.

Warum man mit Prezi schlechter präsentiert

Das führt dazu, dass ich mir in Prezi-Präsentation oft vorkomme wie in einer übermäßig animierten PowerPoint-Präsentation, auch nicht besser als drehende, zappelnde und zischende Überblendeffekte, die wir bei PowerPoint eigentlich schon weitgehend hinter uns gelassen haben.

Dabei ist sich die Wissenschaft hier schon lange einig. Alles, was reine Dekoration ist und nichts zum Verständnis beiträgt, ist im Zweifel eher schädlich für das Verständnis der Zuhörer; Ausnahme: die Animation trägt zum Verständnis bei und ist gerade nicht bloße Dekoration.1 Daraus folgt: wer Prezi nur deswegen benutzt, weil er es „irgendwie schicker“ findet als PowerPoint, der schadet seiner Präsentation möglicherweise mehr als er ihr nutzt.

Wann man mit Prezi besser präsentiert

Wer allerdings genau gelesen hat, der weiß jetzt auch, wann Prezi nicht nur eine Alternative, sonder wohl sogar die bessere Wahl ist; dann nämlich, wenn die Zoom-Animationen einen inhärenten Bezug zum präsentierten Inhalt haben, z.B.

  • bei einer Maschine, bei der die Zuhörer zunächst das grobe Funktionsprinzip verstehen sollten, bevor man detailliert die einzelnen Baugruppen analysiert.
  • bei einem Zeitstrahl, entlang dessen man wichtige Ereignisse bespricht.
  • in einem Beziehungsgeflecht, das man zunächst als Ganzes beschreibt, bevor man in die einzelnen Elemente eintaucht.
  • ganz allgemein da, wo es ein zusammenhängendes Big Picture gibt, in das man hineintauchen kann, um Details zu erforschen.

Umgekehrt sollten Sie sich aber auch nichts vormachen: das meiste davon bekommen Sie genau so gut in PowerPoint hin, solange eben die Story stimmt.

Möglicherweise gibt es noch einen weiteren Nutzen für Prezi. Es zwingt Sie nämlich dazu, Ihre Gedanken anders zu sortieren als PowerPoint. Sie können erst einmal alle Ihre Gedanken und Inhalte auf die Fläche schreiben und anschließend sortieren und sinnvoll strukturieren. Das ist sicher um einiges flexibler als die Folienstruktur von PowerPoint. Ob das allerdings einer analogen Vorbereitung überlegen ist, wage ich gleich mal zu bezweifeln.

Falls Sie Beispiele für überzeugende Prezi-Präsentationen kennen, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

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1Nachzulesen u.a. in Andrew Abelas empfehlenswerten Buch Advanced Presentations by Design

 

Die Endlosfolie

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Manche Informationen verlangen nach Kontext. Sie möchten nicht eingesperrt sein in eine Folie, isoliert von den übrigen Informationen auf den anderen Folien.

Die Gemälde Van Goghs könnten in diese Kategorie fallen. In einer Zeitreihe angeordnet erkennt man Zusammenhänge, die fehlen, wenn Bilder nur einzeln zu sehen sind. Da der Platz auf einer Folie beschränkt ist, verteilen Sie die Zeitleiste einfach auf mehrere Folien und fahren während der Präsentation durch diese Zeitleiste, indem Sie die Folien jeweils durch Folienübergänge nach links „verschieben“, etwa so (Klick für YouTube-Video):

Drei

Diese Methode bettet einzelne Informationen (hier die Gemälde) in einen größeren Kontext (hier den Zeitstrahl) ein. So bleibt das Ganze auch dann im Blick, wenn über Details gesprochen wird (z.B. durch Hineinzoomen in ein Bild). Es wirkt, als blicke man auf einen kleinen Ausschnitt einer viel größeren Szene.

Das funktioniert auch dann sehr gut, wenn die Informationen nicht zeitlich, sondern räumlich in Beziehung stehen, z.B. die Muskelpartien des menschlichen Körpers:

Fünf

Neben den rein inhaltlichen Aspekten wie dem verbesserten Überblick bietet diese Art der „endlosen“ Folien auch Vorteile für einen spannenderen Vortragsaufbau. Anstatt einzelne Folien aneinanderzureihen („Auf dieser Folie sehen sie“), ergibt sich automatisch ein roter Faden, ein Erzählstrang, der Ihren Vortrag besser zusammenhält.

Und so ist diese Technik auch durchaus nicht beschränkt auf Informationen, die einen zeitlichen oder räumlichen Bezug haben. Sie lässt sich grundsätzlich anwenden, um den Elementen Ihrer Präsenation einen dramaturgischen Zusammenhalt zu geben, z.B. in diesen Folien über Albert Einstein.

Vier

Prezi-Logo

Wer das lieber nicht von Hand macht, für den gibt es seit einiger Zeit den Internetdienst Prezi. Dort können Sie Präsentationen erstellen, die ganz ohne „klassische“ Folien auskommen. Informationen ordnen Sie bei Prezi auf einer Präsenationsfläche an, die prinzipiell in alle Richtungen unbegrenzt ist. Durch Hochladen von Bildern, Anordnen auf der Fläche und Definieren der Bewegung über die Fläche, können Sie entlang Ihrer Präsentation manövrieren und dabei herein- und herauszoomen.

Was die grafischen Fähigkeiten angeht, ist Prezi sicher noch nicht ganz so weit wie die etablierten Programme PowerPoint und Keynote. Und selbstverständlich eignet sich nicht jeder Vortrag für diese Art der Darstellung, aber eine interessante Herangehensweise ist das allemal (doch Vorsicht: zu viel zoomen kann nerven, Animationen sind dann sinnvoll, wenn Sie einen Mehrwert liefern, wie in den Beispielen oben).

Eine Anregung, was mit Präsentationen machbar ist, die sich in Prezi-Art von Folien lösen, zeigt dieses Video über Google (wenngleich das weder mit Prezi, noch mit PowerPoint oder Keynote heute schon so möglich ist):

Links zu dem Thema
Nancy Duarte beschreibt die Technik in Ihrem Buch slide:ology, Beispiele aus dem Buch finden sich online hier und hier.
Wie groß ist ein Grippevirus?
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Wie groß ist ein Grippevirus?

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Schneidermaßband

Wir können uns sehr gut vorstellen, wie groß 10cm sind. Auch 1m oder gar 5m sind für uns leicht fassbar, denn es sind Größen aus unsere unmittelbaren Erfahrungswelt. Für alle diese Größenordnungen fallen uns Gegenstände ein, von denen wir wissen, dass sie ungefähr diese Längen haben.

Geöffnete Schieblehre

Was aber, wenn die gesuchte Größe tausend mal kleiner ist, als alles, was wir noch gerade so erkennen können? Das gesunde menschliche Auge kann ohne technische Hilfsmittel unter optimalen Bedingungen Dinge bis zu einer Größe von etwa 0,1mm erkennen. Ein Salzkorn ist etwa 0,5mm groß, etwa fünfmal kleiner und damit zumindest prinzipiell gerade noch erkennbar ist die menschliche Eizelle.

Kind schaut in ein Mikroskop

Alles, was noch kleiner ist, können wir nicht einmal mehr erkennen, geschweige denn Aussagen über Form und Gestalt treffen. Ein rotes Blutkörperchen ist z.B. knapp hundertmal kleiner als ein Salzkorn, ein Grippevirus etwa tausendmal kleiner als eine menschliche Eizelle.

Um solch kleine Strukturen sichtbar zu machen, helfen Mikroskope. Durch die immer weitere Perfektionierung dieser Technik ist uns heutzutage die Gestalt vieler mikroskopisch kleiner Strukturen vertraut. Die meisten von uns haben selbst einmal im Biologieunterricht Pantoffeltierchen und andere Einzeller untersucht. Aus den Medien sind uns Strukturen bis hin zu Atomgröße vertraut. Wie klein aber sind solche kleine Sturkturen?

H1N1-Influenzavirus

Es ist eine Sache, die Struktur mikroskopisch kleiner Welten wie z.B. des hier abgebildeten H1N1-Virus sichtbar zu machen. Wenn es aber darum geht, ein Gefühl dafür zu geben, wie klein klein eigentlich ist, helfen solche Darstellungen nicht weiter.

Eine sehr schöne Antwort auf diese Frage hat das Genetic Science Learning Center der Universität von Utah gefunden. Mit dieser interaktiven Animation kann man sich in die Welt der Mikroorganismen hineinzoomen. Beginnend bei einer Kaffeebohne taucht man durch einfaches Bewegen eines Schieberegler immer tiefer ein in die Welt der Mikroorganismen, über eine Salzkorn, Amöben, Hautzellen, Viren bis hin zu einzelnen DNA-Bestandteilen.

Die Animation ist nicht nur anschaulich, sie macht auch Spaß. Klicken Sie sich unbedingt selber durch. Und warum funktioniert das so gut? Warum sind wir fasziniert von Darstellungen wie diesen? Weil es eben keine dröge Aufzählung von Fakten ist, sondern eine kleine Abenteuerreise. Jeder, der den Schieberegler bedient, taucht auf seine eigene Weise in die Welt der Mikroorganismen ein, erkennt Dinge wieder, vergleicht, schiebt vor und zurück, wundert sich und findet Erklärungen. So stecken in dieser Animationen viele kleine Geschichten. Und genau darum ist eine Visualisierung besonders gut gelungen: wenn sie nicht nur die Fakten präsentiert, sondern wenn sie die Fakten zu einer spannenden Geschichte verknüpft, an die man sich auch erinnert.

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Ein Tag im Leben von…

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Noch ein sehr sehenswertes Animationsvideo: Die norwegische Gruppe Röyksopp hat (bereits 2002) für ihre Single Remind Me das fanzösische Design-Studio H5 angeheuert, die dafür einen Tag im Leben einer Londoner Angestellten vollständig mit Informations-Diagrammen visualisiert haben. Das fängt an bei der Statik ihres Wohnhauses, geht über die Physiologie des Gehörganges, den städtischen Wasserkreislauf, das Londonder Transportsystem, die Nahrungskette und vieles, vieles mehr. Auch nach merhmaligem Anschauen hat man noch lange nicht alles entdeckt.

Lernen kann man hier nicht nur, wie man Kreisläufe visualisiert und Statistiken anschaulich animiert; interessant ist auch der Gebrauch der isometrischen Darstellung, die eine sehr einfache Arbeit mit 3D-Diagrammelementen ermöglicht, weil die Elemente beliebig angeordnet werden können und dabei immer die richtige Perspektive behalten, solange sie nicht gedreht werden. Bei perspektivischen Projektionen, die eher unserem natürlichen Sehen entsprechen, ist das so nicht möglich.

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