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So einfach wie möglich

By 26. Juli 2015Allgemein

Unterstellen wir, dass Sie mit Ihrer Präsentation etwas erreichen möchten. Vielleicht soll Ihr Publikum nach Ihrer Präsentation etwas verstanden haben, was es vorher nicht verstanden hatte oder einen bekannten Sachverhalt aus einer völlig neuen Perspektive betrachten, sein Verhalten ändern oder etwas kaufen …

Daraus folgt, dass das meiste, das Sie in Ihrer Präsentation sagen, für Ihr Publikum in gewisser Weise neu ist. Mindestens die Art, wie Sie es sagen. Sie fordern Ihr Publikum auf, seinen Horizont zu erweitern oder seinen bisherigen Standpunkt zu hinterfragen. Wenn das nicht bloß Belangloses ist, stellen Sie Ihr Publikum damit vor (eine ganze Reihe von) Herausforderungen. Sie sollten dafür sorgen, dass Verständlichkeit nicht dazu gehört.

Für Sie ist ja inhaltlich alles ganz einfach, weil Sie gedanklich schon einen (oder mehrere) Schritt(e) weiter sind als Ihr Publikum. Deshalb bedroht Sie der Fluch des Wissens. So nennt man das Phänomen, dass Sie sich nicht vorstellen können, wie jemand denkt, der nicht all das weiß, was Sie wissen. Wer dem Fluch des Wissens zum Opfer fällt, spricht unnötig kompliziert, zu abstrakt oder packt zu viele Informationen in zu kurze Zeit. Wenn Sie gegen den Fluch des Wissens nicht ankämpfen, dann ist es für Ihr Publikum unnötig schwer, zu verstehen, was Sie meinen.

Wer aber andere davon überzeugen möchte, seinen Standpunkt oder sein Verhalten zu ändern, der sollte es demjenigen, den er überzeugen möchte, so einfach wie möglich machen, zu verstehen wie und warum. Der Rest ist dann immer noch schwer genug.