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Sind wir nicht alle ein bisschen Charlie Brown?

By 13. Januar 2014Allgemein

Jeder weiß, dass es Bullshit ist, und doch scheint es zu funktionieren: Könnte doch sein, dass diesmal wirklich ein Schnäppchen dabei ist, oder nicht?

Jedes Mal lässt Charlie Brown sich wieder rumkriegen. Er weiß es eigentlich besser. Aber er hofft dennoch, dass Lucy diesmal den Football liegen lässt. Und wir schauen jedes Mal zu. Denn jedes Mal ist auch bei uns dieser Funke Hoffnung. Könnte doch sein, dass diesmal, nur dieses eine Mal, die Geschichte anders ausgeht, oder nicht?

Und tut sie es? Natürlich nicht. Jedes Mal läuft Charlie Brown an, zielt auf den Ball, will schießen. Jedes Mal zieht Lucy den Ball im allerletzten Augenblick weg. Und Sie? Denken sich: Wusste ich doch!

Wussten Sie ja auch. Aber warum schauen Sie es dann an?

Weil Sie mit Charlie Brown fühlen. Er tut Ihnen leid. Und deswegen haben Sie Hoffnung! Jedes Mal ein wenig. Die Hoffnung, dass vielleicht diesmal … könnte doch sein … oder etwa nicht?

Hoffnung ist ein starkes Gefühl

Hoffnung ist ein starkes Gefühl. Wir hoffen auf einen guten Ausgang, auf ein schönes Geschenk, auf ein Lob, die Lösung für ein Problem, die Linderung von Schmerzen, die Erfüllung eines Wunsches, einen Antrag, eine gute Note, einen spannenden Film, einen guten Vortrag. Wir hoffen für uns und für andere.

Und weil wir oft hoffen, sind wir dort leicht zu packen. Wir hoffen selbst dann, wenn wir wissen, dass wir enttäuscht werden. Charlie Brown verliert jedes Mal. In Omas Geschenk sind jedes Jahr doch wieder Socken. Die Vorabendserie enttäuscht jedes Mal, der Vortrag langweilt. Und trotzdem … Was, wenn es diesmal anders ist … Könnte doch sein … Ein Funke Hoffnung bleibt.

Hoffnung ermöglicht Bullshit

Also hoffen wir weiter, wie Charlie Brown. Und weil das so ist, gibt es so viel Bullshit da draußen. Casting-Shows, die die Spannung nur dadurch aufrecht erhalten, dass sie Informationen möglichst lange vorenthalten. Präsentationen, die mit Special-Effects den Anschein von Substanz erwecken wollen. Unternehmen, die Promis bezahlen, damit sie etwas nettes über ein Produkt sagen.

Und jedes Mal ist die Show lahm, die Präsentation langweilig, das Produkt ein Reinfall.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Aber dann kommt er doch, ganz unverhofft. Der Tag, an dem sich der Spieß umdreht. Der Tag, an dem wir zusehen dürfen, wie Lucy sich selbst veräppelt, noch bevor sie den Ball wegziehen kann.

Letzte Woche hieß Lucy Samsung. Sie hatten den Regisseur Michael Bay (Transformers) dafür bezahlt, auf der Bühne irgendeinen PR-Bullshit über Samsungs neue Fernseher zu erzählen. Das ist so gründlich in die Hose gegangen, dass Bay einem fast leid tun konnte.

Passieren konnte das nur, weil Bay vorgekauten PR-Bullshit, an den er selbst nicht glaubte, erzählen (= ablesen) sollte.

Tun Sie das nicht! Werben Sie für ihr Produkt mit einer Story, an die Sie glauben und holen Sie sich Unterstützung von Menschen, die das ebenfalls tun.

Denn Sie wissen jetzt: Die Hoffnung stirbt zuletzt – und am Ende siegt immer das Gute.

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