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Die schlechten Manieren im Verkehr visualisiert

By 13. Juni 2011Allgemein

In New York kommen täglich bei Verkehrsunfällen vier Menschen ums Leben oder werden schwer verletzt, 3/4 davon an Kreuzungen. Der Designstudent Ron Gabriel hat sich in seiner Masterarbeit gefragt, ob er aus der Vogelperspektive Ursachen dafür erkennen kann.

An einer Kreuzung hat er eine Kamera in einigen Metern Höhe platziert und sich das Verkehrsgeschehen an mehreren Tagen aus der Vogelperspektive angesehen. Anschließend hat er das Verhalten der Teilnehmer in diesem kurzen Film unter die Lupe genommen:

Man erkennt gut, dass sowohl Autofahrer wie auch Radfahrer und Fußgänger bisweilen haarsträubende Manöver durchführen; fast wundert man sich, dass nicht noch mehr passiert.

Sichtbar wird das durch sparsame, aber konsistente Markierungen der Verkehrsteilnehmer. Das funktioniert aus zwei Gründen besonders gut. Erstens lenkt Gabriel die Aufmerksamkeit durch die roten „Zappelmarken“ genau auf diejenigen Situationen, in denen sich ein Verkehrsteilnehmer besonders „schlecht“ benimmt.

Zweitens werden nur diejenigen Verkehrsteilnehmer markiert, die auch anschließend in eine gefährliche Situation verwickelt sind. Die Markierungen wären völlig wertlos, wenn Gabriel sich dazu entschlossen hätte, alle Verkehrsteilnehmer als Auto, Fahrrad oder Fußgänger zu markieren – ein Fehler, den ich immer wieder in Präsentationen beobachte.

In solchen Fällen wird dann alles irgendwie gekennzeichnet. Weil dann das Wesentliche aber eben auch nicht mehr erkennbar ist (wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig), verwenden die Autoren noch mehr Markierungen, z.B. Pfeile oder weitere Farben – was es aber noch unübersichtlicher macht.

Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig.

Was man aus Ron Gabriels Verhaltensanalyse der Verkehrsteilnehmer lernen kann ist nicht nur, dass es zu viele Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, die sich im Verkehr schlecht benehmen. Man sieht auch, wie hilfreich es bisweilen ist, die Vogelperspektive einzunehmen und die Blicke der Betrachter gezielt auf das Wesentliche zu lenken.

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