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PresentationLoad

By 13. Februar 2012Allgemein

Alexander Christmann, Head of Production von PresentationLoad, war nicht amüsiert über meinen Artikel Schlechte PowerPoint-Vorlagen. In der vergangenen Woche kommentierte er:

[…] Spaß beiseite. Sicherlich gibt es Präsentationen, die schöner, eleganter, einfacher, reduzierter, aussagekräftiger, fokussierter und stylischer sind, als dieses von Ihnen beliebig gewählte Beispiel von www.presentationload.de

Yep. (Übrigens unterscheidet sich dieses von mir beliebig gewählte Beispiel praktisch nur in den Fotos und der Farbpalette von den anderen Vorlagen.)

Wer jedoch diese Vorlagen stellvertretend für alle anderen Vorlagen bei www.presentationload.de per se als schlecht aburteilt, der hat schlichtweg den Sinn von PowerPoint Vorlagen nicht verstanden.

Ich dachte, der Sinn von PowerPoint-Vorlagen sei es, dass der Vortragende möglichst einfach überzeugende Präsentationen gestalterisch umsetzen kann. Die Frage ist doch: tun das die PresentationLoad-Vorlagen?

Wenn wir von guten PowerPoint Präsentationen sprechen, dann sprechen wir auch von zwei Welten. […] Die andere Welt hingegen skizziert sich in einem Abstraktum, nämlich in der Idee, den unterschiedlichsten, individuellen Ansprüchen und Anforderungen gerecht zu werden. […] Und genau hier ist Ihr Denkfehler. Diese Vorlagen verstehen sich nicht als Dogma für die perfekte Präsentationsgestaltung, sondern eher als Toolboxen, die möglichst viele Szenarien abdecken und möglichst vielen Kundenanforderungen gerecht werden sollen.

Das habe ich schon verstanden. Die Vorlagen werden aber nicht dadurch besser, dass sie everybody’s darling sein wollen. Denn das ändert ja nichts daran, dass sie zu text- und kopflastigen, also ineffektiven Präsentationen einladen – und zwar in der gleichen Weise, wie die Standard-PowerPoint-Vorlagen dazu einladen, Bullets Points einzutippen.

Und welchen Anforderungen werden denn diese Folien überhaupt gerecht? Prägnant? Na ja. Einprägsam? Eher nicht, denn dafür sind sie zu klischeehaft. Emotional? Mit Sicherheit nicht. Roter Faden? Den muss man schon selber haben. Schick? Vielleicht. Die Frage ist ja, ob bei den „möglichst vielen Szenarien“ für den Kunden die richtigen dabei sind.

Aber Christmann spielt den Ball ohnehin weiter:

Keiner in unserem Hause erwartet, dass diese vorformatierten Platzhalter und vorkonzipierten Grafiken in vollem Umfange mit konkreten Informationen befüllt werden.

Das klingt für mich zu einfach, nämlich übersetzt etwa so: Wenn am Ende die Präsentation nichts taugt, ist’s im Zweifel der Nutzer schuld. Er hätte ja die Platzhalter nicht nutzen müssen.

Der Punkt ist: Die Vorlage lädt dazu ein, die Platzhalter zu benutzen (wofür wären sie sonst da). Das bedeutet: weil die Vorlage textüberladen ist, gilt das wahrscheinlich auch für die fertige Präsentation.

Wir brauchen weder schick dekorierte Textwüsten noch Vorlagen, die der Nutzer erst von Platzhaltern befreien muss, damit sie erträglich werden. Wir brauchen Vorlagen, die dazu einladen, auf den Punkt zu kommen, statt umständlich drum herum zu schreiben; und Vorlagen, die dazu einladen, aus einer Präsentation eine spannende Story zu machen.