was successfully added to your cart.

Das Geheimnis einer kleinen Box

By | Allgemein
J. J. Abrams präsentiert bei TED

J. J. Abrams ist Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Komponist, Visual-Effects-Designer und einiges mehr. Er ist u.a. der Schöpfer der TV-Serien Lost und Alias, hat bei Mission Impossible 3 Regie geführt, und produziert den neuen Star-Trek-Film. Er gewann für seine TV-Projekte mehrere Emmies (die Oscars fürs Fernsehen) und viele weitere Preise. Und er hat vor etwa 30 Jahren eine Box gekauft, die sein Leben prägte, Tannen’s Magic Mystery Box. Dabei hat er sie bis heute nicht geöffnet.

Wenn Sie sich nun fragen, was das mit Präsentieren zu tun hat, dann sollten Sie sich vor allem erst einmal die Zeit nehmen, J. J. Abrams’ Vortrag auf der letztjährigen TED-Konferenz anzusehen (s.u.). Dort erzählt er nicht nur die Geschichte dieser 15$-Mystery-Box, sondern er erklärt uns auch, warum sein ganzes Leben aus Mystery-Boxen besteht und wie ihm das hilft, ein besserer Filmemacher zu sein.

Abrams-Zitat:

Rätsel und Geheimnisse sorgen dafür, dass wir in der Wissenschaft nach Antworten streben, sie lassen uns bei Quizsendungen mitfiebern und wir gehen voller Spannung in die Mystery-Box „Kino“, um von der ersten Sekunde an gespannt einen Film zu sehen (Abrams: „The moment the lights go down is often the best part“): Wer ist der Täter? Können die Geiseln fliehen? Was passiert als nächstes? Warum hat er das getan? usw.

Ja, und weiter? Eine Geschäftspräsentation oder die Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse sind ja schließlich kein Actionfilm. Das nicht, aber die Verbindung liefert uns das exzellente Buch Made To Stick der Brüder Chip und Dan Heath. Im Kapitel „Unexpected“ erzählen sie die Geschichte von Professor Robert Cialdini, der auf der Suche nach einer besseren Methode, seine Forschungsergebnisse zu präsentieren, Hunderte von wissenschaftlichen Artikeln untersucht hat. Seine Entdeckung war, dass sämtliche guten Artikel mit einem Rätsel begannen. Er schloss daraus:

„Mysteries are powerful… The Aha! experience is much more satisfying when it is preceded by the Huh? experience“

Genau das ist es, was J. J. Abrams uns sagen will. Helfen Sie Ihrem Publikum, Spaß an Ihrem Produkt zu haben, sei es nun ein Film oder ein Vortrag. Helfen Sie sich selbst, kreativ zu werden, indem Sie die Mystery-Boxen in der Welt sehen. Und zögern Sie nicht, diese Kreativität in eine Mystery-Box für andere umzusetzen, dazu Abrams: „You don’t need the greatest technology to do things that can work in a movie“… oder einer Präsentation, oder einem wissenschaftlichen Artikel… Sie müssen kein weltberühmter Regisseur sein, um eine Mystery-Box zu bauen. Sie haben alles, was Sie benötigen: Ihre Neugier und Ihre Kreativität.

Ach ja, was der Inhalt von Tannen’s Magic Mystery Box ist? Sehen Sie selbst:

18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt

By | Allgemein
TED - Ideas worth spreading

Die besten Ideen dieser Welt verbreiten! Das ist die Idee von TED. TED ist eine bemerkenswerte Konferenz, die jedes Jahr im Frühling 50 herausragende Persönlichkeiten einlädt, um den „Vortrag Ihres Lebens“ zu halten und ihre großartigsten Ideen zu präsentieren. Sie haben dafür 18 Minuten Zeit, 18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt.

Es ist ein Glücksfall, dass die TED-Organisatoren sich entschieden haben, die besten Vorträge öffentlich zugänglich zu machen. So eröffnet sich auch all denjenigen, die diese faszinierende Konferenz nicht besuchen können, dieser Quell an Inspiration und Einsichten über unsere Welt.

J. J. Abrams präsentiert bei TEDMajora Carter präsentiert bei TEDHans Rosling präsentiert bei TED
Sehenswerte TED-Vorträge: J.J. Abrams über die Faszination des Geheimnisvollen, Majora Carter über ihre Vision einer lebenswerten Bronx, Hans Rosling über die Verteilung der Armut in der Welt

Nehmen Sie sich doch ein wenig Zeit und stöbern Sie in den Archiven von TED. Es wird sich lohnen, nicht nur wegen der großartigen Ideen, sondern auch wegen der Anregungen, die Sie für Ihre eigenen Präsentationen mitnehmen können. Sie werden überrascht sein, wie man ganz ohne PowerPoint mit einem einfachen Karton die Fantasie anregen kann, wie man mit Leidenschaft und bewegenden Geschichten Emotionen hervorruft, und wie mitreißend Statistiken präsentiert werden können.

Als ersten Appetitanreger empfehle ich Ihnen diese Präsentation von Lawrence Lessig, dem Gründer der Creative-Commons-Bewegung. Er hat nicht nur eine wichtige Botschaft zu erzählen, er hat auch eine ganz eigene, faszinierende Art zu präsentieren geprägt:

7 Jahre „Really Bad PowerPoint“

By | Allgemein
Pasted Graphic 1

Seth Godin ist einer der gefragtesten Marketing-Gurus weltweit. Er ist Autor mehrerer Welt-Bestseller (u.a. All Marketers Are Liars und das kürzlich erschienene Meatball Sundae), in denen er über die durch das Internet veränderte Marketingwelt schreibt. Seine Thesen dazu sind sicher lesenswert, aber nicht der Grund dieses Artikels.

Seth Godin ist nämlich außerdem ein außergewöhnlicher Redner, den man getrost als Pionier einer modernen Art von Präsentationen ansehen kann, die sehr stark auf Emotionen und Bilder setzt. Schon 2001 schrieb er das Essay „Really Bad Powerpoint„, in dem er die damals übliche Art, (PowerPoint-)Präsentationen zu halten, heftig kritisiert und einen radikal anderen Ansatz vorschlägt. Das Traurige daran: Noch heute, also 7 Jahre später, ist dieses Essay hochaktuell und für viele Präsentationen gilt seine Kritik unverändert.

Seth prangert vor allem an, dass viele Redner ihre Folien eher als Notizen verwenden, die sie während des Vortrags mehr oder weniger ablesen und anschließend auch als Handout verwenden. Das bedeutet aber letztlich, dass die Folien zu viel Text und Fakten enthalten anstatt durch überzeugende Abbildungen die Botschaft zu unterstützen. Solche Vorträge wecken keine Emotionen und sind daher ungeeignet, Ideen einprägsam zu vermitteln.

Seth beschreibt 5 Regeln für überzeugendere Präsentationen, von denen ich zwei herausgreifen möchte:

1. Niemals mehr als sechs Wörter auf einer Folie verwenden.
Wurm, der sich zu einer

Kommt Ihnen das vertraut vor? In diesem Artikel habe ich über eine Übung geschrieben, mit der man seine Kernaussage konkretisiert, indem man versucht, sie in höchstens sechs Wörter zu fassen. Indem Sie sich zwingen, das auch für jede Ihrer Folien zu tun, sorgen Sie dafür, dass die Folien nicht einfach (überflüssigerweise) Ihren gesprochenen Text wiederholen, sondern einprägsame Botschaften vermitteln, die das Verständnis unterstützen. Seth Godin formuliert das so:

„Verwenden Sie Folien, die Ihre Worte bekräftigen, und nicht bloß wiederholen.“

Zwar muss man diese Sechs-Wörter-Regel nicht unbedingt wörtlich nehmen, aber denken Sie doch einmal darüber nach, ob durch textlastige Folien wirklich das Verständnis der Zuhörer verbessert wird. Muss wirklich jeder gesprochene Inhalt eine direkte Entsprechung auf der Folie haben?

2. Keine billigen Bilder verwenden.

Zuallererst heißt das einmal: keine billigen Cliparts verwenden. Die Zeiten, in denen man mit Screen-Beans einen Blumentopf gewinnen konnte, sind beim besten Willen vorbei. Versuchen Sie, hochwertige Fotos oder Cliparts zu finden, die Ihre Botschaft optimal wiedergeben (eine sehr empfehlenswerte Quelle ist z.B. istockphoto.com).

Vergleichen Sie doch einmal die beiden folgenden Folien, die in einem Vortrag für ein neues Handy verwendet werden könnten:

Pasted Graphic 7 Pasted Graphic 8

Die linke Folie kommt Ihnen höchstwahrscheinlich sehr vertraut vor. Sie ist sehr textlastig und nur auf die Fakten konzentriert. Die verwendeten Cliparts, die zwar die Folie auflockern sollen, transportieren keine Botschaft und rufen eher ein Schmunzeln hervor.

Die rechte Folie dagegen formuliert eine glasklare Botschaft: „Wir haben ein Handy entwickelt, das einfach Spaß macht!“ Das Foto verstärkt diese Aussage und wirkt unmittelbar sympatisch. Kurz: Es weckt Emotionen. Dazu Seth Godin:

„Logic is essential, but without emotions, you’re not playing with a full deck.“

Links zu diesem Thema:
Seth Godins Homepage
Essay „Really Bad Powerpoint
Garr Reynolds Blog „Presentation Zen“ (der einen ganz ähnlichen Ansatz lehrt) 

Das Periodensystem der Visualisierungsmethoden

By | Allgemein
Diagramme zur Visualisierung von Geschäftszahlen in einem Business Report

Als Vortragender steht man häufig vor der Aufgabe, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, ohne dabei die Zuhörer mit zu vielen Details zu belasten. Der Einsatz von Diagrammen liegt da natürlich auf der Hand, denn durch eine grafische Veranschaulichung lassen sich Zusammenhänge oft schneller und übersichtlicher darstellen als durch lange Ausführungen („Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“). Häufig begegnet man z.B. Liniendiagrammen, um Trends wiederzugeben, Organigrammen zur Darstellung einer Unternehmensstruktur oder Flussdiagrammen zur Visualisierung von Prozessabläufen usw.

Leider ist es es aber nicht immer so einfach, die richtige Visualisierung für ein Problem zu finden. Zu vielfältig ist die Zahl der Diagrammtypen und zu speziell sind manche Aufgaben, als dass man jederzeit die passende Kombination auf Anhieb finden würde. Das schweizerische Projekt Visual-Literacy.org hat deshalb das Periodensystem der Virtualisierungsmethoden entwickelt, das ein wenig Orientierung in diesem Dschungel bieten soll.

Visual-Literacy.org ist ein gemeinschaftliches Projekt der Universitäten in Lugano, St. Gallen und Genf sowie der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ziel des Projekts ist es, die „visuelle Bildung“ von Studenten zu fördern und ihnen Wissen zu vermitteln, mit dem sie Visualisierungen auswerten, anwenden und entwickeln können. Dazu wurde u.a. folgendes Diagramm entwickelt, das in Anlehnung an das Periodensystem der Elemente aus der Chemie verbreitete Diagrammtypen zusammenfasst und strukturiert:

Periodensystem der Visualisierungsmethoden
Eine Orientierungshilfe in der Vielfalt der Diagrammtypen (Projekt Visual-Literacy.org)

Die Diagrammtypen werden grob in sechs Gruppen unterteilt; innerhalb der Gruppen steigt die Komplexität der Diagramme in vertikaler Richtung. Außerdem kennzeichnen grafische Symbole besondere Eigenschaften der Diagramme. In der Online-Version wird zusätzlich zu jedem Diagrammtyp ein Beispiel angezeigt, wenn man mit der Maus darüber fährt. Allerdings vermisst man weiterführende Informationen, etwa eine genaue Beschreibung der Typen oder Hinweise zum korrekten Gebrauch jedes Diagramms. Ich möchte Sie daher auch gleich davor warnen, das Periodensystem nun abzugrasen und möglichst viele der Diagrammtypen in Ihre nächste Präsentation einzubauen und darf Ihnen drei Warnungen mit auf den Weg geben:

1. Denken Sie an Ihre Zuhörer

Beispiel einer Mindmap

Während eines Vortrags kommt es darauf an, dass die Zuhörer die wesentlichen Informationen schnell erfassen. Anders als beim Lesen eines Artikels haben Zuhörer während einer Präsentation keine Gelegenheit haben, ein Diagramm ausführlich zu analysieren. Daher enthalten komplexe Diagramme wie z.B. Mindmaps (links) oder Treemaps zwar für einen Leser viele wertvolle Informationen, die Zuhörer einer Präsentation sind damit aber in der Regel überfordert.

2. Suchen Sie zielgerichtet

Beispiel einer Datamap

Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, die „schönsten“ Diagramme auszuwählen und Ihr Problem so zurecht zu biegen, dass es auf diese Diagramme passt. Überlegen Sie sich stattdessen immer zuerst, welche Frage Sie beantworten möchten und suchen Sie erst dann im Periodensystem nach dem Diagrammtyp, der am besten auf diese Frage passt. So sollten Sie z.B. eine Datamap (links) nur dann verwenden, wenn Sie auch tatsächlich etwas über die geographische Verteilung Ihrer Daten sagen möchten.

3. Vermeiden Sie Chart-Junk

Beispiel eines Heaven’n’Hell-Diagramms

Chart-Junk ist alles das, was in ein Diagramm gepackt wird, ohne etwas zu dessen Informationsgehalt beizutragen. Geprägt wurde der Begriff von Yale-Professor Edward Tufte in seinem Buch The Visual Display of Quantitative Information. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der „Heaven’n’Hell“-Chart aus dem Periodensystem (links). Weder die Anordnung noch das Hintergrundbild tragen wesentlich zum Verständnis bei. Eine einfache Tabelle wäre hier wahrscheinlich hilfreicher gewesen.

Ich möchte Sie aber dennoch ermutigen, einige Zeit mit dem Periodensystem der Visualisierungsmethoden zu verbringen und sich mit den Diagrammen auseinander zu setzen. Vielleicht finden Sie ja gerade für Ihre Fragestellung eine Möglichkeit, wie Sie Ihre Aussage noch überzeugender oder noch verständlicher veranschaulichen können.

Falls Sie dabei Geschmack am Erforschen neuer Diagrammtypen finden, sollten Sie vielleicht auch einmal einen Blick in Robert Harris’ Buch Information Graphics: A Comprehensive Illustrated Reference werfen, der eine wirklich erschöpfende Übersicht über unzählige Diagrammtypen mit vielen Beispielen liefert.

Links zu diesem Thema:
Edward Tufte (Autor einflussreicher Bücher zum Thema)
Junk Charts (engl. Blog)
Vorher-Nachher-Vergleiche von Diagrammen (von Stephen Few)
Graph-Design-IQ-Test (von Stephen Few)
Artikel Slide design: signal vs. noise (redux) (aus dem Blog Presentation Zen)

[vgl. auch Periodensystem der Visualisierungsmethoden

Entschuldigen Sie meine Unsicherheit

By | Allgemein

Entschuldigung - Frau entschuldigt sich für ihre Unsicherheit

„Entschuldigen Sie das etwas wirre Layout, aber ich bin leider kein Profi in PowerPoint.“ Diese und ähnliche Rechtfertigungen hört man immer wieder von Vortragenden, die sich nicht so richtig wohl fühlen in ihrer Rolle vor Publikum, oder die das Gefühl haben, ihre Präsentation sei nicht so gut gelungen, wie sie es sich gewünscht hätten.

Überhaupt wird sich viel entschuldigt in Präsentationen:

  • weil die Technik nicht so funktioniert wie erwartet.
  • weil man vergessen hat, etwas zu erwähnen.
  • weil man nervös ist.

Sind aber Entschuldigungen an diesen Stellen überhaupt angebracht? Oft genug werden die Zuhörer den Grund einer Entschuldigung gar nicht bemerken, solange sie nicht darauf gestoßen werden. Woher sollten sie denn auch wissen, was alles nicht gesagt wurde. Und wer kennt Sie als Vortragenden schon so gut, dass er Ihre Nervosität bemerken würde?

Warum entschuldigen sich Vortragende trotzdem so häufig? Es ist wohl in aller Regel ein Ausdruck der eigenen Unsicherheit. Man hofft, die Zuhörer durch eine Entschuldigung wohlwollender zu stimmen. Tatsächlich wird das aber in den seltensten Fällen gelingen, denn durch die Entschuldigung werden Fehler und Unsicherheiten erst offenbart.

Verkneifen Sie sich doch lieber die Entschuldigung und halten Sie Ihren Vortrag einfach so gut wie möglich. Bereiten Sie sich ordentlich vor, üben Sie und versuchen Sie, ihre Zuhörer zu überzeugen, indem Sie ihr Bestes geben. Das wird nicht immer perfekt sein, Sie werden gelegentlich Fehler machen, aber bedenken Sie, dass Sie selbst wahrscheinlich Ihr größter Kritiker sind. Das ist auch gut so, denn so sorgen Sie dafür, dass Sie stetig weiter an sich arbeiten. Bedenken Sie aber:

Wenn Sie ihr Bestes geben, sollten Sie sich dafür nicht entschuldigen müssen.

Nicht immer aber ist Unsicherheit der Grund einer Entschuldigung; nicht selten wird nämlich mit solchen Entschuldigungen versucht, eine mangelhafte Vorbereitung zu überspielen.

Entschuldigung - Mann entschuldigt sich scheinheilig mit einem Blumenstrauß

Gleich zum Einstieg erst mal die Schuld auf andere schieben: „Entschuldigen Sie die winzige Schrift, aber – Sie kennen das ja – mein PowerPoint hat mal wieder verrückt gespielt.“ Später dann noch einmal betonen, wie beschäftigt man ist: „Eigentlich wollte ich hierzu noch eine Grafik erstellen, aber wegen einer kurzfristig einberufenen Sitzung bin ich leider nicht mehr dazu gekommen.“

Hätte Sie das als Zuhörer geglaubt? Wahrscheinlich nicht. Hätte es Sie interessiert? Wahrscheinlich auch nicht. Der Vortragende sollte sich lieber dafür entschuldigen, Ihre Zeit verschwendet zu haben, denn er hat in diesem Fall offenbar nicht sein Bestes gegeben.

Übrigens: Weitere Tipps zum Umgang mit Situationen, in denen man den Drang zu einer Entschuldigung spürt, finden Sie auch hier

In sechs Wörtern zum Punkt kommen

By | Allgemein
Wurm, der sich zu einer

Haben Sie manchmal das Gefühl, mit Ihrer Präsentation nicht so recht auf den Punkt zu kommen? Und haben Sie gelegentlich den Eindruck, dass deswegen ihre Botschaft nicht so recht bei Ihren Zuhörern ankommt? Vielleicht liegt das dann daran, dass Sie selbst Ihre Botschaft noch gar nicht so klar auf den Punkt gebracht haben, um sie auch anderen glasklar präsentieren können?

Eine sehr aufregende und enorm hilfreiche Übung, um das in Zukunft zu verbessern, finden Sie im neuesten Artikel des amerikanischen Blogs „Professionally Speaking„. Der Autor, Ian Griffin, schlägt dort vor:

Wenn Sie das nächste Mal eine Präsentation vorbereiten, dann sollten Sie versuchen, ihre Kernaussage in sechs Wörtern oder weniger zu formulieren.

Was auf den ersten Blick extrem und fast unmöglich klingt, ist auf den zweiten Blick eine effektive Übung, die auch noch Spaß macht. Unwichtig werden auf einmal die vielen kleinen Details, von denen man noch eben dachte, dass sie unbedingt auch noch „mit auf die Folie“ müssen. Ich empfehle Ihnen dabei, solange an Ihrer Kernaussage zu feilen, bis sie damit wirklich zufrieden sind. Vielleicht ergibt sich so auch gleich noch ein viel pfiffigerer Titel für die Präsentation als der bisherige.

Die Idee ist übrigens inspiriert von einer Anekdote über Ernest Hemingway, der einst mit Kollegen um 10$ wettete, eine vollständige Geschichte in nur sechs Wörtern zu schreiben. Er gewann die Wette mit dieser Geschichte: „For sale: Baby shoes, Never worn.“ (in deutsch sind das übrigens nur vier Wörter: „Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen“)

Versuchen Sie es doch auch einmal: In sechs Wörtern zum Punkt kommen.

[Foto: pshutterbug, flickr]

Sprechen Sie flüssig oder, äh, verständlich?

By | Allgemein
Als Redner versucht man, möglichst flüssig zu sprechen und Füllwörter wie „äh“ weitestgehend zu vermeiden. Diese werden oft als störend für den Zuhörer empfunden und deuten auf Unsicherheiten beim Redner hin.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen legen jedoch einen etwas unverkrampfteren Umgang mit dieser sog. „Disfluenz“ nahe. Jennifer Arnold von der University of North Carolina hat mit ihren Kollegen den Einfluss des Verlegenheitswortes „äh“ auf das Textverständnis der Zuhörer untersucht.

Demnach kann das Wort „äh“ sogar das Textverständnis der Zuhörer verbessern. Die Testpersonen konnten sich nämlich nach einem „äh“ viel eher auf etwas Neues bzw. Schwieriges konzentrieren. Die kleine Pause vor dem folgenden Wort, die die scheinbare Schwierigkeit signalisiert, die der Redner mit dem folgenden Wort hat, ermöglicht den Zuhörern offenbar ein besseres Textverständnis. Neues bzw. Schwieriges wird also anscheinend leichter verarbeitet, wenn ein „äh“ vorausgeht. Martin Corley von der University of Edinburgh hat sogar ergänzend festgestellt, dass sich die Zuhörer Wörter besser merken, wenn sie auf ein „äh“ folgen.

Heißt das nun, dass ein souveräner Redner das Wort „äh“ absichtlich verwenden sollte, um das Textverständnis der Zuhörer zu verbessern? So weit sollte man vielleicht nicht gehen. Aber man sollte sich auch nicht über jedes „äh“ ärgern. Erst wenn man übermäßig oft „äh“ sagt, sollte man versuchen, an sich zu arbeiten (etwa indem man verstärkt übt oder bewusst langsam spricht).

Im übrigen sollten Sie vielleicht einmal an sich selbst beobachten, z.B. durch eine Videoaufzeichnung, wann Sie eigentlich „äh“ sagen. Vielleicht erhalten Sie so Hinweise darauf, mit welchen Wörtern oder Argumentationen Sie selbst Schwierigkeiten haben. Dann könnten Sie gezielt versuchen, diese Teile ihrer Präsentation noch klarer auszuarbeiten.

[vgl. Äh und Ähm betonen Sprache und schaden ihr nicht

Wenn Dell Pizza verkaufen würde …

By | Allgemein
Dell Dellicious Pizza

Produktpräsentationen gehören zu den schwierigsten Arten von Präsentationen: Wie erklärt man den Zuhörern anschaulich, welche Vorteile ein Produkt bietet? Im Fall von Pizza ist das eindeutig: sie muss gut schmecken. Im Fall von komplizierteren Dingen wie Computern ist das schon nicht mehr so klar und nicht selten haben auch die größeren Hersteller Schwierigkeiten, den Kunden die Vorteile ihrer Produkte zu vermitteln – nicht selten entsteht gar der Eindruck, dass sie sie selber nicht kennen. Eine Produktpräsentation der Firma Dell macht das sehr anschaulich. Dell ist der zweitgrößte Computerhersteller der Welt und man sollte annehmen, dass die Firma die Bedürfnisse ihrer Kunden versteht. Zumindest in dem folgenden Fall war das aber offenbar nicht der Fall.

Vergangenen November präsentierte Dell auf einer Konferenz ein neues Notebook, das Latitude XT, das mit einem neuartigen berührungsempfindlichen Monitor ausgestattet ist. Durch Tippen mit dem Finger kann man den Computer über den Monitor steuern, ohne eine Maus oder eine Tastatur zu benötigen. Verwendet man mehrere Finger gleichzeitig (und das ist das Neue) sollen ganz neue Anwendungen und Bedienkonzepte für Computer möglich werden (einen Vorgeschmack lieferte übrigens Apple mit dem ebenfalls multitouchfähigen iPhone). Firmenchef Michael Dell leitete die Präsentation ein und sprach von „der besten Touch-Technologie“, die verfügbar sei. Dell habe damit „einige ziemlich interessante Dinge getan, die nie zuvor getan wurden“. Was dann jedoch folgt, ist eine Präsentation, die völlig an den Bedürfnissen der Kunden vorbei geht und vor allem die aus Sicht der Entwickler schwierigen technischen Herausforderungen in den Vordergrund stellt, anstatt neuartige Anwendungen, die für die Kunden interessant sind, zu demonstrieren. Bei YouTube gibt es die Präsentation zu sehen:


Präsentation des neuen Dell Latitude XT-Laptops mit Multitouch-Fähigkeit

Ungefähr bei 0:45 min übernimmt Dell-Chefentwickler Kevin Kettler und demonstriert die „ziemlich interessanten Dinge“: Er zeigt zuerst eine sog. Debug-Anwendung, die Dell in seinen Labors zum Testen der Multitouch-Monitore verwendet (ab etwa 1:15 min):

Screenshot von Dells Debug-Anwendung zum Testen der Multitouch-Monitore
Dell-CTO Kettler demonstriert die Multitouch-Technologie und berührt den Monitor mit fünf Fingern

Das mag aus Entwicklersicht ungeheuer spannend sein; immerhin handelt es sich um eine Technologie, die es so bei Notebooks noch nicht zu kaufen gibt und die also aus Ingenieurssicht sehr interessant ist. Aber: Was hat der Kunde davon? Warum sollte man fast 1400,- € mehr für das Latitude XT ausgeben als für das bis auf das schwenkbare Multitouch-Display vergleichbare Latitude D430? Natürlich hat Kettler darauf eine Antwort. Als eine mögliche Anwendung zeigt er ein Malprogramm, bei dem man mit mehreren Fingern gleichzeitig Striche malen kann:

Screenshot eines Malprogramms, mit dem man mehrere Striche gleichzeitig malen kann
Dell zeigt eine Anwendung der Multitouch-Technologie


Im Ernst: Wann haben Sie zum letzten Mal das Bedürfnis nach solchen expressionistischen Ergüssen verspürt? Erst zum Schluss zeigt Kettler die Anwendung, die alle schon von Apples iPhone kennen und für die man schon eher ein Nutzen erkennen kann (nebenbei bemerkt: die Anwendungen startet Kettler über die herkömmliche Tastatur, nicht etwa über den Multitouch-Monitor):


Screenshot einer Fotoanwendung zur Demonstration der Multitouch-Fähigkeiten des Latitude XT
Dells Multitouch-Display ermöglich das Skalieren und Drehen von Fotos mit der Hand

Offenbar fällt es Kettler enorm schwer, seine Entwicklerperspektive zu verlassen und aus Kundensicht zu denken. Natürlich steckt viel Aufwand darin, solch eine neue Technologie überhaupt so weit zu entwickeln. Natürlich ist man als Entwickler dann auch stolz darauf, die technischen Herausforderungen gemeistert zu haben, und möchte auch anderen zeigen, wie gut die Erkennung der fünf Finger einer Hand tatsächlich funktioniert. Die Wahrheit ist jedoch:

Es interessiert die Kunden nicht, wie schwierig es war, eine Technologie zu entwickeln. Es interessiert nur, was man damit tun kann (und zu welchem Preis).

Diese Erkenntnis mag auf den ersten Blick deprimierend sein. Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat und es nicht nur für die Produktpräsentation, sondern bereits bei der Entwicklung selbst im Hinterkopf zu behalten, wird sie im Endeffekt sogar helfen, bessere Produkte zielgerichteter zu entwickeln.

Dell Dellicious Pizza

Um das noch ein bisschen plastischer zu machen, stellen wir uns doch einfach einmal vor, Dell-CTO Kettler würde Pizzas verkaufen und hätte eine neue Geschmackskomposition entworfen, die echt lecker aussieht:

chemischer Laborversuch

Bei der ersten Präsentation dieser neuen Pizza würde Kettler die Vorteile des Herstellungsverfahren erläutern und zeigen, wie die Entwickler (sprich: Köche und Lebensmittelchemiker) im Labor die Zutaten analysieren und auf geschmackliche Reinheit überprüfen. Würden Sie durch diese Reagenzgläser zum Probieren der Pizza angeregt?

Fassen wir noch einmal zusammen:

  1. Als Entwickler ist man (zu recht) stolz auf neue Entwicklungen, insbesondere wenn es sich um etwas handelt, was noch niemand vorher erreicht hat. Natürlich möchte man zeigen, welche technischen Herausforderungen man dafür meistern musste.
  2. Kunden (oder allgemein die Zuhörer) interessiert es im allgemeinen nicht, wie groß die technischen Herausforderungen waren, sondern nur welchen Nutzen sie von einem Produkt haben und was es sie kostet.
  3. Es ist daher absolut wichtig, aus der Perspektive der Kunden (bzw. Zuhörer) zu präsentieren, nicht aus der Perspektive des Entwicklers.

Welchen Eindruck Dell mit der Multitouch-Präsentation hinterlassen hat, lässt sich übrigens sehr schön an dem Kommentar von YouTube-Mitglied tc240sx ablesen: „ok so, basically what they’re saying is, ’we’ve added a new way to interface with a computer….but we really haven’t figured out anything useful to do with it yet’ „. (Ok, also im Wesentlichen sagen sie: „wir haben einen neue Methode zur Interaktion mit Computern gefunden… aber wir haben wirklich noch keine Idee, wie man damit irgendetwas sinnvolles anstellen kann“).

[Fotos: stock.xchng

Der Sinn einer Gliederung

By | Allgemein
In unzähligen Konferenzen stoße ich immer wieder auf die allgegenwärtigen Gliederungsfolien. Auch mir wurde während meiner Zeit an der Uni ständig erklärt, dass jede Präsentation mit einer Gliederung zu beginnen habe, damit der Zuhörer wisse, was auf ihn zukommt. Außerdem sei das ein Service für den Zuhörer und gehöre damit gewissermaßen zum guten Ton.

Letztlich geht die Empfehlung auf eine der wahrscheinlich meistzitierten Weisheiten des Präsentierens zurück:

Im Vordergrund steht bei dieser Empfehlung die Maxime, den Zuhörern eine Botschaft mit auf den Weg zu geben und diese Botschaft möglichst einprägsam zu vermitteln. Man sollte demnach nicht einfach nur die eigentlichen Fakten als Aneinanderreihung von Informationen erzählen, sondern die Botschaft des Vortrags klar herausarbeiten („then tell ’em“), am Ende des Vortrags noch einmal die wesentlichen Punkte, die die Zuhörer mit nach Hause nehmen sollen, prägnant wiederholen („and finally tell ’em what you told ’em“), und zu Beginn des Vortrags die Aufmerksamkeit auf gerade diese Punkte lenken („tell ’em what you’re gonna tell ’em“).

Folgt daraus, dass man also zu Beginn eines jeden Vortrags diese merkwürdigen Gliederungsfolie auflegen muss? Eher nicht.

Betrachten wir doch ein paar typische Beispiele, wie sie wahrscheinlich jeder schon zur Genüge gesehen hat und wie man sie zu Hunderten findet, wenn man bei Google z.B. nach „Gliederung filetype:ppt“ sucht:

1. Beispiel einer Gliederungsfolie2. Beispiel einer Gliederungsfolie3. Beispiel einer Gliederungsfolie4. Beispiel einer Gliederungsfolie

Beispiele typischer Gliederungsfolien

Ist aus diesen Folien die Botschaft des Vortrags erkennbar? Mit Sicherheit nicht. Wird die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die Punkte gelenkt, die für das Verständnis wesentlich sind? Fraglich. Wird die Botschaft des Vortrags schon einmal genannt, damit sich die Zuhörer während des Vortrags wieder und wieder daran erinnern? Auf keinen Fall.

Das Problem bei allen Beispielen ist letztlich, dass sie dem Zuhörer zwar sagen worüber in dem Vortrag etwas gesagt wird, nicht jedoch darauf einstimmen, was gesagt wird. Zur Erinnerung: „tell ’em what you’re gonna tell ’em“. Und zwar in einer Weise, in der sich die Zuhörer daran erinnern.

Was damit eher gemeint sein könnte, war während der diesjährigen Macworld-Keynote von Steve Jobs sehr schön zu sehen, als er das neue MacBook Air vorstellte (ab 54:24 min). Nach einer kurzen Motivation nennt Steve Jobs gleich die Botschaft, die er seinen Zuhörern vermitteln will (ab 55:04 min):


„Tell ’em what you’re gonna tell ’em“-Folie von Steve Jobs

Das ist es, was die Zuhörer mit nach Hause nehmen sollen: Das dünnste Notebook der Welt. Schon zu Beginn sagt Steve Jobs, was das Publikum mit nach Hause nehmen soll, bevor die Botschaft in der anschließenden Präsentation vielfach aufgegriffen wird und natürlich am Ende noch einmal wiederholt wird. Hätte Jobs die übliche Gliederungsfolie verwendet, sähe sie vielleicht wie folgt aus, was zwar den Inhalt der Präsentation besser wieder gegeben hätte, aber weit weniger wirksam als die Originalfolie ist:

Mögliche Gliederungsfolie für die Macworld-Keynote
Mögliche Gliederungsfolie für die Macworld-Keynote

Letztlich sollte man die klassischen Gliederungsfolien eher als Planungshilfe für den Vortragenden sehen, die aber in einer wirkungsvollen Präsentation selbst selten etwas zu suchen haben. Es dauert in der Regel viel zu lange, die Gliederung zu besprechen. Meist ist sie sowieso zu abstrakt, da den Zuhörern ja noch die Details für das Verständnis der Struktur fehlen. Und letztlich sollte der Erzählfluss und die Struktur einer Präsentation, die gut geplant ist, für das Publikum ohnehin implizit klar werden. (Oder würden Sie als Zuhörer wirklich einen Wink mit dem Zaunpfahl benötigen, dass Sie als erstes die Motivation hören?)

Also auf den Punkt gebracht: Die Gliederung ist etwas für den Vortragenden und nicht für den Zuhörer. Mit Hilfe der Gliederung kann der Redner seinen Vortrag besser strukturieren. Er muss aber seinen Zuhörern nicht ständig einhämmern, was er als nächstes tut. Hat er seinen Vortrag überzeugend strukturiert, folgen die Zuhörer seiner Argumentation ganz von alleine.

Heißt das, man soll ganz darauf verzichten, den Zuhörern zu Beginn einer Vortrags zu skizzieren, was sie erwartet? Nein, nur ist eben weniger interessant worüber man etwas sagt, sondern was man sagt:

Sag ihnen WAS du ihnen sagen willst, nicht WORÜBER du ihnen etwas sagen willst.

[Fotos: stock.xchng

Miles Davis über das Improvisieren

By | Allgemein
Präsentation auf einer Bühne

Präsentationen sind immer „live“ und damit fehleranfällig. Es gibt normalerweise kein Playback, dass vor gelegentlichen Patzern schützt. Selbst wenn man seine Präsentation super-sorgfältig vorbereitet hat, selbst wenn man die Präsentation bis zum St. Nimmerleinstag geübt hat, wird es immer wieder Situationen geben, in denen Unvorhergesehenes passiert oder in denen man die falschen Worte zur falschen Zeit sagt. Das ist umso wahrscheinlicher, je freier man vorträgt und je weniger man sich an vorformuliertem Text orientiert.

Natürlich gilt das nicht nur für Präsentationen; eine Menge anderer Vortragender kennt dasselbe Problem. So sind z.B. selbst die besten Musiker nicht davor gefeit, falsche Töne zu spielen, erst recht wenn sie improvisierte Musik spielen. Miles Davis, einer der großen Jazz-Improvisatoren, hatte dazu jedoch folgendes zu sagen:

Was einen guten von einem großartigen Vortragenden unterscheidet ist demnach die Fähigkeit, die Kontrolle zu behalten, selbst wenn Unvorhergesehenes passiert. Miles Davis war mit Sicherheit einer der großartigsten Musiker der Jazzgeschichte. Vielleicht waren andere Trompeter technisch noch versierter, aber Miles Davis wusste, wie man den richtigen Ton zur richtigen Zeit spielt… und wie man die Situation kontrolliert, wenn man doch einmal die falsche Note gespielt hat. Sein Verständnis für seine Materie, die Jazzmusik, war so tief, dass er unvorhergesehene Situationen auch live auf der Bühne meist souverän auflösen konnte – und damit bisweilen gerade aus einer „eigentlich“ falschen Note eine großartige neue Melodie erschuf.

Was können wir von Miles Davis’ Zitat für unvorhergesene Situationen während einer Präsentation lernen?

1. Keine Panik.
Wie Miles sagt: es ist noch nichts verloren. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Zuhörer noch gar nicht bemerkt haben, dass etwas schief gelaufen ist. Es gibt also noch keinen Grund zur Panik.

2. Nichts anmerken lassen.
Nicht selten ist es für den Vortrag völlig egal, was da gerade schief gegangen ist. Niemand außer dem Vortragenden selbst weiß ja, was eigentlich geplant war. Solange also nicht ganz offensichtlich etwas schief gelaufen ist, interessiert es das Publikum wahrscheinlich überhaupt nicht, dass überhaupt etwas schief gelaufen ist. Am besten ist es dann, sich erst gar nichts anmerken zu lassen und einfach mit dem nächsten Punkt fortzufahren. Das schlimmste was man stattdessen tun könnte, wäre eine – eigentlich überflüssig – Entschuldigung hastig aufzusagen. Das wirkt alles andere als souverän.

Sollte allerdings doch einmal etwas größeres schief gelaufen sein, dann hilft nur …

3. Kreativ sein und Improvisieren.
Die Reaktion hängt hier sicher von der Situation ab. Fehler kann man auch ruhig zugeben und mit einem kurzen „Sorry“ korrigieren. Punkte, die man vergessen hat, kann man einfach nachschieben indem man Wendungen wie „Lassen Sie mich noch einen wichtigen Punkt ergänzen“ verwendet (Vermeiden sollte man natürlich auch dann die „Ich-hab-da-was-vergessen“-Floskeln).

Wenn die Technik verrückt spielt, muss man in der Lage sein, den Vortrag trotzdem weiter zu halten. Im einfachsten Fall versagt lediglich die Fernbedienung für den Beamer und man muss häufiger zum Laptop gehen, um die nächste Folie einzublenden. Für den schlimmsten Fall, der Beamer oder der Laptop fällt aus, hilft bei aller Improvisation nur eine erstklassige Vorbereitung.

4. Üben.
Improvisation ist eine eigenständige Kunst, jedoch kein Geheimnis. Wie alle Künste kann man auch Improvisieren üben (ein Genie muss man ja nicht werden). Dazu sollte man beim Üben und Vorbereiten der Präsentation gelegentlich gezielt das Improvisieren üben. D.h. man sollte sich nicht jedes Mal unterbrechen und von vorne beginnen, wenn beim Üben etwas schief läuft, sondern hin und wieder auch testen, wie man reagiert hätte, wenn dieser Fehler in einer „live“-Situation passiert wäre. Schon nach wenigen Malen wird man so sehr viel sicherer im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen. Natürlich hilft es auch, nicht immer nur im stillen Kämmerlein zu üben, sondern einen Probelauf vor ein paar Freunde oder Kollegen zu halten.

Es gibt also keinen Grund, Angst vor unvorhergesehenen Situationen zu haben! Wer seine Vorträge vorher sinnvoll übt, kann auch weiterhin auf ein Playback verzichten.

P.S. Wer Jazzmusik und Improvisation mag, wird vielleicht den folgenden Konzertmitschnitt des atemberaubenden Sängers Bobby McFerrin mögen. Bobby McFerrin, vielen bekannt durch seinen Hit „Don’t worry, be happy“, ist ein wahres Genie des improvisierten Gesangs. Während seiner Auftritte bindet er oft das Publikum ein – und provoziert dadurch geradezu unvorhergesehene Situationen. Viel Spaß:

[Fotos: stock.xchng]