was successfully added to your cart.

Neulich im Weltall

By 9. Februar 2015Allgemein

Sie schweben durch’s All. Mit nichts als einer dünnen Sicherheitsleine, die Sie in an Ihrer Raumstation hält. Sie bewundern die Schönheit der Erde von oben, die dünne blaue Schicht, die unseren Planeten von unendlichem Schwarz trennt. Und auf einmal können Sie nichts mehr sehen.

Panik! Sie rudern umher, wissen nicht mehr, wo oben und unten ist, geschweige denn wie Sie zur Einstiegsluke zurückfinden. Das ist der Stoff, aus dem die wirklich fiesen Alpträume gemacht sind, oder? Denkste. Ist im echten Leben passiert. Nämlich dem kanadischen Astronauten Chris Hadfield auf einem seiner Allspaziergänge außerhalb der Internationalen Raumstation.

Ja, das Leben eines Astronauten ist gefährlich.

Quasi in jeder Sekunde seines Einsatzes riskiert er sein Leben. Es könnte soviel passieren. Der Shuttle könnte beim Start explodieren, an Bord könnte Feuer ausbrechen, ein Stück Weltraumschrott könnte die Station treffen, die mit 8 km die Sekunde um die Welt rast (das kann tatsächlich nicht nur im im Film Gravity passieren, der Schrott ist nämlich überall), der Fallschirm der Wiedereintrittskapsel könnte nicht aufgehen oder, tja, man könnte beim Weltraumgang auf einmal nichts mehr sehen.

Wie schafft es ein Astronaut wie Chris Hadfield, nicht in jeder Sekunde von jedem Tag in der Schwerelosigkeit völlig wahnsinnig vor Angst zu werden? Wie hat er es geschafft, blind im Weltall nicht einer rasenden Panik nachzugeben?

Keine Panik!

Zugegeben, Hadfield ist schon eine ziemlich coole Socke. Aber extreme Situationen meistert er, wie alle Astronauten, mit einer Technik: Routine. Astronauten üben in ihrer Ausbildung, sich auf jede Eventualität vorzubereiten. Sie gehen Szenarien und Notfälle durch, immer und immer und immer wieder. Bis sich die Abläufe so eingeprägt haben, dass in in Extremfällen nicht die Angst die Kontrolle übernimmt, sondern die Routine.

Orientierungslos im All werden Sie sich wahrscheinlich (hoffentlich) nie wiederfinden. Aber jeder Vortragende hat Angst vor diesem Moment, in dem etwas aus dem Ruder läuft und er völlig aus dem Konzept kommt. Wenn er die Orientierung verliert und nicht mehr weiß, wo es weitergeht. Kann passieren, wir sind ja alle nur Menschen. Wir können Lampenfieber bekommen, der Beamer kann ausfallen, Sie könnten Ihre Redekärtchen zuhause vergessen.

Aber Sie können etwas dagegen tun, dass sie in Folge dessen blind umherrudern. Schauen Sie es sich bei den Astronauten ab und üben Sie, bis Sie Ihren Vortrag im Schlaf halten könnten. Bis Sie ihn sozusagen auch blind im Weltall halten könnten.

Verwandte Artikel

Was ist Lampenfieber und was kann man dagegen tun?
Wie man ein olympisches Finale gewinnt
Was wir von großen Künstlern lernen können
Ran an das Publikum: Vier Tipps für den direkten Draht