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Lernen statt Lästern

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Werner Herzog über schlechte Filme:

The bad films have taught me most about filmmaking. Seek out the negative definition. Sit in front of a film and ask yourself, “Given the chance, is this how I would do it?” It’s a never-ending educational experience, a way of discovering in which direction you need to take your own work and ideas.

“Given the chance, is this how I would do it?”

Es wäre viel geholfen, wenn nicht immer nur alle lästerten oder meckerten oder dem Chef nach dem Mund redeten. Kritisieren lernen – und sei es bloß still – ist Gold wert. Gelegenheit dazu gibt es genug.

„Warum finde ich den Vortrag langweilig?“, „Warum berührt er mich nicht?“, „Warum finde ich das Diagramm unübersichtlich?“, „Warum bleibt alles abstrakt?“.

Sind es die Folien? Die Art, wie er sein Publikum nicht anschaut? Ist es die fehlende Wertschätzung, weil er glaubt, wir kaufen ihm die Geschichte ab? Ist es die Art, wie sie doziert, statt mit uns zu reden? Ist es sein Vokabular, das mich nicht abholt?

Von schlechten Präsentation, gerade von den nicht gar so schlechten, lässt sich viel lernen. Entscheidend ist aber: Wenn ich an seiner Stelle wäre, wie würde ich es machen?

[Foto: Gorup de Besanez – „Werner Herzog bei den Filmfestspielen Venedig 1991“, Lizenz: CC-BY-SA]

Endlich einmal

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Wie wäre das? Sie könnten endlich einmal alles sagen, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Könnten den Menschen erklären, was so faszinierend an Ihrer Idee ist. Hätten die Möglichkeit, die Menschen tief zu berühren. Sie mitten ins Herz zu treffen.

Und was machen Sie? Ne stinknormale PowerPoint. Im abgedunkelten Raum. Hinter dem Laptop.

Aufwachen!

Sie haben 30 Minuten Vortragszeit. Nutzen Sie die! Bauen Sie eine Verbindung zu den Menschen auf. Berühren Sie sie. Teilen Sie Ihre Begeisterung.

Seht her, wie großartig wir sind

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„Schauen Sie sich mal unsere neue Technologie an. Großartig, oder? Ich erklär Ihnen mal ganz genau, wie das funktioniert. Sehen Sie, wie großartig wir sind? Wir sind uns sicher, dass Sie das super gebrauchen können.“

Ein anderer:

„Uns ist aufgefallen, dass Sie ein Problem haben. Wir haben uns das mal näher angeschaut und herausgefunden, warum. Wir haben auch eine Lösung gefunden. Sie müssen dafür dieses und jenes tun. Mit unserer neuen Technologie tut das nicht annähernd so weh, wie es klingt. Tatsächlich macht es sogar Spaß. Wollen Sie wissen, wie es funktioniert?“

So viel Aufwand für eine Präsentation?

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So viel Aufwand für eine Präsentation?

Wenn man es so sehen will. Ich sehe es so: So viel Aufwand für das, was danach kommt. Die nächste Präsentation. Denn diese Präsentation kann mir die Tür für die nächste öffnen.

Warum also so viel Aufwand? Weil Präsentieren eine Chance ist. Die Chance, Menschen zu berühren und etwas zu bewegen. Gehört zu werden. Mundpropaganda auszulösen. Weiterempfohlen zu werden. Aufträge zu bekommen, die mir weitere Chancen eröffnen. Wahrgenommen zu werden.

Wenn ich nur an die Pflicht denke, den Termin zu bewältigen, dann ist alles bloß lästig. Dann „muss ich“ statt „darf ich“.

Ich aber will sogar. Mehr. Also nutze ich diese Chance, damit ich noch eine bekomme. Dann vielleicht sogar eine größere.

Deshalb: Ja, so viel Aufwand!

Wie es zu einer Präsentation kommt – oder auch nicht

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Bitte ankreuzen:

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es sagen und darf es auch.

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es sagen, darf aber nicht.

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es zwar nicht, muss aber.

☐ Ich habe etwas zu sagen, tue es aber nicht.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will aber und darf.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will aber und darf nicht.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will es auch nicht, muss aber.

☐ Ich habe nichts zu sagen und tue es auch nicht.

Was soll ich tun?

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»Ok, Du hast mich überzeugt, aber was kann ich denn jetzt nach deinem Vortrag ganz konkret tun?«

Sonnenklar ist das nur Ihnen (ist es?). Für die Zuhörer aber ist alles neu. Sie haben sie vor den Kopf gestoßen, wach gerüttelt oder mitgerissen. Kopfnicken überall.

Aber sobald die Euphorie des Moments vorbei ist und jeder wieder in seinem Alltag gelandet ist, was dann? Wie setzen die Zuhörer jetzt um, was Sie in ihnen gepflanzt haben? Was können die Zuhörer ganz konkret als ersten Schritt tun? Welche eine Tat hat die größte Auswirkung? Gibt es vielleicht eine Checkliste?

  • Wenn du dich gesünder ernähren möchtest, dann ist der wichtigste Schritt …
  • Wenn du deine Qualitätsprobleme in den Griff bekommen möchtest, dann solltest du zuallererst …
  • Wenn Sie helfen wollen, dann spenden Sie hier …

Was nützt es, dass Sie Ihre Zuhörer überzeugt haben, wenn sie danach die neue Überzeugung nicht in die Tat umsetzen. Unterstützen Sie sie dabei. Geben Sie ihnen Handlungsempfehlungen mit auf den Weg. Sagen Sie ihnen, so konkret wie möglich, was sie jetzt tun sollen.

Maßstäbe für den Erfolg einer Präsentation

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Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Präsentation?

An der Dauer des Applauses?
Dass es keine Fragen gab?
Dass es viele Fragen gab?
Dass Sie nur 10 Minuten für die Vorbereitung verwendet haben und alles aus dem Ärmel geschüttelt haben?
Dass Sie alles erzählt haben, was Sie wissen?
Dass Ihr Chef Sie nach dem Vortrag lobt?
Dass jemand aus dem Publikum Sie nach dem Vortrag lobt?
Dass jemand aus dem Publikum Sie nach dem Vortrag beschimpft?
Dass niemand sein Smartphone rausgeholt hat?
Dass Ihr Vorschlag angenommen wurde?
Dass Sie für einen weiteren Vortrag eingeladen wurden?
Dass Ihr Publikum verstanden hat, was Sie meinen?
Dass Ihr Publikum verstanden hat, dass das, was Sie gesagt haben, relevant ist?
Dass Sie etwas bewegt haben?
Dass sich drei Wochen nach Ihrem Vortrag im Verhalten Ihrer Zuhörer spürbar etwas geändert hat?

Der Maßstab, nach dem Sie Ihre Präsentation bewerten, beeinflusst die Haltung gegenüber Ihrer Präsentation und gegenüber Ihren Zuhörern. Haben Sie den richtigen Maßstab?

Bücher lesen

By | Allgemein, Buchempfehlung

Ich habe noch nie besonders viele Bücher gelesen. Weil ich für viele Bücher sehr lange brauche, um sie zu lesen.

Das liegt nicht daran, dass ich langsam lese. Ich lese sogar recht schnell. Sondern daran, dass ich so schnell abschweife. Assoziiere. Vergleiche. Ein Satz bringt mich auf eine Idee, die verfolgt werden will. Ein anderer erinnert mich an eine ähnliche Situation. Auf einer Seite begreife ich etwas, auf einer anderen widerspreche ich vehement – und begreife auch dabei etwas. Das braucht alles Zeit. Und ich vermisse etwas, wenn das nicht passiert. Deshalb versuche ich, meine Bücher mit Bedacht auszuwählen. Ich versuche, solche Bücher zu lesen, über die sich das Nachdenken lohnt und tue das dann auch ausführlich.

Im letzten Jahr bin ich – auch aus diesem Grund – wieder zu gedruckten Büchern zurückgekehrt, nachdem ich in 2015 fast ausschließlich auf dem Kindle gelesen habe. E-books schienen mir erst sehr begehrenswert und vorteilhaft für meine Art des Lesens: Ich habe sie immer dabei (notfalls auf meinem iPhone). Markierte Stellen sind nachher elektronisch durchsuchbar und daher leicht wieder zu finden. Ich kann markierte Stellen effizient durchschauen, sie kopieren und weiterverarbeiten.

Allerdings hatte ich das nicht zu Ende gedacht. Wichtiger als das, was ich mit den markierten Stellen nachher mache, ist nämlich das, was ich im Augenblick des Lesens tue. Denn ich markiere in gedruckten Büchern nicht bloß. Ich unterstreiche, kreise ein, streiche durch, unterstreiche doppelt und dreifach, setze Ausrufezeichen, verbinde mit Pfeilen, schreibe am Rand usw.

Das intensiviert das Arbeiten und erleichtert gleichzeitig die Erinnerung. Ich erinnere mich an Stellen, weil ich sie so oder so markiert habe. Mein Gedächtnis hat dadurch mehr Kontext beim Erinnern. Es erinnert sich an die Haptik, das Aussehen, das Gewicht, die ungefähre Stelle im Buch, die Art der Markierung. Gedruckte Bücher unterstützen meine Art des Nachdenkens mit und über ein Buch anscheinend noch viel besser.

Möglicherweise sehe ich das irgendwann wieder anders. Im Augenblick aber lese ich lieber gedruckte Bücher.

In den folgenden Tagen möchte ich ein paar Bücher vorstellen, die mich in 2016 besonders beschäftigt haben.

Nur zwei Bücher aus der Liste stammen auch aus 2016. Neuheit war für mich noch nie ausschlaggebend für mein Interesse an einem Buch.

Nur ein Buch ist auf Deutsch. Ich habe zwar mehr gelesen, aber hängen geblieben ist nur eines. Das ist schade. Ich würde mir mehr wünschen (und freue mich über Empfehlungen).

10 Jahre iPhone-Präsentation

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Gestern las ich eine Menge Lobpreisungen für Steve Jobs’ iPhone-Präsentation, die inzwischen als Paradebeispiel für gelungene Produktpräsentationen herhalten darf. Viel wurde dort gesagt über die technische Umsetzung, die Dramaturgie, die angemessene Visualisierung, die überzeugenden Demos, den Humor, und vieles davon kann man bejahen. Aber ich habe drei Aspekte vermisst, die leicht übersehen werden:

  1. Das iPhone wurde insbesondere deswegen zu einem grandiosen Erfolg, weil es ein großartiges Produkt war, das die Welt verändert hat. Großartige Präsentationen sind auch deswegen großartig, weil sie großartiges zu sagen haben.
  2. Steve Jobs platzte sichtlich vor Stolz, als er auf der Bühne stand. Er glaubte jede einzelne Silbe, die er dort oben sagte. Begeisternde Präsentationen begeistern auch deswegen, weil der Redner begeistert ist.
  3. Der Vorbereitungsaufwand für die Präsentation war gewaltig. Monate im Voraus begannen die ersten Vorbereitungen, 5 Tage lang stand Steve Jobs auf der Bühne, um den Vortrag zu üben. Perfekte Präsentationen sind auch deswegen perfekt, weil sie perfekt vorbereitet sind.

Der Verdammt-so-mach-ich-es-ja-auch-ich-fühl-mich-ertappt-Effekt

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„Haha, ja genau. Wie bei mir neulich. Gutes Beispiel.“ Ziemlich lustiger Vortrag ist das.

Obwohl … auch ein bisschen unheimlich. Der kennt mich doch gar nicht. Und doch weiß er, wie ich ticke. Hat er mir etwa über die Schulter geschaut?

Lustig ist’s, ja, aber je länger der Vortrag dauert, desto unbequemer wird’s auch, weil ich erkenne:

„Verdammt, so mach ich es ja auch. Ich fühl mich ertappt!“

Und das ist gut so. Denn erst wenn es unbequem wird, ändern wir etwas.

Unbequem wird es aber erst, wenn ich erkenne, was das mit mir zu hat: „Der meint ja mich! Der hat echt verstanden, worauf es ankommt.“

Sie sind der Augenöffner für Ihre Zuhörer – je konkreter, je lebensnäher Ihre Beispiele, desto mehr. So konkret, dass die Zuhörer sagen: „Verdammt, so mach ich es auch. Ich fühl mich ertappt!“