was successfully added to your cart.

Buchempfehlung: Geile Show!

Als ich zu Uni-Zeiten meine ersten Präsentationen hielt, brachte man mir bei:
1. Alles, was du sagst, soll sich auch auf den Folien wiederfinden
2. Keine so großen Bilder, das wirke unseriös
3. Schriftgröße 18pt sei optimal

Natürlich ist all das ein ziemlicher Blödsinn. Ich würde fast sagen, eher das Gegenteil dessen ist richtig. Das Problem dabei ist: So wie mir ist es Tausenden von Studenten gegangen – und es geht Ihnen heute noch nicht besser. Mit anderen Worten: Wenn man aus der Uni – oder einer anderen Ausbildung – kommt, dann ist man in Sachen Präsentation erst einmal gründlich verdorben.

Ursache des Übels ist, dass eigentlich niemand in der Uni wirklich in der Lage war, mir die Prinzipien sinnvoller Präsentationen zu erklären, weil er sie nämlich selbst nicht kannte. Ja, ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, viele der „Lehrer“ in Sachen Präsentation (Seminarleiter etc.), waren eigentlich eher besonders ungeeignet dafür, denn die meisten dieser „Lehrer“ tappen ja selbst in all die Präsentationsfallen und nutzen Bullet-Point-Salven, bei denen man einschlummert (ihnen hat ja auch niemand gezeigt, wie es besser geht). Kein Wunder also, dass es so viele schlechte Präsenationen gibt; man lernt es falsch und – einmal im Job angekommen – machen es alle anderen genau so.

geileshowcover_gross

Gerade deswegen habe ich mich sehr gefreut, als mir vor Kurzem ein interessantes, neues Buch ins Haus geflattert ist: Geile Show! von Oliver Reuther. Geile Show! – man hört es schon am Titel – richtet sich an ein junges Publikum, nämlich Schüler, Studierende und Job-Einsteiger, und möchte ihnen erklären, wie man eine gute Präsentation hält; oder eben in den Worten des Autors: eine geile Show.

In einer frischen und jugendtauglichen Sprache streift Oliver Reuther fast alle Aspekte der Präsentation. Vom Finden der Kernaussage zur sinnvollen Struktur über die anschauliche Visualisierung bis hin zum gelungenen Auftritt führt er in alle Themen kurz ein und hat dabei sicher auch den ein oder anderen Tipp für erfahrenere Vortragende auf Lager. Dabei strebt er nicht nach Perfektion, sondern empfiehlt einen pragmatischen Umgang mit dem Thema Präsentation. Das Wichtigste ist eben, dass die Botschaft ankommt. Und für den Autor ist das Wichtigste, dass mehr Menschen schon in ihrer Ausbildung lernen, wie das geht.

Ich bin mir nicht sicher, wie viele Jugendliche sich tatsächlich durch das mit 290 Seiten nicht gerade kurze Buch wälzen. Gerade die Vielfalt der Themen und Details, die behandelt werden, könnten den ein oder anderen abschrecken. Für diejenigen gibt es aber andererseits eine kostenlose Kurzfassung als eBook.

Auch, wenn man es vielleicht noch etwas jugendtauglicher hätte machen können (man denke z.B. an Dan Pinks Karriereratgeber), freue ich mich, dass es – endlich – auch ernstzunehmende Hilfestellung für bessere Präsentationen gibt, die sich explizit an ein jüngeres Publikum bis hin zum Job-Einsteiger richtet. Wir brauchen mehr davon.

[Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Weitere Buchempfehlungen
Karriereratgeber zweimal anders
Buchtipps für den Wunschzettel
Drei Buchempfehlungen für den inneren Schweinehund

Next Post