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Anne Pustina

Silicon Valley und die Geschichte mit den Geschichten

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Große digitale Firmen wie Twitter, Apple , Youtube oder Facebook setzen neuerdings auf Journalisten, wie die Zeit kürzlich im Artikel “Silicon Valley versucht Journalismus” berichtete.

Bei Twitter sollen diese Journalisten zum Beispiel im Rahmen von „Twitter Lightning“ dabei helfen, Twitters unglaubliche Masse an Kurztexten, Fotos und Videos zu kuratieren und Stories zu generieren – nach einem ähnlichen Prinzip wie das Social Media Geschichten-Tool Storify.

Apple will mit seiner neusten App “News” direkt ins Nachrichtengeschäft einsteigen, wie Apples Marketingexpertin Susan Prescott kürzlich auf Apples Entwicklerkonferenz ankündigte. Auch Facebook setzt mit “Instant Articles” und Youtube mit “Newswire” auf journalistische Inhalte.

Die Idee dahinter ist einleuchtend. Journalisten können eines besonders gut: Spannende Geschichten erzählen. Und wenn uns eines fasziniert und fesselt, dann sind es gut erzählte Geschichten. Logisch eigentlich, dass Twitter und Co diese Macht nutzen wollen.

Und Sie? Haben Sie die Macht von Geschichten schon für Ihre nächste Präsentation erkannt?

Wieso? Weshalb? Warum?

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Kinder wollen alles wissen und verstehen. Und beharren solange darauf, bis sie eine verständliche Antwort haben. Das ist manchmal einfacher („Warum leuchten Glühbirnen?“) und manchmal schwieriger („Wo kommen Babys her?“), bis hin zu wirklich herausfordernden Fragen („Warum wohnt Opa jetzt auf dem Friedhof?“).

In einer aktuellen Ausgabe der Radiosendung „This American Life“ dreht sich alles um die Herausforderung, Kindern die schwierigen oder komplizierten Seiten des Lebens zu erklären. Dabei geht es zum Beispiel um eine Psychologin eines Trauerzentrums, die es auf bemerkenswert simple Art schafft, Krankheit und Tod für Kinder auf den Punkt zu bringen. Zum Beispiel ist Nierenversagen, „wenn die Nieren das Blut nicht mehr waschen und das Blut dann den Körper vergiftet.“ Oder Mord: „Das ist, wenn jemand anderes entscheidet, dass dein Körper nicht mehr funktionieren soll“. Oder Überdosis: „Man hat eine Krankheit im Kopf, die Abhängigkeit heisst. Sie bringt dich dazu, zuviel von einem Medikament zu nehmen, das nicht gut für dich ist.“

Das hört sich einfach an, aber es hat mit Sicherheit sehr lange gedauert, diese Antworten zu finden und so zu formulieren. Denn egal ob es um traurige oder um schöne Themen geht, Kinder fordern eine gnadenlose Pointierung. Schwammige Antworten nehmen sie mit unzähligen „aber warum?“-Schleifen auseinander. Kurzum: Kinder sind die ultimativen Küchenzurufsjäger.

Fangen Sie die Vorbereitung Ihrer Präsentation doch einmal so an: Wie würde ich das meinem Kind erklären? Und bevor Sie jetzt protestieren: Natürlich ist der Empfänger Ihrer Präsentation kein Kind, sondern Erwachsene, vielleicht sogar ein Fachpublikum. Es geht auch gar nicht darum, Ihren Küchenzuruf zu stark zu vereinfachen oder gar zu banalisieren. Dennoch ist die “Erklär’s deinem Kind”-Übung eine sinnvolle. Denn sie zwingt uns, auf den Punkt zu kommen und Klartext zu reden.

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Präsident für einen Tag

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Überzeugend Präsentieren: Präsident für einen Tag

Einmal im Jahr gibt der amerikanische Präsident die sogenannte State of the Union Address: Eine Rede, in der er im Kapitol in Washington seine Einschätzung zur Lage des Landes vorträgt. Die letzte gab Präsident Obama Ende Januar. An der Veranstaltung nehmen alle teil, die im amerikanischen Politikbetrieb Rang und Namen haben: Der Vizepräsident, die Richter des Obersten Gerichtshofes, die Mitglieder des Kabinetts und der Generalstab. Die versammelte Mannschaft. Kaum auszudenken, was passieren würde, sollte ausgerechnet an diesem Tag ein Anschlag auf das Kapitol verübt werden. Amerika wäre komplett führungslos. Keiner mehr übrig. Klappe zu, Affe tot.

Einer muss überleben

Aus diesem Grund gibt es den “Designated Survivor”, den ausgewählten Überlebenden. Er wird unter den Mitgliedern des Kabinetts oder den Abgeordneten des Repräsentantenhauses ausgesucht. Entstanden ist das – wenig überraschend – während der Atomparanoia des Kalten Krieges. Sollte während der Ansprache im Kapitol irgendetwas passieren, das sowohl den Präsidenten, als auch den Vize-Präsidenten, den Sprecher des Repräsentantenhauses, den Präsident des Senats und alle anderen Mitglieder des Kabinetts (so die Reihenfolge der Amtsübernahme im Todesfall des Präsidenten) tötet, übernimmt der Designated Survivor die Führung des Landes.

Amateure…

Der Designated Survivor wird im Zeitfenster der Ansprache wie der Präsident behandelt: Er wird an einen sicheren Ort eskortiert und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen bewacht. Er erhält den “nuklearen Football” – eine Aktentasche, die ihn dazu ermächtigt, Amerikas Atombomben zu zünden.

Auf diese Verantwortung wird er gründlich vorbereitet, würde der gesunde Menschenverstand sagen. Tatsache ist: wird er nicht. An einem Tag ist man Landwirtschaftsminister oder Gesundheitsministerin, am nächsten hat man die Macht, auf den großen roten Knopf zu drücken und große Teile der Menschheit auszulöschen.

Der Wahnsinn, oder?

Ja. Und nein. Denn mal ganz ehrlich. Jeder der Präsident wird, macht den Job zum ersten Mal. Und er ist erst dann Präsident mit allen Verantwortungen und Pflichten, ja, wenn er es eben ist – am Tag seiner Amtseinführung. Vorher darf er an keiner hochgeheimen Sitzung der inneren Sicherheit teilnehmen. Oder wird in die Abläufe im Fall der Fälle eingewiesen. Oder darf sich mit den nuklearen Zugangscodes auseinandersetzen.

Irgendwann ist immer das erste Mal

Alle sind Amateure, wenn sie etwas zum ersten Mal tun. Aber das ist noch lange kein Grund, eine Herausforderung nicht anzunehmen. Man sammelt Erfahrung, indem man es tut. Ob als Präsident oder bei etwas vergleichsweise banalem wie der ersten Präsentation vor einem 500-Personen-Publikum. In beiden Fällen kann man sich vorbereiten, aber ins kalte Wasser muss man trotzdem.

[Bild: NASA/Bill Ingalls]

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Neulich im Weltall

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Sie schweben durch’s All. Mit nichts als einer dünnen Sicherheitsleine, die Sie in an Ihrer Raumstation hält. Sie bewundern die Schönheit der Erde von oben, die dünne blaue Schicht, die unseren Planeten von unendlichem Schwarz trennt. Und auf einmal können Sie nichts mehr sehen.

Panik! Sie rudern umher, wissen nicht mehr, wo oben und unten ist, geschweige denn wie Sie zur Einstiegsluke zurückfinden. Das ist der Stoff, aus dem die wirklich fiesen Alpträume gemacht sind, oder? Denkste. Ist im echten Leben passiert. Nämlich dem kanadischen Astronauten Chris Hadfield auf einem seiner Allspaziergänge außerhalb der Internationalen Raumstation.

Ja, das Leben eines Astronauten ist gefährlich.

Quasi in jeder Sekunde seines Einsatzes riskiert er sein Leben. Es könnte soviel passieren. Der Shuttle könnte beim Start explodieren, an Bord könnte Feuer ausbrechen, ein Stück Weltraumschrott könnte die Station treffen, die mit 8 km die Sekunde um die Welt rast (das kann tatsächlich nicht nur im im Film Gravity passieren, der Schrott ist nämlich überall), der Fallschirm der Wiedereintrittskapsel könnte nicht aufgehen oder, tja, man könnte beim Weltraumgang auf einmal nichts mehr sehen.

Wie schafft es ein Astronaut wie Chris Hadfield, nicht in jeder Sekunde von jedem Tag in der Schwerelosigkeit völlig wahnsinnig vor Angst zu werden? Wie hat er es geschafft, blind im Weltall nicht einer rasenden Panik nachzugeben?

Keine Panik!

Zugegeben, Hadfield ist schon eine ziemlich coole Socke. Aber extreme Situationen meistert er, wie alle Astronauten, mit einer Technik: Routine. Astronauten üben in ihrer Ausbildung, sich auf jede Eventualität vorzubereiten. Sie gehen Szenarien und Notfälle durch, immer und immer und immer wieder. Bis sich die Abläufe so eingeprägt haben, dass in in Extremfällen nicht die Angst die Kontrolle übernimmt, sondern die Routine.

Orientierungslos im All werden Sie sich wahrscheinlich (hoffentlich) nie wiederfinden. Aber jeder Vortragende hat Angst vor diesem Moment, in dem etwas aus dem Ruder läuft und er völlig aus dem Konzept kommt. Wenn er die Orientierung verliert und nicht mehr weiß, wo es weitergeht. Kann passieren, wir sind ja alle nur Menschen. Wir können Lampenfieber bekommen, der Beamer kann ausfallen, Sie könnten Ihre Redekärtchen zuhause vergessen.

Aber Sie können etwas dagegen tun, dass sie in Folge dessen blind umherrudern. Schauen Sie es sich bei den Astronauten ab und üben Sie, bis Sie Ihren Vortrag im Schlaf halten könnten. Bis Sie ihn sozusagen auch blind im Weltall halten könnten.

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Plädoyer für mehr Unernsthaftigkeit – CreativeMornings mit Prof. Bruysten

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Über das Spiel kann man Mechanismen freisetzen, die atemberaubend sind.

„Gamer sind pickelige Jungs, 13 bis 23 und blass, weil sie immer nur im Keller sind.“ Ein Vorurteil, dem Prof. Tim Bruysten häufig begegnet. Das aber kaum weiter an der Realität vorbei schießen könnte. Games sind mittlerweile ein gesellschaftsweites Phänomen. Und eine der größten Unterhaltungssparten. Doch Spiele können viel mehr als unterhalten. Sie sind die Stellschraube, die uns dabei helfen könnte, viel produktiver und schlauer zu werden, sagt Prof. Bruysten. Warum das so ist, hat er uns bei unserem CreativeMorning am 12. Dezember in DEINspeisesalon zum Thema Education in seinem “Plädoyer für mehr Unernsthaftigkeit” erklärt.

Prof. Bruysten lehrt Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf und ist Inhaber der Beratungsagentur richtwert. Seinen Fachbereich, den er als zugleich zutiefst künstlerisches und technisches Feld beschreibt, gibt es zwar schon seit 10 Jahren, so richtig angekommen sind die Games im „echten Leben“ aber noch nicht.

Denn auch wenn Games in der Freizeit beliebt und verbreitet sind, in unserem Alltag, sprich im Job oder in der Schule, sind sie leider nach wie vor ein Mauerblümchen. „Ich frage das Publikum in meinen Vorträgen oft, was das Gegenteil von Spiel ist. Ein Zuhörer sagte mal, Erwachsen werden. Das fand ich traurig,“ erzählt Prof. Bruysten.

Dabei steckt im Spielen ein riesiges kreatives Potential, das nur darauf wartet, sich in unseren Büros oder Klassenräumen zu entfalten. Zum Beispiel sind wir im Spiel oft über Stunden hoch konzentriert. Wir haben auch einen stärkeren Teamgeist und wollen gemeinsam das beste Ergebnis erreichen. „Im Job wären wir nicht bereit, eine Aufgabe an einen Kollegen abzugeben, auch wenn wir wissen, dass er sie eigentlich besser erledigen kann. Beim Fußball hingegen ist es ganz normal, den Ball an einen Mitspieler abzugeben, damit der dann das Tor schießt,“ erklärt Tim. Wir halten uns außerdem an die Spielregeln (sonst dürfen wir nicht mehr mitspielen) und wollen uns stetig verbessern. Hört sich so ziemlich nach dem Traum jedes Managers an.

Spielen macht tatsächlich klug.

Einige Unternehmen haben das auch erkannt und setzen es schon um. SAP zum Beispiel hat mit einer Onlinegamingplattform den Umsatz seiner Vertriebler um 20% erhöhen können. Und ein italienisches Forscherteam hat es geschafft, mit Hilfe eines Games in wenigen Tagen ein biologisches Rätsel zu knacken, an dem sie zuvor seit Jahren vergeblich mit herkömmlichen Methoden tüftelten.

Wir leben in einer Welt, die sich zunehmend digitalisiert. Unser Weg hin zu einer digitalisierten Gesellschaft ist aus Tims Perspektive sogar „der umfassendste soziokulturelle Wandel, den eine Gesellschaft jemals in der Geschichte der Menschheit erlebt hat.“ Wir brauchen Werkzeuge, um damit umzugehen, sagt er, damit wir als Menschen das alles überhaupt noch verstehen. Die Gamification sei dabei eine ideale Methode, eine menschliche Komponente in diesen Wandel einzubauen, ohne die Technologie zu verlangsamen.

CreativeMornings sind inspirierende Frühstücksveranstaltungen, die wir mit einem Team aus kreativen Kölnern einmal im Monat organisieren. Haben Sie Lust, beim nächsten Vortrag am Freitag, 23.1. persönlich dabei zu sein, wenn Andreas Donat und Guiseppe Gennaro in den MMCStudios einen Blick hinter die Kulissen des TV geben. Dann registrieren Sie sich kostenlos. Hier geht’s entlang zur Anmeldung.

In Deinem Kopf bist Du nicht allein!

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Was uns Menschen grundlegend von (den meisten) Tieren unterscheidet, ist unsere Fähigkeit Empathie zu empfinden. Sie bringt uns dazu, mitzufühlen, zu helfen, zusammenzuhalten, Anteilnahme zu spüren.

Schuld ist wie immer unser Gehirn. Genauer gesagt: die Spiegelneuronen in unserem Gehirn. Sie sorgen dafür, dass die Empfindungen anderer auch in uns abgebildet werden. Und das ist sehr wichtig für unsere Entwicklung. Denn schon als Babys lernen wir dank der Spiegelneuronen von unseren Eltern, indem wir sie beobachten und nachahmen.

Das ist ein bisschen so, als wäre auf einmal noch jemand anderes in unserem Gehirn. Hört sich gruselig an, ist aber wissenschaftlich belegt. Der Gehirnforscher Christian Keysers drückt es so aus: „Ich versuche hier, diese Wasserflasche zu öffnen, sie klemmt ein bisschen, und jetzt endlich gelingt es mir. In diesem Moment könnte ich im Belohnungsareal Ihres Gehirns das Erfolgserlebnis mitmessen – Sie freuen sich mit mir, ob Sie wollen oder nicht. Sie empfinden mein Gefühl, fast als ob es das Ihre wäre. Das Spiegeln scheint ein sehr grundlegendes Prinzip zu sein. Unser Gehirn ist bei weitem nicht so privat, wie wir dachten. Es erlebt die Zustände anderer Menschen mit. So werden Sie ein Teil von mir, ich werde ein Teil von Ihnen.“

Und das funktioniert nicht nur im echten Leben, sondern auch beim Geschichten erzählen. Empathie lässt uns mit den Helden eines spannenden Films oder eines packenden Romans mitfiebern. Wir identifizieren uns mit ihm oder ihr. Wir spüren, was sie spüren.

Und was heißt das für Ihre Präsentation? Eine einmalige Chance! Die Gehirne Ihrer Zuhörer sind ja praktisch darauf programmiert, mit Ihrem Vortrag mitzufiebern. Sie wären ja schön blöd, wenn Sie diese Chance nicht nutzen würden.

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Wie würde die Maus es erklären?

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Manche Themen sind einfach zu komplex und zu kompliziert, um sie einfach und anschaulich darzustellen.

Kann schon sein.

Aber die Frage ist doch, welchen Detailgrad ich meinem Publikum vermitteln möchte. Wenn ich vor einem sehr spezialisierten Fachpublikum spreche, kann ich Vorwissen voraussetzen. Dann kann ich die Grundlagen auslassen und direkt in komplexere Detailaspekte einsteigen, ohne mein Publikum zu überfordern.

Wenn ich aber vor einem Publikum spreche, das mit meinem Thema nicht so vertraut ist – und das ist meistens der Fall – geht es nicht darum, komplizierte Details bis ins Kleinste zu vermitteln. Die würde sich eh niemand merken. Es geht darum, dass das Publikum die Idee versteht.

Wie stelle ich also etwas Kompliziertes so dar, dass es ein Laie versteht?

Inspiration kann man sich wunderbar mit seinen Kindern vor dem Fernseher holen. Kindersendungen wie die Sendung mit der Maus, Wissen macht Ah! oder Willi will’s wissen beherrschen das einfache Erklären von komplizierten Dingen perfekt. Und sie benutzen ein ganz simples Mittel: Vergleiche.

Zum Beispiel erklärt die Sendung mit der Maus wie ein Hardware und Software eines Computers funktioniert durch einen Vergleich mit dem Menschen, der auch aus so etwas wie Hardware und Software besteht. Oder, dass Einsen und Nullen wie das An- und Ausmachen des Lichtschalters sind.

Sie werden jetzt natürlich zurecht einwenden, dass Sie Ihre nächste Präsentation nicht wie eine Kindersendung gestalten können.

Richtig. Sollen Sie auch nicht.

Natürlich geht es nicht darum, jedes Thema so zu erklären, wie man es einem Kind erklären würde. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn wenn ein Thema stark vereinfacht wird, läuft man Gefahr, einfache Lösungen für komplexe Probleme vorzuschlagen, die im Beispiel funktionieren, der Realität aber nicht standhalten.

Es geht vielmehr darum, publikumsgerechte Assoziationen zu finden.

In den Wissenssendungen werden Vergleiche genutzt, die Kinder verstehen, weil sie sie aus ihrem Alltag kennen. Suchen Sie Vergleiche, die Ihr Publikum aus seinem (Arbeits-)alltag kennt. Zum Beispiel das neue online Lieferantensystem, dass so ähnlich wie Amazon funktioniert. Oder das neue Intranet mit Profilfunktion, das so ähnlich wie Facebook funktioniert.

Und zu Übungszwecken kann es sicherlich nicht schaden, sich ab und zu zu fragen: Wie würde die Maus das wohl erklären?

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Von ehrlichen Saftläden und sexy Früchten – CreativeMornings mit Nic Lecloux

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Ach, schöne heile Werbewelt. Alles ist so frisch und sauber, so knusprig und knackig. Die Realität, zum Beispiel in der Burgerverpackung, ist dann meist, naja, sagen wir ernüchternd. So ist das eben. Die Werbung lügt und sonntags regnet’s immer. Wir haben uns irgendwie damit abgefunden. Nic Lecloux von TrueFruits findet, das geht auch anders. Denn bei seinen Smoothies gilt: “What you see is what you get”. Auf dem CreativeMornings Septemberevent in Köln hat er erklärt, was er damit genau meint.

No Tricks

Nics “Saftladen” TrueFruits ist ein junges Bonner Unternehmen, das sich ziemlich wacker neben großen Playern wie Coca-Colas Innocent und Chiquita Smoothies schlägt. Während eines Auslandssemesters hatte der damalige BWL-Student die Früchte in Flaschen entdeckt und konnte gar nicht glauben, dass es sie auf dem deutschen Markt noch gar nicht gab. Geboren war die Geschäftsidee.

Der Anspruch dabei: No Tricks. “Wir wollten von Anfang an ehrliche Produkte machen,” sagt Nic. Deshalb gibt es TrueFruits auch nur in Glasflaschen mit Aufdruck statt Etikett, die schonungslos freien Blick auf den Inhalt geben. Außerdem ist in den bunten TrueFruits tatsächlich eben nur das: echte Früchte. Und ein paar andere natürliche Zutaten, wenn das Rezept es verlangt. Aber keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoffe und keine Konzentrate.

Mit diesem Anspruch ist TrueFruits so etwas wie das schwarze Schaf der Saftindustrie. “Den Unterschied zwischen Konzentrat und echtem Saft schmeckt doch eh keiner, wurde uns gesagt. Und dass Plastikflaschen doch viel billiger seien als Glas. Aber wir machen unsere Smoothies in erster Linie für uns selbst. Deshalb gehen wir die Sache auch ganz anders an, als das eine große Firma tun würde”.

Smoothiewerbung auf dem Klo

Das gilt auch für’s Marketing. Als junges Unternehmen mit kleinem Budget müssen sich Nic und sein Team allerhand einfallen lassen. Zum Beispiel Plakatwerbung auf dem Klo. Klingt erst mal komisch, leuchtet aber irgendwie ein. Denn: “Wann sonst kriegt ein Werbeplakat 15 Sekunden ungeteilte Aufmerksamkeit?” Und was liegt näher als einen gläsernen Werbeträger, der ein paar Millionen Mal im Jahr verkauft wird, auch als solchen zu benutzen? Die witzigen Texte im Kleingedruckten mit Hashtags wie #Einhornkotze oder #Ohnemett haben in den sozialen Medien schon Kultstatus erreicht.

Nic will mit seinen Smoothies nicht nur die Welt erobern. Er will auch missionieren. “Wir wollten immer schon gesunde Produkte sexy machen. Wir haben nicht verstanden, warum gesunde Produkte so bieder rüberkommen. Wir wollen, dass es cool für junge Leute ist, einen Smoothie zu trinken!”

Tüte über’m Kopf

So ganz “No Tricks” ist bei TrueFruits aber dann doch nicht alles. Als ein Zulieferer statt frischgrünem Minzpüree ein gelbbraunes Produkt aus einer anderen Minzsorte lieferte, zog das Team den Flaschen kurzerhand eine charmante Tüte über den Kopf. “Das ist Natur, die sieht halt so aus.” sagt Nic. “Aber für Impulskäufe ist die Farbe natürlich unbrauchbar. Über 50.000 Flaschen haben wir mit der Hand mit den Tüten bestückt. Die Aktion hat dann sogar dazu geführt, dass das Produkt wieder einen richtigen Anschub bekommen hat.”

Vortrag verpasst?

Hier können Sie Nics Vortrag noch mal in voller Länge ansehen.

Diese Woche geht es schon weiter mit dem “Crossover”-Vortrag von Matthias Frey und Alex Ginter zum Thema Kommunikationsdesign im studio dumont in Köln. Tickets gibt es ab heute, 20. Oktober 2014, 9:00 h hier.

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CreativeMornings/Cologne

Was wir von großen Künstlern lernen können

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Das Faszinierende an großer Kunst ist, dass sie meist dann am größten ist, wenn sie mühelos aussieht. Wie eine Balletttänzerin, die über die Bühne schwebt. Oder ein Konzertpianist, der die schwierigsten Passagen einfach aus dem Kopf spielt. Oder ein Satz in einem Roman, der so simpel wie genial ist.

Die Wahrheit ist, dass nichts davon mühelos ist. Selbst die größten Talente müssen hart daran arbeiten, großartige Werke zu schaffen. Der französische Schriftsteller Gustave Flaubert beispielsweise ist bekannt für den Perfektionismus, zu dem er sich selbst verdonnerte. Manchmal hat er Wochen für eine einzige Seite gebraucht und seine Texte immer und immer wieder verändert und verbessert, verworfen und neu geschrieben.

Im Alltag geht es natürlich nicht immer darum, ein Kunstwerk zu schaffen. Trotzdem gibt es einiges, das man sich von den ganz Großen für seine eigene Arbeitsweise abschauen kann – zum Beispiel bei der Vorbereitung der nächsten Präsentation.

1. Von anderen zu lernen, macht uns besser

Sich von anderen etwas abzusehen ist kein Eingeständnis, dass man es alleine nicht schafft. Im Gegenteil, es ist ein extrem kreativer Lernprozess. Indem man beobachtet, wie andere etwas machen, erweitert man seinen Horizont für neue Ideen und Ansätze, die man dann auf die eigene Situation übertragen kann. So hat es auch Picasso gemacht. Wer das Picasso-Museum in Barcelona besucht, sieht zu Anfang der Ausstellung erst einmal Skizzen über Skizzen mit den verschiedensten Stilrichtungen aus seinen jungen Jahren. Picasso hat also nicht von Anfang an “Picassos” gemalt. Durch das Imitieren von anderen Künstlern lernte er von den Besten und entwickelte seinen eigenen Stil.

2. Es muss nicht auf Anhieb perfekt sein

Oder anders gesagt: Ausprobieren gibt uns die Freiheit, das beste Ergebnis zu erzielen. Mit einer “So habe ich das doch schon immer gemacht”-Einstellung bekommt man bestenfalls ein 0815-Ergebnis. Wer hingegen ausprobiert und auch mal damit scheitert, kommt dadurch auf ganz neue Lösungen. Selbst ein Meister seiner Zeit wie Paul Peter Rubens malte nicht einfach drauflos. Er benutzte Skizzen, um erst einmal im Kleinen auszuprobieren, wie etwas im Großen wirken oder funktionieren könnte. Das zeigt zum Beispiel das Ölbild “Heinrich IV. in der Schlacht bei Ivry” im Rubenshaus in Antwerpen. Es wurde nie fertiggestellt, deshalb sieht man, dass Rubens erst einmal vormalte, was er später mit Öl ausführte und wie er mit den Motiven experimentierte. So hat ein Soldat noch drei Arme und zwei Waffen, weil Rubens noch nicht entschieden hatte, was am besten wirkte.

3. Man muss nicht alles selbst machen

Manchmal erzielt man das beste Ergebnis, wenn man delegiert oder sich Hilfe von anderen holt, anstatt alles selbst zu machen. Entweder, weil man es zeitlich nicht schafft oder weil es jemand anderes einfach besser kann. Aufgrund der hohen Nachfrage nach seinen Werken überließ Rubens die Ausführung seiner Skizzen oft seinen Lehrlingen. Er übernahm dann am Schluss nur noch den Feinschliff. Diese Arbeitsweise hatte er sich von Renaissancekünstlern wie Raffael oder Michelangelo abgeschaut. Für wichtige Aufträge arbeitete Rubens außerdem mit Kollegen zusammen, die auf einem bestimmten Gebiet einfach besser waren als er. Bei dem gerade genannten Gemälde zum Beispiel arbeitete er mit einem Spezialisten für Schlachtengemälde zusammen, der für ihn das Schlachtgetümmel im Hintergrund des Bildes malte.

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Der Puddingbeweis – CreativeMornings mit Andreas Muxel

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CreativeMornings Cologne mit Andreas MuxelProbieren geht über Studieren? Das stimmt nicht nur beim Puddingkochen, sagt Andreas Muxel, Professor für Interface/Interaction Design an der Köln International School of Design. Am 29. August hat er bei unserem zweiten CreativeMorning Cologne im Barthonia Showroom über das Thema „Failure“ gesprochen.

Keine Angst vor Fehlern

Klar, wer etwas ausprobiert, läuft Risiko zu scheitern. Aber zum Thema Scheitern hat Muxel eine sehr klare Meinung. Es sei notwendig, um voranzukommen, findet er. Denn wer ausprobiert und dabei scheitert, kommt zu Ergebnissen und Ideen, die er sonst nie gehabt hätte.

„In unserer Gesellschaft wird erwartet, dass wir nicht scheitern,“ sagt Prof. Muxel. „Es wird von uns erwartet, keine Fehler zu machen und ein perfektes Ergebnis zu liefern. Doch in meiner Arbeit waren die Momente, in denen etwas schief ging, genau die, in denen es spannend wurde.“

Sein „Connect“-Projekt ist so ein Fall. 2008 arbeitete Muxel an einer mobilen Skulptur mit metallischen Kugeln, die an Schnüren von der Decke hingen und miteinander verbunden waren. Muxel wollte beobachten, wie sich die verschiedenen Elemente zueinander und miteinander verhielten. Um Verbindungen unkompliziert verändern zu können, hatte er die Verbindungsschnüre mit Magneten versehen. Eines Tages jedoch löste sich ein Magnet, sodass die Schnur wie ein Akrobat hin und her pendelte und die anderen Elemente nicht nur in Schwingung versetzte, sondern sie auch auf völlig willkürliche Weise miteinander verband und wieder losließ. Das fand Andreas so interessant, dass er das gesamte Projekt veränderte. Die Installation wurde ein großer Erfolg und mehrfach ausgezeichnet.

CreativeMornings Cologne: Andreas Muxel

Jedes Scheitern bringt uns ein bisschen näher an die Lösung

„Meistens denken wir zu viel und machen zu wenig,“ sagt Muxel. „Konzepte sind wichtig, aber man kann nicht erst ganz am Ende mit der Umsetzung anfangen. Man muss von Anfang an ausprobieren.“ Denn die Herausforderung bei einem neuen Projekt liege meist nicht darin, den Weg von A nach B zu finden. Viel schwieriger sei es, herauszufinden, was B überhaupt ist. Die Antwort liegt darin, keine Angst vor Experimenten zu haben und dabei auch mal zu scheitern, um eine neue Idee zu bekommen. Deshalb ist Prof. Muxel auch so ein großer Probieren-Fan. Zum Beispiel durch das Bauen von Prototypen. Wie der Staubsaugerbauer James Dyson, der tausende Prototypen bauen musste, bis sein Produkt perfekt war. Jedes Scheitern hat ihn ein kleines bisschen näher an die Lösung gebracht, ein kleines bisschen mehr in die richtige Richtung geschubst. Das beobachtet auch Muxel jeden Tag bei den Projekten seiner Studenten.

Oder um es mit Thomas Edison zu sagen: „I have not failed. I have just found 10.000 ways that won’t work.“

Sie haben unseren letzten CreativeMorning verpasst?

Kein Problem. Hier können Sie sich den kompletten Vortrag mit Andreas Muxel noch einmal ansehen. Unsere nächste Veranstaltung findet übrigens am 26. September in der Malzfabrik in Köln statt. Dann wird Nicolas Lecloux von truefruits unter dem Monatsthema „Color“ sprechen. Mehr Infos hier.