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Als sich Pink Floyd auf die dunkle Seite wagte

By 25. März 2013Allgemein

Pink Floyd bei einem Konzert im Mai 1973. Kurz zuvor hatte die Band „The Dark Side of the Moon“ veröffentlicht.

Am 24. März 1973 veröffentlichte Pink Floyd „The Dark Side of the Moon“, mit 50 Millionen verkauften Exemplaren eines der meistverkauften Alben der Musikgeschichte. Es markierte nicht nur für die Band, sondern für die Musik insgesamt einen Wendepunkt.

Ich war damals noch gar nicht geboren. Dennoch hat mich das Album in meiner Jugend bei meinen eigenen musikalischen Experimenten tief geprägt. So viel Aufwand und Detailverliebtheit steckt im Klang und in den Soundeffekten. Was heute wie selbstverständlich tausendfach als Samplereffekte aus den Lautsprechern dröhnt, ist wesentlich beeinfusst von Pink Floyds Meisterwerk.

Spiegel Online widmet dem Jubiläum einen faszinierenden Artikel. Oliver Klatt beschreibt darin, wie aufwändig es vor 40 Jahren war, so etwas einfaches wie Geldgeklimper oder einen Herzschlag im Rhythmus auf das Band zu bringen:

Am Anfang der blueslastigen, im ungewöhnlichen 7/4-Takt komponierten Single „Money“ etwa klimpern Münzen und klingeln Registrierkassen. Was heute dank Sampler und Computertechnik ein Kinderspiel ist, war damals aufwendige Bastelarbeit: Tonbänder mit den gewünschten Geräuschen mussten auseinander geschnitten und zu präzise auf das Tempo des Songs abgestimmten Klangschleifen neu verklebt werden. Während Waters also rauchend an einem frisch ausgepackten Synthesizer stand und versuchte, dem neuen Spielzeug nie gehörte Töne zu entlocken, versuchten seine Kollegen, nicht über mitunter quer durch das Studio gespannte Tonbandschlaufen zu stolpern.

Kreativität bedeutet Mut. Den Mut, neues zu versuchen. Daraus folgt aber, dass man die abgetrampelten Wege verlassen muss. Das ist oft mühsam und ungewiss. Denn auf neuen Wegen sind die Straßen nicht geteert und begradigt. Manchmal muss man Umwege gehen. Zurückgehen, einen anderen Weg probieren und auch mal den Spaten auspacken. Und bei all dem gibt es keinen Wegweiser, der einem sagt: hier geht’s lang zum Hit.

Dennoch: Wer etwas zu sagen hat und dabei gehört werden möchte, der erreicht das meist nicht auf den befestigten Wegen. Denn dort gehen so viele Menschen, dass man nicht mehr auffallen kann. Wer stets den Aufwand scheut, etwas Neues zu probieren, der verstummt in der Masse.

Bei Pink Floyd hat sich der Aufwand gelohnt:

Dennoch handelte es sich bei all dem nicht um bloße Effekthascherei. Jedes der noch nie zuvor auf einer Platte festgehaltenen Klangexperimente von „The Dark Side of the Moon“ unterstreicht die von Roger Waters angesprochenen Themen.

[…]

Der eigentliche Grund, warum „The Dark Side of the Moon“ nach wie vor zeitlos ist, ist vermutlich die Entscheidung, die Pink Floyd in Nick Masons Küche trafen: Ein Album zu machen, dass sich mit den Problemen der Welt auseinandersetzt. Und dass sämtliche von Roger Waters in Texten zu „Time“, „Us And Them“ oder „Brain Damage“ angesprochenen Probleme heute von einer Lösung genau so weit entfernt sind wie vor vierzig Jahren.

[Foto: TimDuncan, Wikipedia]

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