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So einfach wie möglich

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Unterstellen wir, dass Sie mit Ihrer Präsentation etwas erreichen möchten. Vielleicht soll Ihr Publikum nach Ihrer Präsentation etwas verstanden haben, was es vorher nicht verstanden hatte oder einen bekannten Sachverhalt aus einer völlig neuen Perspektive betrachten, sein Verhalten ändern oder etwas kaufen …

Daraus folgt, dass das meiste, das Sie in Ihrer Präsentation sagen, für Ihr Publikum in gewisser Weise neu ist. Mindestens die Art, wie Sie es sagen. Sie fordern Ihr Publikum auf, seinen Horizont zu erweitern oder seinen bisherigen Standpunkt zu hinterfragen. Wenn das nicht bloß Belangloses ist, stellen Sie Ihr Publikum damit vor (eine ganze Reihe von) Herausforderungen. Sie sollten dafür sorgen, dass Verständlichkeit nicht dazu gehört.

Für Sie ist ja inhaltlich alles ganz einfach, weil Sie gedanklich schon einen (oder mehrere) Schritt(e) weiter sind als Ihr Publikum. Deshalb bedroht Sie der Fluch des Wissens. So nennt man das Phänomen, dass Sie sich nicht vorstellen können, wie jemand denkt, der nicht all das weiß, was Sie wissen. Wer dem Fluch des Wissens zum Opfer fällt, spricht unnötig kompliziert, zu abstrakt oder packt zu viele Informationen in zu kurze Zeit. Wenn Sie gegen den Fluch des Wissens nicht ankämpfen, dann ist es für Ihr Publikum unnötig schwer, zu verstehen, was Sie meinen.

Wer aber andere davon überzeugen möchte, seinen Standpunkt oder sein Verhalten zu ändern, der sollte es demjenigen, den er überzeugen möchte, so einfach wie möglich machen, zu verstehen wie und warum. Der Rest ist dann immer noch schwer genug.

Der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt

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Mein Leben oder seines, Job oder Liebe, Aufmucken oder ewiger Loser, Handeln oder Ertragen … Gute Geschichten erkennt man u.a. daran, dass sie den Protagonisten Schritt für Schritt, aber unvermeidlich in eine Lage bringen, in der er eine Entscheidung treffen muss, die sein Leben für immer verändert, egal wie er sich entscheidet.

Shawn Coyne schreibt in seinem Autorenratgeber The Story Grid – What Good Editors Know, was gute von schlechten Geschichten in diesem Punkt unterscheidet (Hervorhebung von mir):

Ask yourself the simple question…how difficult would it be for my character to reverse his decision? Could he go back to his old life without any repercussions? A few repercussions? Or is there no turning back? You’ve hit the Point of No Return when no matter what decision the character makes, he will be irrevocably changed by the experience. If he does one thing, he’ll put himself in great danger (either physically or psychologically) and if he doesn’t, he’ll be tormented by his inaction, incapable of functioning the way he used to.

Hier ist eine Herausforderung für Sie:

Vorausgesetzt, dass sich Ihre Präsentation ehrlich mit den Bedürfnissen oder Problemen Ihres Publikums beschäftigt, bringen Sie es denn auch zum Point of No Return? Bringen Sie es mit Ihrer Story, mit Ihrer Argumentation Schritt für Schritt, aber unvermeidlich an den Punkt, an dem es eine Entscheidung treffen muss? Argumentieren Sie so zwingend, dass das Publikum nach Ihrer Präsentation gedanklich an einem Punkt ist, an dem es, egal welche Entscheidung es jetzt fällt – z.B. Ihrer Empfehlung zu folgen oder weiter zu machen wie bisher – unwiderruflich verändert ist? Haben Sie Ihre Sache so zwingend dargelegt, dass Ihr Publikum versteht, welche Konsequenzen sein Handeln oder Nichthandeln hat?

Das setzt natürlich voraus, dass Sie eine Sache haben, für die es sich zu präsentieren lohnt; dass Ihr Thema nicht banal ist; dass es einen wahren Grund gibt für Ihre Präsentation, der etwas mit dem Leben Ihres Publikums zu tun hat.

Aber wenn es diesen Grund gibt, und wenn Sie es schaffen, dass Ihr Publikum sich in Ihrer Präsentation wiedererkennt, dann sollten Sie alles daran setzen, um es auch zum Point of No Return zu bringen.

Silicon Valley und die Geschichte mit den Geschichten

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Große digitale Firmen wie Twitter, Apple , Youtube oder Facebook setzen neuerdings auf Journalisten, wie die Zeit kürzlich im Artikel “Silicon Valley versucht Journalismus” berichtete.

Bei Twitter sollen diese Journalisten zum Beispiel im Rahmen von „Twitter Lightning“ dabei helfen, Twitters unglaubliche Masse an Kurztexten, Fotos und Videos zu kuratieren und Stories zu generieren – nach einem ähnlichen Prinzip wie das Social Media Geschichten-Tool Storify.

Apple will mit seiner neusten App “News” direkt ins Nachrichtengeschäft einsteigen, wie Apples Marketingexpertin Susan Prescott kürzlich auf Apples Entwicklerkonferenz ankündigte. Auch Facebook setzt mit “Instant Articles” und Youtube mit “Newswire” auf journalistische Inhalte.

Die Idee dahinter ist einleuchtend. Journalisten können eines besonders gut: Spannende Geschichten erzählen. Und wenn uns eines fasziniert und fesselt, dann sind es gut erzählte Geschichten. Logisch eigentlich, dass Twitter und Co diese Macht nutzen wollen.

Und Sie? Haben Sie die Macht von Geschichten schon für Ihre nächste Präsentation erkannt?

Victoria und die moderne Technik

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Sebastian Schippers Film „Victoria“ hat auf der Berlinale einige Furore gemacht, weil er mit einer einzigen Aufnahme und ohne jeden Filmschnitt entstanden ist. Das klingt einfach, erfordert aber in Wirklichkeit eine ungeheure Kraftanstrengung, zumal der Film mit 140 Minuten nicht gerade kurz ist.

Aber wozu das Ganze? Ist das nicht bloße Spielerei? Ist es nicht gerade eine Errungenschaft, dass wir im modernen Film schneiden können? Dass wir uns auf die wesentlichen Story-Elemente konzentrieren können, und Momente, die die Story nicht weiter bringen, überspringen können?

Hanns-Georg Rodek schreibt in der Welt über Victoria:

„Gewöhnliches Kino, das ist ein Teppich aus sekundenkurz hochgefahrenen Intensitätsflicken. “Victoria” hingegen ist nahtlose Intensität von der ersten bis zur letzten Minute. Der One-Take-Film, die 140 Minuten dauernde Plansequenz, das klingt wie reiner Cineasten-Ehrgeiz. Doch eigentlich wirft Schipper dem Hollywood-Kino eine ungeheuerliche Herausforderung vor die Füße. Beide arbeiten sie mit derselben digitalen Technik, und doch trennen sich mit “Victoria” die Wege radikal.

Der eine führt in vom Computer erzeugte Universen, wo menschliche Formen reine Manipuliermasse sind. Der andere Weg, und dank “Victoria” wissen wir nun, dass es ihn gibt, nutzt die moderne Technik, um noch näher an den Menschen heran- und in den Menschen hineinzukommen.“

Es geht nämlich niemals um die Technik, sondern immer nur um die Menschen. Ihre Ziele, Motivationen, Gefühle. Die Technik ist immer nur das Mittel zum Zweck – das Mittel, um Emotionen sichtbar zu machen und Situationen erlebbar zu machen, die ich sonst selber nicht erleben und erfahren würde. Mal erfordert das wilde Schnitte, mal aufwändige Computergrafik, mal nur einen Raum mit zwölf Männern und mal, wie bei Victoria, eine ungeschnittene Begleitung von ein paar Menschen in Berlin. Aber immer bestimmt die Situation das Mittel, nicht umgekehrt.

Natürlich auch bei Ihrer Präsentation. Ob die richtige Umsetzung eine High-Tech-Animation, die neue ultra-coole Präsentationssoftware oder eben die ungeschnittene Intensität der persönlichen Ansprache ist, bestimmt die Geschichte. Nur mit einer spannenden Story berühre ich mein Publikum. Dann wiederum kann die richtige Technik die Erfahrung für das Publikum ins Unermessliche steigern, in der Präsentation wie im Film.

John Lasseter, Kreativchef von Pixar, die bekanntlich einen gigantischen technischen Aufwand für ihre Animationsfilme betreiben, erklärt das so:

„No amount of the best animation in the world will ever save a bad story, or a bad story reel. But once you have a really good story reel and it’s working, it will get 10 to 100 times better once it’s animated and in color.“

Und so ist auch Victoria zu verstehen. Dass es ein One-Take-Film ohne Schnitt geworden ist, ergibt sich aus der Intensität der Geschichte, die auf diese Weise verstärkt wird. Erst kam die Geschichte, dann die Idee, sie ohne Schnitt umzusetzen. In diesem Interview erklärt der Regisseur, Sebastian Schipper, warum er Victoria, dessen Handlung sich um einen Banküberfall herum entwickelt, nicht als »normalen« Thriller inszeniert hat:

Sebastian Schipper in dem Interview:

„Der langweiligste Banküberfall, bei dem vielleicht nur ein paar schlecht organisierte Typen 5000€ aus der Bank rausholen – wenn ich dabei sein könnte, unsichtbar, dann wär’s eins der größten Erlebnisse meines Lebens. Das wär so wahnsinnig spannend. Warum verplempert Kino soviel Energie und Zeit und Kosten und Wahnsinn und Potential damit, immer alles aufzublasen.“

Stattdessen wollte er so nah an die Menschen, so nah wie es irgendwie ging – „unsichtbar“ – die Menschen begleiten. Das Ironische daran ist, dass er dafür – natürlich – auch einen immensen Aufwand getrieben hat. Aber eben den Aufwand, der zu seiner Story passt, und nicht die spektakulären computeranimierten Explosionen oder atemberaubende Superschurken-Technik aus typischen Blockbustern.

Aufwand gehört am Ende immer dazu, wenn man seine Geschichte so erzählen möchte, dass sie die Menschen berührt. Auch wenn man ihn nicht sieht. Gerade wenn man ihn nicht sieht. Das Leichte erfordert immer eine vorherige Anstrengung. Entscheidend ist aber, dass es die richtige Anstrengung ist. Dass mein Ziel, dass meine Story den Aufwand bestimmt, nicht umgekehrt.

Und am Ende gehört auch fast immer doch Technik dazu, ohne die auch Victoria nicht möglich gewesen wäre, wie Rodek in der Welt erläutert:

„Das hat es in der Filmgeschichte noch nicht gegeben. Konnte es auch nicht, vor der Erfindung digitaler Kameras. Schipper nutzt den technischen Fortschritt, wie “Star Wars” und “Batman” den technischen Fortschritt nutzen, aber diametral anders. Ihm geht es nicht um die Perfektionierung der Illusion, sondern um die Augmentierung von Realität.“

Let’s Talk: Die unglaubliche Flexibilität eines leeren Blattes Papier

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Heute zu Gast bei Let’s Talk: Tim Themann, Autor des Buches und des gleichnamigen Blogs „Die Computermaler“. Als Leiter der Consulting-Abteilung eines großen Hamburger IT-Dienstleisters hinterlässt er bei Vorträgen und Workshops eine breite Spur von mit Visualisierungen bemalten Whiteboards und Flipcharts. In seinem Buch erklärt er, warum und wie andere diesem Beispiel folgen sollten.

Wir haben uns gefragt, warum zwar einfache Visualisierungen so wirksam sind und trotzdem viele eine Scheu davor haben, warum in so wenigen Unternehmen gute Gestaltung und Wirksamkeit ein Maßstab bei Vorträgen sind, und wie man Besprechungen interaktiver und effektiver machen kann.

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Wieso? Weshalb? Warum?

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Kinder wollen alles wissen und verstehen. Und beharren solange darauf, bis sie eine verständliche Antwort haben. Das ist manchmal einfacher („Warum leuchten Glühbirnen?“) und manchmal schwieriger („Wo kommen Babys her?“), bis hin zu wirklich herausfordernden Fragen („Warum wohnt Opa jetzt auf dem Friedhof?“).

In einer aktuellen Ausgabe der Radiosendung „This American Life“ dreht sich alles um die Herausforderung, Kindern die schwierigen oder komplizierten Seiten des Lebens zu erklären. Dabei geht es zum Beispiel um eine Psychologin eines Trauerzentrums, die es auf bemerkenswert simple Art schafft, Krankheit und Tod für Kinder auf den Punkt zu bringen. Zum Beispiel ist Nierenversagen, „wenn die Nieren das Blut nicht mehr waschen und das Blut dann den Körper vergiftet.“ Oder Mord: „Das ist, wenn jemand anderes entscheidet, dass dein Körper nicht mehr funktionieren soll“. Oder Überdosis: „Man hat eine Krankheit im Kopf, die Abhängigkeit heisst. Sie bringt dich dazu, zuviel von einem Medikament zu nehmen, das nicht gut für dich ist.“

Das hört sich einfach an, aber es hat mit Sicherheit sehr lange gedauert, diese Antworten zu finden und so zu formulieren. Denn egal ob es um traurige oder um schöne Themen geht, Kinder fordern eine gnadenlose Pointierung. Schwammige Antworten nehmen sie mit unzähligen „aber warum?“-Schleifen auseinander. Kurzum: Kinder sind die ultimativen Küchenzurufsjäger.

Fangen Sie die Vorbereitung Ihrer Präsentation doch einmal so an: Wie würde ich das meinem Kind erklären? Und bevor Sie jetzt protestieren: Natürlich ist der Empfänger Ihrer Präsentation kein Kind, sondern Erwachsene, vielleicht sogar ein Fachpublikum. Es geht auch gar nicht darum, Ihren Küchenzuruf zu stark zu vereinfachen oder gar zu banalisieren. Dennoch ist die “Erklär’s deinem Kind”-Übung eine sinnvolle. Denn sie zwingt uns, auf den Punkt zu kommen und Klartext zu reden.

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Showtime: Neues Magazin mit Tipps zur optimalen Vorbereitung

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30 Minuten Zeit und alle hören zu? Wo sonst als bei einer Präsentation bekommen Sie die Chance auf 30 Minuten exklusiver Aufmerksamkeit eines ganzen Publikums? Schauspieler und Musiker nutzen diese Chance und üben solange, bis alles perfekt sitzt. Und Sie?

Nutzen Sie diese Chance. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite. Bereiten Sie sich gut vor. Wir zeigen Ihnen in der neusten Ausgabe unseres Magazins, worauf es dabei ankommt.

Auf 20 Seiten erklären wir Ihnen, wie Sie zum Publikumsversteher werden, wie Sie Ihren Körper das Richtige tun lassen, und warum die besten Vortragenden so gut sind.

Klimaneutral gedruckt auf hochwertigem und trotzdem umweltfreundlichen Papier ist Showtime ab sofort erhältlich als Einzelausgabe oder in vergünstigten Team-Sets (5, 10 oder 50 Stück).

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Neue Webseite

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Vorhang auf für unsere neue Webseite. Nach 4 Jahren haben wir das Design der Seite vollständig überarbeitet. Ein Blick lohnt sich insbesondere für diejenigen, die unsere Artikel normalerweise im Abo lesen (als E-Mail-Abonnement der Blogartikel oder im RSS-Reader).

Wir legen mit diesem Neustart auch die Grundlage für viele neue Angebote. Regelmäßig vorbeischauen lohnt sich also auch in Zukunft.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern.

Let’s Talk: Aus dem Leben eines Extremkletterfotografen

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Let’s Talk – Folge 13: Frank Kretschmann

Während andere über Content Marketing reden, klettert er in den steilsten Felswänden und macht grandiose Fotos. Der Extremkletterfotograf Frank Kretschmann produziert Content, den die Leute sehen wollen, weil es faszinierende Bilder sind, hinter denen faszinierende Geschichten stecken. Heute ist er mein Gast bei Let’s Talk.

Wir haben uns darüber unterhalten, wie man in solchen Extremsituationen überhaupt noch eine Hand zum Fotografieren frei haben kann, was die Faszination Klettern ausmacht, welchen Einfluss die Entstehungsgeschichte auf ein Bild hat, außerdem über den Wert von authentischen Bildern und – natürlich – über das Spiel mit den Medien.

Unbedingt anhören, denn Frank hatte eine Menge zu erzählen.

„Ich hatte das Glück, an Klettergeschichte teil zu haben. Das mit meinen Bildern dokumentieren zu dürfen, ist einfach großartig.“ – Frank Kretschmann
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