Präsident für einen Tag

24.03.2015, Autor: Anne Pustina

Überzeugend Präsentieren: Präsident für einen Tag

Einmal im Jahr gibt der amerikanische Präsident die sogenannte State of the Union Address: Eine Rede, in der er im Kapitol in Washington seine Einschätzung zur Lage des Landes vorträgt. Die letzte gab Präsident Obama Ende Januar. An der Veranstaltung nehmen alle teil, die im amerikanischen Politikbetrieb Rang und Namen haben: Der Vizepräsident, die Richter des Obersten Gerichtshofes, die Mitglieder des Kabinetts und der Generalstab. Die versammelte Mannschaft. Kaum auszudenken, was passieren würde, sollte ausgerechnet an diesem Tag ein Anschlag auf das Kapitol verübt werden. Amerika wäre komplett führungslos. Keiner mehr übrig. Klappe zu, Affe tot.

Einer muss überleben

Aus diesem Grund gibt es den “Designated Survivor”, den ausgewählten Überlebenden. Er wird unter den Mitgliedern des Kabinetts oder den Abgeordneten des Repräsentantenhauses ausgesucht. Entstanden ist das - wenig überraschend - während der Atomparanoia des Kalten Krieges. Sollte während der Ansprache im Kapitol irgendetwas passieren, das sowohl den Präsidenten, als auch den Vize-Präsidenten, den Sprecher des Repräsentantenhauses, den Präsident des Senats und alle anderen Mitglieder des Kabinetts (so die Reihenfolge der Amtsübernahme im Todesfall des Präsidenten) tötet, übernimmt der Designated Survivor die Führung des Landes.

Amateure…

Der Designated Survivor wird im Zeitfenster der Ansprache wie der Präsident behandelt: Er wird an einen sicheren Ort eskortiert und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen bewacht. Er erhält den “nuklearen Football” - eine Aktentasche, die ihn dazu ermächtigt, Amerikas Atombomben zu zünden.

Auf diese Verantwortung wird er gründlich vorbereitet, würde der gesunde Menschenverstand sagen. Tatsache ist: wird er nicht. An einem Tag ist man Landwirtschaftsminister oder Gesundheitsministerin, am nächsten hat man die Macht, auf den großen roten Knopf zu drücken und große Teile der Menschheit auszulöschen.

Der Wahnsinn, oder?

Ja. Und nein. Denn mal ganz ehrlich. Jeder der Präsident wird, macht den Job zum ersten Mal. Und er ist erst dann Präsident mit allen Verantwortungen und Pflichten, ja, wenn er es eben ist - am Tag seiner Amtseinführung. Vorher darf er an keiner hochgeheimen Sitzung der inneren Sicherheit teilnehmen. Oder wird in die Abläufe im Fall der Fälle eingewiesen. Oder darf sich mit den nuklearen Zugangscodes auseinandersetzen.

Irgendwann ist immer das erste Mal

Alle sind Amateure, wenn sie etwas zum ersten Mal tun. Aber das ist noch lange kein Grund, eine Herausforderung nicht anzunehmen. Man sammelt Erfahrung, indem man es tut. Ob als Präsident oder bei etwas vergleichsweise banalem wie der ersten Präsentation vor einem 500-Personen-Publikum. In beiden Fällen kann man sich vorbereiten, aber ins kalte Wasser muss man trotzdem.

[Bild: NASA/Bill Ingalls]

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Tags:Angst Mut neue Wege Vorbereitung


Visuelle Reizüberflutung auf der CeBIT

23.03.2015, Autor: Michael Gerharz

Tim Themann schreibt im Blog Die Computermaler über seine Erfahrung auf der CeBit:

Ein typischer Messebesuch grenzt an visuelle Reizüberflutung; vielleicht bilde ich mir das aufgrund meiner Branchenzugehörigkeit nur ein, aber die CeBIT erscheint mir in dieser Hinsicht als besonders schlimm. Wer allerdings glaubt, das Visuelle würde gezielt im Sinne eines wirksamen Kommunikationsdesigns eingesetzt werden, täuscht sich leider.

[…]

Design und Aufbau des Messestandes werden in der Regel teuer bezahlten Spezialisten überlassen, das Erstellen von (Produkt-)Präsentationen – also einer der wesentlichen Aspekte der Kommunikation auf dem teuer erkauften Messestand – bleibt meist in den Händen von Menschen, die dafür nicht ausgebildet sind.

Das gilt im Prinzip für die gesamte Unternehmenskommunikation. Das Corporate Design wird teuer eingekauft, aber das Gesicht vieler Unternehmen sind die Mitarbeiter und deren Auftreten in Meetings, Präsentationen und sonstigen Kontaktpunkten mit Kunden, Partnern etc. Und die Mitarbeiter sind eben keine Kommunikationsprofis.

Wie der Erfahrungsbericht zeigt, reicht es bei weitem nicht aus, ein schickes Äußeres zu haben. Erklären müssen die Mitarbeiter. Begeistern müssen die Mitarbeiter. Insbesondere für B2B-Unternehmen ist das eine der naheliegendsten Methoden, Vertrauen zu bilden und Emotionen zu wecken.

Psst: Wir helfen übrigens gern.


Tags:cebit Corporate Design Kommunikation Menschen Messe


Soll man Vorträge für Twitter optimieren?

20.03.2015, Autor: Michael Gerharz

Wer heute auf öffentlichen Veranstaltungen präsentiert, muss damit rechnen, dass seine Worte nicht im Vortragsraum bleiben. Twitter und Co. sind selbstverständlich geworden. Viele Konferenzen ermutigen das Publikum dazu, indem sie ihr eigenes Hashtag definieren.

Für die Vortragenden ist das eine Chance, die Reichweite ihres Vortrags deutlich zu steigern. Jochen Mai gab neulich in der Karrierebibel Tipps, um diese Chance optimal zu nutzen, z.B. mit zugespitzten Botschaften, die in einen Tweet passen, oder mit provokanten Bildern, die zum Abfotografieren provozieren, immer versehen mit dem eigenen Twitterhandle, gewissermaßen die neuzeitliche Version des Firmenlogos.

Ich habe einen anderen Vorschlag.

Was würde passieren, wenn Sie sich auf das Publikum vor Ort konzentrieren und ihm einen Vortrag bieten, der so großartig ist, dass es gar nicht auf die Idee kommt zu twittern? Weil Sie das Publikum von der ersten Sekunde in Ihren Bann ziehen, so dass es Ihnen an den Lippen klebt. Weil Sie einen Draht zum Publikum aufbauen und die Zuhörer merken: »Hey, der meint ja mich«. Weil das Publikum viel zu sehr mit Ihren Ideen beschäftigt ist, als dass es an seine Smartphones denken könnte.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Machen Sie Ihre Folien so großartig wie möglich, nutzen Sie Humor, provozieren Sie, kommen Sie auf den Punkt, formulieren Sie einprägsame Botschaften. Aber tun Sie es, um dem Publikum eine großartige Präsentation zu bieten, und nicht, um es zu überlisten, Ihre Botschaften zu twittern.

Allerdings: Wenn Sie es so angehen, dann würde es mich doch wundern, wenn das Publikum anschließend nicht über Ihre Präsentation spricht.


Tags:Aufmerksamkeit Leidenschaft Social Media


Machen Sie Ihr Publikum schlauer

19.03.2015, Autor: Michael Gerharz

Der bessere Weg, jemanden zu überzeugen, ist, ihn schlauer zu machen.

Es ist der geduldigere Weg, auf dem man nicht auf die schnelle Wirkung eines Wow-Effekts, sondern auf die nachhaltige Wirkung eines Aha-Effekts setzt.

Es ist der demütigere Weg, auf dem man anerkennt, dass man umso mehr gewinnen kann, je mehr man vorher gegeben hat.

Es ist der respektvollere Weg, auf dem man das Publikum wertschätzt, weil man ihm zutraut, hinter die Fassade zu schauen statt sich mit Halbgarem zufrieden zu geben.

Es ist der nachhaltigere Weg, auf dem langfristiges Vertrauen entsteht.

Es ist der anstrengendere Weg, denn er zwingt dazu, sorgfältig nachzudenken. Deshalb ist es auch der produktivere Weg. Gute Kommunikation geht immer Hand in Hand mit der Produktentwicklung.

Es ist der Weg, der nur dann begehbar ist, wenn die Idee erstens tatsächlich überlegen ist, und wenn man zweitens erklären kann, warum.

Es ist der Weg, den die Konkurrenz nicht mitgehen kann, denn sie hat nicht die Geduld, den gleichen Aufwand zu treiben.

Es ist der bessere Weg.


Tags:Aha-Effekt Respekt Vertrauen Wertschätzung


Der Wille zur Vorbereitung

18.03.2015, Autor: Michael Gerharz

„It’s not the will to win that matters—everyone has that. It’s THE WILL TO PREPARE to win that matters.“ - Paul „Bear“ Bryant


Tags:Paul Bryant Vorbereitung Zitat


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